Schön war die Zeit. Wirtschaftswunder, kräftige Konjunktur, Arbeit für alle, endlich genug zu essen, sozialer Wohnungsbau, schlagkräftige Gewerkschaften und eine starke D-Mark. Die Nazis, die im Bundestag oder in Verwaltungs- und Richterämtern saßen und die in der eigenen Familie, wurden großzügig ignoriert, die Deandln warn sittsam, die deutsch-französische Freundschaft besiegelt, und alle Welt wollte Waren Made in Germany kaufen.
Hach.
Nach solchen Zeiten kann man schon Sehnsucht bekommen: Heintje wurde digitally remastered (“80 der größten Erfolge und 16 unveröffentlichte Aufnahmen!”), das Weiße Rössl neu verfilmt. Eine Neufassung des Königlich Bayerischen Amtsgerichts gibt es auch. Leider lässt der moderne Vorsitzende die schlitzohrige Klugheit des Fernsehvorbilds vermissen. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: 60er Jahre, Alternativlosigkeit, gesellschaft, Konservatismus, Realpolitik, sozialabbau, Wirtschaftswunder
Campact-Newsletter vom 25. April, bitte unterzeichnen und weiterreichen:
Kommt der Entwurf aus der EU-Kommission (DG SANCO) durch, wäre es das Aus für viele alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten: Es dürfte nur noch Saat- und Pflanzgut von Sorten in den Handel, die den Industrienormen entsprechen – so wie es Agrarkonzerne wie Monsanto, Syngenta und BASF herstellen. Auf der Strecke blieben viele heimische Sorten, die unseren Speiseplan bereichern. Und dafür sorgen, dass sich unsere Landwirtschaft an den Klimawandel, neue Krankheiten und Schädlinge anpassen kann.
Am 6. Mai will die EU-Kommission über den Entwurf entscheiden. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: alte sorten, basf, Biodiversität, eu-kommission, EU-Saatgutverordnung, gemüse, industriefraß, junk food, lebensmittel, monsanto, obst, Satgut, save our seeds, Syngenta, vielfalt
Befragt wurden in Deutschland 5.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Einer davon sagt: “Wenn man einen guten Job haben will, dann muss man halt immer gute Noten schreiben.” Ein anderer beschreibt Mobbing als Problem.
Warum, so die Frage, schneidet Deutschland bei objektiven Faktoren kindlichen Wohlbefindens, die von der Gefahr materieller Armut über Bildung, Gesundheit, Wohnung und Umwelt bis hin zum Risikoverhalten so einiges an kindlichem Leben abdecken, gut ab, um dann bei der eigenen Einschätzung der Kinder auf den 22. Platz abzustürzen? In keinem anderen der hier untersuchten 29 Länder findet sich eine solche Kluft. (Unicef)
Weil deutsche Politiker sich wirkungslose Maßnahmen wie das Bildungspaket oder das Betreuungsgeld ausdenken, liebe UNICEF. Nach den Kindern fragt keiner. Hauptsache, sie machen keinen Lärm.
Heraus kommt: Leistungsträgernachwuchs. Humankapital. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: kinder, Kinderarmut, Lebenszufriedenheit, Leistungsdruck, UNICEF-Studie 2013, Vorbilder, Wohlbefinden
Ich bin schrecklich enttäuscht und wütend und ratlos. Fast drei lange Jahre haben viele kluge, engagierte Menschen sich gegen das Leistungsschutzrecht gewandt, viel Zeit und Nerven und immer noch einmal Erklären in ihren Protest investiert. Damit eine einstmals kämpferische Partei im letzten Moment ohne Not alles umschmeißt und die jahrelangen Bemühungen mal eben scheitern lässt. Jetzt weiß ich definitiv, dass die BILD wichtiger ist als der Wähler. Ich fühle mich verarscht und betrogen. Und ich habe tiefes Mitgefühl mit denen, die sich innerhalb ihrer Parteien lang gemacht haben gegen diesen Schwachsinn und jetzt noch viel dümmer dastehen als ich. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: abstimmung, bundesrat, leistungsschutzrecht, Linkkultur, lsr, nrw, spd, verleger, zukunft
Ja, liebe Kinder, was erwartet ihr denn? Wenn jemand als Avatar ein Ei hat? Sich nicht mal die Mühe macht, irgendein Bildchen zu suchen, in drei Teufels Namen auch ein Ponybild? Oder seinen Twitternick in elbischen, klingonischen oder was weiß ich für exotischen Zeichen schreibt? Der will doch alles, bloß um Himmels Willen nicht, dass man Kontakt zu ihm aufnimmt, oder?
