RSS

Eine unendliche Geschichte (4)

13 Jan

ELGA startet am 9. Dezember:

Teil 1Teil 2Teil 3Ergänzungen »Textende »

2006

Ab Januar sollen in Baden-Württemberg (Heilbronn), Bayern (Ingolstadt), Bremen, Niedersachsen (Wolfsburg), Nordrhein-Westfalen (Region Essen-Bochum), Rheinland-Pfalz (Trier), Sachsen (Löbau-Zittau) und Schleswig-Holstein (Flensburg) erste Feldtests der 10.000er-Reihe der Gesundheitskarte stattfinden. Nach ihrer vollständigen Einführung soll sie einmal ‚80 Millionen Versicherte, 180.000 Arzt- und Zahnarztpraxen, 21.000 Apotheken, 2.200 Krankenhäuser und etwa 260 Krankenkassen vernetzen‚.

Dazu werden zunächst zwischen den Länder-Gesundheitsministern bzw. den ARGEn zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises und der gematik Verträge geschlossen. ‚Der Weg ist nun frei für die gemeinsame Erarbeitung eines konkreten Testkonzepts sowie den Aufbau von so genannten Musterumgebungen in den Regionen. Anschließend erfolgt dann im Laufe des Jahres die Erprobung in Feldtests mit zunächst 10.000 Versicherten pro Region.‘

Bis zum Beginn der tatsächlichen Durchführung dauert es in den einzelnen Testregionen noch unterschiedlich lange. Geplante Einführung in

Flensburg Dezember 2006,
Löbau-Zittau Ende 2006,
Region Essen-Bochum, Juni 2006, verschoben auf November, 19.6.2007,
Ingolstadt Sommer 2007,
Trier 3.9.2007,
Heilbronn 22.10.2007,
Wolfsburg 12.11.2007,
(Bremen).

Wohlgemerkt: die Rede ist hier von Tests mit 10.000 Teilnehmern. Erst wenn diese zufriedenstellend verlaufen, schließen sich Tests mit 100.000 Patienten an. Und dann dauert es immer noch eine ganze Weile, bis die Karten wirklich flächendeckend ausgegeben werden können. Zudem ‚kann‘ sie vorerst nicht mehr als die ältere Patientenkarte. Sie enthält zusätzlich ein Bild und soll in der Lage sein, Rezepte zu speichern, die zum Einsatz notwendige Infrastruktur ist aber weder bei Ärzten noch Apothekern vorhanden. Auch die Kosten für Anschaffung und Betrieb entsprechender Hard- und Software sind keineswegs geklärt; die teilnehmenden Mediziner fürchten, darauf sitzen zu bleiben.

Am 31. Januar findet das Bitkom-Forum Public Sector 2006 statt, auf dem über den Sachstand berichtet und vor allem die Mediziner beruhigt werden sollen. Dirk Drees, technischer Geschäftsführer der gematik, stellt die 100.000er-Testreihe für das 3. Quartel 2007 in Aussicht, die endgültige Einführung für 2008. Zu diesem Zeitpunkt ist immer noch die Gemeinschaftsanwendung von eGK und ELENA geplant, so berichtet gleich anschließend Harald Flex, Geschäftsführer der gematik sowie der informationstechnischen Servicestelle der gesetzlichen Krankenkassen, über Schwierigkeiten bei der Zertifizierung von 80 Mio. Teilnehmern (Arbeitgebern). Die notwenige Ausstellung könne ’spannend werden‘, er kenne kein ‚Trustcenter, was das kann‘ (Seite 7 Mitte).

Anfang Februar einigen sich gematik, Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser bezüglich der Kosten für die 10.000er-Testreihe; das Ärzteblatt berichtet:

Die Leistungserbringer erhalten danach eine einmalige Pauschale, mit denen sie Komponenten wie Kartenterminal und den so genannten Konnektor für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur anschaffen können.

