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In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

13 Mai

Ergänzungen »
Die verbissen geführte Debatte um das Urheberrecht lässt entscheidende Schlussfolgerungen außer Acht. Wesentlich wichtiger als Aufrufe und Offene Briefe zu schreiben, ist es, über die Konsequenzen der plakativ verlangten rigorosen Rechtsdurchsetzung und ihre Folgen für die Gesellschaft nachzudenken.

Die Urheber, die auf dem status quo beharren, sollten sich darüber im Klaren sein, dass dessen Verteidigung und Weiterbestehen gravierende Überwachungsmaßnahmen nach sich ziehen wird. Die positive Resonanz in der Politik ist nicht nur guter Lobbyarbeit von Seiten der Verwerter zu danken, nein, die Reaktion der Urheber fällt den Sicherheitsbehörden und der milliardenschweren Sicherheitsindustrie wie ein unerwartetes, kostbares Geschenk in den Schoß. Vor 30 Jahren hätten Intellektuelle darüber erbittert und vor großem Publikum gestritten, um die Demokratie zu verteidigen. Was ist mit euch, was ist mit uns los?

Ja, es ist dramatisch: Die geforderten Maßnahmen bedrohen den Rechtsstaat.

Diese Tatsache wird offensichtlich ignoriert.

Urheber und Verwerter fallen gemeinsam unter das Urheberrecht, obwohl die Interessen keineswegs dieselben sind. Betroffen sind Technik-Abkupferer in China, die selbst vor ganzen Industrieanlagen nicht haltmachen (und das als ehrenvoll deklarieren), kriminelle Louis Vuitton-Taschen-Fälscher, Bilderklauer, kommerzielle Content-Diebe ebenso wie das Enkelchen, das auf YouTube für Oma Stevie Wonders “Happy Birthday” singt.

Wann hast du zum letzten Mal in Paris – Florenz – Rom ein ‘original’ Hermès-Halstuch für 10 Euro gekauft? Der Freundin ein scheinbar teures Parfum geschenkt? Und kaufst du in der Apotheke nicht auch lieber ratiopharm als Bayer?

Aber Hollywoodstudios, die keine Kindergeburtstagstorte mit einer Marzipanmickymaus dulden, Pillenproduzenten, die ihre Generika lieber an innerafrikanischen Grenzen einlagern, statt sie den zwei Kilometer entfernten kranken Menschen zu geben, die verdammt viel Schlimmeres als Mücken plagt, dürfen bestimmen: Geht nicht! Urheberrecht. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Das ist nicht mein Menschenbild.

Was also Urheberrechtsschutz und die Demokratie miteinander zu tun haben? Jungs und Mädels, lest euch einfach den Satz noch mal durch und lasst ihn (endlich) sacken:

Es gilt, den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.

(Quelle: ZEIT Online)

Diesen Satz kann keiner von euch Unterzeichnern begriffen haben. Dennoch habt ihr das unterschrieben. Ist ja für einen guten Zweck.

Der unscheinbare Satz fordert nichts anderes als den Einsatz geeigneter technischer Mittel, die mächtig genug sind, die immensen Datenmengen zu kontrollieren. Es handelt sich um die Anwendung maschinell gesteuerter Programme, etwa zur Deep Packet Inspection, oder um Trojaner zur Online-Durchsuchung und -überwachung. Bisher werden solche Applikationen nur von autoritären Staaten und zur Spionage eingesetzt. Ihre Aufgabe ist die vollständige Kontrolle. Ihre Anwendung setzt zwangsläufig die anlasslose Vorratsdatenspeicherung voraus, um gegebenenfalls den gerichtsfesten Beweis für einen Rechtsverstoß erbringen zu können.

Solche Maßnahmen durften bei uns bisher ausschließlich bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit und unter strengsten Auflagen angeordnet werden, das Etikett Terrorismus wurde jedoch immer schneller aufgeklebt. Künftig werden sie marginalisiert und privatisiert, indem man beispielsweise die Provider zur Überwachung der Datenpakete und Herausgabe der Nutzerdaten verpflichtet. Der Staat gibt die Verantwortung an die Privatwirtschaft ab und stellt sich damit selbst außerhalb von Recht und Gesetz. Das sagt viel über sein Menschenbild aus.

Allen möglichen geeigneten Maßnahmen ist eines gemeinsam: Durch die Verfassung garantierte Grundrechte werden durch ihren Einsatz außer Kraft gesetzt.

