RSS

Einer von diesen Tagen …

11 Mai

… an denen man morgens aufwacht und sofort genau weiß, was man heute in welcher Reihenfolge tun wird. Das Frühstück war schon mal prima, und beim Arzt war ich auch fix durch.

Als ich nach Hause kam, roch es sehr würzig – huch! alle Fenster offen, und der Nachbar hatte Heckenschnitt verbrannt. Feines Aroma, das; besonders, wenn man bedenkt, daß ich das abgezogene Bettzeug hatte auslüften wollen. Sonst habe ich nichts gegen Buchenholz. Wenn’s paßt. Egal. 

Ich wollte nach ausführlicher Lektüre der Onlinepresse etwas zur gestrigen NRW-Wahl schreiben, leider kam die amerikanische Nachbarin dazwischen. Also, Leute, wenn ich schon mal die Gelegenheit kriege, auf der Air Base einzukaufen – Dieser ganze leckere Schweinkram, die mördermäßige Kosmetikabteilung, Haushaltwaren vom Feinsten, Pillen und Vitamine in riesigen Bonbongläsern, und alles in grün, rosa, lila und pink: ein Wahnsinn.
Aber jetzt.

Der Rechner war eben warm, als das Telefon mich bat, ‚kannst du nicht mal eben – ? Ich muß mit der Katze zum Tierarzt.‘ Na gut. Nachbarins Töchterchen übernommen, mit ihr Spaghetti gekocht, furchtbar mit der Tomatensauce gematscht und jede Menge Spaß gehabt. Jetza –

– erst mal noch die Wäsche aufhängen, ist gerade richtig windig. Müll auf dem Weg raufbringen, Kater füttern, weiter. Seitdem hat mich, Ehrenwort, niemand mehr gestört. War auch nicht nötig. Ich kann mich bestens selbst verzetteln, an diesen Tagen.

Ich bin ein schreckliches Gewohnheitstier. Mein Browser öffnet alle interessanten Seiten mit Morning Coffee, die werden dann erst mal durchgeackert (darunter unverzichtbare Informationen wie die, ob abends ein alter Polizeiruf 110 kommt). Während dessen gibt es erssmanleckertässkentee, dann schau ich in die mail, wenn ich mich nicht vorher schon auf Twitter verlaufen hab… Zwischendurch tu ich manchmal noch was Praktisches. Jedenfalls habe ich mich dann über mails beantworten, Twitterkontrolle (Berater, Verkäufer, Nullnummern und Esoterische löschen; dazu demnächst™ hier mehr) und Feeds lesen restlos verfranselt.

Bis zum Abend habe ich das nicht mehr eingeholt. Man muß ja auch was essen, ein halb Stündchen den Kater bespaßen, und die Wäsche reinholen. Die fiel mir wieder ein, als es schon dunkel war, da war sie auch wieder feucht. Na toll. Tagesthemen – immer noch nix über die NRW-Wahl geschrieben – dann kam der fiese Beckmann dazwischen, den ich mir aber Friedrich Merz‘ wegen ansehen musstewollte. Anschließend hätte ich endlich loslegen können.

Nun war aber am Wochenende Gendercamp, dort wollte ich auch mal eben vorbeischauen. Auf dem Weg dahin bin ich über mein immer noch nicht installiertes ChatZilla gestolpert, da hab ich dann mal dran angefangen. Immerhin. Danach mußte ich eben schnell eine Runde über Identica drehen, die Links lesen, ein bißchen flachsen…

Mittlerweile habe ich eingesehen, daß das nix mehr wird. Jetzt schreib ich mir hier dieses Gefühl weg, für das ich keinen Namen habe. Frust ist anders, ich bin ja nicht unzufrieden; morgen/nachher geht’s dafür erfahrungsgemäß um so besser. Aber so richtig zufrieden bin ich auch nicht.

Vielleicht könnte ich mich auf lobberich einigen. Wenn ich dazu komme.

