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Gastbeitrag: Die Rückkehr der Censilia

16 Sep

Dieser Text stammt von Kirsten, die ihn am 13.09. auch auf dem deutsch-französischen Blog vasistas? veröffentlicht hat, das sie zusammen mit ihrer Freundin Marine betreibt.

Update 15/09: Netzpolitik ruft zu einer Mitmach-Kampagne auf, um die Netzsperren-Pläne in der EU zu stoppen. Bereits am 28.-29.09. findet im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) im Europäischen Parlament eine Anhörung mit dem Titel Combating sexual abuse, sexual exploitation of children and child pornography statt. Es ist also an der Zeit, die Abgeordneten zu kontaktieren, die in den zuständigen Ausschüssen sitzen. Wie das geht, steht bei Netzpolitik.org.

Die Futurezone berichtete heute Morgen ausführlich über die bevorstehende Wiederkehr der Netzsperren auf europäischer Ebene und den neuesten Bericht der „Internet Watch Foundation“ (IWF), Europas größte Meldestelle für Kinderpornographie, stark obszöne oder Rassenhass propagierende Inhalte im Internet. Für diesen Herbst steht nämlich der Vorschlag von Cecilia Malmström (aka Censilia), mit Netzsperren gegen kinderpornographische Inhalte vorzugehen, auf der Agenda des Europäischen Parlaments.

In ihrem Bericht stellt die britische IWF fest, dass aufgrund schnell rotierender Portale, disharmonischer Sperren und der nicht vorhandenen gemeinsamen Taktik auf internationaler Ebene derzeit rund 500 Kindesmissbrauch-Websites gleichzeitig online sind. Die detaillierte Zusammenfassung der Futurezone kann man hier nachlesen.

Das Fazit:

Das derzeitige Dilemma, dass man es in all den Jahren nicht geschafft hat, das Geschäft mit Bildern von Gewalttaten gegen Kinder wenigstens aus dem extrem reichweitenstarken WWW abzudrängen, hat als primäre Ursache nichtvernetztes Denken. Krampfhaft wurde versucht, das Problem auf nationalstaatlicher Ebene anzugehen, anstatt ein paar global agierenden, aber relativ kleinen kriminellen Netzwerken, auf denen dieses Material kursiert, ein wenigstens europaweit einheitliches Netz aus Meldestellen und Strafverfolgern entgegenzusetzen.

Dass obendrein versucht wurde, ein gesellschaftliches Problem einer Lösung durch Juristen mit technischen Mitteln zuzuführen, hat sich gleichfalls als wenig sachdienlich erwiesen.

Die einzig halbwegs positive Nachricht im Bericht des IWF: Anders als beim im Vergleich dazu fast harmlos anmutenden „Phishing“ gab es beim dreckigsten aller kriminellen Geschäfte, die das WWW als Vertriebsweg nutzen, 2009 keine Zuwächse gegenüber 2008.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 16. September 2010 in Datenschutz, Europa, Gastbeitrag, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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3 Antworten zu “Gastbeitrag: Die Rückkehr der Censilia

  1. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    21. September 2010 at 22:55

    Bzgl. Deiner Umfrage „Wie weit fühlt ihr euch persönlich von Netzsperren betroffen?“ finde ich erschreckend die 10 Prozent, welche der Meinung: „Wieder so ’n typisches Nerd- und Geekthema, langweilig.“ sind.

     
  2. opalkatze

    22. September 2010 at 12:45

    @Dietmar
    So isses. Das sind wahrscheinlich auch die, die hinterher laut klagen … Bitte macht euchschlau. Es ist wichtig.

     
  3. opalkatze

    22. September 2010 at 12:45

    @Dietmar
    So isses. Das sind wahrscheinlich auch die, die hinterher laut klagen …
    Bitte macht euch schlau. Es ist wichtig.

     
 
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