Ein zusätzlicher Betrag soll den personellen und betrieblichen Zusatzaufwand in der Testphase abdecken. Damit sollen sie die Schulung für ihr Personal und den zusätzlichen Beratungsaufwand für Versicherte finanzieren. Konkret sollen Ärzte 3.000 Euro Pauschale und 3.200 Euro für Zusatzaufwendungen erhalten. Apotheken bekommen 3.000 Euro Pauschale und 2.750 Euro für Zusatzaufwendungen, Krankenhäuser 28.000 Euro Pauschale und 28.000 Euro für Zusatzaufwendungen.‘

Kurz vor der diesjährigen CeBIT spekuliert silicon.de über Kosten, Art und Umfang des Projekts sowie dessen mögliches Scheitern. Dabei kommt aber auch zur Sprache, daß die künftige Datendistribution noch nicht einmal spezifiziert, geschweige denn geregelt ist.

Vom 9.-15. März findet die CeBIT statt. ICW stellt dort eine Karte vor, bei der schon alle geplanten Funktionen funktionieren: eRezept und Vertragsdaten-Management (was die anderen Karten auch bereits können), daneben aber das Praxis- und Abrechnungsmanagement Q-Med.Praxis (Schwerdtner Medizin-Software GmbH, Niederkirchen), die LifeSensor-Patientenakte (ICW InterComponentWare Deutschland AG & Co. KG, Walldorf/Baden), das ADG Apotheken-Warenwirtschaftssystem (Apotheken Dienstleistungsgesellschaft mbH, Mannheim) sowie das integrierte Kartenmanagement- (CMS) und Kartenapplikationsmanagementsystem (CAMS) (ActivIdentity Corporation, Fremont, CA, USA).

Das Fraunhofer Institut für Sichere ­Informationstechnologie (SIT) zeigt ein Kiosk-System, das nicht nur Informationen über Hilfs- und Heilmittel sowie Notfalldaten enthält, sondern auch dem Patienten mittels eines Terminals und einer PIN das Auslesen und ggf. auch Bearbeiten der gespeicherten Daten erlaubt. Angedacht ist auch die Kartenverwaltung über eine verschlüsselte Internetverbindung.

Im April bereitet die Bundesärztekammer (BÄK) ihre Miglieder auf den Start der Hard- und Software für die sog. Root-Instanz vor, mit der ab Mai Ärzte mit dem Heilberufsausweis die Infrastruktur übers Internet testen können.

CIO lobt in einem Artikel die Chancen der Gesundheitskarte, stellt aber auch die neuen Herausforderungen dar.

Mit Näherrücken des geplanten Testbeginns stellt das Ärzteblatt im Mai einige Informationsbroschüren vor, die Ärztefragen beantworten sollen. Darin geht es auch um mögliche Risiken, Rechtsverbindlichkeit und Datenschutz.

Eine hundertprozentige Tochter der Bundesdruckerei, die D-Trust GmbH, bekommt am 9.5. von gematik den Auftrag zur Durchführung der

Rootzertifizierung für Heilberufsausweise (HBA) und elektronische Gesundheitskarte. Damit sind die Veertragspartner ‚nun in der Lage, spezifikationskonforme Karten für die anlaufenden Testreihen zu produzieren‚.

Das Internetportal zur Gesundheitskarte wird vor allem wegen seiner Barrierefreiheit für behinderte Menschen hoch gelobt.

Von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wird die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gegründet, die drei Rechenzentren in Bayern, Niedersachsen und Westfalen-Lippe/Nordrhein für die Testphase der elektronischen Gesundheitskarte aufbauen soll. Diese werden in der Testphase den bundesweiten Zugang zur Telematikinfrastruktur gewährleisten.

T-Systems tritt als Kooperationspartner der während der CeBIT 2005 gegründeten eHIP-Initiative von Intel und Microsoft bei (eHealth-Integrations-Platform). Sie will Ärzten, Apothekern und Kliniken unter dem Namen eConnect Zugangshardware (‚Konnektoren‘), Kartenlesegeräte, Software und Datenleitungen anbieten.