 
12 Kommentare

Verfasst von - 11. Mai 2010 in Leben, Mensch bleiben, Wühltisch

 

Schlagwörter: , , ,

12 Antworten zu “Einer von diesen Tagen …

  1. alien59

    11. Mai 2010 at 06:10

    Oh ja, sowas kenn ich. Deshalb sitze ich auch hier mit meinem Tee und lese deinen Artikel, statt meinen zu schreiben.
    Und dann warten da noch zwei ungegrillte Hähnchen und einkaufen müsste ich auch noch und die Küche sieht aus …
    Außerdem: sämtliche mail ungelesen, geschweige denn beantwortet…
    Kater? draußen, nach mehrmaliger Störung der Nachtruhe, sprich: Hockey auf dem Nachttisch mit meiner Brille und meinem handy.

     
  2. opalkatze

    11. Mai 2010 at 06:34

    Sag mal, gibt’s bei Euch in der Gegend nicht irgendwo ein paar freundliche und hilfsbereite Djinns? Bei uns hat ja die dösige Schneidersfrau die Heinzelmännchen vertrieben… Vielleicht mal bei den Iren anfragen, ob die jetzt gegen Devisen eventuell bereit wären –

     
  3. opalkatze

    11. Mai 2010 at 06:40

    Gibt’s eigentlich bei Euch ein Wort für diesen Zustand?

     
  4. alien59

    11. Mai 2010 at 07:22

    Nein, sowas denkt man sich nur anderswo aus – siehe „Bezaubernde Jeannie“.

    Wort für diesen Zustand? Keine Ahnung. Ich habe wenigstens noch die Ausrede, dass gestern im Süden Sandsturm war, Khamseen, und das Klima hier beherrschte. Selbst die Vögel waren bis abends superschweigsam.
    Heut ist besser. Aber so richtig motiviert, meinen Lappi zu verlassen, bin ich noch nicht.

     
  5. opalkatze

    11. Mai 2010 at 08:09

    Die Jeannie hab ich als Kind heiß geliebt. Irgendwann ist daraus geworden, ‚ich will wieder in mein Gurkenglas‘ :)

    Also bei Euch auch keine Heinzelmännchen mehr. #Hach.

    Das hab ich ein paar Mal in der Wüste erlebt, wenn kurz vor dem Sturm alles ganz still ist. Bei uns ist das vor Gewittern auch nicht anders, aber da sind immer noch andere Geräusche. Ich fand es ein bißchen unheimlich und großartig.

    Sag mal, wenn Du gerade noch am Lappi sitzt – ich schreib Dir mal schnell was.

     
  6. 4yrs2l8

    11. Mai 2010 at 10:15

    Wie kommst du denn bei der Bezeichnung auf lobberich? Und mit welchem Hintergrund, also welcher Bedeutung leitet sich das für dich ab?

    Bei mir ist dieses Wort kaum begrifflich, sondern simpler und fester Eigenname: http://de.wikipedia.org/wiki/Lobberich

     
  7. opalkatze

    11. Mai 2010 at 12:56

    Wenn Du schon so fragst, sagt Dir sicher Werner-Jaeger-Gymnasium was… :)

     
  8. 4yrs2l8

    11. Mai 2010 at 15:58

    Oh ja. Ich behaupte ab und zu, an diesem Institut sei mir vermittelt worden, bei eingeschränkter Kreativität mit der Produktivität zufrieden zu sein, auch wenn das nicht befriedigend ist.
    Oh…

     
  9. limportant

    11. Mai 2010 at 17:41

    Hmmh – mir gings heute morgen grad genauso. Das und das und das wollte ich eigentlich gemacht haben … Vor allem im Internet ist man schnell versumpft – hier noch chnell und hier noch … und schwupps ist wieder eine Stunde rum …
    Vor allem, wenn man noch chattet nebenher.

     
  10. Birte Röder

    11. Mai 2010 at 18:00

    Blogglanzlicht Die Gosch Pia Röder

    Schön, dass es Ihnen gefällt. Auch ich verfolge die Reise mit Spannung. Bin die Mutter dieser Dame.

     
  11. opalkatze

    12. Mai 2010 at 21:37

    Hai Birte,
    mein Strom war weg :( darum so spät. Find ich toll, daß Du Dich meldest. Ein Kind auf einer Weltreise zu wissen, ist bestimmt nicht so einfach.

     
  12. opalkatze

    13. Mai 2010 at 05:02

    @4yrs2l8
    AHA! Soso. Dann warst Du vielleicht einer von denen, die ich verprügelt habe…

     
 
%d Bloggern gefällt das: