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Ich! Ich! Ich!

16 Jan

Gestern Abend habe ich nochmal die Diskussion über ‘Wichtige Blogger’, (männlich), nachgelesen, die Anne mit ihrem Artikel hier und im Freitag angestoßen hat. Verena von der Mädchenmannschaft, canesco, ich und viele andere haben sich daraufhin auch mit dem Thema beschäftigt.

Witzig. Heute erscheint ein Beitrag von Clay Shirky, in dem er zu demselben Schluss gelangt, den auch ich nach längerem Nachdenken gestern Abend noch gezogen habe: Frauen behaupten sich schlechter als Männer. Und wahrscheinlich liegt es an der jahrhundertelangen Konditionierung, der Frauen unterworfen waren (sage ich, nicht Clay Shirky).

Ich bin in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgewachsen und erinnere mich gut an Kernsätze meiner Erziehung: dräng dich nicht auf, Mädchen sollten nicht im Mittelpunkt stehen, du musst zurückhaltender sein, du bist hier nicht der erste Mann bei der Musik, Mädchen machen sich im Hintergrund nützlich, Schüchternheit kleidet; die Ursula, das ist ein nettes Mädchen, immer so ruhig und bescheiden; lass das mal den Uwe machen. Natürlich wurde ich auf eine Frauenfachschule geschickt, um dort ein ‘Puddingabitur’ zu machen. Als ich einmal eine mathematische Aufgabenstellung nicht begriff und zweimal nachfragte, antwortete der Lehrer, ‘wozu willst du das wissen? Das brauchst du gar nicht, du heiratest ja.’ (Später hatte man ein Einsehen, es wurde dann doch noch ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium.)

Ausgerechnet Uwes Vater war es dann, der mir die ersten Werkzeuge in die Hand drückte, vormachte, wie man damit umgeht, und mich ermutigte, mich ‘mal was zu trauen’. Von ihm habe ich do-it-yourself gelernt, was mich später unter anderem in die Lage versetzte, diverse Wohnungen selbst sehr ordentlich zu renovieren.

Jetzt kommt das Paradoxon. Ich konnte zwar alles, was man so an häuslichen handwerklichen Fähigkeiten braucht. Da aber immer irgendein männlicher Jemand da war, der es mir abnahm, habe ich mich natürlich auf die faule Haut gelegt und ihn machen lassen, ohne meine Fähigkeiten zuzugeben.
So herum funktioniert es also; man ist als Mädchen/Frau durchaus in der Lage, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, wenn es der Bequemlichkeit dient.

Was fehlt, ist das Verhalten im entgegengesetzten Fall, nämlich ‘sich vorzudrängen’ und zu sagen, ‘lass mich mal, das kann ich besser’.

Als ich etwa 18 Jahre alt war, hatte ich durch verschiedene technische Hobbys auf einigen Gebieten einen deutlichen Vorsprung vor den Jungs. Es war die Zeit der Frauenbewegung, ich sehr politisch, und so lernte ich schnell, zu sagen, wenn ich etwas konnte, und das auch unter Beweis zu stellen. Was passierte? Nicht das Nächstliegende, nämlich, daß in einer sozialen Gemeinschaft jeder das macht, was er am besten kann. Sondern es bildete sich ein Frauen-Netzwerk (nur hieß das noch nicht so), in dem man sich gegenseitig auf einer Art Tauschbasis half und ziemlich stolz war, ohne Männer klarzukommen.

Ich halte das heute für einen Fehler, aber wir wussten damals einfach noch nicht, wie wir mit der neu gewonnen Unabhängigkeit richtig umgehen sollten. Es wäre besser gewesen, von Anfang an den Jungs/Männern klar zu machen, daß es normal ist, wenn eine Frau von ihr beherrschte Fähigkeiten auch einsetzt. Statt dessen haben wir von der Höhe unserer Frauencliquen auf die Kerle herab geblickt und zu verstehen gegeben, ‘wir haben euch gar nicht nötig’. Das hat die Basis für die Bildung des Grabens geschaffen, an dessen anderem Ufer durch Unverständnis das Emanzenbild Gestalt annahm.

