Politik wird wahlweise als Posse, Groteske oder Episodenstück mit viel jazz aufgeführt, zeitgleich wurde der kaskadierende bzw. ostinate Journalismus (oft auch mit b) erfunden. Qualitätsverlust auf der ganzen Linie, rumble ohne viel jungle. Verbreitete Fehlsichtigkeit, europäische Machtspielchen, Klein-klein in Muttis Küche. Ich komme langsam auf Flughöhe, demnächst wird es an dieser Stelle wieder bunter. Habt Spaß.
- Daniel Bröckerhoff Warum Journalisten öffentlich arbeiten müssen
Daniel hat ein paar gute Pros und Kontras aufgeschrieben. Achtung, Journalistenschulen: Panikworte (Twitter, Crowdsourcing)! Bitte dennoch in mindestens 20 pt. ausdrucken und großzügig verteilen. - Daphne Dragona Fremde, ferngesteuerte Spielumgebung · Freundschaft und der Prozess der »Gamifizierung«
Das Einzige, was ich im Netz spiele, ist Jewels, deshalb fand ich diese Sicht der Dinge hilfreich. - Dirk Elsner Ein Gang durch deutsche Wirtschaftsblogs (+ Mindmap)
Auf Carta hat Matthias Schwenk vor ziemlich genau einem Jahr über die Welt der deutschen Wirtschaftsblogs berichtet. Jetzt hat Dirk Elsner einen erneuten Rundgang gemacht. - Martin Gropp Urheberrechte „Das Ende des Internet, wie wir es kennen“
SOPA: Der größte Unfug seit der Kirchensteuer; wer am lautesten schreit, bekommt Recht. Man könnte auch Hollywood-Gesetz sagen. Eine Debatte über das deutsche Urheberrecht gab es dieser Tage bei Heike Rost, die auch noch die drolligsten Argumente herausgesucht und eine sehr ausführliche Linkliste erstellt hat. - Christian Jakubetz Nachrichtenfluss im Netz: Erst Twitter, dann Tagesschau
Über eine Studie der Uni Wien. Auf diesem Blog wird das Buch Universalcode ständig ergänzt. - Christoph Koch interviewt Douglas Coupland “Das Smartphone macht alle Menschen gleich”
Coupland ist zuweilen etwas bizarr, liefert aber auch immer wieder Denkanstöße. “Gerade wenn man denkt, Technologie bedeute Aufklärung, kommen religiöse Fanatiker und kapern diese Technologie.” - Wolfgang Michal BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erlöse uns!
Ein bisschen Bundeswuffi muss sein. Ebenfalls bei Richard Gutjahr und Stefan Niggemeier. Ach, und Lagerfeld hat was gezeichnet. - Stefanie Michels interviewt Inge Seibel „Wer das nicht nutzt, ist dumm“
Die Beiden sprechen über Hörfunkjournalismus und Soziale Netzwerke: “Ich glaube, die Sender haben das Potential noch nicht erkannt.” - Nils Minkmar Protestkultur · Endlich ist alles schwindlig
“Gute Menschen haben keine Leader” – “Der gemeinsame Protest verbindet durchschnittliche Leute, die wenig Glamour verbreiten.” - Kathrin Passig Warum wurde mir ausgerechnet das empfohlen? · Zur Kritik an Algorithmen
Macht das, was sie traumwandlerisch gut kann: Sachverhalte auseinanderklamüsern. - Heike Rost Eve Arnold, 1912 – 2012
Ein sehr persönlicher Nachruf auf die berühmte Fotografin. - Clay Shirky Newspapers, Paywalls, and Core Users
“This may be the year where newspapers finally drop the idea of treating all news as a product, and all readers as customers.” - Undine Zimmer Langzeitarbeitslosigkeit · Meine Hartz-IV-Familie
Sehr anrührende Innenansicht, ganz trocken geschrieben.
