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Bin ich eine Nutte?

27 Aug

Im November letzten Jahres trat Anne Roth eine seitdem andauernde Debatte über den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bloggern los. Den Faden nimmt politik.de nun unter dem Gesichtspunkt ‚politische Bloggerinnen‘ in „Frauen bloggen anders?“ auf.

In Ich! Ich! Ich! habe ich im Januar eine Art persönlicher Bilanz gezogen. Darin kam ich zu dem Schluß, daß Klappern, also die Erzeugung von Aufmerksamkeit, wichtig ist, um in der Blogwelt wahrgenommen zu werden. Diese Wahrnehmung ist wiederum wichtig, um Dinge, die mir am Herzen liegen, zumindest zur Diskussion zu stellen.
Mein persönliches Ziel ist es dabei, andere Menschen zum Nachdenken über die Wichtigkeit der Vernetzung und des gemeinsamen Eintretens für bestimmte Sachverhalte zu bewegen – weil das Internet eine nie dagewesene Möglichkeit des Publizierens und des tätig werdens darstellt. Nie hat es ein Medium gegeben, das in kürzester Zeit viele verschiedene Menschen informieren und gegebenenfalls mobilisieren konnte. Nie ließen sich schneller und einfacher Aktionen koordinieren.

Man mag dem entgegen halten, daß das auch zur Erreichung eines gewissen Empörungsgradienten mißbraucht werden kann, um irgendwelche aktuellen Säue durch’s Dorf zu treiben – das ist auch richtig. Trotzdem haben sich in vielen Bereichen wie beispielsweise der Feminismus-Diskussion oder dem Datenschutz Menschen zusammengefunden und vernetzt, die sich ohne dieses Medium niemals kennengelernt hätten, geschweige, daß sie gemeinsam hätten aktiv werden können.

Dieser Tage nun warf mir ein Freund vor, ich sei in der Wahl der Mittel, um auf meine Beiträge aufmerksam zumachen, nicht eben wählerisch.
Für mich ist es normal, für Beiträge Aufmerksamkeit einzufordern – schließlich schreibe ich nicht für die Wand, vor der ich sitze. Der Freund allerdings meinte, ich biedere mich an, indem ich Texte in den Kommentaren anderer Blogs verlinke. Ich weiß nicht, ob er das auch gesagt hätte, wenn ich ein Kerl wäre, und so habe ich seine Kritik ‚runtergebrochen auf die Frage ‚Bin ich also eine Nutte?‘

Das hat ihn erschreckt, weil ihm klar wurde, daß er im Prinzip genau das gesagt hat. Aber ist es Anbiederung, daß ich möchte, daß meine Texte gelesen werden? Ich habe nicht vor, im stillen Kämmerchen zu warten, bis mich jemand fragt, du, sag‘ mal, kannst Du was für uns schreiben? Hinzu kommt, daß ich hier, auf meinem Blog meine Meinung sagen kann, ohne Rücksicht auf eventuelle ideologische, parteipolitische oder sonstige Präferenzen von Auftraggebern. Wem diese Meinung nicht paßt, wird sich eh nicht lange hier aufhalten.
Wenn ich woanders verlinke, leiste ich einen Beitrag zu dem fremden Text – warum sollte ich statt der Verlinkung bereits Gesagtes tumb wiederholen? Soll ich meinen Text per copy & paste dort hin kopieren?

Auf keinen Fall! Ich habe etwas zu sagen. Ich habe die Möglichkeiten dazu, und ich nehme sie wahr. Das hier ist kein Selbstreflexionsding, ich will gelesen werden. Und ich wünsche mir, daß viel mehr Frauen lernen, das ebenso zu sehen. Wenn jemand das ’nuttig‘ findet – es sei ihm unbenommen. Ich kann’s aushalten.

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Antje Schrupp:
Frauen bloggen anders. Anders als wer?

Frau Stricktier: Bloggen (und wir), schon älter, aber sehr gut.
Sehr schöner Kommentar bei politik.de.
Jezebel: A Friendly Note On Commenting, And Our Expectations (via)

*** Mir ist beim Blog aufräumen ein Malheur passiert: Ich habe diesen älteren Artikel nochmals gespeichert und auf Twitter annonciert. Dann habe ich die neuen Kommentare geklont – alle haben jetzt meinen Avatar :) Ich lasse ihn für heute mal hier oben, weil ich anschließend auch noch die Links verwickelt habe. Sorry. ***

 
39 Kommentare

Verfasst von - 27. August 2010 in Blogs, Frauen, Kultur, Web 2.0

 

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39 Antworten zu “Bin ich eine Nutte?

