Mathias sagt in den Kommentaren: “Es ist meines Erachtens irrelevant, ob ein Verlag ein LSR unterstützt hat oder nicht, es sollte entscheidend sein, ob er das ihm vom Bundestag zugesprochene Leistungsschutzrecht gedenkt einzusetzen, wenn das Gesetz in Kraft tritt.” Ja. Mehr darüber bei Robert Basic. Und die Kritik an Roberts Fragen. 28.3.: Karsten hat auf Lousypennies eine Liste zusammengestellt. Read the rest of this entry »
Schlagwort-Archive: presse
Journalismus: Überfluss und Mangel
Rohstoffschwemme und Erklärungsbedarf
Wir haben 2012. Unsere technischen Möglichkeiten übertreffen die aller Generationen vor uns. Wir verfügen über Informationen von wahrlich überwältigendem Ausmaß. Leider sind wir längst nicht mehr in der Lage, auch nur den Teil, der uns am meisten interessiert, in vertretbarer Zeit zu verarbeiten.
Die Geschwindigkeit, mit der die Informationen weitergegeben werden, war noch nie so hoch. Die Nachricht vom Umfallen des sprichwörtlichen Sacks Reis in China erreicht uns binnen Sekunden, gleichzeitig finden überall weitere Ereignisse statt, die uns ebenfalls sofort gemeldet werden. Read the rest of this entry »
Piraten: Die Kunst der Unsichtbarkeit
So ziemlich von Anfang an bekam ich die Flaschenpost, den Newsletter der Piraten. Mit zunehmendem Erfolg der Partei nahm das Angebot an Informationen und schließlich Pressemitteilungen zu. Mittlerweile erhalte ich oft mehrmals täglich Stellungnahmen, Ankündigungen oder Einladungen.
Gestern Abend gab es eine hoch interessante Veranstaltung, eine Podiumsdiskussion zum ESM-Vertrag mit Peter Bofinger und Klaus P. Regling. Der Wirtschaftsweise und der Chef des EFSF (künftig des ESM) sind nun wirklich keine kleinen Lichter, die man mal eben so abfeiert, das war den Veranstaltern wohl auch klar. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet eine so prominent besetzte Diskussion, noch dazu über ein Thema von allgemeinem Interesse, nicht mit ausreichend Vorlauf beworben wurde. So blieb sie denn auch einigermaßen unsichtbar: Am Ende des Livestreams werteten die Organisatoren geschätzte vier- bis fünfhundert Zuhörer als Erfolg. Read the rest of this entry »
Unternehmerjournalismus und die Kuh auf dem Eis
Im Feuilleton der NZZ schreiben Kate Nacy und Stephan Russ-Mohl heute¹, der neue Journalist solle über unternehmerische Fähigkeiten verfügen. “Dies fordern einige Avantgardisten. US-Institute entwickeln entsprechende Ideen.”
Nee, Leute, bitte nicht schon wieder. Erstens ist die Idee nicht mehr neu, so neu schon gar nicht. Zweitens hört sich Entrepreneurial Journalism an wie PR-Sprech vom Allerschlimmsten. Und drittens ist das Thema bis auf die Felgen durchgekaut. Read the rest of this entry »
Flattr kommt einfach nicht in Schwung
“Ausgeflattrt: Nur was für Amateure – oder Großverdiener” nennt Thomas Wiegold seine Ankündigung, flattr nicht weiter nutzen zu wollen. Dafür macht er vor allem die hohen Abzüge sowie den Aufwand bei der Steuererklärung verantwortlich. Leider hat er recht. Leider wird flattr nicht so genutzt, wie es wünschenswert wäre. Tim Pritlove, Udo Vetter und Stefan Niggemeier sind Ausreißer, die die Regel bestätigen.
