Die neuen Seiten sind fertig. UFF. Ein wenig Feinschliff ist noch erforderlich, aber den kriegen wir auch noch hin. Ach so: Ihr könntet euch ruhig zu etwas Feedback durchringen ,)
Privilegierte sind Personen (Subjektpositionen), die auf eine Weise in Diskurse und die symbolische Ordnung eingebunden sind, die es ihnen nahe legt, Resultate von Gewaltbeziehungen als genussvoll erlebte Normalität wahrzunehmen. Das Steak, das neue Auto, das saubere Hotelzimmer oder die von Mutti gewaschenen Jeans, die Repräsentationshoheit über Afrikaner_innen,… Was meint ihr: Taugt diese behelfsmäßige Definition?
Ein Privileg ist nicht so sehr etwas, was man selbst erlebt, als vielmehr die Sichtweise anderer darauf. Read the rest of this entry »
+++ Dieser Artikel ist auf eine eigene Seite umgezogen. +++ Text und Kommentare bleiben einstweilen noch hier, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, Aktualisierungen gibt es aber schon auf der neuen Seite. Read the rest of this entry »
Über der japanischen Katastrophe, bei der alle Schrecken dieser Welt gleichzeitig stattzufinden scheinen, vergisst man beinahe, daß auch woanders Aussergewöhnliches geschieht, Menschen kämpfen und leiden.
Daß Regierungen brutal gegen ihr Volk vorgehen, scheint eine Art Mode zu sein, wenn auch eine sehr hässliche. Im Yemen benutzt man dazu neuerdings auch Nervengas, das zu diesem Zweck bereits im Iran eingeführt wurde. Dort, da alle Welt nach Japan blickt, hat man die Schlagzahl bei den Hinrichtungen deutlich erhöht. Read the rest of this entry »
If we truly want #Egypt economy to prosper, women empowerment should no longer be a PR stunt, it must become a reality on the ground.— Wael Ghonim (@Ghonim) March 08, 2011
Auf der neuen Seite lassen sich auf einen Blick Twittermeldungen aus Libyen, Ägypten, dem Jemen und Bahrain verfolgen. Der Clou ist nicht der Twitterstream, sondern die gleichzeitige grafische Auswertung nach Tweethäufigkeit je Land und Hashtags. So ergibt sich ein schneller Überblick, woher gerade die meisten Tweets kommen und wo sich genaueres Hinsehen lohnt. Gute Idee.
Eigentlich passend nach der Oscar-Verleihung, denn es geht um eine Parallelwelt. Anders ist das augenblickliche Geschehen in Deutschland nicht zu erklären.
Michael Spreng schrieb dieser Tage im post scriptum zu einem Beitrag:
Ich möchte in den nächsten Jahren von der CDU/CSU kein Wort mehr über Werte hören.
Es dürfen keine Journalisten ins Land, Internet und Mobiltelefonie sind massiv eingeschränkt. Die einzigen Informationen sind zusammengestückelt aus YouTube-Videos, Twitter- und Facebook-Splittern sowie Fetzen aus Al Jazeera-, Al Arabiya und Guardian-Berichten. Heute morgen hat sich CNNs Ben Wedeman (@BenCNN) nach Libyen aufgemacht, er wird heimlich ins Land gehen.
Die wenigen Bilder, die uns erreicht haben, waren zu verwackelt, um sie überhaupt einordnen zu können. Was mich erschüttert hat, waren die Telefonate mit Al Jazeera und die Hilferufe und Abschiedsnachrichten auf Twitter. Read the rest of this entry »
Berlusconi
Hab ich das jetzt richtig verstanden? Der Typ kann machen, was er will, Italien autokratisch regieren, Grundrechte einsacken, die Pressefreiheit kassieren, und nix passiert? Und wenn er mit einem Flitscherl handgreiflich wird, dann ist das schlimm?!
Tunesienflüchtlinge
Wie doppelzüngig kann man sein? Westliche Werte und “Funke der Freiheit” (Westerwelle) über Alles, aber die Flüchtlinge wollen wir nicht? Die EU reibt sich die Hände, daß sie jetzt Frontex mal unter Realbedingungen ausprobieren kann. Einen Kommentar, der allen Respekt verdient, hat Isabel Schayani (WDR) in den Tagesthemen am 14. gegeben. Read the rest of this entry »
Endlich. Mubarak ist zurückgetreten, und der Jubel ist unvorstellbar groß. Die Menschen haben friedlich, mit großer Solidarität, Disziplin und Ausdauer, einen ersten, entscheidenden Sieg errungen. Nun müssen Taten folgen, um tatsächlich die ersehnte Demokratie zu errichten.
