Campact-Newsletter vom 25. April, bitte unterzeichnen und weiterreichen:
Kommt der Entwurf aus der EU-Kommission (DG SANCO) durch, wäre es das Aus für viele alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten: Es dürfte nur noch Saat- und Pflanzgut von Sorten in den Handel, die den Industrienormen entsprechen – so wie es Agrarkonzerne wie Monsanto, Syngenta und BASF herstellen. Auf der Strecke blieben viele heimische Sorten, die unseren Speiseplan bereichern. Und dafür sorgen, dass sich unsere Landwirtschaft an den Klimawandel, neue Krankheiten und Schädlinge anpassen kann.
Am 6. Mai will die EU-Kommission über den Entwurf entscheiden. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: alte sorten, basf, Biodiversität, eu-kommission, EU-Saatgutverordnung, gemüse, industriefraß, junk food, lebensmittel, monsanto, obst, Satgut, save our seeds, Syngenta, vielfalt
Befragt wurden in Deutschland 5.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Einer davon sagt: “Wenn man einen guten Job haben will, dann muss man halt immer gute Noten schreiben.” Ein anderer beschreibt Mobbing als Problem.
Warum, so die Frage, schneidet Deutschland bei objektiven Faktoren kindlichen Wohlbefindens, die von der Gefahr materieller Armut über Bildung, Gesundheit, Wohnung und Umwelt bis hin zum Risikoverhalten so einiges an kindlichem Leben abdecken, gut ab, um dann bei der eigenen Einschätzung der Kinder auf den 22. Platz abzustürzen? In keinem anderen der hier untersuchten 29 Länder findet sich eine solche Kluft. (Unicef)
Weil deutsche Politiker sich wirkungslose Maßnahmen wie das Bildungspaket oder das Betreuungsgeld ausdenken, liebe UNICEF. Nach den Kindern fragt keiner. Hauptsache, sie machen keinen Lärm.
Heraus kommt: Leistungsträgernachwuchs. Humankapital. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: kinder, Kinderarmut, Lebenszufriedenheit, Leistungsdruck, UNICEF-Studie 2013, Vorbilder, Wohlbefinden
Ein paar Easter Eggs für euch, und wo ihr noch mehr findet: Einige der diesjährigen Google-Eggs, dazu ein paar Tipps von Simon Rüger und Nico Heister. Auf Carta gibt es auch noch welche.
Die Eier links hat Katya Trischuk so wunderschön bemalt und auch fotografiert (CC BY-ND).
Hilft ja nix, wenn die Sonne partout nicht will: Habt ruhige Tage und macht es euch mit euren Lieben hinter dem Ofen schön kuschelig.
Schlagwörter: feiern, fest, ostern
Mann Mann Mann, wenn ich die Familienstine schon höre. Ist ja klar: Wenn sie beschließt, dass alleinerziehende Frauen jetzt per Dekret mit einem flexiblen Zeitkonto arbeiten können, dann ist das so. Dann wird die Firmenleitung selbstverständlich ab sofort in Ordnung finden, dass die Mitarbeiterin ihre Arbeitszeit nach den Zeiten richtet, in denen ihr Kind betreut werden kann.
Liebe Familienstine: Davon, dass du und die Kanzlerette schön sagen, was sich Alleinerziehende wünschen, hat keiner was. Die Chefs werden weiterhin die einstellen, die sich nach ihren Arbeitszeiten richten, und Punkt. Dank Minilöhnen und ein wenig “Fordern” durch die Arbeitsagentur sind ja genug da, die nur auf so eine Stelle warten. Damit sie dann mit vier Jobs wenigstens leben können. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: arbeitsmarkt, Arbeitspolitik, Familienpolitik, kinder, merkel, Schröder, unternehmen
Riesen-Farmen, sogenannte Lebensmittel, von denen niemand mehr weiß, woher sie eigentlich kommen und was sie enthalten – alles, weil eine mächtige Lobby sich immer wieder durchsetzt: Gegen kleine Bauernhöfe, gegen sinnvolle Felderwirtschaft und Fruchtwechsel, gegen artgerechte Tierhaltung, und, und, und. +++ Update: Hier sind die Ergebnisse (in allen drei Docs). +++ Read the rest of this entry »
Schlagwörter: abstimmung, Bauern, essen, eu, EU-Agrarreform 2014-2020, europa, gap, Gemeinsame Agrarpolitik, Landwirtschaft, lebensmittel, lobbyismus, politik, umwelt
Skandal! Skandal! Heute neu! Frischer Skandaaal!
