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Medienzukunft, selbsterklärend

13 Nov

Die folgenden Ausschnitte stammen ausschließlich aus dem heutigen turi2-Nachmittags-Newsletter heute2, den Kaffee-Leser eher nicht bekommen. (Das macht man eigentlich nicht, aber Peter Turi liest ja vielleicht gerade nicht mit.) Was das soll? Mit den unkommentierten Kästchen will ich eine kleine Geschichte erzählen.
 

Verleger geben “FR” auf.
[..] Die angesehene linksliberale “Frankfurter Rundschau” steht vor dem Aus, die Gesellschafter wollen kein Geld mehr zuschießen. [..] Der Verlag hat am Dienstagvormittag um 9.45 Uhr beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz angemeldet. Die Perspektiven ist düster, ein Überleben der Printausgabe unwahrscheinlich. Die Pleite kommt keineswegs überraschend: Seit Jahren verpuffen alle Spar- und Notmaßnahmen angesichts sinkender Auflagen und wegbrechender Anzeigenumsätze. Der Verkauf der Mehrheit des Blattes an DuMont Schauberg half ebensowenig wie die Umstellung aufs Tabloid-Format, die Konzentration auf Regionales, die Kooperation mit “Berliner Zeitung” und – vor allem – die Entlassung von immer mehr Redakteuren.
(turi2/heute2, 13.11.2012)

 

Prinz dankt als gedrucktes Stadtmagazin ab, die Dezember-Ausgaben an 14 Standorten sind nach über 20 Jahren die letzten. Künftig will der Jalag “Prinz” nur noch als “tagesaktuelles Online-Magazin” führen. Der Abschied vom Papier sei “wirtschaftlich notwendig”, die Zielgruppe junger Großstädter nutze “digitale Angebote” statt Print. 50 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
(turi2/heute2, 13.11.2012)

 

El País entlässt die ersten Mitarbeiter: 52 Kündigungen wurden am Sonntag per E-Mail ausgesprochen, 77 weitere sollen folgen. Der Medienkonzern Prisa will bei Spaniens auflagenstärkster Zeitung ein Drittel der Stellen streichen.
(turi2/heute2, spiegel.de, 13.11.2012)

 

Meistgeklickter Link gestern Abend war der Bericht im Deutschlandfunk über eine Luxus-Pressereise nach Warschau, bei der sich acht Reisejournalisten willig vor den Karren eines Hotelkonzerns spannen ließen.
(turi2/heute2, dradio.de, 13.11.2012)

 

Coca Cola setzt seine vor einem Jahr angekündigte Content-Strategie in die Tat um: Die Website des Getränkeherstellers kommt nun im Stil eines Online-Magazins daher und setzt auf Social-Media-Technologien. Vier Vollzeit-Redakteure und 40 freie Autoren bestücken die Seite mit Inhalten.
(turi2/heute2, indiskretionehrensache.de, 13.11.2012)

 
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8 Kommentare

Verfasst von - 13. November 2012 in Journalismus, Kultur, Medien, Web 2.0

 

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8 Antworten zu “Medienzukunft, selbsterklärend

  1. Erbloggtes

    13. November 2012 at 18:31

    Die Realität erklärt sich selbst. Kommentar überflüssig.

     
  2. opalkatze

    13. November 2012 at 18:36

    Aber auf mich hört ja keiner.

     
  3. rundertischdgf

    13. November 2012 at 18:44

    Macht die Medienzunft die Lemminge oder gehören sie selbst dazu?

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/11/13/im-sog-der-masse-heute-mainstream-genannt/

     
  4. opalkatze

    13. November 2012 at 20:14

    Links lassen sich übrigens viel besser über Twitter schleudern.

     
  5. rundertischdgf

    13. November 2012 at 23:37

    Passt doch zum Thema, aber jetzt haben wir sogar mal die Twittertaste von opalkatze gedrückt!

     
  6. Olivier Holmey

    8. Dezember 2012 at 20:15

    Obwohl eine Erklärung doch nützlich sein kann… http://germanoutlook.wordpress.com/2012/12/08/newspapers-in-crisis/

     
  7. opalkatze

    14. Dezember 2012 at 20:38

    Etwas verspätet: Dankeschön :)

     
  8. Olivier Holmey

    14. Dezember 2012 at 20:51

    Sehr gerne!

     
 
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