Am 2. Juni fusionieren die Chipkartenhersteller Axalto und gemplus zu gemalto, als die sie auch die französische hostbasierte Carte vitale 2 sowie später für ELENA produzieren.

Es wird kritisiert, daß die Bereitschaft zur Organspende nicht mit auf dem Gesundheitsausweis gespeichert werden soll, obwohl der damalige Gesundheitsminister Seehofer das bereits 2002 angeregt hatte.

Johannes Mönter, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA) findet, deutsche Versandapotheker würden benachteiligt, da keine der 1.250 genehmigten deutschen Versandapotheken beim Test der elektronischen Gesundheitskarte zugelassen sei. Er sieht das als Existenzbedrohung für die Mitglieder des Verbandes.

Im Heft 26/2006 zieht auch der Spiegel den Vergleich mit der Lkw-Maut Toll Collect und nennt das Kind beim Namen:
Schon über die Kosten der Einführung herrscht Uneinigkeit. Wird die Summe eher bei 1,4 Milliarden Euro liegen oder bei 5 Milliarden? Zuverlässige Zahlen gibt es nicht. Und weil keiner die Zeche zahlen will, blockieren sich alle gegenseitig, wälzen Einwände, verschleppen Entscheidungen.‘
Für nicht ganz unschuldig daran hält das Blatt Klaus Theo Schröder, 2001-2009 Staatssekretär im BMGS: ‚Der scheint sich in der Rolle des Raubtierdompteurs zu gefallen‚ [..]. Auch die Möglichkeit des Patienteneingriffs in die Kartendaten wird erwähnt, die unter Medizinern wegen der dadurch entstehenden Unsicherheit höchst umstritten ist: der Patient könne Daten, die ihm peinlich seien, einfach löschen.

Ausgerechnet in dieser schwierigen Zeit veröffentlicht Transparency International das Jahrbuch 2006 mit einer Studie über Korruption im Gesundheitswesen.

CISCO stellt einen Access-Router mit dem Namen Healthcare-Router her und entwickelt in Partnerschaft mit ICW die integrierte Software. ‚Der Healthcare Router kann wahlweise mit integriertem DSL-Modem, ISDN-Modem oder mit Ethernet-Schnittstelle geliefert werden. Verbindungen zum LAN (Local Area Network) des Anwenders werden durch einen eingebauten 4-Port Switch erleichtert. Eine WLAN-Schnittstelle (Wireless Local Area Network) ist optional verfügbar.‚ Dadurch kann der Benutzer seine gewohnte Arbeitsumgebung ohne grössere Eingriffe weiter nutzen. Konfiguration und Updates werden erheblich erleichtert, da sie per Datenfernübertragung erledigt werden können.

Unter dem 7. Juli informiert das Ärzteblatt seine Leser über eine Aktion des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte eV (bdvb) und des Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG GmbH), die eine Initiative zur Akzeptanzförderung der eGK und der Telematik starten. Dabei sollen ‚interessierte Ärzte‘ bis Mitte September einen Fragebogen ‚zu ihren Kenntnissen und Erwartungen zur Einführung der eGK‘ ausfüllen.

Eine andere Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein unter 2.200 Ärzten hat bereits ergeben, daß 94% der niedergelassenen Ärzte die eGK ablehnen. Darin spiegeln sich vor allem die Unsicherheit wegen der entstehenden Kosten sowie in der Anwendung der neuen Techologie wider, aber auch die Furcht vor höherem Verwaltungsaufwand in der Praxis und mangelhaftem Datenschutz.

Heise berichtet über einen Alleingang der Rhön-Klinikum AG, die mit einer eigenen ’selbstlernenden‘ Fallakte vorpreschen und darin die Möglichkeit einer branchenweiten Standardisierung sehen.