Es ist verabscheuungswürdig, wenn Staaten ihre Bevölkerung auf diese Weise überwachen. Die totale Kontrolle der Allgemeinheit zum Zweck der Rechtsdurchsetzung einer Minderheit aber ist bizarr. Es ist vollkommen abwegig, die Gegebenheiten nach dem Urheberrecht auszurichten. Vielmehr muss das Recht den Entwicklungen angepasst werden. Sonst leben wir morgen in einem Unrechtsstaat. Wollt ihr das erreichen?

Die meisten Links stammen von Kris Köhntopp – danke dafür.

 

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78 Antworten zu “In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

  1. hartmut bes.

    19. Mai 2012 at 12:39

    Was ist mit der Kombination bedingungsloses Grundeinkommen BGE (Existenz gesichert) und Flattr als urdemokratische Internet-Bezahlmethode (Finanzierung).

    Ist doch u.a. für Künstler gar nicht schlecht oder?

     
  2. opalkatze

    19. Mai 2012 at 12:56

    Das ist ein schlechter Vergleich. Das BGE setzt eine Systemveränderung voraus und betrifft jeden Bürger und alle Lebensbereiche. Die Honorierung von Werken ist nur ein kleiner Teilbereich.

    Flattr ist schön und fein, aber hat bisher nicht die Schwungmasse erreicht, die nötig wäre, um ein ausreichendes Einkommen zu ermöglichen. Es sind nicht einmal 10 Menschen in Deutschland, die nennenswerte Beträge bekommen, und auch die reichen nicht zum Leben. Das Modell geht in die richtige Richtung, nur müssten eben mehr Leute mitmachen.

    Andere Modelle wie die monatliche Unterstützung bspw. eines Blogs durch einen festen Betrag sind zu unsicher, um darauf einen Lebensunterhalt gründen zu können. Es geht aber hier auch nicht um Blogs, sondern um die Finanzierung von schöpferischen Leistungen im Allgemeinen. Die betrifft alle, die frei arbeiten – kein kleines Problem also.

     
  3. dot tilde dot

    21. Mai 2012 at 13:16

    ich bin mit ihrer schlussfolgerung in richtung verschwörungstheorie nicht einverstanden, meine aber zu wissen, wie sie darauf kommen.

    das prinzip “what you see is what you get” ist ein scharfes bild, das die informationstechnologie von einer veranstaltung für techniker zu einem alltäglichen werkzeugkasten gemacht hat.

    computer sind schreibmaschine, briefkasten und schreibtisch, tonbandgerät, schaufenster und einkaufswagen, schallplattensammlung, dunkelkammer und schneidetisch, architekturentwurf und -modell, spielfeld und fernseher, kalender, die liste ließe sich weiterführen.

    je länger man mit dem wysiwyg-prinzip arbeitet, desto mehr werden auch seine grenzen klar:

    das blatt in der schreibmaschine sieht an dieser kleinen, wichtigen stelle auf einmal anders aus, als das, was am ende aus dem drucker kommt. meine großmutter hat nie verstehen können, dass man in einem brief an beliebiger stelle eine zeile einfügen kann, ohne dass man den hinten stehenden text löschen muss. der rückt ja einfach weiter nach hinten. man muss auch kein neues blatt einlegen. wirklich, oma. (nein, ruf ruhig wieder an, wenn du etwas nicht verstehst. eigentlich hast du recht. so offensichtlich, wie wir jungen leute immer tun, ist das gar nicht.)

    meine mutter ruft mich regelmäßig an und vermisst eine email, die längst da sein müsste, hat aber einfach noch nicht ihr postfach abgeholt. sie tut sich schwer damit, zu verstehen, dass sie selber “der briefträger sein muss” und ihren mailclient zum provider schicken muss.

    und warum steht der mülleimer eigentlich auf dem schreibtisch?

    wieso kann ich manche effektgeräte direkt in das tonbandgerät einschleifen, muss sie stattdessen nach der aufnahme auf eine spur anwenden und kann mir dann erst das ergebnis anhören?

    warum kommt meine ware erst nach einer woche, wenn doch im schaufenster stand “artikel verfügbar”? warum muss ich an der kasse ein kundenkonto eröffnen, wenn ich mir einen kostenlosen download mitnehmen will?

    warum sind die stücke auf meiner lieblingscd auf dem rechner in einer anderen reihenfolge?

