Es ist sehr einfach, von einem einigermaßen gesicherten Arbeitsplatz, fest oder frei, auf Kolleginnen herabzublicken. Und zwar, weil sie “das Internet vorlesen”, etwas, das der Schreiber offenbar als unwürdig empfindet. Er sollte wissen, dass auch das redaktionelle Vorbereitung erfordert und nicht dem ‘Fräulein-Nummer’-Bild entspricht, das er mit so viel Häme zeichnet. Umso schlimmer.
Außerdem müsste man gerade als Medienjournalist bei einem Medienmagazin, das gelegentlich das Gras wachsen hört, die Marktlage kennen. Sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder Journalismus-Job, der heute noch ein regelmäßiges Einkommen verspricht, viel wert ist; übrigens auch der eigene. Vielleicht haben die verächtlich als Twitter-Tussis bezeichneten Frauen sich im Studium etwas anderes vorgestellt. Vielleicht machen sie das, was sie tun, sehr gerne. Ich weiß es nicht. Was ich aber genau weiß: Was Meedia sich da leistet, ist billigste Arroganz, auf Kosten von Kollegen. Wohl dem, der kann? Pfui Teufel. Read the rest of this entry »
Schlagwort-Archive: medienkritik
Meedia und die ganz billige Häme
ARD/Spanien: Wie das Netz funktioniert —
ARD/Spanien: Wie das Netz funktioniert — #Carta http://bit.ly/Pozwlf #ARD #Spanien #tagesschau
Jens Weinreich & Deutschlandradio
Weil Einige hier suchen: Dazu habe ich bei Carta was geschrieben. Was man sich aber gerne hier und jetzt durchlesen kann:
§ 11 RStV,NI – Auftrag
Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien Read the rest of this entry »
Haushaltsabgabe: Auf ein Wort, Professor Hesse
Unter der beeindruckenden Überschrift Neues Rundfunk-Finanzierungssystem · Beitrag “zum Erhalt der Demokratie” durfte heute der juristische Direktor und stellvertretende Intendant des Bayerischen Rundfunks, Albrecht Hesse, einen Werbetext über die ab 2013 zu entrichtende Haushaltsabgabe auf sueddeutsche.de veröffentlichen.
Gleich eingangs heißt es dort:
Das neue Finanzierungssystem hat den Vorteil, dass es keine Geräte-Kontrollen mehr gibt und damit keinen Streit mehr darüber, ob es sich im Einzelfall um ein Rundfunk-Empfangsgerät handelt.
Verehrter Herr Hesse, was meinen Sie, wie wenig störend eine Gerätekontrolle im Vergleich mit einer permanenten Rasterfahndung wirkt? Oder mit der Verpflichtung der Vermieter, die persönlichen Daten ihrer Mieter herauszurücken? Read the rest of this entry »
Ein ganz normales Interview
Letzte Nacht habe ich noch einen kleinen Text geschrieben, weil mich der Inhalt eines Interviews geärgert hat. Wie es der Teufel will, schreibe ich nun zum zweiten Mal darüber, jetzt über die Form, weil sie den Inhalt beispielhaft konterkariert.
Qualitätsjournalismus können selbst Menschen nicht mehr hören, die nichts “mit Medien” machen. Der häufige Gebrauch des Worts, wenn es um das Gegenteil geht, hat die Abnutzung und den schließlichen Aufstieg zur ironischen Plattitüde beschleunigt.
Um eben diesen Qualitätsjournalismus geht es in bewusstem Interview. Da verteidigt jemand ein Ideal, das zwar noch in den Köpfen herumspukt, sich realiter aber längst auf dem Weg zu seiner völligen Ausrottung durch Controller befindet. Read the rest of this entry »
Wir sind Gdansk
Passt ja heute wie die Faust auf’s Auge. DRadio Wissen: “Ab 20:45 wird zurückgeschossen.“
Foto: monoxyd
Schubladen · Nachklapp zur re:publica
Bei kaum einem Ereignis wird die mangelnde Sachkunde in den Medien so deutlich wie bei der re:publica. Während zu anderen Großveranstaltungen ausgewiesene Fachleute geschickt werden, hat man hier den Eindruck, es berichtet, wer gerade verfügbar ist – obwohl es vor Spezialisten nur so wimmelt.