Firmenpresse.de schreibt am 1. August:

Artur Wagner übernimmt ab dem 1. August die Geschäftsführung der Betreibergesellschaft der Gesundheitsinitiative Rhein-Neckar, der GeTeG Gesellschaft für Telematik im Gesundheitswesen mbH & Co KG. Die Gesundheitsinitiative Rhein-Neckar will als privat initiierte Testregion die freiwilligen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte in der Metropolregion Rhein-Neckar einführen und testen.
Damit ist ein weiterer ‚Versuch im Versuch‘ mit einer weiteren Firma gestartet. (Die GeTeG ist mittlerweile nach Köln verzogen und gehört über Beteiligungen Dietmar Hopp. Geschäftsführer bis Juli 2009: Dirk Drees.)

Am 22.8. fällt dem Ärzteblatt auf, daß für internetfähige PCs GEZ-Gebühren zu entrichten sind: derzeit immerhin EUR 204,00 pro Jahr und Arbeitsplatz. Dieses Thema hält sich bis heute und ist gerade erneut in der Diskussion.

Die Kanzlerin will die eGK zur Chefsache machen und sich am 18. September mit Ulla Schmidt treffen.

Am 28.8. lässt die KBV CARD STAR /medic2 für die Krankenversichertenkarte zu und nimmt es in die Liste der zertifizierten Lesegeräte auf.

Mitte September berichten FAZ und Handelsblatt über Studien zufolge deutlich gestiegene Kosten für die Karte. Die FAZ schliesst, ‚nach zehn Jahren halten sich Kosten und Nutzen mit insgesamt gut 14 Milliarden Euro der Studie zufolge gerade mal die Waage.‘ Die Kassen werfen Ulla Schmidt vor, daß seit der Übernahme des Projekts durch das BMGS ‚Konzepte und technische Lösungen mehr und mehr überfrachtet werden‘. Schmidts Entscheidung, die Daten auf der Karte statt auf zentralen Servern zu speichern, trieben die Kosten in die Höhe und mache ‚teure Parallelstrukturen‘ erforderlich, weiterhin Server Updates nötig seien.
Schmidt weist dies mit dem Hinweis zurück, die Studie sei ‚von falschen Zahlen ausgegangen‘ und werde neu erstellt.

Bitkom-Präsident Willi Berchthold moniert, das Projekt werde ‚zu Tode geredet‘, es werde ‚die Chance vergeben, mit einem Vorzeigeprojekt die Effizienz und Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen‘. Es solle nicht dazu kommen, daß man die Technik später aus Nachbarländern beziehen müsse. Heise vergleicht daraufhin die medizinischen Telematik-Projekte anderer Länder.

Das Stand-alone-Projekt der Knappschaft in Bottrop, prosper, startet am 12. Oktober mit 20.000 Karten, 75 Ärzte und Apotheker bekommen einen Heilberufsausweis (HBA): ‚Gemeinsam mit den Partnern Hewlett Packard, Oracle, Siemens, T-Com, Tieto Enator und Wincor Nixdorf erstellt und verteilt die Telekom-Tochter [T-Systems] die neuen Karten und verbindet alle teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken sowie ein Krankenhaus über ein elektronisches Netz.‘

Im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum in Paderborn eröffnet am 24.10. mit grossem Pressegetöse eine Sonderausstellung ‚Computer.Medizin – Hightech für Gesundheit und Lebensqualität‘. Sie gibt bis zum 1. Mai 2007 den Besuchern auch Gelegenheit, sich mit der eGK vertraut zu machen. Heise bezeichnet diesen Ausstellungsbereich als ‚leicht visionär‘. ICW betreibt dort Eigenwerbung und stellt LifeSensor vor.

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie startet Ende Oktober unter dem Motto ‚Wir sagen Nein!‘ zusammen mit dem Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung, der Humanistischen Union und der Internationalen Liga für Menschenrechte eine Unterschriftenaktion gegen die zentrale Speicherung von Patientendaten.

Die Freie Ärzteschaft veranstaltet am 4.11. in Köln einen ‚Ärztetag der Basis‘, auf dem sie sich mit der eGK befasst; mit diesem Thema nimmt sie auch 2007, 2008 und 2009 an der Demo ‚Freiheit statt Angst‚ in Berlin teil.