    warum ist die farbe auf der kamera anders als auf dem pc, anders als auf dem notebook und noch mal ganz anders auf dem drucker, geschweige denn auf dem ausdruck aus dem drogerieautomaten?

    warum muss ich bei sketchup erst die achsen drehen, bevor ich rechtecke mit neuer gemeinsamer ausrichtung zeichnen kann? (und warum darf ich dann keine animationsszene anklicken, um die achsen nicht wieder zurück zu drehen? ach, klar. da ist ja ein häkchen unter “auswirkungen”, kann man ausklappen. ok, das scheint ja dann ein profifeature zu sein.)

    die vereinfachung hat ihren preis. das griffige bild erleichtert den ersten einstieg, versteckt aber wichtige grundlagen.

    betrachten wir die üblichen bilder von computernetzen, wird klar, dass die rückseite des zweischneidigen schwertes auch unheimlich scharf ist:

    wir “gehen ins internet”. ich habe schon überlegt, ob ich dort nicht mal urlaub machen sollte, gibt es dort doch so manchen schönen ort. aber mal ernsthaft: was würden sie von einem politiker halten, der allen ernstes behauptet, das telefon dürfe kein rechtsfreier raum sein? das bild wäre so weit von unserem verbreiteten verständnis des telefonnetzes entfernt, dass wir höchstens schmunzeln würden. wir verschweigen, dass internet viel mehr stille-post-spiel ist als geografie. einen raum kann die polizei patroullieren – eine nachrichtenstafette kann man nur passieren lassen oder aufhalten. und nachrichten ihrem inhalt nach zu beurteilen entsprach bisher nicht unserer vorstellung vom polizeilichen streifendienst – zumindest nicht in unserer staatsform.

    wir “sperren webseiten”. und zwar die seite selber, nicht etwa den weg zu ihr. ein weg hätte ja noch einen umweg um die sperre drumherum, also gleich die seite sperren. entspricht zwar nicht der technischen grundlage, soll aber als argument in einer rechtspolitischen diskussion taugen.

    so segensreich die allegorien über die informationstechnologie für den einstieg sein mögen, so hinderlich werden sie, je mehr ich die möglichkeiten der neuen werkzeuge ausschöpfe. das ist logisch – schließlich bräuchten wir gar keinen computer, wenn er wirklich eine schreibmaschine wäre. wir nähmen einfach weiter die schreibmaschine.

    hüten wir uns davor, die gesetze an unsere romantischen vorstellungen der technik anzupassen. spätestens wenn solche gesetze in kraft sind, wachsen schon benutzer nach, die gar keine schreibmaschine mehr kennen. gesetze, die dann das nachlegen von papier reglementieren, werden nicht die gewünschte wirkung entfalten.

    regulierung, die die eigenschaften des regulierungsgegenstandes verklärt, führt nicht zum behaupteten erfolg. eine angemessene diskussion über das netz muss die verwendeten bilder hinterfragen und auf den boden der technischen grundlagen zurückholen. das ist bisweilen anstrengend und auf den ersten blick wenig sinnvoll.

    aber nur solange wir von datenautobahnen reden.

    .~.

     
  4. opalkatze

    21. Mai 2012 at 13:35

    @dot tilde dot
    Um das Ganze abzukürzen, könnte man auch den Vergleich mit “ein bisschen schwanger” herbeiziehen.

    Das ZEIT-Stück mit Malte Spitz’ Daten ist ganz sicher keine VT, und es gibt noch stärkere Beispiele. Ich mag das auch nicht immer und immer wieder schreiben, aber wenn wir jetzt nicht diskutieren, kommen die europäischen Sicherheitsbehörden auf leichte Weise zum Ziel.

     
  5. dot tilde dot

    21. Mai 2012 at 15:11

    @opalkatze:

    klar ist das kürzer. klingt aber für an unpassende vergleiche gewöhnte ohren nach alarmismus. und war der nicht die kleine schwester von vt?

    mir geht auf den keks, wenn mir menschen (im allgemeinen, nicht sie oder herr froitzheim im speziellen) paranoia vorwerfen, nur weil sie selbst zu denkfaul sind, sich die sieben schichten im osi-modell mal ganz grob klar zu machen.

    das unwissen über die technischen grundlagen halte ich für eine unterschätzte hürde in diesem diskussionsprozess. ich ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich sie mit für die diskussiospartner unverständlicher polemik zu überwinden versuche. was natürlich regelmäßig fehlschlägt.

