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Splitter 15.2.2011

15 Feb

Berlusconi
Hab ich das jetzt richtig verstanden? Der Typ kann machen, was er will, Italien autokratisch regieren, Grundrechte einsacken, die Pressefreiheit kassieren, und nix passiert? Und wenn er mit einem Flitscherl handgreiflich wird, dann ist das schlimm?!

Tunesienflüchtlinge
Wie doppelzüngig kann man sein? Westliche Werte und „Funke der Freiheit“ (Westerwelle) über Alles, aber die Flüchtlinge wollen wir nicht? Die EU reibt sich die Hände, daß sie jetzt Frontex mal unter Realbedingungen ausprobieren kann. Einen Kommentar, der allen Respekt verdient, hat Isabel Schayani (WDR) in den Tagesthemen am 14. gegeben.

Iran
Die haben da jetzt den Valentinstag verboten und wollen auch ‚ausländische‘ Restaurants, Pizza, Hamburger und Sushi von Staats wegen nicht mehr haben. Führende Oppositionspolitiker sollen hingerichtet werden, weil sie ‚unislamisch‘ denken. Mal sehen, wie lange das mit dem Verbieten und Ausblenden noch gut geht. (Mehr hier.)

Jugend!
Seht euch das hier mal an. Ich finde, das sieht ziemlich gut aus.

Geld vom King
Jetzt gibt der König von Bahrain jeder Familie 2.650 Dollar, und die protestieren trotzdem?! O tempora, o mores.

Stresserkrankungen und Depressionen nehmen zu
DAS erstaunt mich aber jetzt. Wo wir uns doch eine so schöne, heile Arbeitswelt zusammengespart haben!

 
28 Kommentare

Verfasst von - 15. Februar 2011 in Splitter

 

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28 Antworten zu “Splitter 15.2.2011

  1. rauskucker

    15. Februar 2011 at 22:11

    Den Kommentar von Frau Schayani gibt’s auch bei YT:

    http://www.youtube.com/user/HerrKutlatschkowa#p/u/8/EoUgi0C4nOI

    die Kommentare auf der Tagesthemenseite lassen das Schlimmste befürchten.

    Zu Berlusconi: schön finde ich ja, daß seine Richter drei Frauen sein werden.

     
  2. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    15. Februar 2011 at 22:27

    Geld vom King
    Nun, ich würde das als Bewohner von Bahrain als Demonstrationsgeld ansehen, analog zu Streikgeld eben. Ich finde nichts über die Lebenshaltungskosten in Bahrain, aber ich denke mal, mit 2.650 Dollar läßt sich’s sicher noch eine ganze Weile demonstrieren.

    Andererseits zeigt das Tun des Königs, daß er versucht, sein Volk zu kaufen. Das kann/darf/soll nicht gut gehen.

     
  3. Melebert

    15. Februar 2011 at 22:41

    Betreff Berlusconi: Andere Ganoven hat man auch erst über die Steuerunterschlagung in den Knast bekommen, weil die das Spiel auf ihren angestammten Herrschaftsgebiet halt viel zu gut beherrschen. Warum sollte so einen Tunichgut nicht auch über eine bezahlte Kopulation mit Minderjährigen stolpern. Da haben halt der durch permanente Unverletzlichkeit zu groß gewordenen Leichtsinn und die Matcho-Hormone ganze Arbeit geleistet. Ist halt Mist, wenn man sich für unangreifbar hält, sich Gottgleich fühlt und dann vom Sockel des nicht errichteten Monumentes gestoßen wird.

     
  4. opalkatze

    15. Februar 2011 at 23:37

    Ehmt. Versuch macht kluch.

     
  5. opalkatze

    15. Februar 2011 at 23:42

    Nee, das meinte ich gar nicht. Erst, als die Flitscherlgeschichte bekannt wurde, sind Leute (Frauen) aus moralischen Gründen auf die Straße gegangen. Von den anderen, bei denen es um Grundrechte ging, habe ich nicht viel gehört.

     
  6. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 00:31

    zu Berlusconi: Das von dir sogenannte „Flitscherl“ war zum Zeitpunkt eine minderjährige Prostituierte und da liegt das Problem.

    Und Berlusconi ein Diktator? Ein korrupter, krimineller, cholerischer, charakterloser Kotzbrocken und ein machtgeiler, menschenverachtender, machomäßiger, mafiöser Medienmogul?* Meinetwegen. Aber doch kein Diktator. Jedes Wahlvolk muss mit seiner eigenen Dummheit leben.

    Und auch sonst krankt der Artikel an vielen Stellen, hier nur zwei:

    Wer also die Macht der Justiz einschränkt, untergräbt den Schutz des Einzelnen und verletzt Menschenrechte.