  1. ralf schwartz

    27. August 2010 at 14:55

    Sage Deinem Freund, daß sei jetzt neu, man müsse gar nicht auf Links klicken, die einen nicht interessieren.
    Ich bin froh um jeden guten Link irgendwohin.

    Mich hat auch mal einer aus einem nun geschlossenen Schweizer Blog deswegen angemacht. Verlinkt man klug, ist das ein Gewinn.

    Und Nutte ist bei Euch ein Schimpfwort?

     
  2. opalkatze

    27. August 2010 at 15:04

    @Ralf
    :) Nein, Nutte ist kein Schimpfwort, aber man kann ‚Anbiederung‘ auf diese Weise boshaft erklären. Ich wollte den Freund treffen, das ist mir gelungen: er denkt jetzt über ein paar Dinge nach. (Ich mußte bei ‚Nutte‘ übrigens an den herrlichen Ausschnitt aus ‚Tootsie‚ denken, in dem Dustin Hoffmans Mitbewohner ihn anschreit.)

     
  3. ralf schwartz

    27. August 2010 at 15:26

    ;)

     
  4. Sabine Engelhardt

    27. August 2010 at 15:31

    Daß das WWW auf Verlinkung aufbaut, hat er aber schon verstanden, ja? ;-)

    Leute gibt’s …

    Gruß, Frosch

     
  5. opalkatze

    27. August 2010 at 15:37

    @Frosch
    – ich frag‘ gelegentlich lieber mal nach …

     
  6. Wilfried Gierden

    27. August 2010 at 17:13

    Hallo,

    ich glaube Dein Freund hat das potential, welches im Internet steckt noch nicht ganz realisiert. Das ganze Internet baut auf Vernetzung und Links auf. Mit Links kommen wir von der einen auf die andere Seite, mit Links gelangen wir via Suchmaschinen auf das was uns interessiert mit Links zeigen wir anderen, worauf wir aufmerksam machen wollen.

    Ein Internet ohne Links hätte sich nicht zu dem entwickeln können, was es heute ausmacht. Dann könnten wir unsere Meinungen, Ideen oder Beiträge auch ausgedruckt in den Schrank legen, weil wir dürften ja nicht darauf verweisen…

    …in diesem Sinne, gut geschrieben und weiter verlinken!

    Wilfried Gierden
    buerger-blog-blankenheim.de

     
  7. opalkatze

    27. August 2010 at 17:16

    @Wilfried
    :) Ganz sicher!

     
  8. Jana Herwig

    27. August 2010 at 22:17

    Und selbst wenn’s ein Selbstreflexionsding wär – auch dafür darf man gelesen werden wollen. Wir werden wohl nie erfahren, ob das Urteil bei Kerlen anders ausfiele, der Verdacht liegt auf der Hand. Zu bekämpfen gilt’s die Schere im Kopf, die einen dann doch wieder bescheiden macht.

    In diesem Sinne: Aufmerksamkeitshuren rulen die Welt – ich bin dabei

    (Dieser Kommentar ist etwas ironisch überspitzt, but you get the message; btw, wusste nicht, dass Flattern auch in WP.com-Blogs geht, bettest du das jedesmal manuell ein, oder gibt’s einen Schmäh, um das automatisch miteinfügen zu lassen?)

     
  9. opalkatze

    27. August 2010 at 22:29

    @Jana
    Herzlich willkommen im Aufmerksamkeitshurenklub.

    Du hast bei WP.com vier Möglichkeiten, ein Widget zu generieren, nachdem Du das thing submitted hast. Die Dritte ist ein quadratisches, die Vierte das längliche Widget hier. Leider muß man sie, da es static buttons sind, unter dem Text einfügen; auch die Flattrei an sich ist etwas umständlicher – dafür werden sie nicht getrackt.

     
  10. Jana Herwig

    28. August 2010 at 00:02

    danke dir!

