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Aktion: Die Radioretter

15 Mär

+++ Update 5.4.: Zwischenbilanz der Radioretter +++

Beim WDR geht es gerade hoch her: Das Programm soll quotentauglicher gemacht werden, Sendungen, die nicht dem Mainstream-Geschmack entsprechen, eingestampft. Dabei haben die Öffentlich-Rechtlichen die Verpflichtung, umfassend zu informieren – unabhängig von einer Quote. Für weiteres Unbehagen sorgt die Unterstützung von ACTA, die u.a. von der WDR-Intendantin Monika Piel getragen wird.

Die Aktion Die Radioretter hat einen offenen Brief an Frau Piel geschrieben. Falls ihr die Aktion unterstützen wollt, unterzeichnet bitte den Brief oder folgt den Links am Ende des Newsletters.

DIE RADIORETTER – Initiative für Kultur im Rundfunk

DEM RADIO IHRE STIMME GEBEN

Sehr geehrte Unterzeichnerinnen,
sehr geehrte Unterzeichner unseres “Offenen Briefs”,

wir danken Ihnen sehr für Ihre Unterstützung, die unserer Initiative große öffentliche Resonanz eingebracht hat. Mittlerweile haben wir beinahe 15.000 Unterschriften unter den “Offenen Brief” an die WDR-Intendantin versammelt.

Offensichtlich hat unsere Initiative einen wachsenden, aber bislang stumm gebliebenen Unmut zum Ausdruck gebracht: die Entwicklungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den letzten Jahren rufen Kritik, Besorgnis, oft auch Resignation hervor. Diese Initiative ist die Chance, daraus eine große öffentliche Kraft zu machen, die mit ihrem Protest und ihren Forderungen der Tendenz zur Verarmung und Reduzierung entgegen tritt – für ein künftiges Kulturradio auf der Höhe der Zeit: den Menschen und der Welt zugewandt, kritisch, intellektuell anregend und streitbar, lebendig, auf Verständigung bedacht, mit Zeit und Raum für Reflexionen und Einordnungen. Ein Radio, das in Wort und Musik Kultur vermittelt und Kultur produziert; ein Radio, das die kulturelle und politische Entwicklung begleitet und über Gegenwart und Zukunft orientiert.

Es geht derzeit um die geplanten weiteren Verwüstungen auf WDR 3, aber Sie alle wissen, es geht letztlich um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt.

So hat es große Bedeutung, wenn wir mit diesen Anliegen weiterhin Kreise ziehen. Sicher fallen Ihnen noch Freunde und Bekannte ein, die sie auf den “Offenen Brief” aufmerksam machen und ebenfalls zu einer Unterschrift anregen könnten.

Denn dem öffentlichen Protest zum Trotz haben Intendanz und Hörfunkdirektion bereits erklärt, keineswegs an eine ernsthafte Korrektur der Reformpläne zu denken. Wir haben Grund zur Annahme, dass mit einigen kleinen Veränderungen der Eindruck eines “Kompromisses” erweckt soll, um wie bisher die eigentliche, die grundsätzliche
Diskussion über die Zukunft des Kulturradios und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu vermeiden. Am 20. März, am kommenden Dienstag also, sollen die alten Pläne im Programmausschuss des Rundfunkrats erneut durchgesetzt werden – im Kern unverändert.

In den letzten drei Wochen haben wir sehr viel Post von Ihnen bekommen – mit Argumenten, Anregungen und kritischen Bemerkungen. Wir halten es für noch wirkungsvoller, wenn Sie Ihre E-Mails – bitte mit Kopie an
die Radioretter – an die WDR-Intendanz oder an den Rundfunkrat senden würden. Denn so könnten die WDR-Geschäftsleitung und das in wenigen Tagen entscheidende Aufsichtsgremium auch unmittelbar von Ihnen
erfahren, was Sie sich von einem Kulturradio wünschen und an den Veränderungsplänen auszusetzen haben. Wichtig wäre auch Ihre Haltung zum geplanten Versuch, die alten Reformpläne in einem neuen Anlauf durch Programmausschuss und Rundfunkrat zu schleusen.

Wir denken daran, eine repräsentative Auswahl von Mails auf unserer Internet-Seite zu veröffentlichen, um unseren Besuchern ein vielstimmiges “Bild” von den vielen Unterzeichnern des Offenen Briefes, von ihren Hör-Erfahrungen und Motiven zu geben.

Die Mailadressen der Intendantin, des Rundfunkrates und des Hörfunkdirektors lauten:
monika.piel@wdr.de
rundfunkrat@wdr.de
wolfgang.schmitz@wdr.de

Unsere Mailadresse lautet:
kontakt@die-radioretter.de

Für den kommenden Montag hat die Initiative Kultur für den Rundfunk
übrigens die Mitglieder des WDR-Programmausschusses zu einem Gespräch
geladen, in Kürze wird es außerdem eine öffentliche Veranstaltung
geben.

