Ich bin schrecklich enttäuscht und wütend und ratlos. Fast drei lange Jahre haben viele kluge, engagierte Menschen sich gegen das Leistungsschutzrecht gewandt, viel Zeit und Nerven und immer noch einmal Erklären in ihren Protest investiert. Damit eine einstmals kämpferische Partei im letzten Moment ohne Not alles umschmeißt und die jahrelangen Bemühungen mal eben scheitern lässt. Jetzt weiß ich definitiv, dass die BILD wichtiger ist als der Wähler. Ich fühle mich verarscht und betrogen. Und ich habe tiefes Mitgefühl mit denen, die sich innerhalb ihrer Parteien lang gemacht haben gegen diesen Schwachsinn und jetzt noch viel dümmer dastehen als ich. Read the rest of this entry »
Schlagwort-Archive: lsr
Diese Seiten unterstützen das Leistungsschutzrecht
Mathias sagt in den Kommentaren: “Es ist meines Erachtens irrelevant, ob ein Verlag ein LSR unterstützt hat oder nicht, es sollte entscheidend sein, ob er das ihm vom Bundestag zugesprochene Leistungsschutzrecht gedenkt einzusetzen, wenn das Gesetz in Kraft tritt.” Ja. Mehr darüber bei Robert Basic. Und die Kritik an Roberts Fragen. 28.3.: Karsten hat auf Lousypennies eine Liste zusammengestellt. Read the rest of this entry »
Viel los heute
#Bund lässt #Software gegen #Urheberrechtsverletzungen entwickeln | heise online bit.ly/XkeLNx S. auch bit.ly/Xnuloc—
Carta (@carta_) February 20, 2013
Journalismus: Überfluss und Mangel
Rohstoffschwemme und Erklärungsbedarf
Wir haben 2012. Unsere technischen Möglichkeiten übertreffen die aller Generationen vor uns. Wir verfügen über Informationen von wahrlich überwältigendem Ausmaß. Leider sind wir längst nicht mehr in der Lage, auch nur den Teil, der uns am meisten interessiert, in vertretbarer Zeit zu verarbeiten.
Die Geschwindigkeit, mit der die Informationen weitergegeben werden, war noch nie so hoch. Die Nachricht vom Umfallen des sprichwörtlichen Sacks Reis in China erreicht uns binnen Sekunden, gleichzeitig finden überall weitere Ereignisse statt, die uns ebenfalls sofort gemeldet werden. Read the rest of this entry »
Mitmachen! Petition gegen das Leistungsschutzrecht gestartet
Beim Bundestag wurde heute eine Petition gestartet, die diesen zur Ablehnung des Presse-Leistungsschutzrechts auffordert. Hauptpetent ist Bruno Gert Kramm, Urheberrechtsbeauftragter bei der Piratenpartei. In der Petition heißt es:
Der Bundestag wird aufgefordert, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage grundsätzlich abzulehnen und insbesondere die geplante Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) um die Paragraphen §87e, §87f, §87g und §87h gemäß Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 27.07.2012 ersatzlos zu unterlassen. Read the rest of this entry »
“Regierung beschließt Urheberrecht für Verlage”
Diese schöne Überschrift habe ich bei meiner allerliebsten Lieblingszeitung gefunden, die durch schonungslos hintergründige Information verblüfft wie durch beschliffene Kommentare sticht und so etwas sonst sehr gut selbst kann. Urgehoben hat dieses Mal aber dpa. Die Speerspitze der Bewegung hat es begeistert übernommen und wahrscheinlich heute noch einen Kater, vor lauter Freude über ihr funkelniegelnagelneues Urheberrecht. Von 3sat finde ich das allerdings ein wenig kränkend. Read the rest of this entry »
#LSR: Kleiner Kommentar zur Whitelist
+++ wird ergänzt +++
Die von @egghat am Donnerstag begonnene Whitelist der Zeitungen/Magazine, die es im Print und Online gibt, hat sich noch nicht bemerkenswert gefüllt. Vor allem fällt auf: Die Verlage, die ein Leistungsschutzrecht gefordert haben bzw. unterstützen, sind leicht zu finden. Bei den Ablehnenden ist es schwieriger.