    Stehen Rechtschaffene auf und bedrohen die Machtverhältnisse, hält man sich durch Bestechung und Bedrohungen am Ruder.

    zu Tunesienflüchtlinge:

    Deutschland lehnt eine automatische Verteilung der in Italien gestrandeten Flüchtlinge aus Tunesien auf andere EU-Staaten ab.

    Das ist doch das eigentliche Problem. Man kann die Leute immer schön von einem zum anderen schieben und das dann die Länder am Rand menschenrechtswidrige Asylgesetze haben, na so ein Zufall aber auch.

    zum Iran: Was heißt hier „sollen hingerichtet werden“?

    Der Standard berichtet indes davon, dass der EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek (der sich Menschenrechte als Schwerpunktthema für seine Amtszeit gegeben hat) erklärte, er sei über die Verdreifachung der Hinrichtungen im Vergleich zum Vorjahr schockiert. Das konnte ich zuerst nicht glauben, dass er das so gesagt haben soll, aber meine armseligen Polnischfetzen reichen aus, um die Aussage im Protokoll (letzter Absatz) bestätigt zu finden.

    So ist das mit den Mitgliedern der konservativ-liberalen Fraktion: Wenn man sie nicht schockieren will, sollte man seine Hinrichtungsraten moderat steigern, auf keinen Fall aber verdreifachen.**

    zur Jugend: Und damit sieht man sehr schön ein Indiz, warum es in Nordafrika gewaltig kocht und auf der arabischen Halbinsel nur ein wenig vor sich hin brodeln wird.

    zu Bahrain: Ich glaube, dass wir das etwas anders einschätzen als die Einheimischen. Es gibt dort eine im Umfeld relativ gute medizinische Versorgung und soziale Strukturen und nur die Hälfte der Einwohner sind auch Staatsangehörige. Außerdem vermute ich, dass es sich doch noch besser anfühlt als Sunnit von einem einheimischen Schiiten regiert zu werden als vom großen schiitischen Bruder unter Achdiemachmerplatt bedroht zu werden. Ein bisschen mehr Demokratie jedes Jubeljahr gibt es halt eher mit dem Emir.

    *Passen nicht in die Alliteration: unhöflich, geltungssüchtig, homophob, xenophob, Tycoon, Chauvinist, …
    **Überlege, den Mann in einem offenen Brief zu fragen, welche Steigerungsrate er den z.B. als „nicht gut, aber gerade noch nicht schockierend“ einstufen würde und ob er dafür ne Formel hat.

     
  7. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 00:49

    @opalkatze
    Könntest du bitte den Link bei „zum Iran“ reparieren? Danke.

     
  8. onlineberater

    16. Februar 2011 at 02:29

    Komisch. Stress? Wer hat denn Stress? Ist doch alles tutti;-)
    Traurige Hamsterräder drehen sich…

     
  9. opalkatze

    16. Februar 2011 at 02:54

    Traurige Hamsterräder ist sehr hübsch. Irgendwie assoziiere ich dabei die geschmolzenen Dali-Uhren.

     
  10. opalkatze

    16. Februar 2011 at 02:59

    Flitscherl: Eine erwachsene Frau hätte ich ihm auch nicht zugetraut. Hin oder her, wenn das erst der Anlass ist, sich aufzuregen, dann haben die es einfach – wie du sagst -nicht anders verdient.
    Die Argumentation im Artikel liegt doch ganz auf der europäischen Überwachungslinie – schöner hätte de Maizière das auch nicht sagen können.

    Bei ‚Iran‘ bezog ich mich auf Mousavi und Karroubi. Meine polyglotte Güte, was du alles kannst … :)

    Bahrain: Ja, genau das meinte ich.

    Sachma, schreib ich wirklich so mißverständlich? Zumindest die Splitter sind ja immer ziemlich polemisch, liegt es daran?

     
  11. opalkatze

    16. Februar 2011 at 03:00

    Done :)

     
  12. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 03:10

    Vor allen Dingen ist es mal eine hunderprozentig echte Metapher. Lateinlehrer mögen auch folgende Produkte…

     
  13. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 03:24

    Du schreibst nicht missverständlich oder undeutlich (nur die Links, aber das liegt an der Farbe) und die meiste Kritik richtet sich doch auch an die verlinkten Beiträge.

    Nur bei einem bin ich nicht deiner Meinung: Ich halte Jugendprostitution und Mafiaschergen im Umfeld eines Präsidenten nicht für eine Kleinigkeit. Und Melebert hat doch recht: Die meisten Mafiosi kriegt man am Ende mit Wirtschaftskriminalität und Bandendelikten zu fassen, nicht mit großen Korruptionsskandalen oder Mord oder oder.

    (Die Splitter jetzt fand ich, mal so nebenbei, viel besser als die von mir verrissenen Glanzlichter 52. Für solche Beiträge komme ich hier so gerne vorbei.)