    .~.

     
  6. opalkatze

    21. Mai 2012 at 15:35

    @dot tilde dot
    [Stell dir bloß vor, jetzt finge auch noch wer von Layern an ...]

     
  7. Henning Höllein

    22. Mai 2012 at 19:28

    Ich sammel gerade die vielen Nebelkerzen der Urheberrechtsdiskussion ein und stelle sie auf meine Homepage:

    http://henninghoellein.de/index.php?id=35

     
  8. opalkatze

    23. Mai 2012 at 00:30

    Meine Güte, was für eine Fleißarbeit. Muss warten bis morgen, dann lese ich mich da mal hindurch.

     
  9. Publikviewer

    23. Mai 2012 at 02:14

    Wenn ihr endlich mal begreifen würdet, dass das Urheberrecht nur instrumentalisiert wurde um das Internet zu kontrollieren…
    Die Regierungen und die Lobbyisten haben es damit geschafft, den einfachen Bürger derart gegen die Reformer oder besser gesagt “Bewahrer”, des freien Internets aufzubringen, dass sie wahrscheinlich schon bald ACTA oder einen beliebigen Ableger durchsetzen werden können…:-(

     
  10. ujf99

    23. Mai 2012 at 10:41

    “Wenn ihr endlich mal begreifen würdet, dass das Urheberrecht nur instrumentalisiert wurde um das Internet zu kontrollieren…”

    Ja, wir Urheber sind halt alle dumm. Wir bilden uns die langen, zähen Verhandlungen nur ein, die vor zehn und vor sechs Jahren dem Ersten und Zweiten Korb der Urheberrechtsnovellierung vorausgegangen sind – Verhandlungen, bei denen die Lobbys der Zeitungsverleger (Korb 1) und der Druckertinten- und Geräteimporteure (Korb 2) alles daran gesetzt haben, ihre wirtschaftlichen Interessen gegen uns Urheber durchzusetzen (was ihnen leider dank Basta-Schröder und seinen Epigonen in der Großen Koalition recht gut gelungen ist). Wir halluzinieren, wenn wir uns bei der Meldung, die SPD warne in Gestalt der früheren Justizministerin Brigitte Zypries vor der sozial unzumutbaren Zwangsabgabe namens “Kulturflatrate”, daran erinnern, dass diese Dame anno 2006 am “Tag der Urheber” ostentativ mit Industrievertretern für die Kameras posierte, denen Patente auf teure Tintenpatronen wichtiger sind als das Auskommen der Kreativen mit ihrem Einkommen.

    Und wer so doof ist wie wir, glaubt auch, dass der CDU das Urheberrecht völlig schnurz wäre, wenn nicht Springer und Burda (natürlich aus Eigennutz) darauf bestünden, dass es bleibt. Ein Schäuble braucht kein Urheberrecht, um alles, was im Web vor sich geht, für überwachenswert zu halten.

    Nichts für die FDP, aber ohne Leutheusser-Schnarrenberger hätten wir schon die zweite verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung – ganz ohne das Urheberrecht dafür zu bemühen.

     
  11. Publikviewer

    23. Mai 2012 at 12:35

    Am Ende werden wohl alle verlieren, die Urheber, wie dieser ominöse Herr Regener, (Ich hatte vorher noch nie von dem gehört, Asche auf mein Haupt), angestachelt und benutzt durch die “Verwerter Industrie” oder auch neudeutsch “Content Mafia”,mit ihren überzogenen Ansprüchen auf “geistiges Eigentum” (der Spruch zergeht mir immer noch auf der Zunge), aber vor allem die Internet Nutzer, deren Inhalte dann nämlich General überwacht werden.
    So werden dann Schäuble, Merkel, die Brüsseler Eurokraten, manche Autoren sich die Hände reiben, dass sie es auf diesem Wege geschafft haben, die Vorratsspeicherung einzuführen, nachdem sie es nicht über die Terroristenschiene und uns auch nicht glaubhaft machen konnten, dass es ja so viele Pädophile gibt, die Bildchen im Netz austauschen.
    Wer hätte denn gedacht, dass ein “Urheberschutzgesetz” am Ende zu etwas nutze ist…..

     
  12. opalkatze

    23. Mai 2012 at 13:49

    Zustimmung. Heike Rost hat in einem Kommentar irgendwo einige sehr gangbare Vorschläge gemacht, mal sehen, ob ich ihn nachher noch mal finde.