Die vielen Leute, die als “Selbstbeschreibung” ihre LinkedIn-URL und “Berater für [hier irgendwas ganz doll Wichtiges einsetzen]” angeben. Oder wo nur drin steht, “Autor des Bestsellers [hier irgendwas völlig Unbekanntes einsetzen]“. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: internet, kommunikation, sn, social media, soziale netzwerke, twitter
Mathias sagt in den Kommentaren: “Es ist meines Erachtens irrelevant, ob ein Verlag ein LSR unterstützt hat oder nicht, es sollte entscheidend sein, ob er das ihm vom Bundestag zugesprochene Leistungsschutzrecht gedenkt einzusetzen, wenn das Gesetz in Kraft tritt.” Ja. Mehr darüber bei Robert Basic. Und die Kritik an Roberts Fragen. 28.3.: Karsten hat auf Lousypennies eine Liste zusammengestellt. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: blacklist, fernsehen, leistungsschutzrecht, lsr, magazin, positivliste, presse, print, regionalpresse, rundfunk, sender, verlage, whitelist, zeitung
Skandal! Skandal! Heute neu! Frischer Skandaaal!
Ach, ist das nicht schön? Diese hohe Schlagzahl – immer Abwechslung, immer was Neues, Aufregendes, das für Gesprächsstoff in der Teeküche und im Supermarkt, auf dem Bauhof und in der Presse sorgt. Wunderbar. Ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, eine (Online-) Zeitung zu gründen, die alle Lebensmittelskandale sammelt, die Hintergründe, Summen und Akteure recherchiert und der begierigen Kundschaft dann die Fiktion des Gegenteils als Lesefutter anbietet? Als Alternative zu diesen ganzen ekligen, chemieverseuchten oder unkorrekten sogenannten Nahrungsmitteln? Read the rest of this entry »
Schlagwörter: Eier, ernährung, Gesetzgeber, lebensmittel, Lebensmittelskandale, nahrungsmittel, Vorschriften
Ich bin außer mir. Das geht ja gar nicht. Dabei weiß ich nicht einmal, ob mich Amazons Arbeitsbedingungen und Kontrolltruppen oder das mit dem Pferdefleisch mehr empören. Und natürlich werde ich …
Gar nichts werde ich. Genauso, wie die meisten anderen auch.
Bei vielen ist es Bequemlichkeit, Amazon durch Bestellungen einfach weiter zu finanzieren. Für mich ist es außerdem praktisch, weil ich weit weg von der nächsten Stadt wohne. Für Dinge, die ich über die Grundversorgung hinaus benötige oder haben möchte, bin ich einen ganzen Tag unterwegs und muss den Kram dann auch noch schleppen. Für mich ist Amazon auf der ganzen Linie günstiger. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: Absichtserklärung, aigner, amazon, einkommen, fairness, globalisierung, kontrolle, lebensmittel, Menschenwürde, Pferdefleisch, qualität, Regionalität, Sicherheitsdienst, verdienst
Dieser Tage sind gerade wieder Netzbetrachtungen en vogue. Reflektion ist ja schön, aber weshalb wird bei all der Eulenselbstbespiegelei eigentlich die Rolle der Politik nicht erwähnt?
Wir hätten einen Haufen weniger Probleme, wenn interessierte Politiker nicht unermüdlich auf die Risiken und Gefahren des Netzes hinwiesen. Und die hofberichterstattenden Medien das nicht aufgriffen und Otto N. und Lisa Müller-Lüdenscheidt das negative Bild medial verstärkt in die Wohnstuben brächten. Für Nichtnetzmenschen muss das aussehen wie eine ganz üble Räuberhöhle. Nur der Telekombrowser, Amazon und Ebay sind sicher. Und was Jörg Schieb sagt. Meine Güte.
“Das Netz” gibt es nicht. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: öffentlichkeit, german angst, internet, netz, wahrnehmung
Wie viele andere, habe ich mich gestern und heute ein paar Stunden durch die Tweets, Posts und Zeitungsbeiträge gelesen. Das war nicht so gedacht, aber das Geschriebene hat mich irgendwie eingesogen. Ich konnte einfach nicht aufhören, zu lesen.
