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Saar-Wahl: Ein Sieg und eine dunkelrote Karte

25 Mär

Erst mal: Glückwunsch an die Saar-Piraten! Interessant für Nichtwähler und Junge, die Altersstruktur genau umgekehrt wie bei der CDU – das ist mit Sicherheit zukunftsfähig.

So lange in der ARD noch gefragt wird, ob der Erfolg der Piraten auch an “dieser Netzpolitik” liege, sollte die Wahl durch 25% der Erstwähler wirklich nicht verwundern. Kurz danach behauptet Ingo Zamperoni, “im Netz” sei noch nicht so viel los, und das Ergebnis müsse wohl noch sacken. Hallo, Herr Zamperoni – die Tweets der Piraten sind nicht orange. Die sind genauso weiß wie alle anderen. Markwort sagt, er habe kaum Wahlplakate gesehen, die “kratzen ihre Anhänger im Internet zusammen”. Schurrnalisst, der Mann.
Kleiner Vorschlag für die nächsten Großereignisse, an denen Piraten beteiligt sind: Schickt doch mal Interviewer und Kommentatoren los, die die richtigen Fragen stellen können. Es gibt sie. Ihr findet sie in diesem, äh, Internetz.

Dass die FDP, sagen wir, verloren hat, war vorhersehbar. Wer mit solchen Kleiderständern so unsoziale Politik macht, darf sich nicht wundern; der Bund fällt den Ländern ja gelegentlich schon mal auf die Füße. Liebe Sendeanstalten, bitte entfernt endlich den Balken für diese Nieten und führt sie künftig unter Sonstige/Andere. Den Grünen wird auch Baden-Württemberg geschadet haben, wo die Umsetzung grüner Ziele versprochen und nicht gehalten wurde. Dass die Linke mit Pappa Lafontaine ordentlich dasteht, war ebenfalls absehbar. Die SPD hat in einem ihrer alten Stammländer leicht zugelegt, die Auswertung wird zeigen, woher die Stimmen kamen. Der CDU-Vorsprung ist eher Annegret Kramp-Karrenbauers pragmatischer, unaufgeregter Art zuzurechnen als der guten Politik.

Mann, bin ich gespannt auf Schleswig-Holstein (6. Mai) und, vor allem, auf NRW (13. Mai).

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14 Kommentare

Verfasst von - 25. März 2012 in Politik

 

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14 Antworten zu “Saar-Wahl: Ein Sieg und eine dunkelrote Karte

  1. Spandau29

    25. März 2012 at 19:38

    Bei ( laut Spiegel ) 61 Prozent Wahlbeteiligung kann man sich ausrechnen, wer von SPD und CDU profitiert.

    Ich habe das aufgegeben, warum nicht anders gewählt wird und immer noch, seit so vielen Jahren, stetig diese neoliberalen Neandertaler und ihr Wachstumsgequatsche an die Macht kommen.

    Wie Du schon oben im Banner schreibst, werden diejenigen erst aufwachen, wenn Diktatur herrscht. Die derzeitigen debilen Internetausdrucker, weit vom Bürger entfernt schwimmend im Paralleluniversum, haben für ihre Verhältnisse ausgesorgt. BTW: Ich empfehle gerne die Querschuesse für Wirtschaftsdaten, um sich mal die Automobilverkaufszahlen bzw. Umsätze anzusehen. Von wegen alles Banane.

    So schnell, weder mit den Piraten oder anderen Parteien, wird sich hier im Lande nichts ändern, solange nicht selbständig und gewissenhaft Infos besorgt werden und selber recherchiert wird. Ist mühselig, aber es hilft zu verstehen. Leider sind so viele Leute mental zu faul, dafür denken die Journalisten der Mainstreams für diese Klientel.

     
  2. Konrad

    25. März 2012 at 19:40

    s/erwartbar/zu erwarten

     
  3. Alex

    25. März 2012 at 19:40

    Der Analyse stimme ich zu. Bloß das mit der dunkelroten Karte verstehe ich nicht? Für die Schurnalissten? Oder wegen der Linken?

     
  4. opalkatze

    25. März 2012 at 19:44

    Upps.

     
  5. Stephan

    25. März 2012 at 21:46

    Wenn die FDP so weiter macht, dann tauchen sie bald unter dem Begriff “Andere” unter! Es ist immer wieder interessant wie sich Politiker mit einer Partei ins Abseits bewegen! Aber was ich viel schlimmer finde, ist der ständige Rückgang der Wahlbeteiligung – irgendwann wählen dann die Politiker unter sich ;-(

     
  6. VonFernSeher

    26. März 2012 at 19:57

    Die SPD (+25% rel) hat leicht zugelegt, die Linke (-25% rel) steht ordentlich da? Da spricht aber dann deine Sichtweise und nicht das Ergebnis.

     
  7. schwarz

    27. März 2012 at 10:16

    Hallo

    richtig ist: die linke PdL verlor am 25. März 2012 knapp 41 % ihrer Wähler aus 2009, siehe

    http://www.statistikextern.saarland.de/wahlen/wahlen/2012/internet_saar/LT_SL_12/landesergebnisse/

    Alles andere ist rechnerisch falsch: Oder sollte Pisarechnen bald olympische Disziplin werden?

     
  8. opalkatze

    28. März 2012 at 07:48

    16 Prozent ist noch ganz ordentlich, und die hätten sie ohne Old Lafontaine nicht bekommen. Ich habe das in keinen anderen Bezug gesetzt.

     
  9. VonFernSeher

    28. März 2012 at 18:58

    Die Prozentzahl, die unten herauskommt, ist eine Sache. Aber eine Partei, die innerhalb einer Wahlperiode 25% ihrer Wähler verliert, steht nicht ordentlich da, sondern wie ein begossener Pudel. Wenn man dann noch dazuschreibt, eine Partei, bei der es genau andersherum aussieht, hätte leicht zugelegt, dann hat das doch nicht mehr viel mit dem zu tun, was die Wähler an der Urne getan haben, oder?

    Und gerade bei dir muss ich das kritisieren, ist doch das Abschreiben der SPD eine viel eindeutigere Medienmarotte als das Nichternstnehmen der Piraten.

     
  10. opalkatze

    28. März 2012 at 19:13

    Öööhm – http://www.wahlrecht.de/news/2012/landtagswahl-saarland-2012.htm? Dann kann ich nicht lesen.

     
  11. schwarz

    28. März 2012 at 21:32

    # Öööhm

    Sie können nicht rechnen: bei der Landtagswahl am 23. März 2012 im Saarland waren z.B. die Realverluste der F.D.P. -88 %, die der PdL -41 %, die Realgewinne der Piraten +35.646 Stimmen und die der SPD +12 % http://www.statistikextern.saarland.de/wahlen/wahlen/2012/internet_saar/LT_SL_12/landesergebnisse/

     
  12. VonFernSeher

    28. März 2012 at 22:11

    Die SPD bleibt die einzige der etablierten Parteien, die Stimmen dazugewonnen hat. Alle Regierungsparteien verlieren deutlich und die Linke hat auch in der Opposition wüst verloren. Das steht bei deinem Link nicht anders.

     
  13. opalkatze

    28. März 2012 at 22:50

    Ja.

     
 
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