In der Folge wurden Frauen, die etwas konnten und es auch sagten, als laut, aufdringlich, nervig, schlimmstenfalls als Mannweiber wahrgenommen. Wir haben durch Kleidung und Habitus selbst viel dazu beigetragen. Um Himmels Willen hätten wir uns nicht sozialen Geschicks oder gar des Kochen-könnens gerühmt, statt dessen haben wir dies negiert, aus Angst, man würde uns wieder ins Lager der Hausmütterchen abschieben. Eine vernünftige Selbstdarstellung als weibliche Frau, die ganz normale handwerkliche, technische, naturwissenschaftliche Dinge kann, kam nicht vor. Einer der am häufigsten gehörten Sätze war, ‘wie, du kannst kochen?!’.

Dann schlug das Pendel in die andere Richtung aus. Mitte/Ende der 1980er Jahre wurde Weiblichkeit plötzlich ‘in’. Zwar war die Mode mit ihren Schulterpolstern martialisch, darunter hatte sich aber eine feminine, gerne etwas zarte und anlehnungsbedürftige Frau zu verbergen. Nun, das war ja das Rollenbild, in dem wir erzogen waren, kein Problem also, sollte man denken.

Zu der Zeit waren young urban professionals in Mode, Yuppies, die von der Frauenbewegung, Feminismus, Politik im allgemeinen überhaupt nichts wissen wollten. Dummerweise waren sie die Abteilungsleiter und hatten die Stellen im mittleren Management, just die Jobs, die man selber gerne gehabt hätte, um sich von da aus hochzuarbeiten. Es gab künftig genau zwei Möglichkeiten: Entweder man fand sich damit ab, ewig Fußvolk zu bleiben. Oder man lernte, die Kerle wegzubeissen. Letzteres bedeutete aber so gut wie immer, daß man es nicht nur mit einem Kerl zu tun hatte, sondern mit einer ganzen Reihe von ihnen. Die Frauenbewegung und vor allem, daß wir versäumt hatten, sie zur gemeinsamen Sache zu machen, war mit ein Grund, warum sich Männer solidarisierten, eine Eigenschaft, die ihnen sowieso besser liegt als uns.

Hatte man es ‘geschafft’, blieb einem nichts anderes übrig, als immer wieder ‘besser’ zu sein als ein Mann. Das hieß Überstunden, Seminare, Weiterbildung, Aneignung zusätzlicher oder Spezial-Kenntnisse, noch ein Schein, noch ein Diplom, während die Kerle Feierabend, Wochenende oder Urlaub hatten. Daran sind unzählige Beziehungen gescheitert. Eine Freundin ging damals für ihre Bank nach Brüssel. Der arme Ehemann wurde ringsum bemitleidet, ‘wie kommst du denn jetzt nur ohne Patricia zurecht?’ Wäre Patricia daheim geblieben, hätte sie das niemand gefragt.

Langsam normalisierte sich das Verhältnis ein wenig. Es gab zunehmend Männer, die sich auch im Haushalt auskannten und die Kinder hüteten, und Frauen, die beruflichen Erfolg hatten. In der Gesellschaft wurde nun immerhin diskutiert, daß auf dem Gebiet noch viel zu tun sei. Einige Kinder aber waren seit Beginn des Feminismus in den Brunnen gefallen und würden dort auch noch ein, zwei Generationen ungeborgen bleiben.

Die heranwachsende Töchtergeneration nahm die kämpferisch erworbenen Frauenrechte als gegeben hin. Viele junge Frauen verübelten es ihren Müttern, daß sie sich auf Versammlungen und Demos herumgetrieben hatten, statt sich um die Kinder zu kümmern. Ihr Verhalten schlug ins Gegenteil um: sie gefielen sích wieder in der Rolle der Hausfrau, die sich um Mann, Kinder, Hund und Garten kümmert. Einher ging eine gesellschaftliche Strömung, die konservative Werte zurück brachte (schön beschrieben in ‘Das Biedermeier-Komplott‘ von Claudia Pinl).
Diese neokonservative Stimmung herrscht bis heute vor, sie findet ihren Niederschlag in Diskussionen um Herdprämie, Krippenplätze, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wird verschärft durch die Weltwirtschaftskrise, die vielen nicht mehr erlaubt, sich auszusuchen, wie sie am liebsten leben würden.

