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Meedia und die ganz billige Häme

08 Nov

Es ist sehr einfach, von einem einigermaßen gesicherten Arbeitsplatz, fest oder frei, auf Kolleginnen herabzublicken. Und zwar, weil sie “das Internet vorlesen”, etwas, das der Schreiber offenbar als unwürdig empfindet. Er sollte wissen, dass auch das redaktionelle Vorbereitung erfordert und nicht dem ‘Fräulein-Nummer’-Bild entspricht, das er mit so viel Häme zeichnet. Umso schlimmer.
Außerdem müsste man gerade als Medienjournalist bei einem Medienmagazin, das gelegentlich das Gras wachsen hört, die Marktlage kennen. Sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder Journalismus-Job, der heute noch ein regelmäßiges Einkommen verspricht, viel wert ist; übrigens auch der eigene. Vielleicht haben die verächtlich als Twitter-Tussis bezeichneten Frauen sich im Studium etwas anderes vorgestellt. Vielleicht machen sie das, was sie tun, sehr gerne. Ich weiß es nicht. Was ich aber genau weiß: Was Meedia sich da leistet, ist billigste Arroganz, auf Kosten von Kollegen. Wohl dem, der kann? Pfui Teufel.

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7 Kommentare

Verfasst von - 8. November 2012 in Journalismus, Kultur, Medien, Web 2.0

 

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7 Antworten zu “Meedia und die ganz billige Häme

  1. ClaudiaBerlin

    9. November 2012 at 22:46

    Danke, du sprichst mir aus der Seele!

    Schon unglaublich, dass sowas im Jahr 2012 in einem eigentlich ganz ernst zu nehmenden Mag locker hin geschrieben wird! Zum Kotzen.

     
  2. opalkatze

    9. November 2012 at 22:57

    Hm, das ist auch so ‘ne Sache. Mir ist die Kombinations aus kress und turi2 lieber. Manchmal etwas langsamer, aber bisher zuverlässig.

     
  3. wvs

    10. November 2012 at 15:52

    Zu Jeannine Michaelsen hatte ich – lang bevor der o.g. Artikel erschienen ist – auch schon mal etwas gebloggt (01.09.2012). Ich muß gestehen, mein Blogeintrag und meine Meinung zu Frau Michaelsen sind nah an dem, was hier als “billige Häme” bezeichnet wird. Es ist mir wichtig festzustellen, daß ich Frau Michaelsen nicht als Frau, sondern als Moderatorin angreife, zugegeben mit Sarkasmus, bestimmt nicht mit Häme.

    Fragen wir doch mal (für diesen ‘Fall’, die anderen kenne ich nicht und deswegen kann ich dazu nicht Stellung nehmen) was Frau Michaelsen wirklich kann:
    Vor dem ‘blue screen’ auf und ab gehen und so tun, als ob sie von der Sache, also den Inhalten der Informationen die sie präsentiert, etwas verstünde.

    ‘Journalistische Arbeit’ stelle ich mir anders vor, bestimmt nicht als Brei aus Meinung und Zitatefetzen. Es fehlt der Hintergrund. Gut aussehen ist bestimmt voteilhaft, aber es ersetzt nicht Sachkenntnis, Erfahrung und Recherchearbeit – genau da setzen meine Zeifel an.

    Unkritische Übernahme von Statements zu aktuellen Ereignissen – wie in einschlägigen Blättern und Nachrichtensendungen verbreitet, braucht niemand. Auch keine Auswahl aus den sogenannten ‘sozialen Medien’, die sollte man lieber den Bürgern selbst überlassen.

    Oder Halt, möglicherweise doch:
    Es scheint als wolle man mit einem solchen Format die ‘Jungen’ nochmal separat indoktrinieren, weil die ja Nachrichten nicht mehr schauen und Zeitungen nicht lesen ….

     
  4. opalkatze

    10. November 2012 at 17:48

    Journalismus ist nicht nur das, was man sieht, sondern zu einem viel größeren Teil Ergebnis dessen, was man nicht sieht.

    Internet-Übersetzer sind leider (noch) nötig, vorerst sind wir im Netz noch die Minderheit. Sie zeigen Menschen, die eben nicht im Internet sind, was dort passiert, und animieren vielleicht manchen, es selbst mal zu versuchen. Bliebe die Darstellung des Internets ausschließlich deutschen Politikern überlassen, würde vor lauter Panik niemand mehr auch nur auf “Power ON” drücken.

     
  5. wvs

    10. November 2012 at 18:46

    Grundsätzlich sind wir hinsichtlich der Darstellung des Internets durch Politiker einig, ebenso verhält es sich in Bezug auf die Einschätzung der Nutzung insgesamt – ich habe viele Jahre in U.S.A. gelebt und dort sieht es bedeutend anders, besser aus. Hierzulande wird nicht zuerst die Chance sondern das Risiko gesehen – das hat vorrangig wohl mit der Mentalität von ‘uns Deutschen‘ zu tun.

    Wenn ‘Übersetzer’, dann aber bitte solche die nicht mehr Porzellan zerschlagen als nötig.

    Ich bin kein Journalist, kenne aber einige näher. Deswegen habe ich ja die Zweifel, denn was ich da an Selbstüberschätzung erlebt habe füllt Bände – man kann nun mal Fachwissen nicht durch Recherche ersetzen und aus meiner Sicht wäre etwas Zurückhaltung bei vielen journalistisch Tätigen besser als der Mut zur Lücke, die dann durch Mutmaßungen gefüllt wird.

     
  6. opalkatze

    10. November 2012 at 19:04

    Tschä, wenn denn das Fachwissen angemessen bezahlt würde – leider sitzen aber in den hochlehnigen Sesseln keine Verleger mehr, sondern Controller. Redaktionen werden so lange eingedampft, bis sie gar keine ordentlichen Leistungen mehr bringen können, Freie werden behandelt wie Bittsteller, und über allem schwebt allein seligmachend dpa, die für die Inhalte sorgt, sind ja eh bezahlt. Wohl dem, der noch einen Redakteursplatz hat, von dem er leben kann. Wer keinen ergattert, wandert früher oder später in die PR ab, die besser bezahlte Stellen bietet, oder macht etwas ganz anderes. Sich also auf die ehemalige vierte Gewalt zu verlassen, ist aktiv wie passiv ein verdammt unsicheres Geschäft.

     
  7. Frederic

    12. November 2012 at 13:57

    Wer noch mehr dazu lesen möchte: Warum ich finde, dass es Twitter-Tussis im TV braucht: https://plus.google.com/u/0/101647865456526978004/posts/VRdccXAUHfJ
    LG, Frederic

     
 
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