     
  11. mh

    28. August 2010 at 11:41

    es kommt halt immer auf die art der verlinkung an. nimmt man an einer diskussion teil und verlinkt dann zu weiterführendem material, auch wenn es von einem selber ist, ist das legitim.

    werden einfach nur links reinpusht und das wars.. fänd ich nach kurzer zeit schon sehr nervig.

    aber ja, das internet ist schon sehr nuttig. beidgeschlechtlich.

    mfg
    mh

     
  12. opalkatze

    28. August 2010 at 13:03

    @mh
    Jou, so könnten wir uns einigen ,)

     
  13. Piratenweib

    28. August 2010 at 13:14

    Ich würde mich eher als Rampensau bezeichnen ;-) (http://www.computerwoche.de/karriere/karriere-gehalt/1931104/)
    Aufmerksamkeitshure gefällt mir nicht so …

    Aber natürlich schreiben wir doch alle, um gelesen zu werden und nicht um ein geheimes Tagebuch im Netz zu führen. Und es ist legitim, die Werbetrommel (oder Verlinkungs- und Kommentarmaschine) anzuwerfen, um Leser_innen auf den eigenen Blog zu ziehen. Um Rückmeldungen zu erhalten und auch Gegenwind zu erfahren.
    Wozu sonst öffentlich bloggen?

     
  14. Pingback: CARTA
  15. chSchlesinger

    28. August 2010 at 14:59

    Das Problem sind die Umfragewerte. Bloggt man, Jesus Christus kein Wort zu glauben, entsetzen sich die Gläubigen im Freundeskreis, werden „nicht mehr warm“ mit einem. Hätte ich mir im Nachtleben 300 Facebook-Freunde erplaudert, würde ich vielleicht auch nur Strickzeugs posten. Die erfolgreichsten Blogger sind Zeitvertreiber, die unterhaltsam rüberbringen, was viele interessiert, aber niemanden wirklich etwas angeht. Streetview. iPad. Netzneutralität.

     
  16. Christian - Alles Evolution

    28. August 2010 at 18:06

    Texte in Kommentaren auf anderen Blogs verlinken finde ich wenn sie tatsächlich zum thema beitragen nicht schlimm, sondern legitimes Mittel.
    Es steht ja auch jedem Blogbetreiber frei seinen Blog so einzustellen, dass Beiträge mit Links seine Genehmigung brauchen und ggfs. die Links zu entfernen.

     
  17. mh

    28. August 2010 at 22:27

    rampensau gefällt mir. das trifft das internetgehabe ganz gut.

     
  18. opalkatze

    28. August 2010 at 23:25

    Rampensau sein ist aber auch eine Qualität, das kann man – oder man kann’s nicht. Die wunderbare Ina Müller ist eine Echte, das können so auch nur Wenige.

    Vielleicht sollte man wirklich mal nach einem Namen dafür suchen, der nicht jemanden abwertet oder von vorn herein negativ konnotiert ist?

     
  19. michaeleriksson

    29. August 2010 at 09:09

    Ich verlinke selbst regelmässige auf meine eigene Texte (genauso wie auf interessante Texte von Anderen). Daher habe ich sicher keine Einwände in dem Hauptpunkt.

    Allerdings kann ich von Deinem Text nicht ganz die Logik folgen (eventuell weil irgendetwas nicht ausgesprochen wurde): Wie kommst Du zu der Nuttenanschuldung? (Abgesehen, möglicherweise, von dem Umweg über das englische „attention whore“.) Letzenendes gibt es sehr viele andere Berufe und Zusammenhänge, wo Werbung (im wörtlichen oder übertragenen Sinne) in unterschiedlichen Formen auftaucht.

    (Die Frage, ob jetzt eine Nutte was schlimmes wäre, beiseite.)

     
  20. opalkatze

    29. August 2010 at 12:36

    @Michael
    Im Text habe ich es erklärt; ‚attention whore‘ war dabei schon im Hinterkopf. Das Bild ‚Nutte‘ mag nicht politisch korrekt sein, dennoch ist es jedem verständlich.
    Und nein, Nutte im Wortsinn ist nur etwas Schlimmes, wenn der Beruf unter Zwang ausgeübt wird.