Da kommt so viel Wut und Frust und Angst und Abscheu hoch, dass ich eigentlich gar nicht begreife, warum dieser Ausbruch nicht viel eher kam. Frauen, die ich immer als besonders taff und schlagfertig eingeschätzt habe, haben ganz offen über gemachte, ekelhafte Erfahrungen geschrieben und getwittert. Das fand ich sehr, sehr beeindruckend. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: #aufschrei, Achtung, Anmache, Übergriffe, Gedankenlosigkeit, Herrenwitze, macht, respekt, Respektlosigkeit, sexismus, sexuelle Belästigung
Neineinein, keine Angst, das ist gar nicht so schwer. Das macht sogar Spaß und ist richtig spannend. Das mit dem spannend sagt auch der Malte Hinz von der Westfälischen Rundschau, der muss das als Exbetriebsrat und Chefredakteur schließlich wissen.
Also, erst mal entlassen wir alle. Daraus machen wir eine schicke Überraschung, so, wie der Herr Nienhaus das gemacht hat. Weil, sonst merken ja die anderen Medien, dass bei uns gerade was ganz Tolles, Wegweisendes passiert, und das sollen die ja noch nicht. Wir selbst haben natürlich schon längst alles geplant und können jetzt ein zukunftsfähiges Konzept präsentieren. Der Name ist gut eingeführt, wären wir ja blöde, wenn wir den änderten. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: entlassungen, print, waz, Westfälische Rundschau, WR, zeitung, zeitungssterben, Zombieblatt
Die folgenden Ausschnitte stammen ausschließlich aus dem heutigen turi2-Nachmittags-Newsletter heute2, den Kaffee-Leser eher nicht bekommen. (Das macht man eigentlich nicht, aber Peter Turi liest ja vielleicht gerade nicht mit.) Was das soll? Mit den unkommentierten Kästchen will ich eine kleine Geschichte erzählen.
Verleger geben “FR” auf.
[..] Die angesehene linksliberale “Frankfurter Rundschau” steht vor dem Aus, die Gesellschafter wollen kein Geld mehr zuschießen. [..] Der Verlag hat am Dienstagvormittag um 9.45 Uhr beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz angemeldet. Die Perspektiven ist düster, ein Überleben der Printausgabe unwahrscheinlich. Die Pleite kommt keineswegs überraschend: Seit Jahren verpuffen alle Spar- und Notmaßnahmen angesichts sinkender Auflagen und wegbrechender Anzeigenumsätze. Der Verkauf der Mehrheit des Blattes an DuMont Schauberg half ebensowenig wie die Umstellung aufs Tabloid-Format, die Konzentration auf Regionales, die Kooperation mit “Berliner Zeitung” und – vor allem – die Entlassung von immer mehr Redakteuren.
(turi2/heute2, 13.11.2012) Read the rest of this entry »
Schlagwörter: entlassungen, entwicklungen, medienbranche, newsletter, online, pr-reisen, print, turi2, zeitungssterben, zukunft
Es ist sehr einfach, von einem einigermaßen gesicherten Arbeitsplatz, fest oder frei, auf Kolleginnen herabzublicken. Und zwar, weil sie “das Internet vorlesen”, etwas, das der Schreiber offenbar als unwürdig empfindet. Er sollte wissen, dass auch das redaktionelle Vorbereitung erfordert und nicht dem ‘Fräulein-Nummer’-Bild entspricht, das er mit so viel Häme zeichnet. Umso schlimmer.
Außerdem müsste man gerade als Medienjournalist bei einem Medienmagazin, das gelegentlich das Gras wachsen hört, die Marktlage kennen. Sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder Journalismus-Job, der heute noch ein regelmäßiges Einkommen verspricht, viel wert ist; übrigens auch der eigene. Vielleicht haben die verächtlich als Twitter-Tussis bezeichneten Frauen sich im Studium etwas anderes vorgestellt. Vielleicht machen sie das, was sie tun, sehr gerne. Ich weiß es nicht. Was ich aber genau weiß: Was Meedia sich da leistet, ist billigste Arroganz, auf Kosten von Kollegen. Wohl dem, der kann? Pfui Teufel. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: medienkritik, medienmagazin, meedia, twitter
“Schreiben in Zeiten des Web 2.0″ hat der Journalist und Blogger sein Buch untertitelt, und genau das findet man darin: Einen engagierten Aufruf, zu schreiben – aber anders.
