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Blacklisten, verbieten, löschen = SOPA

15 Nov

+++ 19.12.: Vorerst vertagt. Der nächste Anhörungstermin soll am Mittwoch stattfinden. +++

Jetzt geht es ans Eingemachte – weltweit. Hinter einer US-Gesetzesinitiative namens SOPA, dem Stop Online Piracy Act, verbirgt sich eine willkürlich zu erstellende Blacklist, die künftig das Löschen mißliebiger Webinhalte und Domains ermöglichen soll. Die USA gehen wieder einmal davon aus, dass ihnen das Internet gehört, und sie damit die Interessen ihrer Unternehmen ohne Rücksicht auf Verluste schützen können. Auch bei uns.

Was geplant ist, erklärt Kirsten ausfürlich auf vasistas? Dort führt sie auch Beispiele auf, was die Internet-Saubermänner sich bisher schon alles angemaßt haben. Eine Kurzbeschreibung gibt es bei Drew Wilson. In der deutschen Presse sucht man vergeblich.

Die Entstehungsgeschichte von SOPA kann man bei der EFF nachlesen. Tim Berners Lee hat auf ars technica The Stop Online Piracy Act: Big Content’s full-on assault against the Safe Harbor veröffentlicht. Cory Doctorow hat zwei Artikel für boingboing geschrieben (8.11., 11.11.):

The Electronic Frontier Foundation has more on the deadly Stop Online Piracy Act (SOPA), the most extreme, anti-Internet, anti-privacy, anti-free speech copyright proposal in US legislative history.

Unzählige weitere Beiträge und Threads finden sich bei Google und Google+.

Ich kann euch aber schon sagen, was passieren wird: Nichts. Das EU-Parlament ist fest in der Hand von Lobbyisten, und wir alle kriegen mal wieder den Hintern nicht hoch, unsere Abgeordneten zu kontaktieren und unter Druck zu setzen. Ist ja auch bloß Internet. Dabei wäre die sonst für Friedrich-, Uhl- und Kauderbashing aufgewendete Energie hier mal richtig nützlich. Aber was gehen uns schon irgendwelche US-Gesetze an.?

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14 Kommentare

Geschrieben von - 15. November 2011 in Datenschutz, Europa, Kultur, Netzpolitik, Politik, Web 2.0, Welt

 

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14 Antworten zu “Blacklisten, verbieten, löschen = SOPA

  1. stefan

    15. November 2011 at 18:13

    auch als EU Bürger kann man die Campagne bei demandprogres unterstützen:

    http://act.demandprogress.org/sign/sopa_testimony/?akid=1018.184.tefh8p&rd=1&t=1

    los geht’s!

     
  2. opalkatze

    15. November 2011 at 18:31

    Wird gleich oben verlinkt, vielen Dank!

     
  3. stefan

    15. November 2011 at 18:39

    natürlich die URL nach dem letzten “Slash” säubern – sorry
    :(

     
  4. VonFernSeher

    15. November 2011 at 19:41

    The so-called “Stop Online Piracy Act” will kill innovation and undermine free speech rights. You need to give the hundreds of thousands of Americans who’ve spoken out against it a chance to make our case at this week’s hearings.

    Und wer genau ist nun mein persönlicher Kongressabgeordneter? Es ist eine US-Gesetzesinitiative. Und wenn ich eins mittlerweile weiß, dann ist es, das die Beratungsresistenz der US-Politiker noch ein bisschen größer ist als die derer im Iran, in Russland oder sonstigen Vorzeigedemokratien. Ich werde die Petition nicht unterschreiben. Denn das wäre in etwa so wie eine Petition gegen Schnitzel in einem Land, in dem die schnitzelliebende Mehrheit den Rest verpflichtet hat, bei Verunglimpfung der Schnitzelherrlichkeit den Delinquenten mit der doppelten Schnitzelzwangsportion zu beglücken.

    Ich will nicht, dass die Amis ein gutes Gesetz für das ganze Internet verabschieden. Ich will, dass die überhaupt keins erlassen. Man muss den Amis das ganze Internet wegnehmen, indem man die oberste Internetbehörde internationalisiert. Anders wird das nichts werden.

    Eine Petition, die die Nichtbefassung fordert oder die Umsiedlung der ICANN in eine supranationale Institution unterschreibe ich direkt.

     
  5. Angela

    15. November 2011 at 20:50

    Unheimlich. Nach dem Informationszeitalter beginnt das Freiheitsbeschraenkungszeitalter.

     
  6. opalkatze

    15. November 2011 at 22:16

    Hallo?! Du sollst keinem congressman schreiben, sondern deinen Europaabgeordneten antriggern und ihm die Sachlage erklären. Es geht nicht um die USA, sondern um die Auswirkungen, die das für uns hat. Sei doch nicht immer so randalig 8)

     
  7. VonFernSeher

    16. November 2011 at 03:02

    Und was soll der dann gegen ein US-Gesetz genau unternehmen? Soll der seinen Austauschbrieffreundabgeordneten anrufen und ihm sagen, dass das mal keine so tolle Idee ist?

    Wie ich schon schrieb: Die ganze Chose muss aus den USA raus. Das habe ich allerdings schon vielen Politikern geschrieben, auch meinem damaligen EU-Abgeordneten. Der musste aber, glaube ich, nicht mehr besonders vom Den-Amis-Macht-wegnehmen überzeugt werden. Er heißt Daniel Cohn-Bendit.

     
  8. verabunse

    16. November 2011 at 04:42

    Eben. Genau das sollen sie, und nicht abnicken. Was sie trotzdem tun werden, weil – siehe oben. Aber es gar nicht erst zu versuchen, ist schlimmer.

     
  9. Dietmar Franzenburg (@DFranzenburg)

    16. November 2011 at 18:03

    Mein Englisch ist nicht das beste, also habe ich mal wieder das Internet durchgeforstet nach deutschsprachigen Seiten.

    Akademie Integra: Rettet das Internet Eine sehr informative Seite – Leseempfehlung. Dann noch diese Meldung, daß AOL, eBay, Facebook, Google, LinkedIn, Mozilla, Twitter, Yahoo! und Zynga aus diesem Grund ihre Rivalitäten beiseite legen …

    Übrigens soll das hier nicht außer Acht gelassen werden: Stoppt ACTA!

     
  10. DFranzenburg

    17. November 2011 at 08:17

    Die Links in meinen beiden obigen Kommentaren habe ich jetzt unterhalb des Artikels eingepflegt.

     
  11. Leo

    17. November 2011 at 14:23

    Düster sieht es aus. Vor allem, wenn man beachtet, daß sich Deutschland bzw. Europa gern diese Art von Vorgehen von den USA abschaut. Als dort Three-Strikes-Regelungen geplant wurden, war sofort Sarkozy zur Stelle und auch in Deutschland hat sich ein CDU-Fritze laut denkend geäußert. Es ging wohl nebenbei darum, noch weniger Strikes zu erlauben…

     
  12. opalkatze

    17. November 2011 at 17:05

    Mach dich bitte mal bei AK Zensur, AK Vorrat und Netzpoltik schlau, da steht, was wirklich abgeht. #Censilia ist ja noch nicht alles, es gibt auch noch INDECT, ACTA, SOPA … Es ist noch viel düsterer, als du denkst. Je mehr Menschen informiert sind, desto mehr Protest wird es geben. Wir sind nicht völlig machtlos, das haben wir bewiesen (#Zensursula, Jugendmedienschutzstaatsvertrag, …)

     
 
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