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Das BKA will uns auch 2011 beschützen

03 Jan

Das BKA hat für das erste Halbjahr 2010 einen „massiven Anstieg“ der Skimming-Angriffe auf EC-Karten verzeichnet; dabei werden Daten vom Magnetstreifen der Karte zu Betrugszwecken ausgelesen. In Deutschland werden etwa 96 Mio. EC-Karten genutzt. Das BKA schlägt nun wegen der überaus gefährlichen Situation vor, Karten mit Magnetstreifen nur noch für Kunden anzubieten, die sie außerhalb des Euro-Zahlungsverkehrsraums einsetzen wollen, und für den Euroraum ausschließlich die viel zuverlässigere Chipkarte zu benutzen. Ist ja sonnenklar: Es ist natürlich viel sicherer, wenn man zwei Karten besitzt. Ach so, die Anzahl der Skimmingversuche in diesem Bedrohungsszenario? 1.900.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 3. Januar 2011 in Datenschutz, Kaffeesatz, Politik

 

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6 Antworten zu “Das BKA will uns auch 2011 beschützen

  1. Mithos

    3. Januar 2011 at 13:21

    Ich halte eine zweite Karte mit Magnetstreifen, welche man nur im Ausland einsetzt, für durchaus angebracht. Dass die Magnetstreifen einfach zu kopieren sind, ist ja inzwischen schon seit Jahren allgemein bekannt. Eigentlich sollte der Chip bereits letztes Jahr in Deutschland zwingende Voraussetzung werden, aber dann kam ja der Patzer mit dem Neujahrs-Aussetzer.

    Davon ab sei in Sachen Sicherheit des Chips auf den 27c3-Vortrag „Chip and Pin is broken“ hingewiesen, der die Angreifbarkeit bei schlampiger Umsetzung thematisiert. Weiterhin ist merkwürdig, dass die Banken den Chip nach der Panne letztes Jahr vor Ort im Automaten patchen konnten, obwohl zuvor immer behauptet wurde, man könne den Chip nach der Fertigung nicht mehr beschreiben oder manipulieren.

     
  2. opalkatze

    3. Januar 2011 at 14:32

    @Mithos
    Danke für den Hinweis. Das Vimeo vom 27c3 gibt es hier: http://vimeo.com/18281830

     
  3. VonFernSeher

    4. Januar 2011 at 04:32

    Nützt natürlich nur was, wenn die „einfachen“ Karten dann auch schön daheim liegen bleiben, wenn man das Euroland nicht verlässt. Und wenn man denn dann überall Automaten findet, die mit Chip umgehen können (in Spanien und Italien kann das z.B. schwierig werden, noch nicht einmal die Deutsche Bank konnte das vor einem Jahr überall).

    Meine Magnetkarte, die ich extra mitgenommen habe, funktioniert hier in Amerika übrigens auch nur selten, obwohl man mir das vorher versichert hatte. Wenn das dann bei allen Banken so toll klappt, kann man die Magnetkarten auch einfach direkt abschaffen bzw. Magneten nur noch bei Kreditkarten einsetzen.

     
  4. opalkatze

    4. Januar 2011 at 07:56

    @VonFernSeher
    Ich finde ja sowieso, das BKA sollte endlich mal den Vorschlag machen, jedem einen Chip zu implantieren, der auch GPS-Ortung erlaubt, und gut is‘.

     
  5. Flo

    6. Januar 2011 at 04:13

    Die Zahl bezieht sich auf Januar bis Juni. Aufs Jahr gerechnet kann man locker vom Doppelten ausgehen.
    Wenn man sich mal die Mühe macht und einen link weiter klickt, bekommt man die Information, „Der Schaden betrug 2009 schätzungsweise 40 Millionen Euro. Betroffen waren mehr als 100.000 Kunden.“
    Die Steigerungsrate von 2009 bis 2010 beträgt fast 100%.

    Ist ja echt unverschämt, dass das pöse BKA sich in die Sache einmischt, ey.

    Ab welcher Zahl wäre denn ein „Beschützen“ gerechtfertigt?

     
  6. opalkatze

    6. Januar 2011 at 10:10

    @Flo
    Es geht um die übliche Panikmache in den Verlautbarungen des BKA. Man kann auch Pressemitteilungen herausgeben, die sachlich und unaufgeregt auf einen Mißstand hinweisen und ggf. Vorschläge zur Abhilfe machen; das BKA jedoch zieht es mittlerweile durchgängig vor, in die ganz große Tröte zu blasen. Der Umgang mit der Wahrheit wird dort recht lax gehandhabt. Überdies ist es auch das BKA, das eine Überwachungsarchitektur aufbauen will und dazu politisch äusserst fragwürdige Ideen hat – es ist aber kein politisches Organ.

     
 
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