Das kann zwei Gründe haben: Naheliegend wäre, dass man sich lieber alle Optionen offenhält. Nicht ganz so offensichtlich ist die Tatsache, dass die Belegschaft von der Redaktion bis zur Geschäftsführung uneinig ist. Gestern habe ich kurz mit einer Bekannten gesprochen, die bei einer großen Regionalzeitung arbeitet. Sie erzählte, das Klima sei gerade nicht sehr angenehm, weil Kollegen, sie seit Langem gut zusammenarbeiten, sich über das LSR in die Haare gerieten oder schlicht weigerten, “so einen Schwachsinn zu verkaufen”. Anscheinend ist dort auch die Führungsetage nicht restlos mit der Konzernpolitik einverstanden. Die einfachen Redakteure haben Angst um ihre Arbeitsplätze, wenn die Umsätze noch weiter zurückgehen. Read the rest of this entry »
Kabinett hat LSR beschlossen
Sonnenschutzcreme schützt vor Sonne, Leistungsschutzrecht soll dann wohl vor Leistung anderer schützen.—
Sebastian (@sebaso) August 29, 2012
Na bravo. Hoffen wir, dass es im Parlament zerpflückt wird, zumal nach den Zahlen, die TRG geliefert hat.
- iRights.info hat Hintergrund und Wortlaut
- Elektrischer Reporter, in dem alles noch einmal erklärt wird (Video, 4:45 Min.) Read the rest of this entry »
Leistungsschutzrecht: Habt euch doch nicht so!
Du meine Güte, so ein Theater um so ein blödes Gesetz, das noch nicht mal eins ist. Was regt ihr euch denn so auf? Früher haben wir auch kein Internet gehabt, da mussten wir für die Schülerzeitung eben alles ausschneiden und zusammenkleben und kopieren, und wenn es blöd lief, hat der Direx gesagt, das geht so nicht, und die Ausgabe beschlagnahmt.
Diese ganze Information wird doch dermaßen überbewertet, oder wollt ihr mir mal sagen, wozu jeder Hinz und Kunz unbedingt ein Blog braucht? Was wichtig ist, können wir ebenso gut im Radio hören, da gibt es so viele Sender, die kriegt man ja gar nicht alle durch. Und Fernsehen ist auch nicht zu verachten. Schön, manchmal jubeln die uns da was unter, was so gar nicht passiert ist, aber war ja bloß Fußball. Read the rest of this entry »
Leistungsschutzrecht – die Lizenz zum Geld drucken?
Abwarten. Nachdem es in immerhin über drei Jahren keinen Gesetzesentwurf gab und die Unterstützung für ein so, Verzeihung, schwachsinniges Gesetz demnach so überwältigend nicht gewesen sein kann, lehne ich mich erst mal einigermaßen entspannt zurück und warte mit dem Aufregen, bis ein Entwurf vorliegt. Damit bin ich ja nicht alleine, und er wird in Windeseile auf Herz und Nieren geprüft werden. Read the rest of this entry »
Urheberrecht – aber richtig
Zu den Ergänzungen »
Das dringend reformierungsbedürftige Urheberrecht hat es endlich in eine größere Öffentlichkeit geschafft, und im Netz geht es hoch her. Zwischen Blogs, Presse, Verwertungsindustrie und Politik wird hin- und hergeschossen, dass es nur so kracht. Dabei gerät zeitweise außer Acht, dass alle aufeinander angewiesen sind.
Leider sind auch die Begrifflichkeiten durcheinander geraten. Was für einen Journalisten oder Schriftsteller gilt, trifft nicht zwingend auch für einen Hersteller von Büchern, Musik, Grafik, Fotografie oder Software zu. Aber all diese Menschen sind Urheber. Sie alle treiben spezifischen Aufwand, um ihre Werke zu produzieren. Sie benötigen dazu Talent, ihr Denk- und Abstraktionsvermögen sowie ganz unterschiedliche und teilweise kostspielige Ausrüstungen. Und sie müssen damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Read the rest of this entry »
Wann ist ein Blog gewerblich – und damit laut LSR abgabenpflichtig?
