Zu den Ergänzungen »
Das dringend reformierungsbedürftige Urheberrecht hat es endlich in eine größere Öffentlichkeit geschafft, und im Netz geht es hoch her. Zwischen Blogs, Presse, Verwertungsindustrie und Politik wird hin- und hergeschossen, dass es nur so kracht. Dabei gerät zeitweise außer Acht, dass alle aufeinander angewiesen sind.
Leider sind auch die Begrifflichkeiten durcheinander geraten. Was für einen Journalisten oder Schriftsteller gilt, trifft nicht zwingend auch für einen Hersteller von Büchern, Musik, Grafik, Fotografie oder Software zu. Aber all diese Menschen sind Urheber. Sie alle treiben spezifischen Aufwand, um ihre Werke zu produzieren. Sie benötigen dazu Talent, ihr Denk- und Abstraktionsvermögen sowie ganz unterschiedliche und teilweise kostspielige Ausrüstungen. Und sie müssen damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Urheberrecht & Copyright
Die Begriffe (deutsches) Urheberrecht und (US-amerikanisches) Copyright werden oft als gleichbedeutend gebraucht, aber es gibt sachliche Unterschiede. Bei uns ist und bleibt der Schöpfer grundsätzlich der Urheber, ganz gleich, welche Berechtigungen er einem Verwerter abtritt. Im amerikanischen Recht kann ein Werk sofort dem wirtschaftlichen Verwerter zugeordnet werden, während der Schöpfer/Urheber lediglich ein Einspruchsrecht bei missbräuchlicher Verwendung behält. Dennoch muss sich auch ein deutscher Filmregisseur mit dem amerikanischen Recht herumschlagen und wird zusätzlich durch deutsche Vorschriften eingeschränkt.
Obstsalat in einer großen Schüssel
Das Vertrackte an der Debatte: Alle wissen ein bisschen, doch kaum jemand blickt noch durch. Die Einen reden über Spargel, während es um Äpfel geht, Dritte über Broccoli, und alle über Fruchtsalat. Will sagen: Jeder sieht nur seinen Ausschnitt des Urheberrechts. Es werden Dinge in einen Topf geworfen, die wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Naturgemäß nimmt die Sachlichkeit der Diskussion auf diese Weise nicht zu.
Das betrifft vor allem Urheber- und Verwerterrechte. Verwerter sind wichtig. Aber sie sind definitiv keine Urheber. Sie sollten sich auch nicht als solche aufspielen. Ebenso wenig sollten sie weiter damit durchkommen, Urhebern Bedingungen zu diktieren, die diesen kein ausreichendes, sicheres Einkommen gewährleisten.
Die Verleger, zum Beispiel, mögen ruhig Bürgerreporter, -fotografen und Studenten kostenlos für sich arbeiten lassen. Die Leser werden irgendwann gegen die nachlassende journalistische Qualität meutern, sofern sie es noch nicht getan haben. Den Auflagenschwund auf das Internet zu schieben, ist jedenfalls kurzsichtig: Wer bereit ist, in seinen Online-Auftritt zu investieren, hat das Problem nicht und wird auch noch preisgekrönt. Verlage sollten überlegen, womit sie in Zukunft ihr Geld verdienen und welche Leistung für eine Zeitung oder ein Magazin grundlegend und unverzichtbar ist.
Der casus knaxus
Andere Werkhersteller haben andere Probleme. Buchautoren machen sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Verlagen, dennoch wird niemand Andreas Eschbachs (satirische) Lösung wollen. Schulbücher und Lehrmaterialien sollten im Rahmen einer allgemeinen Bildungsgerechtigkeit eigentlich unter Open Access-Regelungen zugänglich sein, zumal sie häufig vom Lehrpersonal erstellt werden oder auf staatlich subventionierten Forschungen basieren. Statt dessen sollen nun Schulleiter zu Hilfsschergen der Verlage gemacht werden, und die Industrie sponsert Unterrichtsmaterial.
Fotografen und Grafiker/Illustratoren haben es vermutlich am schwersten. Veröffentlichen sie ihre Werke, können sie gegen die Verbreitung faktisch nichts mehr tun. Den meisten Benutzern ist der Unterschied zwischen einem Knipsbildchen und einer anspruchsvollen Fotografie ebenso wenig bewusst wie der Umstand, dass es sich bei einem Cartoon oder einer Zeichnung um urheberrechtlich geschützte Werke handelt. Das Hauptargument lautet, “aber die haben es ja ins Netz gestellt, also darf ich es auch nehmen”. Das ist so falsch, wie es kostspielig werden kann.
Musiker können ihre Werke im Netz vorstellen und so eine große Fangemeinde generieren, laufen aber auch Gefahr, dass ihre Musik ungewollt kopiert wird. Der widersinnige Streit zwischen GEMA und YouTube ist mittlerweile genauso legendär wie der Rant des Musikers Sven Regener, der offenbar einfach nur Künstler sein will.
Filme werden hauptsächlich kopiert, weil sie in Deutschland erst viel später und bis dahin nicht legal erhältlich sind – obwohl die Notwendigkeit, zu warten, im Internet nicht mehr wirklich besteht, sondern künstlich erzeugt wird. Die Möglichkeit, sie beispielsweise zu streamen, besteht. Sie wird nicht genutzt.
Besondere deutsche Spielarten sind das Depublizieren zum Teil gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Inhalte sowie der Streit um die Tagesschau-App.
Die wenigsten Schwierigkeiten haben wohl Softwareentwickler: Sie werden für eine Auftragsarbeit bezahlt (auch, wenn sie ihre Rechte vollkommen aus der Hand geben), entwickeln sie allerdings Open Source-Software, müssen sie stets mit Patentklagen rechnen.
Der Nutzer ist der zweite Dumme
Nutzern kann nicht zugemutet werden, diese Bestimmungen alle auswendig zu lernen und richtig anzuwenden. Konsequent wäre nur das Verbot kommerzieller Dienste wie tumblr, facebook oder Pinterest, auf YouTube gäbe es nur noch einige selbstgemachte Katzenfilme. Zu Ende gedacht, entstünde eine Internet-Wüstenei, in der es keine Bilder, Videos und Töne mehr gäbe. Leider gibt es deutsche Politiker, denen das nicht unrecht wäre und die sich so in Konflikte hineinziehen lassen, denen sie nicht gewachsen sind.
Bei all den unter dem Begriff Urheberrecht vermengten Streitigkeiten geht es aber weder um die juristische Unbedarftheit noch um die Zahlungsunwilligkeit der Konsumenten. Tatsächlich geht es um Geschäftsmodelle, die mit Krallen und Klauen verteidigt werden. Die milliardenschwere Filmindustrie Hollywoods ist dafür sogar bereit, weltweite Grundrechtseinschränkungen durchzusetzen; einige Nummern kleiner, aber ebenso falsch, ist der deutsche Versuch der Besitzstandswahrung durch die Einführung eines Leistungsschutzrechts.
Die Digitalisierung ist aus der Flasche, es wird nicht gelingen, sie wieder zu verkorken. Alle Betroffenen – Urheber, Verwerter und Politik – müssen miteinander verhandeln: Nicht nur, um jeweils eine fachbezogene, gerechte Entlohnung der Urheber zu gewährleisten und Auswüchse der Verwertung künftig zu vermeiden, sondern auch, um die Kriminalisierung ganz normaler Verbraucher und das florierende geschäftsmäßige Abmahnwesen aus der Welt zu schaffen.