     
  21. wvs

    30. August 2010 at 00:59

    “ .. Wenn ich woanders verlinke, leiste ich einen Beitrag zu dem fremden Text – warum sollte ich statt der Verlinkung bereits Gesagtes tumb wiederholen? Soll ich meinen Text per copy & paste dort hin kopieren? .. „

    Genau!
    Ich hatte schon häufiger diese Situation. Man hat mir den gleichen Vorwurf der Anbiederung und des ‚Weglockens‘ von Lesern (!) gemacht
    [- und ich bin doch nachweislich männlich …!]

    Zur Frage der vernetzten Aktionen:

    Es gibt aus meiner Sicht (seit sieben Jahren bloggend) zuviel Eifersüchtelei unter den sogenannten Beta-Bloggern die nach ‚oben‘ wollen. Die solidarisieren sich nicht, etwa nach dem Motto: „Wer sich bewegt hat verloren“. Reden ja, handeln nein.

    Viel Konkurrenzdenken & Abschottung & Futterneid unter den (männlichen) Alpha-Bloggern – wie auch anders, bis Mitte Vierzig dominieren Kampfeslust und Testosteron, außerdem ist bei manchen Aufmerksamkeit = Einkomen, und da hört die Solidarität auf ….

    Beides zusammen verhindert gleichsinnige Maßnahmen ….

    Was an übergreifenden Aktionen bisher im Netz über das Basisrauschen hinaus anwachsen konnte waren David-Goliath-Vorkommnisse (jüngst: extranews-Duisburg etwa) oder Aufruhr wegen (absichtlicher / tölpelhafter) Politikerarroganz à la vonderLügen, Bosbach, etc. ….

    Solange die – noch in den zahlenmäßig starken Wählerschichten domonierenden – ‚print‘-Medien nicht aufspringen kann aus im Netz gestarteten Bewegungen sowieso nichts werden:
    Die Zahl der dort Aktiven zaubert den Politikern höchstens ein breites Grinsen ins Gesicht …. noch.

    Wenn alle Bloggenden daran „arbeiten wird es aber bestimmt doch noch etwas mit dem “ .. Ziel .. andere Menschen zum Nachdenken über die Wichtigkeit der Vernetzung und des gemeinsamen Eintretens für bestimmte Sachverhalte zu bewegen .. “

     
  22. mh

    30. August 2010 at 09:24

    es gibt in diesem land auch einfach themen, die nicht gesellschaftsfähig sind. z.b. politik und wirtschaft. ;P

    mfg
    mh

     
  23. Julius

    30. August 2010 at 22:55

    „Für mich ist es normal, für Beiträge Aufmerksamkeit einzufordern“ ich kann diese haltung zwar nicht nachvollziehen, muß sie aber wohl oder übel ständig tolerieren. und wenn ich das mal nicht kann, unterscheide ich da ehrlich gesagt nicht zwischen männlein und weiblein (das alphamännchengehabe des ein oder anderen ist meist noch nervig aufdringlicher), sondern denke so bei mir (ja, ich gebe zu, das ist auch arschlochverhalten) „aha, wohl einzelkind, wa?“ ;)

     
  24. Edo Z

    6. September 2010 at 15:11

    Die in Blog-Kommentaren auf ihre eigenen Artikel rumlinken sind schon ein bisschen nervig.

    Gute Artikel finden ihre Leserinnen und Leser, das ist schon seit Anbeginn des Bloggens so. Auch ohne dass Kommentarbereiche in Blogs in Ego-Link-Wüsten ausarten.

     
  25. opalkatze

    6. September 2010 at 15:23

    @Edo Z
    Na ja, Ego-Links sind das eben nicht, ich verlinke lediglich auf etwas bereits zu dem Thema Gesagtes. Is’n kleiner Unterschied.

     
  26. DrNI

    6. September 2010 at 21:29

    Irgendwann kommt die Erkenntnis: Was ich mache, das braucht kein Mensch. Davon gibt’s genug da draußen, und die machen es auch noch schlechter, aber die liest trotzdem jemand. Und dann hört man entweder auf zu bloggen oder man fängt an, sich auch etwas hervortun zu wollen. Mit Männern oder Frauen hat das für mich nichts zu tun.

    Wenn jemand wirklich nur sich anpreisen will mit seinem Link, dann finde ich das schon störend. Aber die meisten solchen Verweise sind themenbezogen und daher wünschenswert.