Gut, Institutionen wie Presse und Fernsehen sind mit der Zeit ein wenig schwerfällig geworden, wir alle werden ja älter. Kommentatoren, die in dasselbe Horn getutet haben wie im letzten Jahr (2010, 2009, …), seien hiermit entschuldigt. Denen mit der Vorliebe für den Griff in die unergründlichen Stereotypenkiste sei das jährliche Treffen des Taubenkaninchenteckelzüchtervereins empfohlen: Die Mitglieder bleiben über Jahrzehnte dieselben, Ereignisse sind weitgehend vorhersehbar und Wechselwirkungen mit einer größeren Öffentlichkeit eher unwahrscheinlich. Dann sind da noch die Jungs, denen zwar dieses Netzgedöns am Allerwertesten vorbeigeht, die aber ganz gerne drei Tage in Berlin unter Menschen mit einem gewissen Hipnessgrad abreißen: Es wäre ein Dienst an der Gemeinschaft, wenn sie alle bei der nächsten re:publica zu Hause blieben. Read the rest of this entry »
Ein-Mann-Terrorismus – wie bitte?
Frank Jansen behauptet auf ZEITonline:
Die Morde des Islamisten Mohamed M. stehen für eine neue Form des Terrors. Politik und Medien tun sich schwer, damit umzugehen.
Ja, in der Tat, vor allem die Medien; der Politik kommen solche Taten vielleicht nicht gänzlich ungelegen. Die Medien haben allerdings ein rapide wachsendes Problem: Das der Sprache. Die ist irgendwann erschöpft, selbst eine so ausdrucksreiche wie die deutsche. Nach Sensation kommt nicht mehr viel, toter als tot geht nicht, und nach dem Terrorismus kann man noch so eben den Ein-Mann-Terrorismus erfinden, aber selbst hausgemachte Plastikwörter lassen nach einer Weile keine weiteren Superlative mehr zu. Read the rest of this entry »
Den täglichen Aufreger gib uns heute
Bashing – unwissenschaftliche Betrachtung über ein wiederkehrendes Thema
Geordnete Nachrichtenlage
Wir leben in unruhigen Zeiten. Das fanden die vor uns übrigens auch schon. Allerdings haben der Missbrauch einer Dienstmagd, die unbefugte Kopie aus einem Folianten oder die Vorteilsnahme des Erzbischofs vor Presse und Internet kaum Wellen geschlagen. Auch Sponsoring gab es bereits, es hieß nur anders und galt vorwiegend Baumeistern, Künstlern und Mätressen. Ebenso gab es Schweigegelder, die indessen heute anders heißen.
Wenn der Kaiser reiste, nahmen Vasallen ganz selbstverständlich seine kostspieligen Aufenthalte – und die des zahlreichen Hofstaats – auf ihre Rechnung. Kaiser waren zwar mächtig (solange es dem Papst gefiel), aber notorisch klamm. Manche Burgherrlichkeit kam dadurch an den Rand des Ruins. Die Fronleute murrten, aber was sollten sie schon ausrichten? Die Herren Ritter trauten sich das Murren nicht, irgendein finsterer Hagen hätte sonst vielleicht beim Kaiser gepetzt und die nächste Beförderung vereitelt. Unruhige Zeiten vielleicht, aber eine geordnete Nachrichtenlage. Read the rest of this entry »
Nachtkritik: Anne Will
Wenn mich das Thema interessiert, guck ich Talkshows. Sie sind eine gute und zudem oft unterhaltsame Möglichkeit, etwas über Volkes Meinung zu erfahren. Für mich sind die Spins, die dort offenbar werden, die wichtige Information. Sendungen mit Journalisten finde ich witziger als solche mit Politikern, die sowieso nur Textbausteine von sich geben. Davon Informationen zu erwarten, ist verschwendete Liebesmüh.