Alles Scheren über einen Kamm hat Handeln nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zur Folge. Weder ist das gerecht, noch erzeugt es Zufriedenheit. Ökonomisch vorausschauend ist es auch nicht. Wenn das Netz bunt bleiben und Gewinn bringen soll, wird es allerhöchste Zeit für tragfähige Vereinbarungen.
Nachsatz, ein paar Stunden später
Nein, ich habe keine Lösung. Ich kenne auch niemanden, der eine hat. Ein wirklich alter Hase (Journalist) bemerkte neulich, er habe sich seit über 20 Jahren keine Verträge mehr durchgelesen, vielleicht solle er das sicherheitshalber doch mal wieder tun, man höre ja jetzt so viel. Er hat es getan. Zum Glück hat er eine stabile Gesundheit. Wenn Urheber sich ihrer eigenen Rechte kaum bewusst sind, viele sie noch nicht einmal genau kennen – woher sollen da Lösungen kommen? Die wachsen auch nicht auf Bäumen. Die muss man erarbeiten.
- Thomas Pfeiffer: Internet-Leer-Abgabe
- Daniel Schwerd (@netnrd): “Geistiges Eigentum” und die Menschenrechte
- Christoph Kappes: Kopiermaschine Internet (wobei mir auch da der Aspekt der nachträglichen entsstellenden Veränderung fehlt, aber dann geht’s ja weiter: Was ist Entstellung? In welchem kulturellen Rahmen? …)
- Zusammenfassung von Kai Biermann: Die Fronten im Streit ums digitale Kopieren
- Kai Schächtele: Ab vor die Hütte!
- Patrick Breitenbach: Warum das Internet bedrohlich ist? Weil es von Mikrofundamentalisten bedient wird!
- Falko Löffler für iRights.info: Drei Perspektiven auf zentrale Begriffe der Debatte ums Urheberrecht











Publicviewer
18. April 2012 at 00:26
Wie ich schon in einem anderen Themenbaum erwähnte, bin ich der Meinung, das der ganze Disput um ACTA und dem Urheberrecht ein rein stellvertretender Krieg zwischen Denen ist, die sich für eine neue, sagen wir “Non-Profit Weltordnung” einsetzen und denen die weiterhin den Neoliberalismus befürworten.
opalkatze
18. April 2012 at 00:51
Nee, ganz so einfach isses nich.
Publicviewer
18. April 2012 at 00:59
Ich meinte das auch nicht ausschließlich, manches liegt da sicher im Unbewussten, aber ich finde an der These ist was dran…
opalkatze
18. April 2012 at 07:43
Lass mal Freud da raus, der kann da nix für. Die Haltung “alle Rechte den Nutzern” ist genauso verkehrt wie “alle Rechte den Verwertern”. Ich als Urheber möchte mich keineswegs als neoliberal bezeichnen lassen. Du siehst, wie schnell da alles durcheinander geworfen wird …
Jens Un. (@mrfacepalmDE)
18. April 2012 at 06:49
In diesem Beitrag ist fast alles gesagt. Man darf nicht vergessen, durch die momentane Lage behindert es sogar die Kreativität von Künstlern, da man nie wissen kann, in welche juristische Fallgrube man gerät, wenn man einen fremden Gedanken auch nur ansatzweise weiterführt. Zusätzlich haben hochwertige Künstler, welche aber kein Super Management haben, momentan keine Chance, bekannt zu werden.
Wirklich pervers finde ich inzwischen, dass nun schon im Kindergarten die Verwertungskeule losgeht und auch im schulischen Bereich nun alles versucht wird, zu versilbern, ohne Rücksicht auf (Lern-)Verluste.
opalkatze
18. April 2012 at 07:40
Wieso? Das zeigt doch sehr klar, wo die Wertigkeiten liegen.
frauziefle
18. April 2012 at 08:23
Vor allem dein letzte Absatz ist für mich entscheidend: Welcher Urheber kennt seine Rechte / Verträge wirklich und kann die Bedeutung abschätzen? Wer verhandelt oder ist in der Lage zu verhandeln? Wie viele unterschreiben im Glück publizieren zu “dürfen”? Ich habe gestern angefangen, alle möglichen Urheber zu fragen, woher sie ihre Kenntnisse haben, aber nichtmal i den etwas flapsig von mir zusammenfassend “Urheberschulen” genannten Institutionen wird das unterrichtet, jedenfalls nicht in denen, die mir bisher begegnet sind.
Oder weißt du das was anderes?
opalkatze
18. April 2012 at 08:59
Nein. Genau so ist es. In der Journalistenschule hatte ich (weiß nicht, wie das woanders ist) die wildesten Fallbeispiele über alles Mögliche außerhalb des UrhR. Zudem habe ich gelernt, daß ich Bilder nicht einfach nehmen darf. Punkt.
Darauf kann sich aber auch niemand mehr ernsthaft einlassen: Das sind mittlerweile millionenschwere Fachgebiete für hochdotierte juristische Spezialisten – aber der Nutzer soll es wissen?
Sehr engagierte Menschen kennen sich in ihren Fachgebieten aus, die schreiben aber auch fast alle darüber, sind in einem Verband an entsprechender Stelle oder halten Vorträge. Der Rest der Urheber überlässt das tatsächlich – so weit ich das beurteilen kann – dem Agenten, Verwerter oder im Ernstfall dem Berufsverband, “der es schon richten wird”. Es ist ein ziemliches Trauerspiel, was ich bis jetzt gesehen habe.
agewert
18. April 2012 at 09:08
Kleine Korrektur: Patentverletzungen haben nichts mit Open-Source zu tun; entscheidend ist die gewerbliche Nutzung der Software. Die Quellen “nicht offen” zu machen, schützt keinesfalls vor Patentverletzungen – natürlich auch dann nicht, wenn der betreffende Entwickler seine Idee tatsächlich unabhängig und selbständig entwickelt hat.
Nebenbei bezweifle ich, dass Software-Entwickler es so pauschal einfacher haben als beispielsweise Journalisten. Wieso auch?
opalkatze
18. April 2012 at 10:19
Ich hatte es so verstanden, dass ein selbstständiger Open Source-Entwickler das Risiko trägt, während es andernfalls auf den Auftraggeber übergeht. Lieg ich da schief?
André Gewert
18. April 2012 at 12:06
Worauf ich hinaus wollte: Die Software-Lizenz spielt bei Patenten prinzipiell keine Rolle. Als selbständiger (gewerbetreibender) Entwickler trägt man grundsätzlich auch das Risiko, gewerbliche Schutzrechte zu verletzen, unabhängig davon, ob man Open oder Closed Source enwickelt. Die Patentfrage ist zwar nicht gerade unwichtig, führt uns an dieser Stelle der Urheberrechtsdebatte aber wohl auch nicht weiter.
Viel interessanter finde ich tatsächlich die Frage, warum Software-Entwickler es angeblich so einfach bzw. einfacher als (Grafiker, Texter, Journalisten, X, Y, Z, …) haben sollen?