Durch den Rücktritt Mubaraks hat sich nicht wirklich etwas geändert, er ist vorläufig nur eine Formalie. Immer noch steht der Geheimdienstschef an der Spitze des Staates, immer noch ist die Rolle des Militärs entscheidend. Mit keinem Wort wurde gesagt, daß sie sich als Übergangsregierung, als Provisorium betrachten. Read the rest of this entry »
Um auf dem Laufenden zu bleiben: Phoenix sehen und hören und parallel die Blogs von Guardian und Al Jazeera lesen. BBC und CNN senden live im Netz
In Ägypten ist die Lage genügend weit ausser Kontrolle geraten, um den Hohen Militärrat zur permanenten Tagung zu veranlassen. Der Rat hat mitgeteilt, das Militär werde sich nicht gegen die Bevölkerung wenden. Es hat die Staatsmacht faktisch von Mubarak übernommen; dessen Absetzung scheint unmittelbar bevorzustehen. Suleiman scheint zunächst die Nachfolge antreten zu wollen. Die auf Mubarak angepasste Verfassung verbietet Suleiman jedoch die Auflösung des Parlaments und die Aufhebung des Ausnahmezustands (mehr zur Rechtslage bei Max Steinbeis). Das Staatsfernsehen kündigt für abends eine Fernsehansprache von Mubarak an.
Ansonsten schwirren die Gerüchte, niemand kann etwas Genaues sagen. Fest steht aber, daß die für morgen angekündigte Großdemo zusammen mit dem Druck aus dem Ausland zu diesen Auswirkungen geführt hat.
In Deutschland spekuliert man über mögliche Pläne Mubaraks, sich in einer badischen Klinik behandeln zu lassen (wenn die Diskussionen um Lena oder Monica Lierhaus dazu Zeit lassen). Deutsche Kommentatoren schreiben derzeit auch gern über das angebliche Erlahmen der ägyptischen Protestbewegung, während ausländische Medien vom Gegenteil berichten.
Sicher ist, daß die Proteste, abgesehen von ersten politischen Zugeständnissen, bereits große Änderungen bewirkt haben. Andererseits können sie nicht ewig weitergehen, irgendwann müssen die Menschen wieder arbeiten. Read the rest of this entry »
Spätestens jetzt kennen alle den Sender aus Qatars Hauptstadt Doha.
Wikipedia hat einen ausführlichen Eintrag, in dem auch die Probleme Al Jazeeras in der arabischen Welt beschrieben werden. Natürlich, alle arabischen Staaten werden mehr oder weniger autoritär regiert: Die Machthaber mögen kritische Berichte nicht sonderlich. Sie sind nicht daran gewöhnt. Dennoch erfüllt Al Jazeera English den Auftrag des Emirs von Qatar, offen und kritisch zu berichten. Sie schiessen gleichmäßig gegen Europa, die USA und die arabische Welt. AJ stellt überdies ein Korrektiv für die übliche transatlantische Untergrundwarmwasserbeleuchtung dar. Read the rest of this entry »
Glückliche Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo: Präsident Mubarak ist zwar bislang nicht zurückgetreten, doch der Widerstand des morschen Systems scheint zusammengebrochen. Keine Schlägertrupps, keine neuen Straßenschlachten, alles blieb ruhig. Die Demonstranten fühlen sich als Sieger.
Diane Sawyers abc World News hat eine Liste der Angriffe auf Journalisten und Teams in Ägypten veröffentlicht. Sie wollen die Liste aktualisieren und bitten um entsprechende Informationen. Reuters hat auch einen kurzen Bericht, AP ebenfalls. Für den heutigen Tag in Kairo lässt das Schlimmes vermuten.
CNN: Anderson Cooper says "I don't mind telling you I am a little bit scared." #Egypt#AC360#Jan25— Hadeel Omer (@orangetta) February 04, 2011
Die großartige Christiane Amanpour hat gestern für eine halbe Stunde Husni Mubarak getroffen. Die hoffnungsvollen Worte, er habe es satt und würde gern gehen – “I am fed up. After 62 years in public service, I have had enough.” – werden jedoch gleich wieder zunichte gemacht. Weiterhin strapaziert er das westliche Schreckgespenst Muslimbrüder, die ihn daran hinderten, zurückzutreten, denn dann bräche das Chaos aus. Ihm wird derweil bewußt gewesen sein, daß dieses Chaos bereits minutiös geplant ist. Read the rest of this entry »
Nach den beinahe fröhlichen, lauten und friedlichen Protesten gestern ist es heute ein Schock, was in Kairo vor sich geht: Mindestens 500 Verletzte und womöglich Tote, die Nachrichtenlage ist verworren. Nachdem gestern erst Merkel und am Abend Obama versäumt haben, mit klaren Worten Mubarak zum sofortigen Rücktritt aufzufordern, hat dieser einen alten Trick benutzt: Er hat seine Anhänger in Bewegung gesetzt, darunter sehr wahrscheinlich auch zivil gekleidete Geheimpolizisten, und die Armee hat den Zusammenstoß mit den Gegnern des Regimes zumindest zugelassen. In wie weit es Absprachen gegeben hat, wird möglicherweise nie herauskommen, klar ist jedoch, daß das Militär nach der Mubarak-Rede die Demonstranten aufgefordert hat, nach Hause zu gehen – man habe seine Meinung kundgetan und nun sei es gut. Read the rest of this entry »
Die Piratenpartei und Telecomix, und damit die Informationsfreiheit, unterstützen kann jeder Interessierte, der noch ein analoges Modem besitzt. Dieses kann er neben seiner DSL-Telefonleitung und etwas Bandbreite zur Verfügung stellen. Anschließend müssen nur die eigenen Daten an Telecomix übermittelt werden, was über folgenden Chat problemlos möglich ist: http://chat.werebuild.eu/?nick=dialup..&channels=dialup&uio=d4