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Hol dir deine Daten zurück! – Gegen Datensammelwut

02 Okt

Markus berichtet auf netzpolitik.org von der europaweiten Aktion Hol dir deine Daten zurück. Eine richtig wichtige Aktion, finde ich. Auch, wenn die Teilnahme ein bisschen Zeit erfordert oder mühsam erscheint: man sollte über’s Mitmachen ernsthaft nachdenken und dabei die Konsequenzen sehen, die aus weiterem Gewährenlassen der Datensammler resultieren.

Hier nochmal die Links

  • Der Aufruf zur Aktion
  • Hier kann man Auskunftsersuchen an verschiedene Behörden generieren und ausdrucken; bitte den Text durchlesen.
  • Selbstdatenschutz

  • Nachsehen, was man im Internet über sich selbst findet (nach Vor- und Nachname, eMailadressen, Nicknames suchen).
  • Tipps, wie man sich schützen kann

Wer noch etwas Motivation braucht, kann sich das Stockholmer Programm (geleakter Entwurf der neuen Fassung) durchlesen. Hintergründe liefert ein älteres, aber gutes PDF über Datenspuren im Internet von Marit Köhntopp und Kristian Köhntopp.

Seit 2006 gibt es in Deutschland ein Informationsfreiheitsgesetz, das in einigen Bundesländern dem Länderrecht angepasst wurde. Das Bundesgesetz ist hier nachzulesen, in der Wikipedia gibt es einen Überblick, und hier ist noch eine juristische Hausarbeit.

Was viele nicht wissen: Auch die Stadt– und Gemeindeverwaltungen geben persönliche Daten weiter, z.B. an Adressverlage. Dem muß schriftlich widersprochen werden, das Verfahren ist allerdings nicht bundesweit einheitlich. Das Einwohnermeldeamt am Wohnort gibt Auskunft, wie man diese Weitergabe künftig verhindern kann; meist gibt es einen Vordruck, den man ausgefüllt wieder einreichen muß.

Noch zwei Links, die Briefkasten und Mailbox spürbar entlasten:
Die Robinsonliste für Werbepost und die für Telefon, Handy, eMail. Ein kleiner Aufwand, der sich lohnt, denn danach kommen tatsächlich keine unerwünschten Postsendungen oder Anrufe mehr, auch der meiste Spam wird geblockt.

Update: Eine Liste aktueller Datenschutzverletzungen und Datenpannen führe ich hier.
Update: Aktuelle Seite über alles, was mit Zensur zusammen hängt. Unbedingt lesenswert.
Update, 16.01.10: Die Aktion lief bis Anfang Dezember, als das Stockholm-Programm verabschiedet wurde. Selbst, wenn sie abgelaufen ist: es gibt genügend Gründe, sich um den Verbleib und die Sicherheit der eigenen Daten zu kümmern. Die Links sind weiterhin aktuell.
Update, 17.01.10: Christiane Schulzki-Haddouti bei heise über den Zusammenhang mit Open Data-Projekten.
Update, 20.02.10: Wie man die eigenen Daten schützen kann, hat irights.info in einer Artikelreihe dargestellt.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2. Oktober 2009 in Datenschutz, Netzpolitik

 

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