    Du wirst zugeben, dass die Verteidigung des Urheberrechts sich gut macht als Begründung für die Einführung einer Überwachungsinfrastruktur. Wenn es für Schäuble so einfach wäre, hätten wir sie längst.

    Bis jetzt konnte übrigens keiner der Urheber die Frage beantworten, wie er sich die Sicherung seiner Rechte denn in praxi vorstellt. “Durchsetzen” ist ja nicht alles, dazu gehört auch die technische Umsetzung – über das Wie hat sich anscheinend niemand Gedanken gemacht. Ich bitte, sowohl mit der Bezeichnung als Verschwörungstheorie wie auch mit der Verteufelung des Urheberrechts schlechthin vorsichtig umzugehen. Abwägung ist letztlich leider arg aus der Mode gekommen.

     
  13. Publikviewer

    23. Mai 2012 at 14:56

    @ Opalkatze
    Sicher können die sogenannten Urheber das nicht.
    Von den Initiatoren dieser Kampagne unter anderem auch durch geschickte Medien-Manipulation aber letztlich eben doch von Regierungseite, haben sie tunlichst vermieden, den Urhebern auf die Nase zu binden, was denn eine Überwachung, einer Verschärfung des Urhebergesetzes beinhaltet.
    Denn selbst eine “Elke Heidenreich” ist auf den Kettenbrief initiiert durch diesen Typen von Cicero, reingefallen und hat ein derartiges Pamphlet unterschrieben…

     
  14. opalkatze

    23. Mai 2012 at 16:53

    Ja, klar. Aber wo liegt der Fehler? Wenn man den Leuten sagt, hey, es geht an eure Einnahmen, dagegen müssen wir was tun, unterschreiben sie natürlich. Dass im Nachgang kein Nachdenken einsetzt, sondern Argumente mit VT oder “wollen das Urheberrecht abschaffen” abgebügelt werden, ist doch das Problem.

    Die Inhalteanbieter haben natürlich mächtiges Geschütz aufgefahren (“Pogromstimmung”, hallo?!), und sie haben vel Geld in zielführende Lobbyarbeit gesteckt. Aber das enthebt nicht den Einzelnen, sich spätestens bei der Frage nach seinen Vorstellungen von der Umsetzung Gedanken zu machen.

    Wer sich als Angehöriger einer intellektuellen Elite sieht, hat gefälligst sein Gehirn einzuschalten.

    Eine der wenigen reflektierteren Wortmeldungen steht hier, der Autor ist allerdings, hm, umstritten. Suche immer noch Heike Rosts Kommentar …

     
  15. Al Ɛco

    23. Mai 2012 at 17:20

    Dann ist es also besser alles so zu belassen wie es ist und sich weiter ausbeuten lassen? Open Access ist nicht unbedingt die alleinige allumfassende Lösung. Aber ist es richtig in einer Wissensgesellschaft Wissen zu beschränken? Um es nochmal klar zu machen, es geht nicht darum das Urheberrecht abzuschaffen. Es geht darum es entsprechend anzupassen. Und damit ist auch gemeint die Rechte der Urheber gegenüber der Verwertern und Verlage zu stärken, was in dem von Ihnen angesprochenen Sachverhalt auch richtig wäre. Wenn Beschränkungen immer mehr ausgeweitet werden und für die Rechtsdurchsetzung Grundrechtseingriffe nötig werden, ist niemanden geholfen. Diese ganze Debatte hätte eigentlich schon vor 15 Jahren geführt werden müssen. Ziel ist es einen Weg zu finden Wissen offen der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen und auf der anderen Seite den Urhebern ein Auskommen zu sichern. Aber das was jetzt hier passiert geht in die komplett falsche Richtung. Und um das mal klar zu sagen, wenn freie Kreative “ausgebeutet” werden, hat das erstmal nichts mit der im Artikel angesprochenen Urheberrechtsdebatte zu tun, denn dort geht es um die Rechtsdurchsetzung von Verwertungsrechten. Das Problem der ganzen Debatte ist, das sie undifferenziert, populistisch und emotional geführt wird.
    Und nur zur Ergänzing: Ich bin selbst Urheber.