Blog-Glanzlicht
Da schlage ich direkt mal Jacob Jung vor, damit ihr ein Kontrastprogramm zu den ganzen Konsens-Fiffies bekommt. Ist ja nicht zum Aushalten, alle schreiben seit Wochen dasselbe. Jacob nicht. Ein guter Einstieg ist diese Charakterbeschreibung unseres beliebten Innenministers. Der übrigens anscheinend höchstselbst kurz auf Google+ erschien, aber blitzartig wieder verschwand. Ansonsten ist das eine reine Verlautbarungsseite, aber er liebt das Netz jetzt ja auch nicht so direkt. Bei Jacob kriegt ihr was Reelles.
Erich Moechel hat beschrieben, wie es ist, wenn wir demnächst luftüberwacht werden (es gibt ja Wörter in der deutschen Sprache …): Bald Drohnen über deutschen Dächern
Wer den #28c3 nicht besuchen konnte: Hier sind die Videos. Unter allen Umständen ansehen: Martin Haases alljährliche linguistische Vorlesung. Vorsicht, Lachkrampfgefahr. Weniger lustig: Sachsen dreht frei, der Vortrag von Anne Roth.
Der wunderbare Bassbariton Thomas Quasthoff hört auf. Seine Gesundheit lässt die Fortsetzung der Karriere nicht mehr zu, und er mag nicht mehr reisen. Ein Jammer.
Den Simplicissimus gibt es tatsächlich online.
Auch, wenn man davon nix versteht: Die schönsten esoterischen Programmiersprachen. Shakespeare …
Falls euch zu wohl wird: Frischt doch euer Klingonisch mal wieder auf. Kann man immer mal brauchen. Qapla’
What Happens in Bookstores at Night (YouTube, 1:51 Min.). An dem entzückenden Filmchen haben 20 Leute mehrere Nächte gearbeitet./>











Roger Burk
12. Januar 2012 at 12:29
Großes Freu. Danke dafür!
VonFernSeher
12. Januar 2012 at 18:27
Was eine Wortklauberei dieser Herr Haase betreibt. Das ist nicht lustig, sondern lächerlich. Schon an den ersten Beispielen wird doch klar, dass er überhaupt nicht verstanden hat, um was es bei diesen Wortkonstruktionen eigentlich geht. Man kan doch nicht Politik- und Juristendeutsch einfach neben Hochdeutsch stellen und dann behaupten, es habe keinen Sinn. Es hat das alles einen Sinn und Zweck und die sollte man erklären. Man sollte erklären, warum das Wort ‘aktiv’ in einem Koalitionsvertrag einen Unterschied macht. Aber das wäre wohl etwas zu inhaltsreich für dieses Publikum, das ja zuverlässig auf Zuruf von Politikernamen johlt. Es ist von mir jedenfalls nach zwanzig Minuten den Studierenden seiner Vorlesungen gleichgetan worden.
opalkatze
12. Januar 2012 at 22:30
Ich war gespannt, was dir aufstoßen würde. :]
pantoufle
12. Januar 2012 at 18:44
Moin Katze
Schön, daß Du wieder die Glanzlichter machst… gehts Dir besser? Durch den Maha habe ich mich schon vor ein paar Tagen durchgelacht. Das noch jemand so viel Arbeit und Intelligenz in dieses sinnentleerte, verkrampfte Beamtendeutsch investiert, ist aller Ehren Wert. Wer dahinter noch einen Sinn vermutet, ist entweder Politiker oder Germanist.
Die Undine Zimmer ist wirklich bemerkenswert – wie heißt das Wort? Tough?
Liebe Grüße
Pantoufle
VonFernSeher
12. Januar 2012 at 20:00
Worte haben immer den Sinn, den Leute ihnen geben. Das gilt ebenso für Politiker und – auch wenn es schwer zu ertragen ist – für Germanisten. Haase hat nicht erklärt, welchen Sinn die Leute den Worten geben wollten, sondern sich nur lustig gemacht.