Um die Anpassung von Praxis-IT-Infrastruktur und eGK zu erleichtern, werden auch Kartenleser zugelassen, die sowohl die alte Patientenkarte als auch die eGK lesen können (sog. MKTs, Multifunktionelle Kartenterminals). Die neuere Generation, die von ICWs Software Development Kit unterstützt werden, heisst SICCT, Secure Interoperable ChipCard Terminal.

CISCO und ICW reichen ihr gemeinsames Konnektorprojekt Healthcare-Router bei der gematik zur Zertifizierung ein.

Der CCC befreit ein Dokument (Kosten-Nutzen-Analyse), gulli berichtet am 27.11. darüber. Felix von Leitner (Fefe) vom CCC urteilt:
Kurz gesagt: das Papier liest sich wie ein einziges Desaster. Sie haben da mit teilweise deutlich unseriösen Methoden an den Zahlen geschraubt, und selbst mit derartigen Methoden kommen sie nur gerade so auf einen Break Even. Und ihr habt ja gesehen, wie sie die Kosten hier kleinzurechnen versucht haben, und trotzdem ist das schon das dreifache dessen, was sie dem Gesundheitsministerium initial versprochen hatten. Wenn dieses Papier das Projekt nicht kippt, dann weiß ich auch nicht.‘

Die Computerwoche schreibt, die eGK werde sich nach der Studie erst in etwa zehn Jahren amortisieren.

Anfang Dezember bringt Wirtschaftsminister Glos im Zusammenhang mit der eGK auch die Jobkarte (heute ELENA) wieder ins Gespräch. Die Behauptung des Handelsblatts, daß ‚die Karte nun doch mit deutlicher Verspätung in die heiße Umsetzungsphase geht, ist wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass schließlich das Gesundheitsministerium die Regie übernahm und wichtige Vorentscheidungen über die Köpfe der Selbstverwaltung hinweg fällte‘, dürften manch andere Beteiligte zumindest skeptisch aufnehmen.

Ab 11.12. beginnt die Kartenausgabe an die ersten von 10.000 Testpersonen in Schleswig-Holstein.

Am 12. droht die Bundesärztekammer mit einem Boykott der eGK, ‚falls die Mediziner nicht mehr Geld für die Umrüstung ihrer Praxen erhalten‘. Weiter schreibt die ZEIT, ein ‚Sprecher des Gesundheitsministeriums wies Hoppes Forderungen nach Nachverhandlungen als „gegenstandslos“ zurück. Die Ärzte erhielten jeweils 6200 Euro. Dies sei genug, um die notwendige Ausstattung zu finanzieren. Eine solche Subventionierung gebe es in keinem anderen Freiberuf.‘ Auch der Datenschutz bereitet den Ärzten weiter Sorgen.

Am 22. startet der eGK-Testlauf in Sachsen.

In der Rubrik ‚Themen der Zeit‘ macht sich das Ärzteblatt am Jahresende Sorgen um die mögliche Änderung der Arzt-Patient-Beziehung in Zeiten der Telematik. Darin heisst es u.a.: ‚Die ärztliche Seite entbehrt jeglicher Freiwilligkeit, da die notwendigen computertechnischen Ausstattungen für die Pflicht- und freiwilligen Anwendungen vorgehalten werden müssen.‘ Daraus wie aus dem gesamten Beitrag sprechen Furcht vor der ’seelenlosen‘ Technologie und vor dem Verlust der gewohnten Kommunikation. Keine gute Voraussetzung für die weitere Entwicklung der eGK, wenn eine angesehene und verbreitete Fachzeitschrift solche Vorgaben macht.