Übrigens wollte ich ja nicht nur herummäkeln – der Artikel ist insgesamt sehr lesenswert und gut. Also auch einmal Danke dafür!
opalkatze
18. April 2012 at 21:48
Dann hatte ich das richtig verstanden, aber ungeschickt formuliert. Ich meinte (bin ja keiner), dass sie – auch mit dem Damoklesschwert der Patentklage – einem relativ eindeutigen und nachprüfbaren Recht unterfallen, während bei den ‘Künstlern’ viel vom Ermessen der Gerichte abhängt. Bei einer Software – stelle ich mir vor – kann man z.B. durch Vergleichen Schlüsse ziehen, während es gerade bei Texten so schön schwammige Begriffe wie Schöpfungshöhe gibt. Das trifft sicher auf Entwickler auch zu, ist aber leichter an dinglichen Gegebenheiten festzumachen.
Björn Jagnow
18. April 2012 at 10:11
Auf der Suche nach einer Lösung habe ich unter http://bjoernjagnow.blogspot.de/2012/04/neue-medien-neues-urheberrecht.html versucht herauszuarbeiten, wie freie Kopien und neue Geschäftsmodelle für Urheber *und* Verwerter zusammen kommen können.
maddimax
18. April 2012 at 10:23
> Die wenigsten Schwierigkeiten haben wohl Softwareentwickler: Sie werden für eine
> Auftragsarbeit bezahlt (auch, wenn sie ihre Rechte vollkommen aus der Hand geben), entwickeln
> sie allerdings Open Source-Software, müssen sie stets mit Patentklagen rechnen.
Und selbst die sind am ende gelackmeiert, weil sie sich so in verträgen/lizenzen eingemauert haben das sie auch andersherum, wenn eine Software firma gerne eine open source komponente einsetzen würde, es rechtlich für sie gefährlich bis unmöglich ist wodurch sie selbst geld verlieren.
Ich kann Sven Regners frustration ja verstehen, aber um ihn zu paraphrasieren: Man kann sich nicht hinsetzen und in der Vergangenheit leben, und erwarten das die menschen einem das einfach durchgehen lassen.
Alle firmen die sich nicht an den markt anpassen gehen langfristig unter, dazu gehören auch Musiker.
Es sei denn sie haben Milliarden um sie in Lobby arbeit zu stecken. Unternehmen die sich angepasst haben machen wie du schon sagtest ihre Millionen. iTunes und google sind da nur zwei beispiele.
Ich sehe bittorrent auch als ausdruck des kapitalismus. Genauso wie sich firmen wo immer es geht bereichern, so suchen auch die Konsumenten immer das beste / günstigste angebot. Und solange das legale bedeutet: In 3-12 monaten kannst du es sehen, unterbrochen von 7 min. werbeblöcken oder für 50-100€ in schlechter qualität, und nicht in der original sprache, wird das illegale sicher gewinnen.
Ich denke unsere gesellschaft muss in allen bereichen viel flexibler werden, globalisierung bedeutet doch auch das man auf ein gemeinschaftliches ziel hinarbeitet, und nicht wie immoment nur das rauspickt was einem selber kurzfristig hilft.
Ich würde auch gerne die antwort des piraten auf den Sven Regner sich bezieht ( der mit den Apps ) hören. Weiß jemand ob es die gibt / wer der pirat ist?
- Mad
opalkatze
18. April 2012 at 10:32
Ich weiß nicht, worauf du dich beziehst, aber könnte es das hier sein?
maddimax
18. April 2012 at 11:34
Das ist auch eine gute antwort, allerdings meinte ich die stelle wo SR sich auf “den piraten aus seinem Landkreis der Apps programmiert und auch nicht möchte das sie gestohlen werden” bezieht. Ist das der von deinem Link ?
opalkatze
18. April 2012 at 21:41
Oh, so weit habe ich mich mit den Einzelheiten des Regener-Ausbruchs nicht beschäftigt. Vielleicht findest du was bei Netzpolitik oder in einer der vielen Antworten?
Richard Albrecht
18. April 2012 at 17:20
@ Guten Tag, Frau Vera Bunse
Meiner Erfahrung nach beschäftigen Sie sich auch in Ihrem aktuellen Beitrag zum Urheberrecht wieder mit Nebensächlichkeiten, veranstalten insofern erneut Tokenism, ich geb Ihnen – zugegeben: einmal und nicht wieder – als „Sozialwissenschaftspublizist“ (Lars Clausen) mal´n Anschauungsbeispiel, bei dem´s auch um Geld geht.
Hier -> http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/bewi.19870100211/abstract wird seit 27.9.2006 ein zuerst 1987 veröffentlichter Fachaufsatz von mir über Serge Tschachotins Rauswurf und faktisches Berufsverbot am KWI Heidelberg Anfang 1933 berichtet, mein „abstract“ – etwa 1.000 Zeichen mit (c) beim Autor – steht dort (kostenlos):
„“…that you must have to stop working here.” How Sergej Chakhotin was forced to leave the Kaiser Wilhelm Institute at Heidelberg in 1933.
In this essay the author presents some basically unpublished material according to the dismissal of the Russian natural scientist Sergej Chakhotin, a former assistant of I. P. Pavlov. Chakhotin, who got a sholarship granted by an American institution, worked since 1930 at the newly established Kaiser Wilhelm Institute at Heidelberg, as a scientist. Moreover, he practically engaged himself in the political struggle of the German Social Democrats against Nazism and, in 1932, created the at that time well-known symbol of the Three Arrows. But he was – being a Soviet citizen – a guest in Germany. His political activity was the very reason for his discharge in April, 1933, and even the engagement of some prominent academic collegues was not able to stop the administration measure. So Chakhotin became a political refugee like some of his German collegues.”
Alles Andere soll, wie bei diesem „Wissenschaftsverlag“ (und bei nicht nur einem weiteren) üblich kosten[1]. Außerdem wird behauptet, die (c)-Rechte lägen beim Verlag: Sie liegen jedoch seit Ende 1988, also ein Jahr nach der Veröffentlichung in diesem Verlag, bei mir, dem Autor.
Als dieser wurde ich weder informiert noch wurde uch um mein Einverständnis zur Veröffentlichung des englischen Kurztextes gebeten, auch wurde mir kein Honorar(anteil) vorgeschlagen oder was auch immer – stattdessen steht dort, was erweislich unwahr, also […] ist: „Copyright © 1987 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim“.
[1]
http://duckhome.de/tb/archives/8561-ANSPRUCHSVOLLE-WISSENSCHAFTLICHE-FACHLITERATUR.html
Freundliche Grüße von Dr. Richard Albrecht
Joachim
18. April 2012 at 19:32
tatsächlich, Du hast nahezu alles Wichtige gesagt. Ich denke:
Was wäre, wenn ein Teil der Urheber das Spiel einfach nicht mehr mitmachen würden? Sie träten aus der VG-Wort, aus der GEMA und so weiter aus. Was mit ihren bisherigen Rechten geschieht – keine Ahnung? Weiss das jemand? Natürlich wäre das ein Problem. Kann man das legal mit Pseudonymen oder Ghostautoren umgehen – um in der GEMA bleiben zu können?
