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Splitter 26.10.2010

26 Okt

Politik ist,
wenn Ottilie Normalverbraucher vor den Tagesschau- oder heute-Nachrichten sitzt und sich in einem fort mit dem Handballen vor die Stirn haut, weil ihr praktischer Hausverstand die Maßnahmen der Regierung ob ihrer völligen Widersinnigkeit nicht mehr begreift. Logik hilft da nicht: Die Industrie müsste eigentlich mehr Ökosteuer zahlen, statt dessen werden die Raucher zur Kasse gebeten. Doch halt, double benefit: Da freuen sich doch direkt zwei Industriezweige.

Hinter jedem Soldaten,
der im Auslandseinsatz sein Leben riskiert, stehen 35 seiner Kameraden, die daheim in Deutschland Dienst tun, dazu kommen noch einmal 15 zivile Mitarbeiter.“ Mathemagie vom Feinsten.

Ein Jahr große Koalition
Wenn man innerhalb eines Jahres so viele Fehlentscheidungen mit so viel Sachunkenntnis beschließen und dann auch noch mit so viel Verve schönreden kann, dann ist das schon ein „Herzlichen Glückwunsch“ wert.

Dolle Feststellung
„Dirk Niebel attestiert sich ein erfolgreiches erstes Jahr im Amt.“ Ja nee, is klar; Erfolg kommt ja oft in den unscheinbarsten Verkleidungen daher. Muß man eben bloß aus einem ganz bestimmten Blickwinkel ganz genau hingucken.

Brüderle
pocht auf höhere Löhne, kritisiert Geithner und ist „entzückt“ über neuartige Elektroauto-Akkus. Der Mann ist umtriebig. Quantenmechanik ist doch gar nicht so schwierig.

Oooch,
Krake Paul ist tot. War irgendwie nett mit ihm.

Ach so, Keith Richards,
der freundliche Herr mit dem Blumenkohlgesicht, hat seine Memoiren geschrieben. Die werd ich glatt mal lesen.

 
16 Kommentare

Verfasst von - 26. Oktober 2010 in Splitter

 

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16 Antworten zu “Splitter 26.10.2010

  1. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 17:46

    Ach komm, Dirk Niebel muss man nicht mögen (fiele mir auch schwer), aber er hatte ein erfolgreiches erstes Jahr, vor allen Dingen wenn man ihn mit den anderen Scheinriesen in der Waschmaschine vergleicht.

    Der Mann ist derbe geprügelt worden, als er antrat, nachdem er zuerst seinen Posten und sein Ministerium einstampfen wollte. Da kann man sich ja vorstellen, wie die Unterstützung der nicht parteigewiesenen Mitarbeiter gewesen sein wird. Er hat sich nach innen und außen Ansehen erarbeitet, nach außen vor allem mit dem PR-Coup am Gazastreifen. Ich muss leider zugeben, dass ich mich genauso zugeknöpft gezeigt hätte wie er, aber deswegen bin ich ja auch kein Diplomat geworden.

    Die Mitarbeiter im Außenministerium (so meine Vorstellung) werden sich gewünscht haben, man hätte ihn rein und nicht mehr raus gelassen, sein eigenes Ministerium wird auf den Tischen getanzt haben.

    Sachlich war dann nicht mehr viel los, die Zusammenlegung der Entwicklungsdienste steckt – wie vor und wahrscheinlich auch nach ihm – weiter fest. Aber politisch hat der Mann ein absolut erfolgreiches Jahr hinter sich.

     
  2. opalkatze

    26. Oktober 2010 at 17:56

    @VonFernSeher
    Öööhm, na ja … das war jetzt zum Beispiel nicht so richtig geschickt. Ausserdem geht es bei mir ja immer nach der Devise ‚Vorher das Nachher bedenken‘.

     
  3. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 18:25

    Bezieht sich das jetzt auf das Einstampfen des Ministeriums oder auf die Gazageschichte?

    Bei der Gazageschichte hatte er ja wenig Zeit zu überlegen, aber in dem Bisschen hat er bestimmt auch darüber nachgedacht, wie er das nutzen kann, um seine Position wieder etwas zu stärken.

    Ich sage ja nicht, dass ich so denke wie er oder finde er sei der Richtige für den Job. Nein. Aber ich wäre in diesem Fall zum gleichen Ergebnis gekommen, wenn auch aus völlig anderen Motiven und Überlegungen heraus.