***

Alle Texte der Reihe werden immer wieder überarbeitet, weil es so viel Material gibt, daß einzelne Zusammenhänge sich erst nach und nach zeigen. Wenn es die Lesbarkeit zulässt, werde ich daher die Beiträge vervollständigen. Vor allem die zum Teil hochinteressanten personellen Zuständigkeiten und Verquickungen zwischen den einzelnen Firmen werde ich wohl nachträglich in einem eigenen Beitrag darstellen.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 13. Januar 2010 in Datenschutz, Politik

 

Schlagwörter: , ,

6 Antworten zu “Eine unendliche Geschichte (4)

  1. daMax

    26. Oktober 2011 at 15:33

    Meine Güte so ein langer Text. Das kann ich jetzt grade gar nicht alles lesen… sorry. Nur eine Frage: ich habe gerade die Aufforderung bekommen, meiner KK ein Passbild von mir zu schicken.

    Machen oder bleiben lassen?

     
  2. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 18:58

    Erkundige dich auf jeden Fall nach den Möglichkeiten, die sind da selber noch unsicher, was geht, und was nicht. Ich denke aber, du wirst müssen. Wichtiger als das Bild ist der Chip, das hat dRadio in dem oben verlinkten Beitrag schön herausgestellt. Bis jetzt kann der Chip ja fast noch nichts, da geht an Datenschutz noch Einiges los. Das Bild würde ich versuchen, der KK in Rechnung zu stellen, denn du hast dieses neue Dings ja nicht gewollt. Hm, ’ne gute Protest-Idee.

     
  3. altautonomer

    27. Oktober 2011 at 08:52

    Danke für die Informationen. Mich überrascht allerdings, dass die Ärztelobby -sonst sehr stark- hier erfolglos war. Mein Urologe hat z. B. Unterschriften seiner Patienten gegen die Karte gesammelt. Ich persönlich bin allerdings skeptisch, was die Politisierung des Wartezimmer betrifft. Egal. Habe gestern auch die Aufforderung meiner GKV bekommen, ihr ein Passfoto zu schicken und natürlich gleich per e-mail einen Fragenkatalog abgesandt. Unter anderem will ich wissen, ob z.B. konsequenterweise auch die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehren (Blurter, Diabetiker, HIV-Infizierte)und privaten Rettungsdienste mit Lesgeräten ausgestattet werden und wie ich meine Daten mal in Ruhe lesen kann.

     
  4. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 12:30

    Hast du Lust, die oder einige der Fragen aufzuschreiben? Würde sie dann gerne in einem eigenen Artikel hier posten (unter Namensnennung und Verlinkung natürlich)?

     
  5. altautonomer

    27. Oktober 2011 at 14:51

    e-mail mit den fragen ist weg. hab aber noch eine gefunden:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ihr Info-Blättchen ist nicht geeignet, meine Befürchtungen zu zerstreuen.

    Die zentrale Erfassung meiner sensibelsten Daten und die Lesbarkeit durch alle möglichen Ärzte, das med. Personal etc. finde ich höchst bedenklich. Sie erklären insbesondere nicht, wie ich selber über die Karte den aktuellen Datenstand lesen kann. Denn gerade ich als Inhaber der Karte müßte doch die informelle Verfügungsgewalt über diese Daten haben.

    Der CCC Hamburg hat übrigens nachgewiesen, dass die Karte auch von Unbefugten ohne großen Aufwand und trotz PIN geknackt werden kann. Der kritischen Presse entnehme ich, dass es bei der Einführung dieses Instrumentes dagegen nur um ein Millionengeschäft für den Hersteller dieses elektronischen Speichermediums geht.

    Ich schlage Ihnen daher als vertrauensbildende Massnahme dringend vor, auf Ihrer Internetplattform einen moderierten Blog zu eröffnen, damit Ihre Mitglieder sich dort austauschen können.

    Die Karte hat auch nicht den Vorteil, überflüssige Diagnoseverfahren zu ersparen, denn Sie haben mir in einer früheren Korrespondenz bestätigt, dass es üblich ist, dass urologische Kliniken trotz mitgebrachter Röntgenbilder vom amb. Urologen noch einmal jede Menge eigener Aufnahmen anfertigen, die dann doch kein anderes Bild zeigen.

    Herzlichen Dank im voraus.
    Mit freundlichem Gruss

     
  6. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 17:00

    Darf ich das verwursten?

     
 
%d Bloggern gefällt das: