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Wie kaputt sind wir eigentlich?

25 Sep

Das ist der Punkt, wo Toleranz und sogar Fremdschämen nicht mehr hilft. Trashig ist in den letzten 30 Jahren ungefähr fünfzehn Mal in und wieder out gewesen, ist ja auch ganz witzig; wer’s halt mag. Aber mir rollen sich die Fußnägel auf, wenn ich so was sehe und so was lese:

Kobus sieht ihren Miniatur-Schönheitssalon auch als pädagogisches Projekt. “Mädchen werden ständig mit dem Thema Frau-Sein konfrontiert”, sagt sie. “Wir müssen sie fachgerecht an das Thema heranführen.”

Und deshalb hat sie einen Beautysalon für Mädchen ab Fünf eröffnet, natürlich ganz in rosa und mit Schweinepreisen. Weil kleine Mädchen ja sonst keine richtigen, funktionsfähigen Frauen werden. Viele Menschen sind obdachlos oder davon bedroht, viele Mütter kriegen ihren Töchtern (und Söhnen) nicht mal ein Paar notwendiger Winterschuhe gekauft. Aber was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, oder gleich die ganz dicke Keule: Das ist ja nur Neid. Gegenkeule: Wie abgestumpft kann man sein?

Den Link zu der Modezeitung gibt es bei Shehadistan. Das Hochglanzblatt nennt seine Einfälle “Einzigartig extravagant”. Ich nenne das alles einzigartig krank.

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17 Kommentare

Verfasst von - 25. September 2012 in Frauen, Kaffeesatz, Kultur, Medien

 

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17 Antworten zu “Wie kaputt sind wir eigentlich?

  1. Sabine Engelhardt

    25. September 2012 at 16:00

    Also entweder fehlt da ein Übergang, oder Du hast zwei Dinge miteinander vermischt: Den Modesalon für ab 5jährige und die Vogue mit ihrem “Obdachlosen-Look”. Kann man zusammenhängend sehen, aber irgendwie fehlt mir der Übergang von dem einen Schrott zum anderen ;-)

     
  2. Tante Jay

    25. September 2012 at 16:05

    YEAH. Und dann kommen die pinkgefärbten Mädchen und glauben, dass man mit blondierten Haaren alleine alles erreichen kann, Hirn ist nicht mehr nötig, dass braucht man zum Kinderkriegen ja nicht.

    Wenn ich hier alleine schon anfange…meine Nichte, 6 Jahre. Ich liebe das Kind, aber die rennt nur in Pink rum. Blonde Haare, blaue Augen und alle sagen: “OOOOOH, was für ein tolles Mädchen”. *grmbl*

    Mir fallen Jungs in unserer Gesellschaft eh zu weit hintenüber. Girlsday hier (Jungs haben Schulfrei), Mädchenförderung da – und die Jungs stehen zu recht doof da und fragen sich: Was ist denn mit uns? Dass gerade Jungen gegenüber durch die Breite der Gesellschaft ein hochgradiger Mangel an Empathie besteht kann man wirklich bei *jeder* Diskussion sehen :(

    Und bevor ich selbst zum wütenden Troll mutiere, schließe ich an dieser Stelle. Und wünsche mir ernsthaft, dass doch bitte an alle Kinder gedacht wird. Ohne Farbrausch, der eh nur dazu dient, irgendwelche lachhaften produkte ohne Sinn zu verkaufen. :(

     
  3. opalkatze

    25. September 2012 at 16:15

    Nö. Zusammenhängend, aber absolut. Ich bin giftig.

     
  4. Andreas Moser

    25. September 2012 at 16:20

    So wird den kleinen Mädchen schon gezeigt, was sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft macht.
    Das erinnert mich an etwas, was ich vor ein paar Monaten auf Malta erlebte. Zum Weltfrauentag (!) erhielten Opfer häuslicher Gewalt (!) dort eine kostenlose Maniküre und Haarpflege: http://andreasmoser.wordpress.com/2012/03/17/malta-the-paradise-for-victims-of-domestic-violence/ Wie wenn DAS das größte Problem nach Vorfällen häuslicher Gewalt sei.

     
  5. Max Kuckucksvater

    25. September 2012 at 16:32

    Irgendwie muss doch ein fünfjähriges Mädchen lernen, was zu ihren neuen Highheels paßt! Tom Cruise Tochter läßt grüßen)

    (Achtung: Ironie)

     
  6. opalkatze

    25. September 2012 at 16:42

    Ironie-Tag brauchste hier nicht.

     
  7. tarian

    25. September 2012 at 18:41

    Hallo

    was meinen Sie mir KAPUTT und wen mit WIR?

     
  8. ninjaturkey

    25. September 2012 at 19:11

    »..YEAH. Und dann kommen die pinkgefärbten Mädchen und glauben, dass man mit blondierten Haaren alleine alles erreichen kann, Hirn ist nicht mehr nötig,…«

    @Tante Jay: Tatsächlich hat das pinke, blondierte Mädchen aus gut betuchtem Haus, dessen Mutti sich den Kram fürs Töchterchen leisten kann, auch nicht mehr nötig – siehe Fräulein Hilton. Und unsere Medien liefern fleißig weitere Vorbilder aus dem Halbpräkariat wie Frau Katzenberger.

     
  9. piet

    25. September 2012 at 19:13

    moppelkotze – Wann werden Nierentischchen, “Wie sag ich´s meinem Kinde?” und die Arbeitserlaubnis vom Herrn Gatten wieder en vogue ? Schauderschüttel…

     
  10. Michi

    25. September 2012 at 19:16

    “Junge Prinzessinnen lernen von klein auf den bewussten und doch spielerisch-vergnüglichen Umgang mit Beauty-Produkten.” – Aber Haarefärben ist pfuibäh. Wie passt das denn zusammen?

    “Bald will sie noch einen Salon eröffnen. Für “kleine Superhelden” und solche, die es werden wollen. Diesmal ganz in Hellblau.” – Jau. Es lebe das Klischee.

     
  11. opalkatze

    25. September 2012 at 19:52

    Wieso nur fällt mir gerade Schröder ein … Ah – die Peanuts, natürlich.

     
  12. opalkatze

    25. September 2012 at 19:56

    Es gibt eine Vorschrift, die Friseuren die Anwendung von Haarfärbemitteln bei unter 16-Jährigen verbietet, weil die Substanzen darin für den nicht ausgewachsenen Körper schädlich sind. Davor haben die Angst wie der Teufel vorm Weihwasser.

     
  13. opalkatze

    25. September 2012 at 19:57

    Unsere Gesellschaft; kaputt geht wohl ausreichend aus Text und Links hervor.

     
  14. opalkatze

    25. September 2012 at 20:02

    Och, war damals sehr gemütlich. Das mit der Einwilligung des Ehemanns in eine Berufstätigkeit galt übrigens noch bis 1977 –

     
  15. Jo

    26. September 2012 at 02:53

    Jungs werden Superhelden und retten die Welt, Mädchen werden … hübsch anzusehen. Traurig.

     
  16. Joachim

    26. September 2012 at 09:33

    Ihr versteht das alles flasch. Schon mal überlegt, dass in einer modernen Informationsgesellschaft das Alleinstellungsmerkmal der Elite verloren geht? Wozu soll man dann noch arbeiten (lassen), wenn alle in etwa intellektuell gleich sind? Also, ab einem gewissen Einkommen braucht man besondere Schulen, lernt Chinesisch im Kindergarten und hebt sein Kind auch optisch vom Pöbel ab. Logisch, nicht jeder kann Abitur machen. Irgendwer muss putzen gehen und Müll wegräumen.

    Der entstehende Modedruck für alle pubertierende ist gleich noch praktisch, um den Proles allen Schrott andrehen zu können. Das fördert die Wirtschaft und das ist doch notwendig um etwa Banken und Co. zu retten.

     
  17. taria

    26. September 2012 at 22:51

    Hi Tante

    klar doch: was inner Birne, vulgo Hirn, brauchste wennde keine Kinder kriegen willst, das war schon seit Knauss-Ogino bei den Katholiker(inne)n so, durftestde dich nicht verrechnen;-)

     
 
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