Die Diskussion um Frauenrechte hat sich in das ‘neue’ Medium Internet verlagert, ein Feld, auf dem manche Diskussion noch geführt werden muß. Viele Frauen publizieren im WWW, auf eigenen Blogs, als Gastautorinnen, in Teams oder auf Communityseiten von Online-Zeitungen. Sie haben gelernt, dort ihre Meinung laut und deutlich zu sagen, scheuen weder vor kontroversen noch vor ehemals männlich besetzten Themen zurück. Einige von ihnen haben sich auf diese Art Respekt und Anerkennung erschrieben, ihre Meinung wird gehört und geachtet. Innerhalb der Blogosphäre dürfte es den meisten Lesern gleichgültig sein, ob ein Mann oder eine Frau etwas geschrieben hat, Hauptsache, der Text ist treffend, weiterführend oder erhellend. (Im richtigen Leben ist die Toleranzgrenze noch etwas höher; viele Menschen wissen nicht recht, was ein Blog ist und warum jemand dort schreibt.)

Die Frauen, von denen die Rede ist, sind um die dreißig oder darüber, Mütter, Ehefrauen, Singles, Lesben, einmal quer durch den Garten. Ebenso vielfältig sind ihre Betrachtungsweisen, Weltanschauungen, Meinungen, Vorurteile und politischen Ansichten. Natürlich werden sie gelesen. Natürlich werden sie diskutiert. Natürlich geben sie wichtige Anstöße.

Aber sie sollten es lauter tun. Eine Flüstertüte nehmen und rufen, ‘seht her, ich hab was geschrieben, das euch interessieren wird!’. Mit Leuchtfarbe auf Twitter, facebook, identi.ca – wo auch immer, annoncieren. In anderen Blogs Werbung machen. Sich vernetzen. Sich was trauen. Für Öffentlichkeit sorgen.

Wahrgenommen werden.

Update: Tom Coates beleuchtet das Thema unter dem Gesichtspunkt Should we encourage self-promotion and lies?
Auf scienceblogs berichtet Ed Yong über eine interessante Untersuchung der Psychologin Tamar Saguy: How objectification silences women – the male glance as a psychological muzzle
Anne hat hier den aktuellen Stand der Dinge zusammengefasst: Philip Banse wird sie im dritten Teil seiner Reihe dctp tv · Meinungsmacher interviewen. Auf Annes Seite gibt es auch den Ausschnitt eines Radiointerviews mit Philip, der sich mit dem Thema beschäftigt.
Update: Was zum Freuen: Christiane Schulzki-Haddouti auf Kooptech und die Mädchenmannschaft haben den Artikel verlinkt.
Update: Buchbesprechung von Antje Peukert: Anne Lenz/Laura Paetau, Feminismen und »Neue Politische Generation«
Update: Die Artikelüberschrift scheint gefallen zu haben…


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23 Kommentare

Geschrieben von - 16. Januar 2010 in Frauen, Kultur, Mensch bleiben

 

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23 Antworten zu “Ich! Ich! Ich!

  1. engl

    23. Januar 2010 at 14:34

    ich bin auch aus den 60ern, dementsprechend kann ich vieles nachvollziehen. angefangen von den artigen sonntagskleidchen bis hin zum selber renovieren. (allerdings bin ich ausgebildete handwerkerin, daher lasse ich bis heute keinen männlichen heimwerker mit noch großer klappe an mein zeug ran. wenn ich schon sehe, wie die einen hammer in die hand nehmen. nö.)

    schwierig finde ich die sache mit dem graben (zwischen männern und frauen?), mit kleidung und habitus (von freuen?) oder gar dem mannweibvorwurf. das waren damals und sind heute ebenso äußerlichkeiten, auf die beide seiten des “grabens” gerne hereinfallen.

    mich haben schon frauen große angeglotzt, weil ich socken strickte, obwohl ich kurz vorher noch mit dem motorrad vorgefahren war. eine wg-mitbewohnerin zeigte mir unmittelbar nach ein walpurgisnachtdemo den stinkefinger, weil sie mich unter dem helm nicht erkannte und einfach mal für einen motorradmacker halten wollte. dagegen hätten mich etliche männer – damals – am liebsten angeschoben, vor lauter mitleid vielleicht. keine ahnung. nichts davon hatte und hat etwas mit mir zu tun.

    darauf auch nur einzugehen, ist also möglicherweise kontraproduktiv. denke ich.

     
  2. Irene

    24. Januar 2010 at 00:52

    Claudia Pinl hat keinen Wikipedia-Eintrag. Hm.