Die Infrastruktur besteht, nur müsste sie von mehr Teilnehmern genutzt werden. Das “Umlaufvermögen” würde größer, mehr Kreative hätten höhere Einnahmen. Und die Rechnung stimmte. Wir halten fest: Grundsätzlich sind nur Wenige nicht bereit, für Inhalte zu zahlen. Read the rest of this entry »
Den täglichen Aufreger gib uns heute
Bashing – unwissenschaftliche Betrachtung über ein wiederkehrendes Thema
Geordnete Nachrichtenlage
Wir leben in unruhigen Zeiten. Das fanden die vor uns übrigens auch schon. Allerdings haben der Missbrauch einer Dienstmagd, die unbefugte Kopie aus einem Folianten oder die Vorteilsnahme des Erzbischofs vor Presse und Internet kaum Wellen geschlagen. Auch Sponsoring gab es bereits, es hieß nur anders und galt vorwiegend Baumeistern, Künstlern und Mätressen. Ebenso gab es Schweigegelder, die indessen heute anders heißen.
Wenn der Kaiser reiste, nahmen Vasallen ganz selbstverständlich seine kostspieligen Aufenthalte – und die des zahlreichen Hofstaats – auf ihre Rechnung. Kaiser waren zwar mächtig (solange es dem Papst gefiel), aber notorisch klamm. Manche Burgherrlichkeit kam dadurch an den Rand des Ruins. Die Fronleute murrten, aber was sollten sie schon ausrichten? Die Herren Ritter trauten sich das Murren nicht, irgendein finsterer Hagen hätte sonst vielleicht beim Kaiser gepetzt und die nächste Beförderung vereitelt. Unruhige Zeiten vielleicht, aber eine geordnete Nachrichtenlage. Read the rest of this entry »
Qualitätsjournalismus, Folge 2347
Kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie!
Ich frage mich, ob der Redakteur gekündigt wurde oder bloß besoffen war … (Mit Dank an Dietmar :) Read the rest of this entry »
Ein Bäckermeister, Verleger, Autoren und das Leistungsschutzrecht
Seit Mai 2009 fordern deutsche Verleger für ihre Erzeugnisse ein Leistungsschutzrecht per Gesetz. Es soll Suchmaschinen und gewerbliche Nutzer verpflichten, für die verlinkten Textschnipsel Gebühren zu zahlen. Eine widersinnige Forderung, deren tatsächlichen Inhalt überdies noch niemand im Wortlaut gesehen hat.
Fangen wir mit etwas an, das jeder kennt: mit einer Bäckerei. Wenn die Backwaren gut sind, essen die Leute sie gern. Der Bäcker verkauft also viel, kann Gesellen einstellen und Lehrlinge ausbilden. Der eine oder andere von ihnen erfindet vielleicht ein besonders gutes neues Backwerk, das die Bäckerei noch bekannter macht. Weil der Meister schlau ist, behandelt und bezahlt er seine Angestellten gut, und alle sind zufrieden. Die vielen Großbäckereien können ihm nichts anhaben, da seine Leckereien unverwechselbar und keine Massenware sind.
Mit den Zeitungen ist es ebenso. Read the rest of this entry »
Splitter: „die medien“?
Das sollte eigentlich eine Antwort in den Kommentaren werden. Irgendwie wurde es dann wieder ein etwas ausführlicherer Splitter.
Leider müssen Zeitungen und Magazine Geld verdienen (Blogger übrigens auch, aber das ist eine andere Geschichte). Leider führt das häufig zu Quotenjournalismus. Und weil Verlage gerne viel Geld verdienen, entlassen sie scharenweise die, die eigentlich die Verlagsleistung erbringen: ganze Redaktionen, wenn es dem Gewinn nutzt. Der jämmerliche Rest darf dann unter Verweigerung der nötigen Mittel hochwertigen Qualitätsjournalismus fabrizieren, und der Leser wundert sich. Read the rest of this entry »
Eine verbreitete Praxis
Selbstverständlich gibt es immer etwas Wichtigeres als das, womit man sich gerade beschäftigt. Den folgenden beiden Kommentaren ist jedoch zu entnehmen, daß es bei Copygate nicht um einen Sack Reis geht:
In seinem sehr lesenswerten Beitrag Das Wissenschaftsplagiat schreibt Thomas Stadler, die Vorgänge um zu Guttenberg wären in der Lage,
das gesamte Prüfungswesen der deutschen Hochschulen in eine Legitimationskrise [zu] stürzen, Read the rest of this entry »
Europa, quo vadis?