Angenommen, Kreative würden statt dessen ein eigenes Portal im Internet aufmachen, ihre Dinge selbst verwerten – etwa in einem Verein oder einer Genossenschaft. Erste Ansätze dazu existieren schon bei Büchern und Musik. Die Rechte gingen von frei über Bitte um Spenden bis zu closed mit einem Preview im Portal. Verlage, Labels könnten Werke beim Portal kaufen – wie jeder sonst auch. Ein Verlag wäre Kunde beim Portal und bezahlt für vielleicht 1000 Bücher die er dann vertreiben kann – oder er läßt es eben und verdient eben nichts. Buy out gäbe es nicht. Das Portal könnte selbst Bücher drucken, Medien gestalten, sogar Veranstaltungen organisieren (lassen) – es kennt ja die Aufmerksamkeit die ein Werkes konkret erzeugt. Creative Commens und “materialisierte”, kostenpflichtige Werke (Bücher, CDs oder auch MP3) müssen sich nicht ausschließen. Kreative müssten sich dem nicht vollständig “ausliefern”, könnten in Grenzen individuell (um-)entscheiden, wie sie vorgehen. Die Teilnahme an dem “Portal” wäre also eine Art vorsichtige Investition. Mitarbeit der Kreativen würde Kosten sparen (viele Autoren könnten Lektor spielen usw.)
Das Portal, der Verein oder die Genossenschaft würde wie eine urheberfreundliche Verwertungsgesellschaft agieren. So könnte eine vollkommen legale Möglichkeit einer Alternative zu den bestehenden Gesellschaften und Verlagen entstehen. Sie hätten nach dem Urheberrecht sogar ggF. Sonderrechte. Gema und Co. könnten damit auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden.
Es gibt zwei mögliche Konsequenzen für Kreative:
a) das rechnet sich nicht, das Portal schließt und der Urheber kann mit seinem bestehenden Werk (natürlich) tun, was er will (und bisher tat).
b) das Portal erwirtschaftet Gewinne. Dann werden die Labels und Verlage kommen, um etwas von dem Kuchen abzubekommen. Es werden weitere Portale entstehen, vielleicht sogar das erste Vorbild vom “Markt” fegen. Das könnten die nur, wenn Urheber dabei mehr verdienen, als es mit dem Portal möglich war.
Urheber könnten massiv profitieren, hätten aber nur wenig verlieren.
Geht nicht? Ah, iTunes ging nicht und Amazon auch nicht? Google geht nicht? Gut Urheber und Verlage, ich fürchte, ein ganz klein wenig seit ihr selbst Schuld. Jammern nutzt jedenfalls nix. Was könnte sich ein wirklich Kreativer – schlauer als ich – noch alles ausdenken, damit Urheber endlich zu ihren Rechten kommen?
opalkatze
18. April 2012 at 23:07
Joachim, ich bin bis jetzt nicht dazu gekommen, mich ausführlich mit den verschiedenen Modellen zu befassen. Die Leerabgabe hört sich erst mal ganz gut an, kann mir darüber aber kein Urteil erlauben. Urheber unter einen Deckel zu kriegen, halte ich für schwierig, und dein Vorschlag bedingt auch wieder die Entstehung von Verwertungsgesellschaften. Ohne die geht es nicht; die Frage ist eine der Gerechigkeit, oder, wie im Text gesagt, der Auswüchse. Sorry, bin kurz, hab heute nichts geschafft, weil ich nur Kommentare und mails beantwortet habe. Selber schuld ,)
Joachim
19. April 2012 at 15:30
@opalkatze:
1) Ist mit Leerabgabe die Abgabe auf Leer-DVDs, Drucker, Festplatten, USB-Sticks usw. gemeint? Ich zahle an Verwerter (die mit den buy out-Verträgen), wenn ich mein Betriebssystem sicher? Ich zahle für Schund wie für Kreativität gleichermaßen – obwohl ich diese zum Konsumgut degradierten “Werke” gar nicht will? Ich will – nun als Kreativer – doch keine unspezifizierten Almosen. So schlecht oder verzweifelt bin ich nun auch wieder nicht.
2) Zum Modell einer “Solidargemeinschaft” von oben hier ein Zitat des GEO-Chefs Gaede zur Piratenpartei: “… ihre Solidargemeinschaft unweigerlich den Bach runtergehen muss, wenn Freibeuter und Mitglieder des Stamme Nimm ans Ruder kommen.”
(http://www.gulli.com/news/18590-geo-chef-peter-matthias-gaede-verurteilt-piraten-und-kostenloskultur-2012-04-17)
Bitte stelle dieses Bild einer “Solidargemeinschaft” einmal meinem Bild gegenüber. Wer fordert von Anderen – ist folglich vom Stamme Nimm und wer meint, *wir* können das selbst? Ich und hoffentlich auch *wir* Freibeuter werde(n) “künftig selbst die Bücher, Filme, Drehbücher, Musikstücke, Reportagen etc. erstellen”. In der Tat, wer sollte das auch sonst tun? War das je irgendwie anders?
Es gibt eine lange Tradition der Selbstorganisation bei Künstlern. Verwertungsgesellschaften sind auch (heute schlapper) Ausdruck davon. Es ist an der Zeit die Traditionen im Internet fortzusetzen.
Nicht nur ich denke sehr konkret (!) darüber nach – dies auch und jetzt im und mit dem Netz zu machen… Dank auch an Dich, selbst da wo ich eine andere Meinung habe! Meine Idee oben ist vielleicht noch Fiktion, noch ganz klein, vielleicht gar Blödsinn. Kein Grund das nicht zu tun und zu entwickeln. Wie sonst entsteht Kunst?
Zu Deutsch: die Diskussion um das Verwerterrecht geht mir langsam am A***h vorbei. Die Verwerter können mit uns, jedoch niemals ohne uns. Kreative sind per Definition die, die etwas tun.
Fangen wir also an das zu tun, was wir immer taten – auch im Internet.
opalkatze
19. April 2012 at 20:15
Bitte lies bei Thomas. Wie gesagt, auf den ersten Blick hört sich das nicht dumm an.
Nein, ich möchte nicht auf Verwerter verzichten. Ich möchte nur nicht, dass sie Total-Buy-Out-Verträge machen und sich dann als die bemitleidenswerten Betroffenen darstellen. Ich glaube nicht, dass viele kleine Initiativen sinnvoll sind – wie bei anderen Splittervereinen seit Jahrzehnten zu besichtigen. Verhandlungsmacht ist Marktmacht. Es kommt auch, siehe Text, auf die Art der ‘Ware’ an.
Joachim
19. April 2012 at 23:19
Ja, nicht dumm! Man müsste aber sicherstellen, dass nicht Verwerter das Geld einstreichen (was klar machbar wäre). Man müsste auch sicherstellen, dass der Zwang der Verwertungsgesellschaft nicht bedeutet auf selbstbestimmte Verwertung eigener Werke verzichten zu müssen (nach CC-Lizenz z.B.) Rechte der Verwertungsgesellschaften müssten klar eingeschränkt werden. Es gibt keinen 90-Jahre-Automatismus für Verwerter! Man müsste Wege finden die Kreativität zu fördern statt professionelle “Billigproduktionen” und Quasiplagiate zu bevorzugen. Man müsste nachdenken, wie und durch wen die dann “freie” Musik überhaupt in das Netz gelangt. Ich glaube, man müsste überlegen, wen das “Internetproblem” denn überhaupt betrifft und ob es Alternativen gibt. Klar ist jedenfalls, dass Du Dich von einem Musiker sicher unterscheidest.