Ach, ist das nicht schön? Diese hohe Schlagzahl – immer Abwechslung, immer was Neues, Aufregendes, das für Gesprächsstoff in der Teeküche und im Supermarkt, auf dem Bauhof und in der Presse sorgt. Wunderbar. Ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, eine (Online-) Zeitung zu gründen, die alle Lebensmittelskandale sammelt, die Hintergründe, Summen und Akteure recherchiert und der begierigen Kundschaft dann die Fiktion des Gegenteils als Lesefutter anbietet? Als Alternative zu diesen ganzen ekligen, chemieverseuchten oder unkorrekten sogenannten Nahrungsmitteln? Read the rest of this entry »
Schlagwörter: Eier, ernährung, Gesetzgeber, lebensmittel, Lebensmittelskandale, nahrungsmittel, Vorschriften
Es ist hanebüchener Unfug, was der Thienemann-Verlag veranstaltet. Nicht nur stellt diese “Anpassung” einen Eingriff in das Werk des Autors dar, sondern auch die Bewertung, was als pfui-bäh-Wort zu gelten hat. Ein Wort zu ersetzen, weil die Konnotation sich geändert hat, ist an sich nicht verkehrt, nur geschieht das üblicherweise in der gesprochenen Sprache von ganz alleine, und nicht mit der Brechstange von Verlagen oder selbsternannten Sprach-Gurus. Bücher wie “Die kleine Hexe” werden heute noch gelesen, weil sie genau so geschrieben sind, wie sie geschrieben sind, weil die Sprache darin bildhaft und lautmalerisch Kinder anspricht, die sich darunter etwas vorstellen können. Sonst wären sie irgendwann verschwunden. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: kristina schröder, neusprech, sprache, Thienemann-Verlag, Umwertung
Der Verkünder schlechter Nachrichten geht durch’s Zeitungsland, von Vielen schon lange gesichtet und mit gut begründeten Botschaften. Aus den Führungsetagen wird dem bisher wenig entgegengesetzt, straffen, zusammenlegen, entlassen scheinen nach wie vor die Mittel der Wahl zu sein. Dumm nur, dass einerseits Zeitungen für eine Demokratie wichtig sind, sich aber in der herkömmlichen Form nicht mehr so verkaufen und auch bei den Jüngeren nicht signifikant zur Meinungsbildung beitragen. Dumm auch, dass gleichzeitig zwar viel Wert auf universitäre Bildung, Exzellenzinitiativen und ähnliche Wohltaten für Wohlhabende gelegt, aber bei der durchschnittlichen Schulbildung seit Jahren gespart wird. In Deutschland entsteht eine zweite Schere: Neben der vorhandenen ungleichen Vermögensverteilung wird Bildungsferne in der Breite kräftig gefördert. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: betreuungsgeld, bildung, bildungsferne, daseinsvorsorge, förderung, kindergartenplätze, soziales, vermögensverteilung, zeitungssterben

Grand Central Terminal closed on October 28, 2012, in advance of Hurricane Sandy. Photo: Metropolitan Transportation Authority / Aaron Donovan CC BY 2.0
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Schlagwörter: bilder, Endzeitstimmung, fotos, Hurricane Sandy, MTA, new york, Ostküste, usa, Wirbelsturm
In einem ZEITonline-Gespräch mit Frank Schirrmacher und Giovanni Di Lorenzo stellt Katrin Göring-Eckardt über eine vermeintliche Diktatur der Transparenz fest:
Der neue Fraktionsvorsitzende der Piraten in Schleswig-Holstein, Patrick Breyer, ist zum Beispiel nicht bereit, irgendetwas über seine Person preiszugeben.
Transparenz bedeutet also, jeder habe sich nackig zu machen?! Read the rest of this entry »
Schlagwörter: deutsche sprache, gläserner mensch, klarheit, lebensumstände, modeworte, offenheit, privacy, privatheit, transparenz, verständlichkeit, wortmissbrauch
So schnell ging das: Am 18. habe ich mich beim DRadio Wissen-NetzReport beklagt, dass ich wegen angeborener Innenohrschwerhörigkeit die Sendung mit ihren vielen Hintergrundgeräuschen nicht hören kann. Seit heute gibt es die Manuskripte auf dem Netz.Reporter-Blog – großes Kompliment an die Macher!