Bedenken sind nicht besonders festlich, aber, leider, nötig. In Europa gehen Dinge vor, die Demokraten nicht gefallen können.
Grossbritannien hat mit seinen unzähligen Überwachungskameras und der restriktiven Handhabung von ‘Internetvergehen’ bisher keine grossen Erfolge erzielt, da dort eine starke Presse existiert. Wie die sich zu den zu erwartenden Netzsperren stellt, bleibt abzuwarten.
Italiens Berlusconi hat die Presse schon längst unter Druck gesetzt und Fernsehgesellschaften eingekauft, mit deren Hilfe er seine Landsleute nach Gusto beeinflussen kann. Dagegen steht eine aufbegehrende Zivilgesellschaft, die ihre Rechte einzufordern bisher in der Lage ist. Read the rest of this entry »
Blickwinkel
Der Guardian berichtet anläßlich der neuen Wikileaks-Papiere über Politik. Die Times berichtet über Politik. Le Monde und El País beschäftigen sich überwiegend mit, richtig: Politik.
Der Spiegel? Erzählt Anekdötchen. Du meine Güte.
_________________
- Guter Kommentar von Florian Rötzer: Die Transparenz der digitalen Revolution steht noch aus Read the rest of this entry »
Presse im Herbst
Daß Herr Sarrazin Bockmist erzählt, hat spätestens Prof. Eichener belegt. Ist auch nicht so wichtig, dennoch: Bei der Jagd stören viele Treiber die Hasen aus ihren Sassen auf, das haben im politischen Deutschland Herr Sarrazin und Frau Steinbach im Alleingang geschafft. Die Reaktionäre kommen nach und nach aus ihren Verstecken. Fatal nur, daß die Debatten über Konservativismus geführt werden, statt das Kind beim richtigen Namen zu nennen. Read the rest of this entry »
Mehrere Völker
Bei der Berichterstattung über den Rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler fiel mir ein Wort wieder besonders unangenehm auf: Er war so beliebt beim Volk. Ähnliche Bemerkungen gab es zwei Tage zuvor anläßlich des Auftritts beim Eurovision Song Contest: Unsere Lena. Read the rest of this entry »
Zeitungsverleger fischen im Trüben
Jetzt schlägt`s 14 kann man nicht sagen, beschreibt aber den Sachverhalt genau: Die Zeitungsverleger möchten gerne hinter verschlossenen Türen ihr eigenes Süppchen kochen und beschweren sich mit einer ziemlich abenteuerlichen Begründung bei iRights.info, weil dort der – warum wohl? – bislang geheim gehaltene Entwurf für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger veröffentlicht wurde.
Man stelle sich vor, Öffentlichkeit für etwas, das Gesetz werden und uns alle betreffen soll! Das wäre ja noch schöner!
CARTA hat einige Stunden später den Arbeitsentwurf für einen neuen Rundfunkgebühren-Staatsvertrag publik gemacht. Mal sehen, ob die Empörung darüber ähnlich kreativ wird.
Update Content-Mafia, die 3:
Spiegel Online kommt mit einem Bericht über eine einstweilige Verfügung gegen den deutschen Provider von Pirate Bay, er soll sperren. So, jetzt hat’s aber bei allen geklingelt, oder?!
Liebe Online-Presse.
Ich wollte schon länger mal ein Lob loswerden, daß ihr das alle ganz ganz toll macht. Na ja, fast alle. Für die, die’s noch nicht so ‘raus haben, schreib ich einfach mal ein paar Tipps auf.
- Nur Qualitätsinhalte aus der Holzzeitung übernehmen. Extra für Online produzieren kostet nur.
- Das kann ein Volo besorgen, die paar Handgriffe macht der nebenbei. Nur keine hochbezahlten Redakteure dafür vergeuden.
- Recherche? Wie, Recherche? Für’s Internet?! Gibt doch dpa. Read the rest of this entry »
Regionalzeitung im Internet
Gerade habe ich mich mal wieder gewundert. In der Seitenleiste meines Blogs hätte ich ja gern auch den RSS-Feed meiner regionalen Zeitung gehabt, des Trierischen Volksfreundes – aber Fehlanzeige.
