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Komprimierte Liebe

27 Okt

Ich habe gerade eine wunderbare Woche mit dem geliebten Mann verbracht und bin sehr (doofes Wort – viel zu schwach …) traurig, daß er heute wieder heim und an seine Arbeit musste. Sein Zeug, das ich nachher wegräumen werde, steht noch im Bad. Alles riecht nach ihm; heute Nacht beim Einschlafen werde ich sein getragenes T-Shirt wie früher den Teddybär in den Arm, dazu den Trost der gemeinsamen Bettdecke in Anspruch nehmen.

Er ist nicht verheiratet, kein unerreichbarer Wunschtraum. Außer der Familie und seinen Freunden wartet niemand auf ihn, dort, wo er zu Hause ist und seine Arbeit hat. Auch er wird heute Nacht Sachen von mir im Arm haben, an mich denken, die letzte Woche noch einmal Revue passieren lassen. Ebenso wie ich vergessen haben, daß es auch Kontroversen gab, daß wir in ein paar Dingen nie einer Meinung sein werden und uns zanken können wie die Kesselflicker.
Und es doch fast immer schaffen, nicht im Streit schlafen zu gehen.

Wir werden beide ganz schreckliche Sehnsucht nach einander haben. Wir werden telefonieren wie immer, um uns das mitzuteilen; über den schönen Abend mit Freunden sprechen, den wir letzte Woche verbrachten; Berufliches besprechen, überlegen, welche Angebote wir annehmen, welche ablehnen; über das Projekt, das wir gerne verwirklichen würden. Dazwischen immer wieder ‚ich liebe dich‘, ‚ich vermisse dich so sehr‘, ‚weisst du noch … ?‘

Zum Schluss werden wir, wie immer, überlegen, wann wir uns das nächste Mal sehen, das nächste Mal anfassen, ein wenig Alltagsleben führen können. Uns dann gefühlsmäßig bis dorthin und über die vielen hundert Kilometer hangeln.

__________________________
Soundtrack ,) zum Sehnsucht haben (für uns). Und das und das hier für andere Sehnsüchtige.

 
11 Kommentare

Verfasst von - 27. Oktober 2010 in Frauen, Leben, Mensch bleiben, Schön!, Unterwegs, Web 2.0

 

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11 Antworten zu “Komprimierte Liebe

  1. AlterKnacker

    27. Oktober 2010 at 16:09

    Ich bin ‚grün‘ vor Neid…*grinZ*

     
  2. Sabine Engelhardt

    27. Oktober 2010 at 16:45

    Hach ja … immerhin hast Du jemanden :-)

    Gruß Frosch

     
  3. engl

    27. Oktober 2010 at 16:54

    bei mir waren es früher einmal hunderte von kilometern, ein kanal, etliche meilen und eine andere sprache. und zwar zu einer zeit, als auslandstelefonate noch eine richtige mark kosteten.

    das ist lange vorbei. heute könnte ich sie für ein paar cent in spanien anrufen, jederzeit. tue ich aber selten.

     
  4. Kirst3n

    27. Oktober 2010 at 17:00

    Kann’s nachvollziehen und Hoffnung machen, denn es hält heute noch :)

     
  5. Julica Jungehuelsing

    28. Oktober 2010 at 09:00

    sehr nett beschrieben! Ich hab mal die Varianten Köln-HH ausprobiert (ok, so lala) und bin dann auf Hamburg -Sydney umgestiegen. Das war vor der Erfindung von Skype! Und ohne Bahnanschluss… Also eher sehr teuer und selten. Irgendwann bin ich dann mal eine Weile umgezogen ;-) Viel Glück beim Zugfahren gen Nordhalbkugel! Julica

     
  6. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    28. Oktober 2010 at 20:21

     
  7. Frank Benedikt

    29. Oktober 2010 at 01:20

    @ (,,,)—=^.^=—(,,,):

    Sehr netter und treffender Cartoon. Danke.

    @ opalkatze:

    Schöner Text voller Leben und Sentiment. Kenne das (Fernbeziehung) auch selber und weiß, wie schwierig das ist.

     
  8. opalkatze

    29. Oktober 2010 at 11:35

    @Dietmar
    Oh, was für ein niedlicher Cartoon ;) Hab die ‚Liebe ist …‘-Dinger schon ewig nicht mehr gesehen.

     
  9. Lakritze

    3. November 2010 at 15:41

    Kommt euch mal näher, ja? Ich kann sowas gar nicht lesen …

     
  10. opalkatze

    3. November 2010 at 16:20

    @Lakritze
    Ich weiß, und Du hast Recht. Wir arbeiten dran.

     
 
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