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Schlagwörter: barrierefrei, barrierefreiheit, dradio wissen netzporter, innenohrschwerhörigkeit, kooperative berlin, manuskript der sendung, radio zum nachlesen, schallempfindungsschwerhörigkeit, skript, teilhabe
Ich fand den Spruch immer saublöd. Jacob hat ihn mit Leben erfüllt: Wir sind Deutschland. Eine großartige, bittere Bestandsaufnahme.
Stell Dir vor, Du hast einen ungebetenen Gast in Deinen vier Wänden, der einfach nicht mehr geht. Er lümmelt sich auf Deinem Lieblingsplatz herum, benutzt Deine Sachen, frisst Deinen Kühlschrank leer, lebt auf Deine Kosten, pöbelt Deine Freunde an, mischt sich in die Erziehung Deiner Kinder ein, verdreckt die Wohnung, bestimmt, was Du im Fernsehen siehst, schnüffelt in Deinen privaten Sachen herum, gibt Dein Geld aus, beschimpft und bedroht Dich und wird aggressiv, wenn Du ihn bittest zu gehen.
Schlagwörter: alles kaputt, bestandsaufnahme, deutschland, jacob jung, wir sind deutschland
Gut, es handelt sich jetzt nicht um schlechte PR für sie oder ihr Ministerium. Das wäre wohl als ernst, wenn nicht bedrohlich, einzustufen. Es geht bloß um einen kleinen schmutzigen Trick der Arbeitgeber, wie sich noch mehr Geld an noch mehr Arbeitnehmern einsparen lässt – kein Grund zur Besorgnis also.
Massimo Bognanni und Johannes Pennekamp berichten unter der Überschrift Es geht noch billiger über eine Arbeitgebertagung in Düsseldorf. Man war entspannt und guter Stimmung, wie es sich anhört. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: 17/7220, arbeitgeber, arbeitnehmer, arbeitsministerin, dienstleistung, gewerkschaft, linke, lohndumping, outsourcing, vdL, ver.di, von der leyen, werkverträge
Ich habe ein Problem mit der Wahrnehmung. Sie hat ein Loch, gewissermaßen. In den letzten Wochen höre und lese ich viel von der ungeheuer prosperierenden deutschen Wirtschaft, und wie gut Deutschland „aufgestellt“ sei. Nach längerem Hindenken kommt mir der Verdacht, dass es möglicherweise zwei Deutschlands geben könnte. Eines, in dem ich lebe, ein anderes, in dem Politik und Wirtschaft stattfinden.
Dem Deutschland, das ich in meinem Alltag wahrnehme, geht es nicht so gut. Darin leben Arme, Aufstocker, alleinerziehende Mütter, die nicht weiter wissen, und Mittelklässler, die sich vor dem sozialen Abstieg fürchten. Selbst in meinem äußerlich heilen Dorf gibt es Gespenster. Sie heißen Existenzangst und Angst vor Altersarmut. Das Wort Sicherheit wird oft benutzt. Read the rest of this entry »
Heute sind es 17°C, in einer Gegend, in der 25 Grad im Hochsommer als tropisch gelten. Alle Fenster sind noch einmal weit offen, und der Kater genießt die Wärme (und die jagdbaren Vögelchen) von ganzem Katzenherzen.
Die Winter dauern hier gerne mal fünf Monate, und ich meine: Winter. Das hat in dem ohnehin genußfreudigen Völkchen, das hier lebt, wohl die besseren Seiten gefördert. Im Sommer wird gegrillt und gefeiert, dass die Schwarte kracht. Die kalte Jahreszeit haben sich die Menschen gemütlich eingerichtet. In den meisten Haushalten gibt es Holzöfen, auch in den Neubauten, weil das hier immer so war. Wenn man abends das Fenster öffnet, duftet es nach Holzfeuer. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: eifel, herbst, landleben, vulkaneifel, winter
Es riecht schon deutlich nach Herbst. Tagsüber wird das letzte Brennholz für dieses Jahr gemacht. Nachts röhren die Hirsche auf der Hügelkette gegenüber so laut um die Wette, dass das Schlafzimmerfenster besser geschlossen bleibt. Es ist September, Zeit für eine besondere Unternehmung.

© Thomas Schmidt
Nach dem Mittagessen fahren vier voll beladene Geländewagen auf den Hof und hupen, als stünde mindestens eine Herde Kühe im Weg. Es heißt aber nur: Wir sind da, beeil dich! Die Schürze, der Korb – wo, um Himmels Willen, ist dieser blöde Korb? Ah, hier. Los jetzt. Schnelle Begrüßung, Winken, Einsteigen, auf geht’s durch die Felder, durch die Auen: Die Dorffrauen fahren zur Apfelernte.