     
  27. opalkatze

    6. September 2010 at 22:11

    @DrNI
    Ok. Hervortun will ich mich nicht, aber ich finde, daß ich was zu sagen habe. Die, die’s hören (=lesen) wollen, tun das. Alle anderen machen was anderes.

     
  28. Peter Gielmann

    10. September 2010 at 12:45

    also eine nutte ist kein schimpfwort an sich.wird aber oft als schimpfwort verwendet.ich finde nicht das du eine bist.
    find den beitrag gut!

    gruß peter

     
  29. VonFernSeher

    8. Januar 2011 at 00:50

    Ich glaube im Zusammenhang mit Aufmerksamkeitsstreben spricht man eher von Huren als von Nutten. Das ist, belehrte mich einst eine Dokumentation über das Sterben Berliner Hausbordelle (kein Scherz, habe aber leider keinen Link dahin), wohl ein im Vergleich durchaus ehrenwerter Begriff. Nuttig wohnt etwas Abfälliges inne.

    Um den neudeutschen „Servicegedanken“ zu bedienen: Man sollte einfach abwägen, ob man seine Aussagen kurz neu zusammenfassen kann oder besser einen ganzen Artikel verlinkt. Im Vordergrund sollte aber immer die These und nicht die Klickrate auf der eigenen Seite stehen.

    Ich habe z.B. trotz (für mich) erstaunlich hoher Leserzahlen kaum Kommentare unter meinem Blog, was wohl auch am anderen Umgang mit der Aufmerksamkeit (und der Frequenz) liegen mag. Oder daran, dass ich tatsächlich eben größtenteils nicht für die Leser schreibe. Besonderes Kopfzerbrechen sollte das einem aber nicht bereiten, bloß weil andere die eigene Einstellung als zu gleichgültig oder aber zu nuttig bezeichnen.

     
  30. Lars Fischer

    8. Januar 2011 at 00:54

    „Der Freund allerdings meinte, ich biedere mich an, indem ich Texte in den Kommentaren anderer Blogs verlinke.“

    Das ist Quatsch.

    „und so habe ich seine Kritik ‘runtergebrochen auf die Frage ‘Bin ich also eine Nutte?’“

    Das ist auch Quatsch.

    Und ja, auch als „Kerl“ muss man sich gelegentlich angebliche Eigenwerbung in anderer Leute Kommentaren vorhalten lassen.

    „Wenn jemand das ‘nuttig’ findet“

    Wenn ich den Artikel richtig interpretiere, kommt das von dir und von niemandem anders. Oder sehe ich das falsch?

    Es ist ganz normal, für die eigenen Texte Werbung zu machen. Einige Leute (die i.d.R. nicht selbst schreiben) scheinen das aus unerfindlichen Gründen verwerflich zu finden. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das eigentliche Motiv hinter solcher Kritik Neid ist. Viel mehr würde ich da auch nicht reininterpretieren wollen. ;-)

     
  31. opalkatze

    8. Januar 2011 at 01:14

    Ich muß erst mal eben klarstellen, daß mir dieser ältere Artikel beim Aufräumen des Blogs ‘ausgerissen’ ist, weil ich wo nicht aufgepasst habe, ‘tschuldjung :) Ich hab die Kommentare dann geklont, weil ich die Diskussion im Ganzen haben wollte – darum haben jetzt alle meinen Avatar.

    @Lars
    Nein, die Diskussion hat tatsächlich so stattgefunden. Ich hab mich erst aufgeregt und dann – wie hier geschrieben – festgestellt, daß ich mit dem Vorwurf leben kann. Der Freund sieht das übrigens durchgehend so, Twittern und Facebook erscheinen ihm geschwätzig und sind ihm ein Graus. Ich will aber journalistisch arbeiten, das kann man ohne diese Medien gleich mal knicken – und es macht mir auch Spaß. Ich lerne interessante Leute – z.T. mittlerweile auch persönlich – kennen und entdecke immer wieder Themen, an die ich mich dranhänge und die ich sonst verpasst hätte. Na ja, und natürlich bin ich ein Newsjunkie ,)

     
  32. canesco

    8. Januar 2011 at 01:22

    Die Frage, ob das Verlinken eigener Texte an anderer Stelle nuttig sei, kann nur eine rhetorische sein! Du schreibst gute und immer bessere Texte in einem sehr guten und – wie ich finde – immer besseren Blog. Durch Deine Arbeit und die Arbeit anderer Blogger_innen findet eine Form der Diskussion, des Informationsaustauschs und vor allem der Vernetzung statt wie sie auf anderem Weg niemals möglich wäre.

