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Ein Ei gelegt

21 Jan

hat sich die KOMSA AG, ‘ITK-Dienstleister und Distributor in Europa’.

Karsten Windfelder hat auf seiner Seite beschrieben, was ihm wiederfahren ist (herrlich, unbedingt lesen): Die Firma hat auf ihren Rechnern Adblocker installiert, statt der Werbung erscheint das Firmenlogo. Irgendwann fiel auf, daß das Logo auf ganz vielen Seiten im Web zu sehen war, und – schwupps! – gingen auch schon Abmahnungen (drei sind bekannt geworden) an die Betreiber dieser Seiten raus.

Soweit die Lachnummer.
Im Grund ist das nämlich eine schlimme Geschichte. Sie zeigt, wie normal es bereits ist, daß nicht lange gefackelt, sondern sofort mit der Abmahnkeule zugeschlagen wird.
Gerade bei einer ziemlich großen IT-Firma sollte man voraussetzen, daß der Sachverhalt erst einmal geprüft wird, zumal, wenn ganz plötzlich eine Häufung des ‘Mißbrauchs’ auftritt. Der eine oder andere IT-Mitarbeiter sollte da schon mißtrauisch werden. Offensichtlich ist aber jegliche Überprüfung unterblieben, die Abmahnschreiben wurden versandt.

Als sich dann klärte, daß das Firmenlogo von KOMSA nur auf deren Rechnern zu sehen war, lag das Kind bereits im Brunnen: Über die sozialen Netzwerke hatte sich die ‘Witzabmahnung’ bereits in Windeseile verbreitet, alles lachte sich schlapp. Da half es auch nicht, daß KOMSA den Fehler unumwunden zugab und zusagte, die Abmahnungen umgehend schriftlich zurückzunehmen.

Das Ei liegt im Moment bei Google auf Platz 5. Da wird es wohl noch ein Weilchen liegen bleiben.

Update: Aus der Geschichte ist ein GAU geworden. Nicht nur berichten heise, Spiegel sowie unzählige Blogs.

Viel pikanter noch ist die am 20. Januar erfolgte Auszeichnung des Unternehmens mit dem Axia-Award durch die international tätige Beraterfirma Deloitte, die mit Riesen wie PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young und KPMG in einer Liga spielt. Den Preis gab es für außergewöhnliche Leistungen im Personalmanagement, doch in der Begründung heißt es auch,

Die Mittelständler aus den neuen Bundesländern haben gezeigt, dass sie über zielgerichtete Strategien für die Bewältigung der Krise verfügen. Die Preisträger überzeugten durchweg durch die Verbindung neuer Technologien mit guter, umsichtiger Unternehmensführung.

Das könnte man in dem Zusammenhang als veritables verunglücktes Spiegelei bezeichnen.

Update: Karsten hat in Die komsa-Abmahnung – 24 Stunden später analysiert, was seit gestern alles passiert ist. Der Beitrag ist eine hervorragende Beschreibung, wie virales Marketing funktioniert. Auch wenn es so sicher nicht im Sinn des Erfinders war…

 

Über opalkatze

Schreibt, liest, kocht, lebt und lacht gern. News- und Politikjunkie. Versucht seit Jahrzehnten den Nachweis zu erbringen, daß die Erde keine Scheibe ist. Wohnt als Bedienstete eines Katers ganz oben auf den Eifelbergen und raucht zu viel. Motto: Vorher das Nachher bedenken. 42.
3 Comments

Geschrieben von am 21. Januar 2010 in Kaffeesatz, Marketing, Web 2.0

 

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3 Antworten zu Ein Ei gelegt

  1. florian

    22. Januar 2010 at 14:37

    das mit dem award ist echt der knüller. hatte ich auch schon gesehen in den google news, allerdings bisher nicht näher verfolgt.

     

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