    Bei der Ich-löse-mich-selbst-auf-Geschichte ist es genau anderherum, denn die Motive und Überlegungen kann ich nachvollziehen, viele Mitarbeiter der einzelnen Dienste wissen selbst, wie die Bürokratie viele Bemühungen zunichte macht. Das Ergebnis, man müsse deshalb das Ministerium auflösen und in das Wirtschaftsministerium eingliedern, halte ich für politisch verfehlt. Ich hätte wohl eher ein Bundesamt draus gemacht, die haben die schnelleren Strukturen. Und einen Niebel hätte man trotzdem nicht mehr gebraucht.

    Und für die internationalen Ohrfeigen kann er wirklich nichts, dass haben Wiehießnochdas-Zeug, Merkel und der rollende Sparerfreibetrag zu verantworten. Der kann so viel oder wenig dafür wie Brüderle für den Aufschwung und Obama für den Abschwung.

    Was genau findest du an der Strategie, die er verteidigt hat, denn so schlecht? Die hat sich ja nicht der Niebel ausgedacht.

     
  4. opalkatze

    26. Oktober 2010 at 18:41

    @VonFernSeher
    Unter ’na ja‘ ist ein Link; das fand ich ungeschickt.

    Strategien denken sich selbstverständlich Referenten und ähnlich mächtige Menschen aus, die das können. Allerdings ist zumindest die Person Dirk Niebel wenig geeignet, Sympathien einzusammeln; seine rhetorische Ungeschicklichkeit hat er ja bereits als Generalsekretär zur Genüge unter Beweis gestellt (das kann übrigens Lindner deutlich besser).
    Mir geht einfach gegen den Strich, daß Ministerdarsteller so häufig außerordentlich schlampig ausgesucht werden und die tatsächlichen politischen Anliegen – allerdings auch leider von den Wählern wenig hinterfragt – ebenso verkaufen.

     
  5. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 18:44

    Den Link habe ich erst jetzt gesehen, du solltest über die Farbe nachdenken.

    Ich finde, man sollte immer fair bleiben. Das erste Bild sagt für mich gar nichts aus, außer das Herr Niebel einen zweifelhaften Brillengeschmack hat. Weißt du, ob der Arbeiter nicht zwei Sekunden später doch noch die Hand ausgestreckt hat? Weißt du, ob nicht doch jemand dem Niebel gesagt hat, er soll sich auf das Podest stellen, weil er der Gast ist?

    Beispiel: Bei uns hier wird an den Schulen jeden Montag vor der ersten Stunde ein Fahnenappell abgehalten. Die Klassen stehen in Reih und Glied und singen die Nationalhymne, während ein Schüler die Nationalflagge für die Woche aufzieht. Die Lehrer stehen auf einem Podest und haben natürlich vorher ihre Weisheiten für die Woche verkündet. Ich habe mich nie auf das Podest gestellt, habe immer noch etwas zum Korrigieren oder sonst etwas als Ausrede gefunden, aber im Kollegium hat es für Enttäuschung gesorgt, dass der Einwanderer ihre Sitten und Gebräuche ablehnt. Ich habe mit manchen darüber gesprochen, warum ich mich auch nicht in eine deutschen Schule beim Fahnenappell aufs Podest stellen würde, ein Teil konnte es verstehen.

    Man sollte nicht immer so vorschnell über Bilder urteilen, die in anderen Ecken der Welt aufgenommen wurden. Hier und dort sieht man Dinge anders, die in Deutschland Kopfschütteln auslösen.

    Wenn wir Niebel aufgrund seiner Arbeit kritisieren, bin ich gerne dabei. Aber ihn wegen ein paar verrutschter Fotos zu diskreditieren, finde ich etwas zu einfach.

     
  6. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 18:48

    Mir geht einfach gegen den Strich, daß Ministerdarsteller so häufig außerordentlich schlampig ausgesucht werden

    Treffer versenkt. Da kann ich dir uneingeschränkt zustimmen. Aber mit den Bildern hat das nichts zu tun.

    Und den Lindner finde ich auch nicht viel geschickter, genauso wie einen Söder, Heil etc. pp. Ich verstehe nicht, warum immer die größten Unsympathen zu Generalsekretären gemacht werden müssen. Anscheinend ist die Lautsprecherfunktion das einzige Kriterium bei der Auswahl.

     
  7. Vanessa

    26. Oktober 2010 at 19:16

    Es ist nicht fair, dass andauernd die Tabaksteuer erhöht wird. Heute verdient der Staat schon 3,48 Euro an einer Schachtel Zigaretten. Bald kosten die Schachteln schon 10 Euro.