     
  16. Publikviewer

    23. Mai 2012 at 19:58

    Du hast es doch selbst schon beantwortet, zumindest andeutungsweise.
    Letztendlich bekommst Du sie alle beim Blick auf das Portemonnaie.
    Jeder jammert und meckert, weil er seine Pfründe nicht als genug gesichert erachtet.
    Weil auf Teufel komm raus Arbeitsplätze erhalten werden, haben wir Lohndumping, Zeit und Kurzarbeit, fast nur noch befristete Arbeitsverträge, Nullrunden, Verzicht auf das Weihnachtsgeld und ähnliches.
    Die Unternehmen, beuten die Arbeitnehmer nach allen Regeln der Neoliberalistischen Marktwirtschaft aus.
    Das heißt sie machen Druck, der erzeugt wiederum Angst, so das nach dem der Normalbürger nach dem Staat schreit um die Verhältnisse zu regeln.
    Was dem Volk und eben auch manchen intellektuellen unseres Staates nicht klar ist, ist die Tatsache das unsere Regierung ja erst mit dem Lissaboner Vertrag, die Weichen zugunsten der Großkonzerne und deren Lobbyisten gestellt hat.
    Es geht hier einzig und allein darum, dass die großen Medien und Musikverlage ihre Positionen sichern wollen und weiterhin abkassieren möchten ohne sich von irgendjemanden die Butter vom Brot nehmen lassen zu wollen.
    Deswegen wurde den sogenannten Urhebern diese stinkende Brötchen so schmackhaft gemacht und das funktioniert am besten über das Geld.
    Wie Du mit deinem Link, den ich inzwischen gelesen habe, auch ein schönes Beispiel geliefert hast, war dem Mann wohl auch nicht ganz so klar was er denn da so unterschreibt.
    Fazit, wie schon zu 68er Zeiten, möchte keiner auf sein Geld verzichten, und schon gar nicht eine umfassende Änderung unseres Finanz und Gesellschaftssystems.
    Deswegen wird wohl der Krug noch eine Weile zum Brunnen getragen werden müssen, bis er endgültig auseinander bricht.
    Das aber auch Dieser versiegen könnte ist bis jetzt kaum einem aufgefallen.

     
  17. opalkatze

    23. Mai 2012 at 20:22

    Ja.

     
  18. Dr. Richard Albrecht

    23. Mai 2012 at 21:31

    Hallo

    Sie ansprachen mich. Ich kann Ihnen nicht folgen. Und vermute, Sie haben, wie auch der Herr Verwörungspraktiker “publikviewer” [publicviewer] weder gelesen noch verstanden, was ich hier als “unmittelbarer Produzent” (Karl Marx), Urheber und Texterzeuger mehrfach einpostete, z.B. dieses Beispiel: http://duckhome.de/tb/archives/8561-ANSPRUCHSVOLLE-WISSENSCHAFTLICHE-FACHLITERATUR.html

    C’est à peu près tout – auf Gutdeutsch: und Tschüssie …

     
  19. nadar

    25. Mai 2012 at 14:54

    Offtopic: dunkelgraue Schrift auf dunkelbraunem Grund ist sehr besch…eiden zu lesen.

     
  20. Publikviewer

    25. Mai 2012 at 16:41

    Rien d ‘autre a ajouter Monsieur?

     
  21. Publikviewer

    27. Mai 2012 at 10:43

    Was hat den dieser verkackte Eurovision Song Dingsda mit dem Urheberrecht zu tun…??
    Und jetzt komm mir bitte nicht in diesem Zusammenhang mit geistigem Eigentum.

     
  22. opalkatze

    27. Mai 2012 at 14:15

    Ja. Liegt leider nicht in meinem Einflussbereich, das zu ändern, ist eine Voreinstellung von WP.com.

     
  23. opalkatze

    27. Mai 2012 at 14:16

    ?? Hatte ich zwar nichts drüber gesagt, aber eine Menge, ob du ihn magst oder nicht.

     
  24. genoland

    30. Mai 2012 at 17:05

    “es ist kein zeichen geistiger gesundheit, gut angepasst an eine kranke gesellschaft zu sein.”

    http://genoland.wordpress.com/2012/05/30/wehrt-euch-wacht-auf/

     
  25. Publicviewer

    14. Juli 2012 at 13:16

    Schon gelesen…:-(( http://derstandard.at/1341526759646/US-Gericht-erwaegt-ewiges-Urheberrecht
    Habe ich bei “Fefe” gesehen und kann es nicht glauben….???

     
 
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