Undine Zimmer ist da das genaue Gegenteil. Sie lässt die Protagonisten der Geschichte den Sinn geben; das muss man bei den eigenen Eltern erst einmal schaffen. Diesen Artikel hätte ich wohl ohne die Glanzlichter nicht gefunden. (Und er macht die zwanzig Minuten mehr als wett.) Danke dafür.
opalkatze
12. Januar 2012 at 22:35
@pantoufle
Gezz habbich Bindehautentzündung, Ja, Undine Zimmer – ich würde das bemerkenswert und engagiert nennen. Bitte mehr davon. Anscheinend schreibt sie für den Tagesspiegel.
@vonfernseher
Schön, dass wir etwas für dich finden konnten. Werde mir auch künftig tüchtig Mühe geben. Ernsthaft: Über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten, und es ist wirklich in Ordnung, wenn für Jeden was dabei ist – so soll es ja sein.
Angela
12. Januar 2012 at 19:17
Merci!
pantoufle
12. Januar 2012 at 22:39
VonFernSeher
12. Januar 2012 at 20:00
“Worte haben immer den Sinn, den Leute ihnen geben” Eine Aussage, die Carnap oder Wittgenstein in dieser eher … ähh… schlichten Form sicher nicht teilen würden. Ich würde mich dieser Nichtteilung fraglos anschließen – auch als Nichtgermanist.
VonFernSeher
13. Januar 2012 at 01:39
@pantoufle
Ich schrieb ja nicht, dass Worte immer nur den Sinn haben, den der Sender ihnen gibt. Es hilft aber bei der Beurteilung der Nachricht nicht, wenn man das völlig ausblendet, so wie es Haase gemacht hat, um sich den Witz zu erkaufen. Ich bin auch kein Germanist (über den Nichtgermanisten müsste ich noch einmal nachdenken), aber mein bescheidenes Wissen in den Kommunikationswissenschaften sagt mir, dass dann vielleicht der Sinn meiner Worte auch nicht so ankam. Die Einschätzung nach Wittgenstein bereitet mir indes weniger Kopfschmerzen.
@opalkatze
Es ist tatsächlich schön, dass Ihr (oh Katze der Katzen, ???) was für mich dabei hattet (nicht nur eins), aber das ist ja nicht die Aufgabe. Es sind ja deine Glanzlichter und darum schaue ich sie mir an.
opalkatze
13. Januar 2012 at 09:24
@vff
Vielleicht noch ein Trostpflaster für dich? http://texttheater.net/tempus-und-aspektmysterien-der-philosophischen-geheimsprache *griemel*
VonFernSeher
13. Januar 2012 at 17:37
Siehst du, und so gibt es auch Texte, die haben ausschließlich den Sinn, denn ihnen Leute geben. :)
pantoufle
13. Januar 2012 at 09:49
@katze
Die Seite ist ja lustig! Ich grinse mich jetzt schon eine Stunde durch den Nachhilfekurs im Stacheldrahtverhau der deutschen Sprache. Danke für den Tip, auch wenn ich eher der VonNahSeher bin… kurzsichtiges Luder, das ich bin. Da finde ich bestimmt auch den Unterschied zwischen den und “den”.
Einen schönen Tag und Salbe fürs Auge. Keine Zugluft! Keinen billigen Schnaps! Der friesische Gesundheitsminister empfiehlt Grog nach Originalrezept: Rum muß, Wasser kann, Zucker brauch nich – davon aber reichlich! Decke an die Nasenspitze und aussitzen.
Liebe Besserungsgrüße
Pantoufle
opalkatze
13. Januar 2012 at 10:20
Danke, bei uns zu Hause lief das unter “Bremer Rezept”. Wird nix – kein Rum und muss noch (endlich) ‘ne Rezension schreiben.
Publikviewer
5. Juni 2012 at 17:14
Schon gelesen..?
http://rt.com/news/us-total-war-policy-salbuchi-943