Jede Talkshow folgt einer bestimmten Dramaturgie. Dazu gehört immer ein Bürger als Gast, der irgendwie mit dem Thema der Sendung zu tun hat; oft reichlich konstruiert. Auf diese Art werden menschliche Schicksale dargestellt, es geht um den Protagonisten eines bestimmten Ereignisses, oder eine Person, die zu einem Prominenten in Beziehung steht. Read the rest of this entry »
Eigentlich gibt es sie schon, die Zukunft des Journalismus
Eigentlich. Stefan Plöchinger, Chefredakteur von sueddeutsche.de, hat einen wunderbaren Artikel über die “neuen” Anforderungen an Journalisten geschrieben und beginnt ihn mit einem berechtigten Seitenhieb:
Die meisten Journalisten lieben Revolutionen, wenn sie darüber berichten dürfen.
Die meisten Journalisten hassen Revolutionen, wenn sie selbst deren Gegenstand sind.
Wolfgang Michal fasst den Sachverhalt ironisch zusammen und weist nebenbei noch diskret auf die ewig gleichen Podiumsdiskussionen mit dem ebenso gleichen Tenor hin. Read the rest of this entry »
Noch’n Fernsehtipp: Die Trojaner-Attacke · PHOENIX Runde, 13.10.11, 22:15 & 00:00 Uhr
Die Trojaner-Attacke – Wer schützt uns vor dem Staat? Aus dem Phoenix-Programmhinweis:
Haben wir schon längst eine neue Stufe der Überwachung erreicht, ohne uns dessen bewusst gewesen zu sein? Wie weit darf der Staat im Namen von Verbrechensbekämpfung gehen? Read the rest of this entry »
#0zapftis: Die merkwürdige Grundversorgung des ganz normalen Bürgers
Nach dem Bekanntwerden der CCC-Veröffentlichung über den Staatstrojaner ging gestern ein medialer Wolkenbruch nieder. Vermutlich haben im Lauf des Tages fast alle Bundesbürger irgend etwas über das Thema gehört, gesehen oder gelesen. Nun sind nicht alle im Netz unterwegs; selbst die Netzbewohner haben unterschiedliche Interessen. So wird mancher ob der Fülle der Meldungen und Kommentierungen genervt seinen Stream abgeschaltet haben. Wie aber kam die Nachricht in der Kohlenstoffwelt an? Read the rest of this entry »
Liebe Innenminister, Terroristen und Medien, die Terrorismus-Definition macht Euch zu Komplizen
Ein Gastbeitrag von Ralf Schwartz aus der Reihe ‘Intensivstation‘ seines Blogs mediaclinique
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Liebe Terroristen, Innenminister und Medien, Ihr kennt des Terrors Definition und nutzt ihn zur Durchsetzung Eurer Politik – das ist wahrlich verachtenswert.
DIAGNOSE
“Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten…”
Denn der Schrecken, liebe Medien, steigert Eure Auflage, und was braucht Ihr dringender als Auflagensteigerungen? Dafür geht Ihr über Leichen. Read the rest of this entry »
So ist das.
Die Vorgänge um den Rücktritt des Bundespräsidenten hinterlassen eine ganze Reihe Eindrücke von unerklärlich bis überflüssig. Aber wie steht es eigentlich mit der Findung des Nachfolgers?
Die Süddeutsche hatte gestern einen entlarvenden Artikel, in dem die Abläufe vermutlich ziemlich genau beschrieben sind. Jeder möge sich diese Beschreibung für seine eigene kleine Welt zurechtschneiden: für den Sportverein, Betriebsrat, Gemeinderat oder Elternbeirat beispielsweise. Read the rest of this entry »