Vorab: Wer sich bei F.A.Z., Süddeutscher, ZEIT, Broder, Matussek und Seibel stilistisch wie inhaltlich stets gut aufgehoben fühlt, braucht gar nicht weiterzulesen. Wer aber wissen möchte, wie Sprache ‘funktionieren’ kann, wie man einen lesenswerten Text baut, wer Leser auf seine Website locken will, der ist hier richtig. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: bloggen, buch, Klaus Jarchow, Nach dem Journalismus, Rezension, schreiben, Stilfibel
Rohstoffschwemme und Erklärungsbedarf
Wir haben 2012. Unsere technischen Möglichkeiten übertreffen die aller Generationen vor uns. Wir verfügen über Informationen von wahrlich überwältigendem Ausmaß. Leider sind wir längst nicht mehr in der Lage, auch nur den Teil, der uns am meisten interessiert, in vertretbarer Zeit zu verarbeiten.
Die Geschwindigkeit, mit der die Informationen weitergegeben werden, war noch nie so hoch. Die Nachricht vom Umfallen des sprichwörtlichen Sacks Reis in China erreicht uns binnen Sekunden, gleichzeitig finden überall weitere Ereignisse statt, die uns ebenfalls sofort gemeldet werden. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: besitzstandswahrer, depublizieren, fernsehen, leistungsschutzrecht, lsr, nachrichtenagenturen, online, presse, print, rundfunk, sender, tagesschau-app, urheberrecht, urhg
Das ist der Punkt, wo Toleranz und sogar Fremdschämen nicht mehr hilft. Trashig ist in den letzten 30 Jahren ungefähr fünfzehn Mal in und wieder out gewesen, ist ja auch ganz witzig; wer’s halt mag. Aber mir rollen sich die Fußnägel auf, wenn ich so was sehe und so was lese:
Kobus sieht ihren Miniatur-Schönheitssalon auch als pädagogisches Projekt. “Mädchen werden ständig mit dem Thema Frau-Sein konfrontiert”, sagt sie. “Wir müssen sie fachgerecht an das Thema heranführen.” Read the rest of this entry »
Schlagwörter: empathie, kinder, lifestyle, mode, moral, trash
Wenn ich mal groß bin und will so richtig die Kontrolle übernehmen, dann schreib ich so was auf mein Blog. Klappt garantiert, wetten? Lest euch die Docs durch, falls ihr sie noch nicht kennt. Besucht die Seite am besten nur mit, na, ihr wisst schon.
2004 E-Terror
2006 Hezbollah use of the Internet Read the rest of this entry »
Schlagwörter: überwachung, cecilia Malmström, censilia, clean it, edri, terrosrismusbekämpfung, white it, zensur
Am Montag findet eine Anhörung zur Evaluierung des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes statt – die wichtigen Fragen stehen nicht zur Debatte.
In der öffentlichen Sachverständigen-Anhörung des Innenausschusses geht es um ein 565-seitiges Gutachten und um einen Gesetzentwurf* der Grünen:
Nach dem Willen der Grünen-Fraktion soll in Artikel 5 des Grundgesetzes (Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft) neu eingefügt werden: „Jeder hat das Recht auf Zugang zu Informationen öffentlicher Stellen sowie zu Informationen nicht öffentlicher Stellen, soweit diese öffentliche Aufgaben wahrnehmen. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: Aufsplittung, Auskunft, grüne, grundgesetz, IFG, informationsfreiheitsgesetz, Informationszugangsgrundrecht, kosten, Kostendeckelung, politik, Steurgelder, Verschleppung, Zugang zu amtlichen Informationen
Ist das nicht ein schönes Wort? Leider nicht von mir, sondern von Einem, den man niemals daran erinnern muss, dass Deutsch eine reiche, bunte und schöne Sprache ist. Möglicherweise hören sich Liebeslieder auf Italienisch besser an, Beschreibungen diffiziler Gefühlslagen auf Französisch und Sonette auf Spanisch. Deutsch ist keine ‘schöne’ Sprache, aber man kann in ihr alles sagen, darstellen und beschreiben, was man möchte. Und wenn man Kitsch nicht scheut, auch den.
