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Alpha 0.7 – Der Feind in Dir

22 Jan

Stuttgart 2017. Mit einem neurowissenschaftlichen Experiment will eine Spezialabteilung des BKA die lückenlose Überwachung einzelner Personen konfektionieren. Die junge Johanna Berger, die nicht ahnt, daß sie Alpha 0.7 in dem Gehirnscannertest ist, steht im Mittelpunkt der Handlung. Sie findet Hilfe beim Datenschützernetzwerk apollon, das gegen die allfällige staatliche Überwachung kämpft.

Es geht also um die schöne neue Welt der totalen Sicherheit, die Politiker, Kriminalisten und vor allem die EU gerade jetzt beginnen, uns in den schönsten Farben auszumalen. Dabei geht es um Überwachungstechnik nach bereits bestehenden Forschungsergebnissen. Wisst Ihr nicht? Dann googelt mal INDECT und Theseus-Programm.

Im November 2010 gab es das spannende trimediale Science Fiction-Projekt Alpha 0.7 – Der Feind in Dir : im Fernsehen als sechsteilige Reihe und als 125-minütigen Film, als ergänzende sechsteilige Hörspielreihe und mit dem Alpha 0.7 Universum im Internet. Wer mag, kann auch auf Facebook den Neuigkeiten folgen. Jedes der Medien lässt sich als abgeschlossene Einheit ansehen, anhören oder anklicken; die Medien stehen unter den obigen Links in verschiedenen Formaten zum Abruf im Netz.

Ansehen lohnt sich unbedingt. Die Handlung ist auch für datenrechtlich eher Uninteressierte spannend, und ein bißchen bleibt ja doch hängen. Wer regelmäßig auf Netzpolitik, beim AK Zensur und AK Vorrat mitliest, wird viel Bekanntes entdecken und an einigen Stellen auch breit grinsen. Jedem wird jedoch klar, wovon die Überwachungsverfechter nachts träumen. Und woran mit viel, viel Geld genau jetzt geforscht wird.

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6 Kommentare

Verfasst von - 22. Januar 2011 in Datenschutz, Europa, Kultur, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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6 Antworten zu “Alpha 0.7 – Der Feind in Dir

  1. Skirt The Edge

    25. Januar 2011 at 10:16

    Hm, kommt davon, wenn man keinen TV-Anschluss hat – ich hätte von dem Projekt nicht erfahren. Danke für den „Heads-up“!

     
  2. Wolf

    25. Januar 2011 at 16:28

    Ich spüre, dass der Film aus vielen Teilen zusammengestückelt ist. Statische Schauspieler, die jede kleine Szene hochdramatisch zu spielen versuchen, machen den Film anstrengend. Ausserdem gibt es viele Regie- und sachliche Fehler. Ich habe jetzt nach der Entführungsszene aus dem Krankenhaus abgeschaltet, deswegen nur drei kleine Beispiele des mangelhaften Drehbuchs: Jedes Krankenhaus ist heute schon mit Überwachungskameras gesichert. Als Familienangehöriger mit halbwegs normalem Denkvermögen hätte ich mir erst mal die Aufzeichnungen vorspielen lassen, um den Entführer zu erkennen.
    Auch ein Polizeieinsatz im Wald ist ohne Helikopter oder Drohne schon heute unrealistisch.
    Die an jeder Straße installierten Überwachungskameras hätten nicht nur das Herauswerfen der Kleider registriert, sondern später auch den Entführer getrackt, von dem Tracking der Handys aller mitreisenden Beteiligten mal ganz zu schweigen.

    Das sind alles Szenen, über die sich alle, die sich mit dem Thema Überwachung ernsthaft beschäftigen ärgern. Natürlich kann man so eine Story nur dann erzählen, wenn man die bereits heute möglichen Überwachungsszenarien ignoriert. Hinzu kommen die hölzernen, charakterlosen Darsteller, die meiner Meinung nach aus GZSZ rekrutiert wurden.
    Hier wird für mich die finanzielle Schwäche des deutschen Fernsehens sichtbar. Für 20-Minuten lange Folgen im Vorabendprogramm mag so eine künstlich in die Länge gezogene halbherzig recherchierte Story funktionieren. Für einen 2-Stunden- Film müsste ein neues Buch geschriebenund anders Regie geführt werden.

    Schade um meine Zeit und peinlich für die ARD, eine tolle Geschichte dermaßen zu vergeigen…

     
  3. joe_lue

    25. Januar 2011 at 17:17

    Da kann ich mich Skirt The Edge nur anschließen. Dank dir für den Hinweis, das werde ich mir heute mal ansehen.

     
  4. chw

    26. Januar 2011 at 23:54

    Vielen Dank für den Hinweis auf ein faszinierendes Projekt! Auch wenn Wolf mit seinen kritischen Anmerkungen Recht hat und viele Details allzu unrealistisch daherkamen, bin ich in diesem Fall doch geneigt, darüber hinwegzusehen; denn Alpha 07 als Ganzes, mit all den liebevoll gestalteten kleinen Websites und Mediaschnipseln drumherum, finde ich speziell für die ÖR schon sehr bemerkenswert.

     
  5. opalkatze

    27. Januar 2011 at 00:01

    @chw
    Ja, es hat mich auch regelrecht eingesogen. Eine ganze kleine Welt, und, wie Du sagst, in den öR – Donnerwetter!

     
 
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