Ich glaube, man müsste noch eine Menge nachdenken. Bis “man” damit in die Pötte kommt “fange ich schon mal an” – ein “Vorgespräch” war heute :-)) Vielleicht klappt ja so ganz langsam und unspektakulär der erste kleine Schritt.
opalkatze
20. April 2012 at 01:37
Believe me: Wenn du reich und berühmt bist, hab ich ganz viele Steaks bei dir gut. >400 g.
Joachim
20. April 2012 at 10:42
@opalkatze
Zu spät (mit dem reich und berühmt). Doch wenn Du so auf Kuh stehst: dies hier ist eine Einladung :-))
Publicviewer
20. April 2012 at 06:42
Mal ganz im Ernst, wenn das so weitergeht ist zumindest als freier Journalist in bälde kein Geld mehr zu verdienen, da freie Berichterstattung anscheinend eh nicht mehr länger angesagt sein wird, außer vielleicht im Internet.
Und dort wahrscheinlich auch nur noch im Untergrund.
“Lady Gaga” (Nomen est omen) wird es da etwas leichter haben…lächel…
opalkatze
20. April 2012 at 07:08
Wieso in Bälde?!
Joachim
20. April 2012 at 13:59
Oh wei, mich muss in einen eigenen Blog auswandern ;-) Sorry., das Thema ist nicht trivial. Eigentlich würde ich gerne mehr zu dem Artikel sagen… Jedoch:
@Publicviewer
Ich weiß nicht, ob das so stimmt, wie es bei mir rüber kommt. Verlage verändern sich – nicht zuletzt durch eine massive Konzentration des Marktes. Wo etwa Holzbrink alles drinsteckt ist erstaunlich. Verlage werden vom Träger einer Kultur zu profitablen und weltweit agierenden Unternehmen. Die grundlegenden Aufgaben der Presse und des Rundfunks werden immer mehr davon überdeckt. Profit läßt sich aus Kunden wie aus Zulieferern generieren. Wir müssen also fragen, was ist es denn da, was “so weitergeht”. Was ist die Ursache dafür, dass sich als Urheber wie als Verleger kein Geld mehr verdienen läßt?
Wir suchen die Lösung gegen das Internet, propagieren die Stärkung der Rechte der Urheber und meinen jedoch nur den Verdienst der Verwerter. Verwerter machen ihr vermeintliches Gut zur Mangelware um Gewinn zu steigern oder den (Gewinn-)Anforderungen der Konzerne heute erst gerecht werden zu können.
Das ist nicht klug. Nicht klug, weil Alternativen dann leicht in die Breche springen können. Ideen wie die Leerabgabe ändert nichts an dieser Situation. Sie stärken (möglicherweise) nur temporär das Modell der Verwerter. Bewegen die sich nicht, so ist das Problem nicht aufgehoben – nur aufgeschoben. Als zwangsprofitables Subunternehmen eines Konzerns ist der Bewegungsspielraum eingeschränkt. Wenn sich die Verwerter und Verlage nicht bewegen können, so müssen wir das eben tun.
Denn wir schreiben, texten, komponieren, tanzen, malen und bildhauern sowieso. Man könnte sagen: wir haben das Kapital. Wir sind es, die es generieren. Wir haben mit den Internet die Publikationsmöglichkeit. Warum nutzen wir die Möglichkeiten nicht? Weil wir glauben, es ließe sich nichts im Netz verdienen? Weit gefehlt. Was verdient Google? Facebook? Amazon? Und was machen wir falsch?
Glaub mir, Blogs, Facebook, Google und vieles mehr sind lange nicht das Ende der Fahnenstange. Kein Leistungsschutz, keine VDS, keine Zwangsregistrierung der Bürger mir ihrer Kommunikation, nicht einmal staatliche oder kommerzielle totale Okkupierung des Netzes, nicht ihre Schnüffelpraxis, nicht einmal Zensur und Gewalt werden daran dauerhaft etwas ändern können.
Richard Albrecht
20. April 2012 at 10:02
@ opalkatze 18. April 2012 at 23:07
Ich bitte um Entschuldigung, Frau Bunse, ich ging davon aus, daß Sie sich v o r m Publizieren sachkundig gemacht hätten …
Gruß Richard Albrecht
Joachim
20. April 2012 at 12:00
@Richard Albrecht: Nur weil jemand nicht behauptet eine Patentlösung zu haben muss man nicht gleich Unkenntnis in der Sache annehmen. Ich sehe nur das Gegenteil bei der klugen opalkatze.
Doch darum geht es nicht. Also: was sollen wir (ups) Kreative tun um den buyout unserer Seele zu verhindern? Immerhin haben Sie sich sachkundig gemacht. In Erwartung eines konstruktiven Vorschlags viele nette Grüße.
Richard Albrecht
20. April 2012 at 19:23
@ Joachim
Fein, daß Sie mein(t)en, (meine) Erfahrungen wären möglicherweise gebrauchwertig;-)
Freilich hab´ ich mich vorn paar Wochen, mit Option für die aktuellen „Freischreiber“-Forderungen, hier geäußert http://opalkatze.wordpress.com/2012/02/22/urheber-ohne-recht/comment-page-1/#comment-12304 und kurz danach hier´n bisserl Info nachgeschoben http://duckhome.de/tb/archives/9884-FREISCHREIBER%3b-VG-WORT.html
Vor anderthalb Jahren dokumentierte ich meine Negatiefsterfahrungen als Freier Wissenschaftsjournalist mit einem bekannten international wirkenden Berliner Wissenschaftsverlag hier http://duckhome.de/tb/archives/8561-ANSPRUCHSVOLLE-WISSENSCHAFTLICHE-FACHLITERATUR.html
(Es könnte auch sein, daß ich noch vor der Sommerpause hier meine Erfahrungen mit der VG WORT, die ich als (nächst 30jährige)s Mitglied durchaus kritisch sehe, hier ansprechen werde http://www.duckhome.de/tb/authors/56-Richard-Albrecht )
Im übrigen gilt meiner Erfahrung nach grad heuer für Freie Autor(inn)en, was Siegfried Kracauer (1931) bündig so ausdrückte:
„Wer verändern will, muß Bescheid um das Verändernde wissen. Der Nutzwert [...] besteht eben darin, das Eingreifen in die gesellschaftliche Wirklichkeit zu erleichtern.“
Freundliche Grüße von Richard Albrecht
Publicviewer
20. April 2012 at 20:35
Leider ist das “Veränderte” in unser heutigen Zeit so kompliziert geworden, das eigentlich niemand so richtig durchblickt und ein Jeder, wenn überhaupt nur noch ein Fachwissen beherzigt.
Richard Albrecht
21. April 2012 at 08:30
@ Publicviewer
Kein Widerspruch von mir. Nur´n weiterführender Hinweis:
Was 1968/69 als LITERATURPRODUZENTEN (Hannes Schwenger) antrat und 1972 als EINIGKEIT DER EINZELGÄNGER (Heinrich Böll) zur Gründung des dt. Schriftstellerverbands im damaligen BRD-Westen führte und in den folgenden Jahren auch öffentl.-rechtl. Einrichtungen wie VG WORT und KSK abwarf … hatte eine grundlegende gesellschaftl. Veränderungsoption mit entsprechender (objektiver) Perspektive und (subjektiver) Grundstimmung zur Voraussetzung zum “Eingreifen in die gesellschaftliche Wirklichkeit”. Wie´s heuer ausschaut wissen Sie vermutlich besser als ich.