    Angesichts des immensen Volumens an Schwachsinn, das jeden Tag von unzähligen Menschen, Institutionen, Parteien, Organisationen oder Lobbies in die Welt hinaus geschleudert wird, sollte jede qualitätsvolle (weil reflektierte oder zumindest zur eigenen Reflexion beitragende) Lebensäußerung so schamlos wie möglich beworben, angepriesen, vernetzt und im Idealfall schließlich zu so etwas wie Wissen verdichtet werden.

    Also bitte: Sei(d) nuttig!

     
  33. Lars Fischer

    8. Januar 2011 at 01:23

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vergebliche Mühe ist, solche Leute zu überzeugen. Letztendlich ist es ja auch deren Problem, nicht unseres.

    Du wärst überrascht wie viele Leute in dieser Branche der festen Überzeugung sind, dass man als Journalist ohne Blogs, Twitter etc. durchkommt. Sehr amüsant. ^^

     
  34. opalkatze

    8. Januar 2011 at 01:24

    @VonFernSeher
    Ja, ok, ‘Hure’ ist netter; es heisst ja auch attention whore.

    Wenn ich etwas schon durchdacht und aufgeschrieben habe, muß ich nicht nach kurzer Zeit erneut darüber nachdenken und es erneut aufschreiben, dann verlinke ich darauf. Und natürlich schreibe ich auch für die Leser: Das hier ist ein Sammelkörbchen, eine Spielwiese, ein Trainingsinstrument, ein Gedankenaufbewahrer, ein Kommunikationsmittel – das geht nur im Austausch mit den Lesern.

     
  35. opalkatze

    8. Januar 2011 at 01:35

    @canesco
    Hach. Was meinst Du, wie gut ich heute Nacht schlafe?! *erröt*

    Interessant finde ich, daß Du den Austausch anscheinend auch wahrnimmst. Claudia (Sammelmappe) empfindet die Verlinkung als marginal, während ich auch meine, sie habe zugenommen – wie überhaupt die Vernetzung untereinander. Da hat sich im letzten Jahr wirklich was getan.

     
  36. opalkatze

    8. Januar 2011 at 01:44

    @Lars
    Nö, bin ich nicht. Hab nämlich aus Interesse vorgestern mal bei meinem Kurs nachgezählt und nach etwa der Hälfte (ca. 40 Leute) entnervt aufgegeben – da hatte ich zwei Blogs entdeckt. Ich kenne auch eine ganze Reihe noch gar nicht mal älterer Journalisten, die das alles lästig bis völlig überflüssig finden. Andererseits hat Schirrmacher zwei offizielle accounts bei Twitter, da tut sich auch nicht viel – er tut aber immer, als sei er ein begeisterter Nutzer.

    Aus dieser Ablehnung und Unkenntnis resultiert letztlich auch die Diskussion, die zur Zeit zwischen Leistungsschutzrecht und Datenjournalismus hin- und herschwappt.

     
  37. VonFernSeher

    8. Januar 2011 at 01:52

    @opalkatze
    Das Huren als Substantivierung ist ja aber doch auch deutlich positiver, netter klingt so nach politisch korrekter. Es ist ja ein (positives) Anbieten bis zu einem (nicht so positivem) Anbiedern. Nuttig dagegen klingt sehr abwertend und nach unterster Schublade und Paarungsruf der Riesenmuschel.

    Zum Austausch: Ich finde es sehr sinnvoll, auf Beiträge und Diskussionen hinzuweisen, an denen man auch interessiert teilnimmt. Was mich aber nervt, sind die x Wiederholungen á la „C schreibt, dass B schrieb, A hätte gesagt,…“. Da finde ich es sinnvoller, mal auf den ersten interessanten/eigenen Kommentar in einer Diskussion hinzuweisen oder so etwas wie deine Glanzlichter.

     
 
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