Wozu also wurden in den letzten dreißig Jahren all diese Kunst- und Plastiksprachen geschaffen, die seitdem so unendlich nerven? Neusprech für die Politik, Beratersprech für ganze Branchen von Werbefuzzis bis zu Lobbyisten, selbst Blogger übernehmen den schrecklich steifen Nachrichtenstil, von dem sie meinen, das sei gutes Deutsch. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: ausdrucksweise, beratersprech, denglisch, deutsch, fachsprache, fremdworte, neusprech, sprache, umgangssprache, wissenschaftsdeutsch
Ich bin dafür, endlich letztschlüssig über die Frage nachzudenken, ob man nicht vielleicht den Schierlingsbecher wieder einführen sollte. Der 79. Geburtstag böte sich an (bei Frauen evtl. der 84.), spätestens aber, wenn die Arbeitskraft und/oder irgendein sonstiger, verwertbarer Nutzen nicht mehr nachzuweisen sind.
Dazu empfehle ich dringend die Erstellung eines Verwertbarkeitszertifikats, das mitzuführen und auf Verlangen vorzuweisen ist. So könnte jederzeit schnell und unbürokratisch (und damit kostensparend!) nachgewiesen werden, ob sich beispielsweise nach einem Unfall eine Reparatur noch lohnt. Auch der Einbau von Ersatzteilen wie Zahn- oder Gelenkprothesen könnte so auf das tatsächlich notwendige Minimum – nur zur notwendigen Instandhaltung – reduziert werden. Es sollte auch überlegt werden, ob nicht die Implentierung eines RFID-Chips mit einem Verfallsdatum sinnvoll wäre, das ab dem 50. Verwertungsjahr nach einer Generaluntersuchung durch die zuständige Zentralwerkstatt sukzessive um jeweils zwei Jahre verlängert werden kann. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: arbeitskraft, eliten, familie, lebensqualität, menschenbild, multiplex, sozialabbau, sozialpolitik, umverteilung, verwertbarkeitsnachweis, wert der arbeit
+++ wird ergänzt +++
Die von @egghat am Donnerstag begonnene Whitelist der Zeitungen/Magazine, die es im Print und Online gibt, hat sich noch nicht bemerkenswert gefüllt. Vor allem fällt auf: Die Verlage, die ein Leistungsschutzrecht gefordert haben bzw. unterstützen, sind leicht zu finden. Bei den Ablehnenden ist es schwieriger.
Das kann zwei Gründe haben: Naheliegend wäre, dass man sich lieber alle Optionen offenhält. Nicht ganz so offensichtlich ist die Tatsache, dass die Belegschaft von der Redaktion bis zur Geschäftsführung uneinig ist. Gestern habe ich kurz mit einer Bekannten gesprochen, die bei einer großen Regionalzeitung arbeitet. Sie erzählte, das Klima sei gerade nicht sehr angenehm, weil Kollegen, sie seit Langem gut zusammenarbeiten, sich über das LSR in die Haare gerieten oder schlicht weigerten, “so einen Schwachsinn zu verkaufen”. Anscheinend ist dort auch die Führungsetage nicht restlos mit der Konzernpolitik einverstanden. Die einfachen Redakteure haben Angst um ihre Arbeitsplätze, wenn die Umsätze noch weiter zurückgehen. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: eiertanz, leistungsschutzrecht, lsr, verleger, whitelist
Unter der beeindruckenden Überschrift Neues Rundfunk-Finanzierungssystem · Beitrag “zum Erhalt der Demokratie” durfte heute der juristische Direktor und stellvertretende Intendant des Bayerischen Rundfunks, Albrecht Hesse, einen Werbetext über die ab 2013 zu entrichtende Haushaltsabgabe auf sueddeutsche.de veröffentlichen.
Gleich eingangs heißt es dort:
Das neue Finanzierungssystem hat den Vorteil, dass es keine Geräte-Kontrollen mehr gibt und damit keinen Streit mehr darüber, ob es sich im Einzelfall um ein Rundfunk-Empfangsgerät handelt.
Verehrter Herr Hesse, was meinen Sie, wie wenig störend eine Gerätekontrolle im Vergleich mit einer permanenten Rasterfahndung wirkt? Oder mit der Verpflichtung der Vermieter, die persönlichen Daten ihrer Mieter herauszurücken? Read the rest of this entry »
Schlagwörter: 15. rundfunkänderungsstaatsvertrag, 15.RÄStV, albrecht hesse, ard-zdf-onlinestudie, br, gastbeitrag in der sz, gez, haushaltsabgabe, kef, kurt beck, medienkritik, rundfunkbeitragsstaatsvertrag, rundfunkgebühr, staatskanzlei rlp, swr, talkshows, vorsitzende der rundfunkkommission der länder, wiederkäuer-tv