     
  3. erz

    26. Februar 2010 at 16:11

    Ui, ich kann schon sehen, warum deine Texte ihre Zielgruppe erreichen. Auf die Gefahr hin, mich hier zu weit zu exponieren, kann ich als männlicher Jungspund mit einer Erziehung, in der ähnliche Geschichten wie die aus deiner Vita eine nicht unwichtige Rolle spielten, mit der Arroganz des Spätgeborenen sagen: Ja, das waren Fehler, die ihr begangen habt. Notwendige Fehler vermutlich. Schlimm wird es aber, wenn heute die alten Schlachtrösser nicht erkennen, dass der eingeschlagene Weg nicht die allein selig machende Wahrheit verspricht.

    Schön, so klare Ansagen aus der Generation derer zu hören, deren selbsternannte Fürsprecher manchmal zu glauben scheinen, den Feminismus für sich allein gepachtet zu haben.

     
  4. opalkatze

    26. Februar 2010 at 16:32

    Sei ein bißchen weniger streng: Die ‘alten Schlachtrösser’ haben nichtsdestotrotz unverzichtbare Dienste geleistet, nämlich den Frauenrechten überhaupt erst eine Plattform geschaffen. Ob man mit dem Alter milder wird oder verbittert, hängt nicht zuletzt auch von den gemachten Erfahrungen ab. Ich denke, wenn man sich sehr exponiert hat – wovor Du Angst hast. Warum eigentlich? – und entsprechend viel einstecken musste, kann das schon zur Verhärtung führen.

     
  5. erz

    26. Februar 2010 at 21:10

    Einen der Gründe hast du ja schon selbst angeführt – ich habe, obwohl streitbar, trotzdem keine Lust auf wenige Aussagen reduziert zu werden.

    Die Verdienste altgedienter Streiterinnen für die Emazipation sind unbestritten. Meine Meinung zur Entwicklung der Bewegung und mancher Protagonistinnen sind allerdings nicht notwendigerweise Mainstream und ohne sehr genaue argumentative Trennschärfe (die ich mir in einem kurzen Blog-Kommentar nicht zutraue) möchte ich mich nicht an einer Stelle wie dieser mit kritischen Bemerkungen aus dem Fenster lehnen, die mir womöglich als Mangel an Respekt ausgelegt werden.

    Da habe ich mich schon zu oft wie die Axt im Walde aufgeführt. Und in Wespennester gestochen. Was die Metaphernschublade so hergibt. Dein Text gibt ohnehin schon sehr gut manches von dem wieder, was andere “Altersmilde” mir über ihr Verhältnis zur Entwicklung der Emanzipation erzählen. Manche sind aber auch weniger gnädig als du.

     
  6. lisa

    21. März 2010 at 22:01

    @opalkatze:

    Vielen Dank fuer diese Einblicke. Berichte von Menschen, die den Verlauf der Emanzipations- und Feminismusdiskussion schon so viel laenger miterlebt haben, sind fuer mich, Jahrgang 83, ungemein wertvoll, weil sie helfen, den Status Quo und die heutige Diskussion besser einzuordnen. Und auch, die Fehler frueherer Generationen nicht zu wiederholen.
    Das ist mir gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Piratinnen wieder sehr bewusst geworden.

    Was mich darueber hinaus noch sehr interessiert, sind die Erfahrungen und Perspektiven von Menschen Geburtsjahr 60 und spaeter, die in der DDR sozialisiert wurden. Ich habe noch den vagen Eindruck, dass dort vieles anders war, was zB Frauen und Beruf oder Frauen und technische Kompetenz anging, bin aber zu jung, um wirklich viel davon mitbekommen zu haben. Christa Wolf hat einiges dazu geschrieben, aber ich haette gerne mehr :)
    Kann mich da jemand erhellen?

     
  7. opalkatze

    21. März 2010 at 22:43

    folg mal den links zu annalist und zur mädchenmannschaft, auch bei antje schrupp wirst du wahrscheinlich fündig. wenn du so nichts findest, frag’ dort, da findet sich bestimmt jemand, der dir weiterhilft.

    zu den piratinnen kannst du hier noch ‘unter piraten: die gender-debatte‘ lesen.

    ich bewege mich gerade in entgegengesetzter richtung zu dir und versuche, die ‘versäumte’ zwischenzeit nachzuholen. ich dachte, das thema sei erledigt für mich, aber habe mich darin ordentlich getäuscht ,) es hat sich eine menge getan, aber nicht genug – wie man sieht.