Obwohl früher Nachmittag ist, kann man nicht bis auf den Hunsrück sehen, dazwischen liegen leichte Nebel und die Mosel. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: apfelernte, eifel, herbst, landleben, vulkaneifel
Der Bundesligatrainer Ralf Rangnick hat sich öffentlich zu seinem Burn-out bekannt. Das ist extrem schwierig und ungewöhnlich, denn im Regelfall hat ein Betroffener weder die Möglichkeit noch, vor allem, die Kraft dazu. Zwingende Voraussetzung für diesen Schritt ist eine aufgeklärte und aufmerksame Lebensumgebung.
Ein Burn-out kommt nicht plötzlich. Er bereitet sich schleichend vor; es wird immer schlimmer, bis ihm nichts mehr entgegengesetzt werden kann. Betroffen werden überwiegend “Macher”, Menschen, die ein Ziel haben, ein Vorhaben umsetzen und etwas bewegen wollen. Oft ist Idealismus, immer sind hohe Anforderungen an sich selbst Triebfeder und Begleitumstand. Read the rest of this entry »
Schlagwörter: antriebslosigkeit, ausgebrannt, burn-out, burnout, depression, hilfe, krankheit, psychiatrie, psychologie, ralf rangnick, schalke
Vermutlich gab es noch nie so viele Übergewichtige und Unterernährte gleichzeitig auf der Welt. Trotzdem greifen Kommentare à la “Verhöhnung der weltweiten Sozialordnung” zum neuen Film “Taste The Waste” zu kurz.
Dass Menschen in der vergessenen, abschätzig so genannten dritten Welt hungern, hat ganz viel mit der Politik der sogenannten ersten Welt zu tun, ein kleines Bisschen auch mit ewig geldgeilen Despoten und ihren Clans. Daran können die meisten von uns nichts ändern. Aber vor der eigenen Haustür könnten wir mal Kehrwoche halten. Zum Auftakt eine einfache Frage: Wie sollen Menschen Essen schätzen, wenn sie noch nie mit den eigenen Händen frische Lebensmittel verarbeitet haben? Read the rest of this entry »
Schlagwörter: curriculum, essen, haushalt, hauswirtschaft, kochen, kultusminister, lebensmittel, lehrplan, schule, taste the waste, unterricht, wirtschaften
Wenn das so ist, sollten wir vielleicht mal nachdenken, ob wir dieses digitale Gedöns wirklich haben wollen. Wisst ihr, ob sich mit diesem Aspekt schon jemand befasst hat?
Außerdem: Hingehen, mitmachen, fotografieren, posten. Die Ruhrbarone berichten online. Hier ist der Plan des Aktionsgebiets.
Schlagwörter: alerta, antifa, antikriegstag, überwachung, demo, digital, digitalradio, dortmund, dortmund 3.9., neonazi, radio, ruhrbarone, zensur
Wer sich wie Opfer benimmt, muß sich nicht wundern, wenn er so behandelt wird.
Ich habe es sattsattsatt, immer wieder tolle Aktionen verpuffen zu sehen, weil sie unprofessionell vorbereitet wurden. Alle mir bekannten Proteste der letzten Zeit wurden von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen oder endeten in einem Fiasko.
Toll, daß überhaupt jemand was unternimmt. Dann, bitte, plant aber demnächst so, daß ihr nicht nur von denen, die sowieso eurer Meinung sind, Unterstützung kriegt. Macht Aktionen, schreibt Blogs und Artikel, macht Fotos und Grafiken, die außerhalb eurer kleinen Blase Aufsehen erregen. Es gibt genug Journalisten, Grafiker, Fotografen, Organisationen und Bündnisse, die euch unterstützen können und würden. Ihr habt viele Sympathisanten. Es gibt Orgs, die für eure Ziele Lobbyarbeit machen. Die auch genügend Geld haben, sinnvolle Kampagnen und Initiativen zu unterstützen. Wie man so was auf die Beine stellt, macht Greenpeace seit Jahren vor. Hört auf, euch wie Opfer zu benehmen. Fordert euer Recht endlich publikumswirksam ein.
Schlagwörter: acampada, aktion, alex, alexanderplatz, camp der empörten, empört euch, hartz IV, protest, sozial, sozialabbau