Eines der am meisten übersehenen Worte in den Forderungen und Aussagen der Verleger zum Leistungsschutzrecht lautet “gewerblich”. Die Einstufung hat nämlich nichts damit zu tun, ob ein Blog eine geldwerte Leistung erbringt, sondern wird auch über die Regelmäßigkeit der Beiträge und den “privaten” Charakter bestimmt – eine reine Frage der Sichtweise.
evangelisch.de berichtet von einer Anhörung im Unterausschuss Neue Medien im Bundestag am Mittwoch:
Eigentlich soll es den Großen an den Kragen gehen: Google News und Facebook, die täglich den Anriss tausender Zeitungs- und Zeitschriftenartikel selbst oder über ihre Nutzer in ihr Angebot einbinden. Doch jetzt könnte es sogar kleine Blogger betreffen, die als gewerblich eingestuft werden können, sobald sie Werbeanzeigen in ihre Blog einblenden. Read the rest of this entry »
DJV und LSR: Schnelle Antwort an Michael Hirschler
Michael Hirschler hat es wieder getan. Einer der ganz wenigen Sätze, deren Aussage ich teile:
Klar scheint in jedem Fall, dass das juristische Pokerspiel die Nerven einiger Verantwortlicher überstrapaziert.
Wer, lieber Michael Hirschler, zwingt das privatwirtschaftliche Unternehmen Google, im deutschen Markt zu bleiben? Siehste.
Anamnese in vier Links
Marcel Weiss denkt über die irrationale Angst der Verwerter vor Googles vorgeblicher Geldgier nach. Aron Pilhofer fragt sich, warum nicht mehr Journalisten zur Veranschaulichung ihrer Themen Daten benutzen. Christian Scholz war beim Innenministerium in NRW zu Besuch, wo es um den Zugriff auf OpenData ging. Und bei Slate schreibt Evgeny Morozov über automatisierten Journalismus.
Zusammen charakterisieren diese vier Texte die Probleme, denen Medien wie Konsumenten gegenüber stehen: ein unzeitgemäßes Urheberrecht, neue Formen des Journalismus’, Sicherheitsbedenken politischer Parteien und das gefühlte Siechtum einiger Verlage. Read the rest of this entry »
Ooooh, die Rechteindustrie ist unzufrieden!
Denn die bittere Erkenntnis des Tages war: Solange die sogenannten Netzaktivisten dank enormer Außenwirkung eine “Meinungsführerschaft” in Fragen der Reglementierung des Internets für sich beanspruchen können, sieht sich die Politik auf breiter Basis buchstäblich außerstande, Regelungen zu treffen, die ein gefühltes “Grundrecht auf Internet”, wie es MdB Thomas Jarzombek (CDU) formulierte, zu berühren drohen. (via)
Wissterbescheid. Den Artikel dazu hat ein ziemlich angefressener Markus bei Netzpolitik geschrieben.
Lex Google, vulgo Leistungsschutzrecht
Nun haben also die Verleger mit Hilfe bemerkenswert wirtschaftsunkundiger Politiker bekommen, was sie wollten. Eine der Lehren aus diesem Koalitionsbeschluss lautet: Etwas kann noch so falsch sein; wenn man nur oft und laut genug wiederholt, es sei etwas Tolles, ist es irgendwann toll. Leider ist nicht bekannt, wie viele der Presse-Lobbyisten an der Vereinbarung mitgeschrieben haben; jedenfalls haben sie einen guten Job gemacht. Die Verlage hätten einfachere Möglichkeiten gehabt, wäre es darum gegangen, Suchmaschinen auszusperren. Aber es geht um Googles Geld. Immerhin haben wir jetzt die einmalige Chance, zu beobachten, wann ihnen klar wird, dass sie am deutlich kürzeren Hebel sitzen. Read the rest of this entry »
Urheber ohne Recht
Damit eines von vornherein klar ist: Das sogenannte Urheberrecht ist alles, nur kein Recht für Urheber. Wer das noch nicht bemerkt hat, möge bitte hier nachlesen, und es gibt viele weitere hässliche Beispiele. Die Einzigen, denen durchsetzungsfähige Rechte zustehen, sind die Verwerter. Oh, nicht, dass Autoren keine Möglichkeiten hätten, im Klageweg zu bestehen. Nur dauert das ewig lange und kostet mehr Zeit und Geld, als die meisten Autoren sich leisten können. Dem stehen schlag- und finanzkräftige Rechtsabteilungen gegenüber, die nichts anderes tun, als vor Gericht für die Verleger zu siegen. Manche Anwälte verdienen auch gerne ein kleines Zubrot mit dem Auffinden und Abmahnen aus Unkenntnis falsch verwendeter Zitate oder Fotos. Read the rest of this entry »
Erinnert sich noch jemand an Glaubwürdigkeit?