Dem deutschen Qualitätsjournalismus geht es bekanntlich so entsetzlich schlecht, daß die Verlage gerade eine gewaltige Lobby ins Feld führen, um eine eigene Gesetzgebung zu erreichen.
Da ist es mehr als erstaunlich, daß es ein Blatt mit einem sehr grossen Verbreitungsgebiet in einem Flächenland nicht fertig kriegt, gesonderte RSS-Feeds für die in der Fläche verstreuten Verbandsgemeinden anzubieten. Read the rest of this entry »
Nachbemerkung
Vor ein paar Tagen hat mich hier in den Kommentaren jemand gefragt, welchen Ausgang der Bundestagswahl 09 ich mir denn gewünscht hätte. Ich war ein bißchen hilflos, denn meine Wünsche bestanden und bestehen in Handlungen und Zuständen, nicht in bestimmten Inhalten oder Koalitionen der Parteien.
Was ich an diesem Tag nicht ausdrücken konnte, hat jetzt Lorenz Lorenz-Meyer bei Christiane Schulzki-Haddouti auf kooptech in einem Gastbeitrag in Worte gefaßt.
Read the rest of this entry »
Eine Antwort an Ernst Elitz
Bei allem ehrlichen Respekt vor der Lebensleistung von Ernst Elitz: die Zwölf Thesen für einen besseren Journalismus ‘Gegen Lüge und Dummheit‘ stammen geradewegs aus dem Elfenbeinturm des Qualitätsjournalismus.
Mögen Journalisten die Welt erklären. Wenn das Medium, das sie verbreitet, seine Glaubwürdigkeit verloren hat, verlieren auch Erklärungen zwangsläufig ihren Wahrheitsgehalt. In einer Fernsehlandschaft, in der parteipolitisch beeinflusste Rundfunkräte das Sagen haben, ist das zweifellos der Fall. Verstanden hat der Rezipient dann allenfalls, was er verstehen sollte.
FormSpring löst Picards Problem
Im August 2009 veröffentlichte Robert G. Picard auf seinem Blog ‘The Media Business’ The Transaction Cost Problem Of Newspaper Micropayments, worin er sich mit den Schwierigkeiten bei der Bezahlung von Online-Presseangeboten beschäftigt. Picard ist ein anerkannter Medien-Ökonom, der an verschiedenen Universitäten lehrt und als Berater grosser Medienkonzerne sowie als Gutachter in Medienrechtsverfahren tätig ist.
Den US-amerikanischen Verlegern um Rupert Murdoch schlägt er die Schaffung einer Kooperative vor, welche die Abrechnung nach einer Art Kreditkartensystem sowie die Verteilung der Gelder an die beteiligten Zeitungshäuser übernimmt. Picard sieht allerdings u.a. Probleme in den Kosten für die erforderliche Infrastruktur und für die vielen einzelnen Transaktionen, die das Produkt verteuern; vor allem hält er die monetäre Bewertung und Abrechnung einzelner Artikel für schwierig.
Allheilmittel
Mir platzt der Kragen. Sucht einfach nach #leistungsschutzrecht und macht Euch schlau.
Darum geht es in Kürze: Die Verlagsindustrie will ein Gesetz, um sich die Taschen noch voller zu stopfen. Eine Meldung soll dem ‘gehören’, der sie zuerst hat, jedwede Weiterverbreitung nur gegen cash.
Journalisten müssen schon seit geraumer Zeit alle Rechte an die Verleger abtreten, sie dürfen z.B. Texte, deren Urheber sie sind, nicht für sich verwerten (‘unterschreiben Sie das mal, wenn Sie wieder für uns arbeiten wollen’; angestellte Journalisten sind dazu per Arbeitsvertrag verpflichtet). Die Verlagsindustrie sichert sich durch bereits bestehende Gesetze alle möglichen und unmöglichen Rechte.














commentarist: Neue Partner & Start des Commentarist-Button
Erfreulicher Newsletter vom 2. Februar:
Geschrieben von opalkatze - 3. Februar 2012 in Journalismus, Medien, Web 2.0
Schlagwörter: button, commentarist, leitmedien, meinungsjournalismus, presse