     
  8. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    26. Oktober 2010 at 19:47

    Also daß das mit der Tabaksteuererhöhung auch so schwer zu verstehen ist…
    Was hat die Regierung denn gemacht? Nichts! Wie bei vielen anderen Gesetzen, Vorschriften und Steuerkonzepten, man erinnere sich bitte an die „Mövenpicksteuer“, auch: Sie läßt machen. Laut der Nachrichtenagentur dpa beruht das Steuerkonzept weitgehend auf Plänen der Tabakindustrie.

    Abgesehen davon könnte man – vielen guten Willen vorausgesetzt – die Erhöhung der Tabaksteuer durchaus als Ökosteueraufschlag auf Zigaretten ansehen. Auszug aus Wikipedia zur Ökosteuer: Dabei wurden […] bestehende Steuergesetze so umgestaltet, dass sie Lenkungswirkung im Sinne des Umweltschutzes entfalten, zum einen durch Erhöhung der Mengensteuern […] auf umweltschädliches Verhalten […].

    Doof werden würde das ganze dann nur dann, wenn durch die Steuererhöhung sich tatsächlich die von der Ökosteuer gewünschte „Lenkungswirkung“ einstellen würde und die Menschen massenhaft vom Raucher zum Nichtraucher mutieren täten. Dann ginge der ganze Plan nach hinten los. Schließlich müssen ja die nun geplanten Mindereinnahmen in der Schwerindustrie querfinanziert werden.

    Also: Rauchen der Arbeitsplätze wegen, oder so…

     
  9. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 19:57

    @(,,,)—=^.^=—(,,,)
    Nein, Suchtrauchen tut man nur für die Pharmalobby. Wenn tatsächlich die den 500 Millionen entsprechenden Stengel weniger geraucht würden, fielen bei den Krankenkassen wohl vielfache Kosten weg.

     
  10. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    26. Oktober 2010 at 21:51

    @VonFernSeher
    So sicher ist das nicht!

    Denn ersten sterben Raucher früher, was a) die Rentenkassen entlastet und b) natürlich auch die Pflegeversicherung. Demenz bekommen zumeist Hochbetagte, Raucher sind das wohl weniger (siehe mein erster Satz). Und last but not least müssen durch das frühere Sterben auch die Krankenkassen in aller Regel für Raucher weniger zahlen als für Nichtraucher. Auch da ist das frühere Sterben der ausschlaggebende Punkt.

    Es gibt mehrere seriöse Studien, welche die Behauptung, daß Raucher mehr kosten als Nichtraucher, widerlegen. Mache mich ‚mal auf die Suche…

     
  11. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    26. Oktober 2010 at 22:02

    @VonFernSeher

    Wir stellen uns vor, alle Raucher würden sofort und unwiderbringlich mit dem Nikotin aufhören.
    14300000000,- EURO waren die Einnahmen via Tabaksteuer im Jahr 2009 in Deutschland. Mit der neuen Erhöhung würden fast 15 Milliarden fehlen. Ich denke einmal, daß da die von Dir genannten Mehrkosten (So sicher ist das nicht, mit den Mehrkosten!) für Krankenkassen um einiges geringer ausfallen.

     
  12. VonFernSeher

    26. Oktober 2010 at 22:27

    @(,,,)—=^.^=—(,,,)
    Wenn man so spontan auf verschiedenen Seiten liest, dann ist die Meinung doch relativ einhellig, dass die Einnahmen durch die Tabaksteuer schon allein durch den volkwirtschaftlichen Schaden des Rauchens (und die daraus resultierenden Steuerausfälle) aufgefressen werden. [PDF mit Rechnung, Nichtraucher-Initiative Deutschland e. V.] Die Kostenreduzierung im Gesundheitswesen wäre also nur ein Bonus. Jetzt könnte man natürlich streiten, ob man jetzt hier was mehr oder da was weniger rechnet (sind ja schließlich Zahlen von „Tabakgegnern“), aber für mich kommt noch dazu, dass jedes Jahr 4-5% Prozent der Raucher an den Folgen des Rauchens sterben.

    Im Übrigen müsste man ja nicht alle Tabakwaren aufgeben, sondern nur die, die hauptsächlich auch für Gesundheitsschäden verantwortlich sind. Das sind zum allergrößen Teil Zigaretten (besonders gut die mit den giftigen Filtern).

     
  13. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    27. Oktober 2010 at 02:54

    @VonFernSeher
    So sicher ist das nicht!