Freundlich grüßt Richard Albrecht
Joachim
21. April 2012 at 13:02
zu Voraussetzung zum “Eingreifen in die gesellschaftliche Wirklichkeit”
Sie bedauern, dass dies nicht wirklich dauerhaft geschah, wenn Sie schreiben “hatte”? Kann man so sehen.
Heute schaut es so aus, dass es RTL und Co. gibt, der öffentlich rechtliche Rundfunk darüber nachdenkt sein Programm nach Quoten zu “optimieren”, Zeitschriften zu Industrieunternehmen werden und wegen immer weniger Qualität steuerartige Abgaben auf TV, Rundfunk, Internet verlangt werden – bis hin zum Leistungsschutzrecht für Verwerter. Fakt ist, dass so Kunst und Kreativität sicher nicht gestärkt und schon gar nicht besser/gerechter entlohnt werden.
Ausdrücklich nur für Herrn Albrecht:
War es nicht Adorno, der das wohl geahnt hat? Und war es nicht Brecht, der die Radiotheorie entdeckte? Müssen wir nicht heute genau darauf bestehen statt uns an Einzelfällen abzuarbeiten?
opalkatze
21. April 2012 at 14:19
Der öR hat sein Programm längst nach Quoten optimiert (Nielsen etc.), Zeitschriften sind längst Industrieunternehmen (guck dir mal Bertelsmann, Holtzbrinck, Springer, Burda, Bauer … an). Das LSR für Verwerter gibt es nicht, die Verwertungsarten haben eigene Leistungsschutzrechte; du meinst vermutlich das LSR für Verleger.
Hier hatte ich mal versucht, Gründe zu beschreiben. Die Verhältnismäßigkeit ist aus den Fugen geraten – nicht die Notwendigkeit.
Zu glauben, kleine, zahnlose Initiativen könnten die Zahnpasta wieder in die Tube kriegen, ist blauäugig. Der Medienmarkt wächst, die Verteilungskämpfe sind in vollem Gang. Neue Mitspieler sind die Internetkonzerne, denen nichts vorzuwerfen ist, als dass sie Chancen erkannt und genutzt haben. Wären Google & Co deutsch, herrschten hierzulande Jauchzen und Fohlocken.
Gestern schrieb jemand auf Google+: “Andere Länder haben Internet-Weltkonzerne. Wir haben die Gema.”
Joachim
21. April 2012 at 16:57
Zustimmung. Und das ist bestürzend. Es ist bestürzend, wenn diese Situation in der Diskussion taktisch ausgeklammert wird. Doch welche Möglichkeiten haben wir? Die Modelle der Digitalen Gesellschaft und des CCC? Natürlich. Mich aber interessiert Kultur. Was ist da naheliegender, als die einfach zu machen? Kleine, zahnlose Initiativen? Natürlich! Noch nicht einmal geboren und schon wird pauschal “kritisiert” – Ich sag Dir was:
Du hast völlig Recht. Du vergisst aber: I got that green light, baby (JJ cale)
Link zu YouTube
Mir ist klar, wie schwierig Ideen sind. Erinnerst Du Dich an den Inkubator? Ohne jegliche persönliche Kritik an irgend wen: Nie wieder solche Dinge mit Leuten – und seien sie noch so toll – die keine “Erfahrung” haben. Jetzt also umgekehrt: ich und wir Kleine machen. Wenn’s klappt bist Du (kreativer oder kritischer Leser) willkommen. Wenn nicht, dann verschwende nicht Deine Zeit. So einfach ist das. ricalbs Faust-Zitat gefällt mir in diesem Kontext sehr.
Und opalkatze bekommt (vielleicht) noch einen eigenen wohlverdienten Song zum Steak ;-))
ricalb
21. April 2012 at 13:23
@ Joachim 21. April 13:02
So wirds gewesen sein: Teddy WA erahnte damals was, Brecht bastelte an (s)einer Radio-als-Kommunikationsapparat-These, und Goethe gab etwa hundert Jahre vor diesen allen, die heuer free-lancer genannt werden, (s)einen höchstdinglichen Hinweis (FAUST II: 11578-11580), der
m.E. mehrmal täglich jedem medienbeamtischen Sesselfurzer und jeder medienbeamtischen Sesselfurzerin umme Ohren gehaut gehört:
“Das ist der Weisheit letzter Schluß: / Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, / Der täglich sie erobern muß.”
In diesem – präzisen – Sinn und mit freudlichem Samstagmittagsgruß RicAlb
Richard Albrecht
22. April 2012 at 17:35
@ Joachim 21. April 2012 at 16:57
Erstmal LinkDank -> http://www.youtube.com/watch?v=iR0keG5XeZ4&feature=player_embedded (die Session kannte ich nicht und wie die mandolinische Schrammeleinlage zeigt: Spaß macht´s denen auch), sodann doppelte Zustimmung: einmal werde ich mich als Post-68er zunehmend in diese neuen, mir sehr als vorkommenden, „Debatten“ besser nicht mehr „einbringen“; und zum anderen hab ich seit zwei Kammerspielen und ´nem NRW-RAP in den letzten 15 Jahren überwiegend verkopferte Texte geschrieben/veröffentlicht.
Weil Sie aufs Goethezitat anspielten abschließend noch´n kollegialer Hinweis: der Ex-Geheimrat ist lange genug unter der Erde, seine gemeinfreien Texte können/dürfen benützt werden, was seit 2010 auch für´n Sigmund Freud gilt (hier -> [Unbehagen i n der Kultur [1930: Kapitel II]),
„Den Wahn erkennt natürlich niemals, / wer ihn selbst noch teilt.“
besten Eilgruß von Richard Albrecht
Joachim
23. April 2012 at 13:24
„Debatten“ besser nicht mehr „einbringen“
Warum nicht? Wegen der eigenen “verkopferten” Texte? Kein Grund. Denn Belesenheit schadet nicht. Wer Werte im Kopf hat, die physikalisch ein Vermögen gekostet haben müssen – Bücher kosten Geld – der darf nicht schweigen. Fehler mache wir Alle – ich habe keine Angst davor. Ein wirklicher Fehler ist es zu schweigen und nicht zu teilen. Immerhin kann jeder frei entscheiden zu lesen (oder nicht zu lesen – jep, lasst es ruhig und seht die Links unten an).
Nicht einbringen als 68′er? Zum einen die Entscheider heute oftmals älter, als die 68′er. Es sind alte Herren, die oft genug den Zug verpasst haben. Zum Glück ist das nicht zu pauschalisieren, wenn auch wenige Prozent gleich maximalen Schaden anrichten.