Früher hieß das mal “vertrauenswürdig”. Wenn bestimmte Personen oder Medien etwas bekannt gaben, war es zwar womöglich subjektiv gefärbt, aber man wußte, was davon zu halten war. Wenn derzeit etwas über Politik, Banken oder Libyen, über Apps, ein Leistungsschutzrecht oder Google+ verlautbart, ist eher Ungläubigkeit angebracht. Und es wird immer schlimmer.
Hat es damit zu tun, daß die Politik in Wirklichkeit von der Deutschen Bank, Branchenlobbies und Medienkonzernen gemacht wird? Und daß die Politiker nur so tun, als wären sie Volkes Vertreter? Read the rest of this entry »
Qualitätsjournalismus, Folge 2347
Kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie!
Ich frage mich, ob der Redakteur gekündigt wurde oder bloß besoffen war … (Mit Dank an Dietmar :) Read the rest of this entry »
Ein Bäckermeister, Verleger, Autoren und das Leistungsschutzrecht
Seit Mai 2009 fordern deutsche Verleger für ihre Erzeugnisse ein Leistungsschutzrecht per Gesetz. Es soll Suchmaschinen und gewerbliche Nutzer verpflichten, für die verlinkten Textschnipsel Gebühren zu zahlen. Eine widersinnige Forderung, deren tatsächlichen Inhalt überdies noch niemand im Wortlaut gesehen hat.
Fangen wir mit etwas an, das jeder kennt: mit einer Bäckerei. Wenn die Backwaren gut sind, essen die Leute sie gern. Der Bäcker verkauft also viel, kann Gesellen einstellen und Lehrlinge ausbilden. Der eine oder andere von ihnen erfindet vielleicht ein besonders gutes neues Backwerk, das die Bäckerei noch bekannter macht. Weil der Meister schlau ist, behandelt und bezahlt er seine Angestellten gut, und alle sind zufrieden. Die vielen Großbäckereien können ihm nichts anhaben, da seine Leckereien unverwechselbar und keine Massenware sind.
Mit den Zeitungen ist es ebenso. Read the rest of this entry »
Fleischklopfer: Das „Leistungsschutzrecht“ und Jan Fleischhauer
Es lohnt sich diese Woche leider nicht, die Schrottpresse anzuwerfen und sich mit dem Artikel Jan Fleischhauers „Komm, wir schottern die Verfassung!“ inhaltlich zu beschäftigen. Zu inhaltslos, zu schlecht recherchiert und ohne rechten Bezug zur Wirklichkeit. Gut, mag der eine oder andere sagen: So kennen wir ihn – was hast Du erwartet? Erhofft hatte ich natürlich einen typischen „Jan“, der leicht besoffen um sich haut, nach links zielt und sein eigenes Kinn trifft – wie man ihn eben kennt! Seinen neuen Artikel braucht man bis auf einen Absatz gar nicht zu lesen. Bevor man für einen solchen gefrorenen Mist in Zukunft noch etwas bezahlen muß – hier isser: Read the rest of this entry »
IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht
Wie viele Andere habe ich etwas gegen die Einführung eines Leistungsschutzrechts; nach diversen Beiträgen hier ist das ja bekannt.
Heute haben Till Kreutzer, John Weitzmann und Philipp Otto ihr Projekt IGEL aus der Taufe gehoben. Bei Ulrike Langer gibt es ein kurzes Interview mit Till Kreutzer:
Die meisten Betroffenen oder potenziell Betroffenen sind sich noch überhaupt nicht bewusst, was da auf sie zukommt. Bislang war das ganze – auch wegen der Komplexität der Thematik – eine reine Fachdebatte. Wir wollen nun eine breit angelegte Diskussion anregen, indem wir über das Leistungsschutzrecht so informieren, dass jeder verstehen kann, worum es dabei geht. Read the rest of this entry »