    Denn ersten sterben Raucher früher, was a) die Rentenkassen entlastet und b) natürlich auch die Pflegeversicherung. Demenz bekommen zumeist Hochbetagte, Raucher sind das wohl weniger (siehe mein erster Satz). Und last but not least müssen durch das frühere Sterben auch die Krankenkassen in aller Regel für Raucher weniger zahlen als für Nichtraucher. Auch da ist das frühere Sterben der ausschlaggebende Punkt.

    Es gibt Studien, welche die Behauptung, daß Raucher mehr kosten als Nichtraucher aufstellen und es gibt Studien, welche die Behauptung, daß Raucher mehr kosten als Nichtraucher, widerlegen. Mache mich ‚mal für letzteres auf die Suche…

     
  14. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    27. Oktober 2010 at 03:19

    @VonFernSeher
    So sicher ist das nicht!

    Denn ersten sterben Raucher früher, was a) die Rentenkassen entlastet und b) natürlich auch die Pflegeversicherung. Demenz bekommen zumeist Hochbetagte, Raucher sind das wohl weniger (siehe mein erster Satz). Und last but not least müssen durch das frühere Sterben auch die Krankenkassen in aller Regel für Raucher weniger zahlen als für Nichtraucher. Auch da ist das frühere Sterben der ausschlaggebende Punkt.

    Es gibt Studien, welche die Behauptung, daß Raucher mehr kosten als Nichtraucher aufstellen und es gibt Studien, welche die Behauptung, daß Raucher mehr kosten als Nichtraucher, widerlegen.

    Rauchen und Volkswirtschaft – eine Bilanz, Nichtraucher belasten das Gesundheitssystem, Studie: Übergewichtige und Raucher kosten den Staat weniger

    Es gibt volkswirtschaftlich jedoch noch einen zweiten – oft nicht beachteten – positiven Effekt: Raucher sterben im Durchschnitt etwa acht Jahre früher als Nichtraucher. Bei einer statistischen Lebenserwartung von 74.4 Jahren (für Männer) bedeutet das eine wahrscheinliche Lebenserwartung von nur 66 Jahren. Nur selten sterben Raucher so früh, dass sie noch im Erwerbsalter stehen. Die Rentenversicherung spart also an jedem Raucher die Zahlungen für acht Jahre Rente. Raucher und Schwerkranke: private Rentenversicherung zahlt Bonus und ARD Ratgeber Geld

    Aber darum geht es ja gar nicht. Das eigentliche Thema ist die Verlogenheit der Politik. Wenn die wirklich Nichtraucherschutz betreiben würden, dann müßte zum einen die gesamte Tabakwerbung verboten werden, zum zweiten alle Zigarettenautomaten aus der Öffentlichkeit und von den Supermarktkassen verschwinden (nur unter der Ladentheke in z.B. Drogerien o.ä.) und zum dritten das Rauchen endlich als Sucht anerkannt und der Ausstieg von Krankenkassen finanziert werden. Und natürlich die Schachtelpreise – nicht wie jetzt wieder mit Minierhöhungen – auf einen Schlag auf z.B. 10,- EURO angehoben werden. Das wäre wirklicher Nichtraucherschutz.

     
  15. VonFernSeher

    27. Oktober 2010 at 16:02

    Ich möchte mich nicht über die Zahlen streiten, da sie für mich nur nebensächlich sind. Denn der einzelne Zigarettenraucher spart ja im Zweifel nichts, wenn er früher stirbt.

    Wenn es nach mir ginge, würden alle Tabakwaren, denen giftige synthetische Substanzen beigemengt werden, verboten. Das hieße dann: keine Filterzigaretten mehr, keine parfümierten Zigaretten mehr. Damit wäre der Teil des Marktes, der für die meisten Gesundheitsschäden und für den Einstieg junger Raucher verantwortlich ist, nicht mehr da. Natürlicher und natürlich aromatisierter Pfeifentabak, Qualitätszigarren u.ä. stellen kein wirklich großes Gesundheitsrisiko dar.

    Diese Meinung vertrete ich auch hinsichtlich (fast) aller weiterer Drogen. Wenn der synthetische Dreck nicht wäre, wären viele Probleme nicht da.

     
  16. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    28. Oktober 2010 at 19:19

    Politik ad absurdum: Nach Qualmen für Stahlkonzerne jetzt Saufen für Fluggesellschaften. Attac fordert Kiffen für die Rüstungsindustrie

     
 
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