Zum Anderen verkennen wir oft genug die historische Entwicklung und damit den – wenigstens vorgeschobenen Sinn – des Urheberrechts. Wir reden über Kunst und Wissen als sei es eine Ware. Die Abschaffung des Erschöpfungsgrundsatzes, der Ersatz durch Lizenzierung, also einer Aufhebung der Schrankenschranken zeigt aber, dass hier ausschließlich das physikalische Warenmodell hier auf das Digitale übertragen und sogar massiv überzeichnet werden soll. Jeder Kreative sollte hier auf die Barrikaden gehen, wenn derart kommerzialisiert wird als ginge es um Sauerkraut in Dosen.
Doch “Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!” (Faust I) – per Definition gerade bei den Verwertern (im weitesten Sinn). Statt kreativ mit dem Netz umzugehen bekämpfen sie es.
Ist es das was wir wollen? DSDS und BigBrother (trademark)?
Etwa so? https://opalkatze.wordpress.com/2012/04/08/auf-ein-wort-mit-roslyn-piller-%C2%B7-eine-homestory/
Wie steht das zu “Die ungelösten Antagonismen der Realität kehren wieder in den Kunstwerken als die immanenten Probleme ihrer Form.” (Adorno). So ist es in der Tat. Und wenn es nun umgekehrt auch so ist? Wenn das so ist, dann ist eine Emanzipation der Kunst und der Künstler mehr als überfällig – eine gesellschaftliche Aufgabe.
Ja, das ist alt. “Neu”, genauer überfällig ist nur das Netz dafür zu nutzen. Wenn dies dann “Gold” in die Taschen von wirklichen Kreativen spült, dann ist mir das mehr als Recht. Und wenn die Empanzipation der Kunst Verwerter vernichtet, dann ist das der Unbeweglichkeit einer Industrie geschuldet. Mit “Raubmörderkopierer”, die zuhause “downloaden” hat das aber auch gar nichts zu tun. Sie, die Verwerter hätten die Möglichkeit gehabt sich das Gold zu verdienen (…)
Etwas realer (und hochgradig kompetent) zum Thema – auch wenn ihr das hoffentlich schon kennt:
http://www.internet-law.de/2012/04/warum-nicht-frei-und-gerecht-eine-replik-auf-mspr0.html
http://futurezone.at/netzpolitik/8662-urheberrecht-die-politik-ist-verunsichert.php
Richard Albrecht
22. April 2012 at 17:37
Tippfehlerkorrektur
Die n e u e n “Debatten”, die mir oft sehr a l t vorkommen …
Joachim
23. April 2012 at 16:04
Ach ja die Fehler: “zum einen *sind* die Entscheider” muss es bei mir heißen. Und nicht nur das…
Zum Trost noch ein spontaner Link – sozusagen in Umkehrung des Adorno-Zitats. Ich hoffe ihr versteht so intuitiv, dass solche ehr theoretischen Aussagen eine tatsächliche, manchmal “unerwartete” (meinetwegen auch willkürlich interpretierte) Relevanz in der Wirklichkeit haben.
Link zu YouTube
Wie übel, wenn die Medizin nun aus Copyright-Gründen aus dem Netz verschwinden müsste. “The healer” ist lange tot. Doch youtube dokumentiert eindrucksvoll seine Unsterblichkeit. Und das gilt für tausende Werke aller Zeiten. Welch ein Geschenk, welche Entscheidungsgrundlage und Anregung für den Kauf von Werken, die wirklich bedeutsam sind.
Ist das nun wirklich eine ungewollte Kopie? Sicher hat die GEMA Petrus nur noch nicht überzeugen können 0,06Cent pro Heilung zu zahlen. Der Link ist ja noch da. Möglicherweise reichen Copyright-Gründe nicht aus, die zuständige höchste Gerichtsinstanz anzurufen. Und Carlos? Der meinte lapidar, seine Fans wären doch nicht sein Feind. Ein guter Grund seine 68′er-like ;-) Bluesmedizin zu kaufen. Ein sehr guter Grund.
Ich aber frage die Gema: Warum existiert immer noch kein funktionierendes, einfaches, akzeptables und anonymes Model für Micropayment bei euch. Oder anders gesagt: wie blöde muss man sein sich mit Google um Wortfilter zu streiten – statt das Hirn (und damit die Geldquelle) einzuschalten. Ihr habt es echt nicht besser verdient… Dumm nur, dass der Schaden wieder bei den Künstlern liegt.
opalkatze
23. April 2012 at 17:40
Und schwupps – tut mir leid, aber YouTube wird gefiltert, und das bleibt auch so. Dafür bin ich nämlich in der Haftung, und darauf hab ich verständlicherweise keine Lust. Links jederzeit gerne, aber bitte keine Videos.
Joachim
23. April 2012 at 19:43
Es war nicht gemeint den Link einzubetten. Sonst hätte ich den Titel erwähnt. So war es doch gedacht. Folglich braucht Dir nichts Leid zu tun. (Außerdem werde ich mich bessern)
Wäre dieser alternative “textlastige” Link erhellender gewesen?
http://audio.uni-lueneburg.de/seminarwebseiten/musikphilosophie/material/adogeswerk/Band07.html
Und auch hier hoffe ich sehr (und dafür gibt es gute Gründe), dass dies nun eine öffentlich zugängliche Quelle zur Unterrichtung für Jeden und sicher nicht offensichtlich illegal ist. Leider sprengt es den Rahmen hier den Inhalt dort zu erkären. Ich wollte mit dem youtube-Link eine einfache Alternative finden. Wenn das misslang, mag sein, darum geht es nicht.
Deine berechtigte Reaktion zeigt sehr schön auf, wo das sogenannte Urheberrecht vollkommen am Sinn vorbei geht und wo es in direktem Konflikt mit dem Netz steht. Dies auch dann, wenn ich das diesmal für nicht so gefährlich halte wie Du das darstellst.
Du hast gerade einen wunderschönen Protest formuliert.
Bedankt :-) und für mich das sinnvolle Ende der Diskussion hier.
Jakob B.
24. April 2012 at 23:15
Urheber – Sie benötigen dazu Talent, ihr Denk- und Abstraktionsvermögen sowie ganz unterschiedliche und teilweise kostspielige Ausrüstungen.
Als Wissenschaftler würde ich diesem Teil natürlich völlig zustimmen. Ich stelle mein Licht ja nicht freiwillig unter den Scheffel.
Und sie müssen damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.
An dieser Stelle allerdings beginnt die allzeit beliebte Versimplifizierung, die auch vor Journalisten nicht halt macht. Ein Wissenschaftler beispielsweise verdient seinen Lebensunterhalt nicht mit Publikationen, obwohl er keinen Lebensunterhalt mehr verdienen würde, wenn er nichts publizierte. Er wird nämlich aus Steuergeldern über das BMBF finanziert und durch die Universität besoldet. Wenn der Wissenschaftler aber in Nature oder in Science publiziert (was er muss, wenn er überleben will), dann muss er sämtliche Rechte an den Verlag abtreten, der dann pro Download des PDF-Files circa 20-40 Euro verlangt. Außer Geld verlangen tut der Verlag übrigens kaum etwas (deshalb gibt es auch Hunderte von wissenschaftlichen Zeitschriften, das ist nämlich ein Riesengeschäft).
Wer dies nicht glaubt, soll gerne mal z.B. folgenden Artiekl aus der neueren Krebsforschung lesen:
http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature10975.html
Bibliotheken, die solche Zeitschriften für Studenten und Wissenschaftler bereitstellen wollen, müssen jährlich Hunderttausende von Euro dafür bezahlen, damit die Autoren ihre eigenen Werke benutzen können.