Mit freundlichen Grüßen,
Die Radioretter – Initiative für Kultur im Radio
http://www.die-radioretter.de

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3 Kommentare

Verfasst von - 15. März 2012 in Medien, Politik

 

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3 Antworten zu “Aktion: Die Radioretter

  1. Ratking-Agentur

    15. März 2012 at 14:24

    Ich hatte auch neulich gelesen, dass Kurt Beck ja dafür sei, dass man einen Großteil der öffentlich-rechtlichen Zweitsender einzustellen, also Programme wie EinsExtra oder ZDF kultur (ZDF neo hatte er ausdrücklich ausgenommen). Fragt man sich doch: was wollen die dann mit den ganzen GEZ-Haushaltsabgaben machen?

    Dabei liegt das Problem ja vor allem in der Programmation, die eine größere kulturelle Vielfalt anscheinend gar nicht zulässt. Wie ARD den angeblichen Anteil von 45% Kultur erfüllen will ist mir kaum klar – die meisten interessanten Kultursendungen und -filme liegen außerhalb der Zeiten, die man als Normalzuschauer zum Einschalten des Senders benutzt. Neulich kam zum Beispiel ein interessanter Film von Margarethe von Trotta – unter der Woche, nachts um 2 Uhr. Was soll das bedeuten? Dann kann man die Kosten für diese Investion gleich sparen, wenn es eh keiner schauen soll.

    Und dann diese ganze Verschwendung für Fußballrechte und Telenovelas! Die Fußballrechte fressen fast ein Drittel der Gebühren auf – und wenn man am Wochenende mal das Nachtmagazin oder die Tagesthemen schaut, dann bestehen die zu drei Minuten aus Kurznachrichten, 15 Minuten Sport (mit darüber hinaus wichtigen Informationen in der Art von: “…und hier sehen wir, wie sich der Torwart von Bayer Leverkusen seine Schuhe bindet – nur fünf Minuten vorher war sein Schnürsenkel gerissen und er musste sich bei Schlecker einen neuen holen”) und fünf Minuten referiert dann Ingo Zamperoni noch über das Kleid von Kate Middleton oder die neue Frisur von Justin Bieber.

    Und diese ganzen Soaps? Man denkt, die können ja nicht viel kosten – schließlich ist das alles so billig gemacht. Die nehmen sich ja weder die Mühe richtige Schauspieler zu nehmen, noch professionelle Drehbuchschreiber um sich wenigstens “einigermaßen” sinnhafte Geschichten ausdenken zu lassen. Und es sind unendlich viele – den ganzen Tag, immer zwischen den Kochsendungen.
    Zum Ausgleich darf man dann die Geschichtsstunde von Guido Knopp genießen – extrem tiefgreifend (“Neandertaler – die Geschichte der ersten Deutschen”) und allem Anschein nach schon wieder so anspruchsvoll, dass es ebenfalls regulär nur am späten Abend gezeigt werden kann. Dabei kommen dort mehr Schauspieler zum Einsatz als bei “Sturm der Liebe” und “Lindenstrasse” zusammen!

    Auch EinsExtra ist z.B. relativ sinnfrei. Da kommen bis 18 Uhr alle 15 Minuten immer wieder die Nachrichten – was soll das bedeuten? Ist das für die Menschenmasse, die noch kein Internet zur Verfügung hat? Ich fände es wesentlich interessanter, wenn man stattdessen sich mal für die Nachrichten ein oder zwei Stunden richtig Zeit nehmen würde und mal fundiert und umfassend informiert wird, statt immer nur die selben zehn Sätze zu einem Thema zu hören.

    Aber wahrscheinlich überfordert auch das schon den Zuschauer, der es ja gewohnt ist, dass bei Sandra Maischbergers Demenz-Kaffeekränzchen nochmal die selben alten Themen wie alter Kaugummi durchgekaut werden, die man schon tausendfach kennt und die keinerlei neue Erkenntnis bringen dürfen: das könnte die geistig-einfachen Menschen verwirren und hätte unabsehbare Folgen! Deswegen lautet “Wiederholung” auch das Zauberwort. Gibt es mal eine halbwegs interessante Sendung (was selten genug ist), dann wird sie auf allen öffentlich-rechtlichen Sender über Wochen hinweg immer wieder gezeigt. Das einzige, was man noch öfter gesehen hat, das waren die Übertragungen von den Karnevalsumzügen mit anschließenden Büttenreden. Da kriegt sogar Florian Silbereisen Magenkrämpfe, wenn er das sieht.

    Ach, ich hör hier lieber auf, sonst wird der Kommentar zu lang und mir kommen beim Schreiben nur die Tränen. Im Endeffekt handelt es sich ja sowieso eigentlich nur um Binsenweisheiten, die eh schon jeder kennt, so traurig es auch ist…..

     
  2. opalkatze

    15. März 2012 at 14:58

    Recht haste. Allerdings geht es hier um Radio – aber vielleicht schickst du deinen Rant trotzdem an die Mailadresse des Rundfunkrats?

    Außerdem nehme ich die Gelegenheit wahr, mich zu beschweren: Du schreibst zu viel. Ich muss das immer lesen.

     
 
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