     
  8. Guardian of the Blind

    7. August 2010 at 18:27

    Es wird dich vielleicht überraschen ;-), aber ich kann deinem Beitrag sogar in den meisten Punkten zustimmen. (Ich würde sogar noch weitergehen: eine Gesellschaft, die mehr auf weiblich charakterisierten Verhaltensweisen, beruh, fände ich durchaus wünschenswert).
    Es ist vieles sehr gut, was die Frauenbewegung erreicht hat – und das kann sie sich auch ruhig als Erfolg verbuchen! Denn das muss sie sich aber auch zugestehen: Von welchem Lehrer hört man heutzutage noch: “Das ist nichts für dich, du bist ja ein Mädchen!”? Die Probleme der heutigen Frauen liegen in anderen Feldern, und dem sollte sich die Frauenbewegung stellen.
    Da kommen wir zu dem Punkt, wo ich nicht mehr übereinstimme: In dieser Gesellschaft sollte es meiner Meinung nach genauso anerkannt sein, Hausfrau oder Hausmann zu sein und Kinder zu betreuen. Warum muss es konservativ, oder gar neokonservativ sein, wenn man es gut findet, dass eine Frau oder ein Mann sich wirklich um seine Kinder kümmert? Bzw., wenn das konservativ sein soll, dann würde ich das auf jeden Fall einer, sgane wir neoliberalen, Gesellschaft, in der sich jeder ausshließlich um sich kümmert, vorziehen. Und ist es denn ausgeschlossen, dass jemand ihre oder seine Selbsterfüllung (der Begriff wird ja gerne gebraucht) woanders als im ökonomischen Apparat findet? Die Gesellschaft sollte die Vereinbarkeit zwischen Kinderbetreunung und Berufstätigkeit erleichtern, aber auch die freie Wahl zwischen beiden ermöglichen.

     
  9. Angelika

    6. September 2010 at 02:10

    vielen Dank und auch für die Links !
    (Nichtbloggerin jedoch fleissige Leserin)

     
  10. opalkatze

    6. September 2010 at 12:12

    @Angelika
    Na ja – man muß ja nicht bloggen, um lesen zu können ,)

     
  11. Peter Gielmann

    10. September 2010 at 12:41

    danke für die links! ist super!

     
  12. Kirst3n

    3. November 2010 at 14:31

    Vielen Dank für den Beitrag, den ich gerade erst entdecken durfte! Ich stimme in vielen Bereichen zu: Werbung, Vernetzung und mehr Wahrnehmung ist wichtig …schrecke aber vor der Kategorisierung “Feministin” und eigenen Abgrenzung in Frauengrüppchen zurück – ist das nicht irgendwie kontraproduktiv?

     
  13. opalkatze

    3. November 2010 at 15:51

    @Kirst3n
    Nein, ich glaube nicht, daß ich das mache. Mag auch am Alter liegen, dann sieht man vieles vielleicht etwas großzügiger – zumindest ist das bei mir so.

    Es ist aber keine Abgrenzung, wenn ich fuchsteufelswild werde, bspw. wegen unterschiedlicher Bezahlung. Ich kann Ungerechtigkeit nicht leiden, egal, wobei. Ich mag die meist überflüssigen Sexismusdebatten nicht, denn auch dort geht es meist um Ungerechtigkeit der einen oder anderen Art.

    Vielleicht kann man mich als ‘Feministin alter Schule’ bezeichnen. Wie ich geschrieben habe, liegen mir viele Dinge immer noch am Herzen, aber in die aktuellen Diskussionen schalte ich mich selten ein; auch, weil sie zum Teil sehr theoretisch und abstrakt geführt werden. Ich bin schlicht zu faul, mir die mittlerweile (in ca. 30 Jahren) aufgestellten Thesen und Theorien noch anzulesen und finde anderes wichtiger. Bei praktischen Fragen bin ich aber gern streitbar wie eh und je. Praktisch ist zum Beispiel für mich, daß ALLE versuchen sollten, an einem Strang zu ziehen, und da ist Abgrenzung immer grenzwertig. Im Allgemeinen klappt das – zumindest in meinem Umfeld – bestens.

    Gerade deswegen finde ich auch das Projekt von Saja Seus so toll, die damit u.a. zeigen will, daß es nicht ‘DIE Femistin’ gibt.
    Darum mag ich auch die Mädchenmannschaft sehr gern, weil sie undogmatisch viele verschiedene Meinungen zulassen und angenehm unaufgeregt sind, ohne jedoch Streit zu scheuen.

     
 
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