Das Lektorat wird übrigens ehrenamtlich durch Kollegen bewerkstelligt (steuerfinanziert selbstverständlich) und der Autor bezahlt eine Manuscript Handling Fee und eventuell Druckkostenzuschüsse in Höhe von mehreren Hundert Euro. Und Setzer sind längst ausgestorben, das erledigt der Computer.
Auch das Marketing erledigt die Öffentliche Hand, durch wissenschaftliche Suchmaschinen wie http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/.
Will der Autor dann sein eigenes Werk als PDF per Email an einen Kollegen zum Lesen schicken, so ist das illegal. Das ist schade, denn der Wissenschaftler will gerne, dass die Kollegen seine Arbeit lesen. Denn nur so kann man berühmt werden und ein wichtiger Mensch.
Auch der Geldgeber, der Steuerzahler nämlich, der diese Arbeiten mit zig-Tausenden von Euro subventioniert, darf das Produkt seiner Investitionen nur nach Bezahlung einer hohen Gebühr einsehen. Man stelle sich einmal vor, die Angestellten des Verlags würden ähnlich argumentieren und ihrem Arbeitgeber nur nach Zahlung einer hohen Gebühr sagen, was sie den ganzen Tag eigentlich gearbeitet haben.
Und diese Praxis ist auch aktuelles Urheberrecht!
Ein prima Beitrag, liebste Opalkatze, aber wenn schon, dann richtig.
Aber ich verlinke das gerne wieder auf http://www.urheberrechtsdebatte.wordpress.com, wenn es Recht ist.
Jakob B.
24. April 2012 at 23:23
PS: Ich wollte noch einen Smiley drunter setzen, da mein Kommentar nicht mürrisch gemeint war. :)
opalkatze
25. April 2012 at 02:21
Ja, aber das Thema überlasse ich gerne kampflos den Mädelz und Junx von den SciLogs u.a. als deren Domäne (oder Schlachtfeld). Bestätigt nur meine Meinung: Es fallen so viele verschiedene Rechte unter dieses eine Urheberrecht, dass es allerhöchste Zeit wird für eine Reform.
Hatte ich nicht als mürrisch verstanden, und selbst wenn dem so wäre, fände ich es einigermaßen verständlich.
opalkatze
25. April 2012 at 07:30
Fefe, extra für dich. Passt so schön.
Jakob B.
26. April 2012 at 00:10
Danke, dass Du mich daran erinnerst, dass ich meine eigene Publikation von vor 18 Jahren als PDF-File lesen könnte, wenn ich ein Jahrenabonnement für € 1255 bei J. Comp. Neurology hätte. Und das ist noch ein Sonderpreis für eine von 1500 wissenschaftliche Zeitschriften, die dieser Verlag herausgibt – apropos “Für Lau-Mentalität”, wie Frank Schätzing das genannt haben soll.
Das erinnert mich an das Taschenbuch “Der Spielverderber” von Siegfried Lenz, das ich in der Ausgabe von 1972 für DM 2.80 (für die Jungen: 1.40 Euro) von dtv vorliegen habe. Heute kostet das selbe Buch 8 Euro. Sein Preis ist also 30 Jahre lang doppelt so schnell gestiegen, wie die allgemeine Inflation.
Welcher Bäcker, liebe Barbara Saladin, kann eigentlich Lohnerhöhungen von mehr als 5 % pro Jahr durchsetzen für ein Brötchen, das er schon vor 30 Jahren gebacken hat?
Aber davon abgesehen ist dies ein herrliches Schlachtschiff (ein richtiger Piratenjäger):
http://www.das-syndikat.com/das-syndikat/das-syndikat-sagt-ja/ja/
Richard Albrecht
25. April 2012 at 10:15
@ Jakob B. 24. April 2012 at 23:15
Sie beschrieben (als Kollege?) einen Ist-Zustand: so ist´s bei mit BIG MONEY verbundener BIG SCIENCE, die meist Natur”wissenschaft” genannt wird; und Sie führen subkutan Ihre natur”wissenschaftlichen” Kollegen (und sich selbst?) als Sozialwichte, die faktisch ihre Enteignung selbst unterschreiben, vor.
Hierzulande freilich gilt die Regel(ung): Wenn nichts Anderes vereinbart, fallen bei wissenschaftlichen Publikationen in Fachzeichschriften nach einem Jahr alle Publikationsrechte an den Autor zurück, genauer: Bei unentgeltlich in Zeitschriften oder Sammelbänden veröffentlichten Aufsätzen hat der Autor nach einem Jahr das Recht, den Aufsatz erneut zu publizieren (so HHUD-Hinweise -> http://docserv.uni-duesseldorf.de/authoring/urheberrecht.xml (ähnlich RUB-Hinweise -> http://c1-7-16.rz.rub.de/authoring/urheberrecht.xml ).
Die von Ihnen angesprochene Publikationspraxis verwest in der Tat auf Tieferliegendes als Subjektexpressionistisches wie „Die Kopie-Blogs stinken mir“ hier -> http://opalkatze.wordpress.com/2012/04/10/die-kopie-blogs-stinken-mir/
Im Übrigen gilt auch für mich (dem Beispiel Joachims 23. April 2012 at 19:43 folgend): Ende der Diskussion hier,
freundliche Grüße von Richard Albrecht
Jakob B.
26. April 2012 at 00:43
Was ist ein Sozialwicht?
opalkatze
25. April 2012 at 11:03
FYI: Noch was übers Einbetten, von Thomas Stadler.
Dr. Richard Albrecht
26. April 2012 at 18:53
zu Jacob B. at 00:43 siehe oben, Richard Albrecht at 10:15:
“Sozialwichte, die faktisch ihre Enteignung selbst unterschreiben”
Und Tschüss…
Jakob B.
27. April 2012 at 00:57
Sozialwichte, die faktisch ihre eigene Enteignung selbst unterschreiben? Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Warum ist jemand ein Wicht, der gezwungenermassen seine Enteignung unterschreibt? Ich halte es für ziemlich absurd zu glauben, ein Wissenschaftler hätte die Zeit um einen Rechtsstreit hierum zu führen. Zumal der nächste temporäre Arbeitsvertrag von der Publikationsliste abhängt.
Das erinnert mich an Musils Ulrich, den Mann ohne Eigenschaften: Gerade Prostitution ist ja eine Angelegenheit, bei der es einen großen Unterschied macht, ob man sie von oben sieht oder von unten betrachtet.
richard albrecht
27. April 2012 at 10:10
Jakob B -> s.o. 25. April 2012 10:15
“Im Übrigen gilt auch für mich (dem Beispiel Joachims 23. April 2012 at 19:43 folgend): Ende der Diskussion hier,
freundliche Grüße von Richard Albrecht”
Jakob B.
27. April 2012 at 10:24
Das erwähnten Sie schon. Ich hoffe es wirkt nicht unhöflich, wenn ich trotzdem weiter diskutiere.
Publikviewer
27. April 2012 at 14:16
Fakt ist jedenfalls, das durch die Diskussion um das Urheberrecht manch kritischer Artikel eben gar nicht mehr im Netz erscheint: Link zu YouTube