    Bis dahin,

    der Polygott

     
  14. opalkatze

    16. Februar 2011 at 04:41

    Der AK Zensur beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem gesamten Themenkreis Kindesmissbrauch, ich finde das überhaupt keine Kleinigkeit – weder im Umfeld eines Präsidenten noch sonstwo! Ich habe es wirklich unglücklich ausgedrückt: Mich regt auf, daß erst jetzt, da es dem katholischen Italien an die Moral geht, etwas passiert, während pisselige Grundrechtsverletzungen oder die massive Einschränkung der Pressefreiheit nicht weiter für Aufsehen sorgten. Das stand für mich im Vordergrund, nicht, daß es dabei um eine Minderjährige ging. Die Tatsache, daß eine Person des öffentlichen Lebens ganz ungeniert den Lebemann gibt, ist an sich so ungeheurlich, daß ich darauf gar nicht weiter eingehen muß, ebensowenig darauf, daß er gleich noch ein paar andere Gesetze bricht. Und klar hat Melebert Recht – was es noch schlimmer macht.

    In diesem Sinn – bis später, o Polygott.

     
  15. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 06:15

    Was das mit Lebemann zu tun hat, weiß ich nicht, aber ansonsten gebe ich dir Recht. Das kam am Anfang aber gar nicht so rüber.

    Und ob Katholiken oder Hindus, die Leute reagieren halt immer dann, wenn es was zu greifen gibt. Anderes Beispiel? Das hier habe ich mir heute auch schon angetan. Andere Geschichte, gleiches Muster. O-Ton:

    Report Wo sollen sie hin?Frau Das ist mir gleich, nicht direkt vor meiner Haustür.

    Noch Fragen? Eben.

     
  16. Melebert

    16. Februar 2011 at 10:20

    @onlineberater: Ich benutze für gewöhnlich zu dem Begriff der traurigen Hamsterrädern noch der Begriff des alltäglichen Wahnsinn. Es formt halt nicht nur der Mensch seine Umwelt sondern das Umfeld formt auch den Menschen.^^

    Und zu den Frauen, die sich erst massenhaft aufregen, wenn die Moral zu sehr von Despoten strapaziert wird. Es bedarf immer erst eines Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Vorher muss es aber fleißig gefüllt werden. Letzteres hat Berlusconi in den letzten Monaten ausgiebig getan, denke ich. Die Italiener sind nicht blöd, die sind halt auch nur träge und im Alltag – mit seinen Hamsterrädern und seinem Wahnsinn – gefangen. Schauen wir mal kurz nach Deutschland. Wie viel braucht es, dass man eine Merkel, einen Gutenberg oder eine Vaudel mal am A**** kriegt? Selbst wenn die Leute um Priol es in „Neues aus der Anstalt“ noch so auf den Punkt bringen, es dem Publikum in scharfen Konturen vor die Augen halten; wer von denen wird sich erheben und auf die Straße gehen, um Druck zu machen? Dazu bedarf es eines gewissen Leidensfaktors, der überschritten werden muss – zumindest für die Masse. Und das wissen die Herrschenden sehr gut. Wer es also schafft diesen Leidensdruck so niedrig zu halten, dass die Leute nicht massenhaft auf die Straße gehen, der kann ungestört regieren. Die Störfeuer der Engagierten können sich nur im vom _Staat_ vorgegebenen Rahmen bewegen, sonst wandert man ab hinter Gitter. Diese Störfeuer wird es gewiss auch in Italien gegeben haben und geben, da aber Berlusconi die Hand auf den großen Medien hat, werden die Störfeuer nicht so publik sein – totgeschwiegen könnte man auch sagen. Da stört dann auch wieder das Internet mit seinen Blogs und dem ungestörten Gedankenaustausch über Grenzen hinweg und das alles so unkontrolliert, weshalb man es gerne zensieren möchte – und das will nicht nur Berlusconi. Ähm, ja. Das hängt für mich zusammen, denn die vielen unterschiedlichen Werkzeuge und Mittel des Internet zeigen gerade nicht nur den Herrschern in Nordafrika und Arabien, was so ein freier Imformationsfluß alles anrichten kann. Berlusconi hat auch nicht mehr alles in der Hand, denn seine Medien beginnen an Einfluß zu verlieren. Vielleicht ist der wachsende Einfluß der Informationen aus den Internet-Medien auch ein Grund, warum so viel über Berlusconis Eskapaden so öffentlich werden und diesen Aufruhr erst erzeugen können. Ich weiß es nicht, für möglich halte ich es.

     
  17. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 10:41

    Wer es also schafft diesen
    Leidensdruck so niedrig zu halten, dass die Leute nicht massenhaft auf die Straße gehen, der kann ungestört regieren.

    Das klingt im Kontext so negativ, dabei ist es doch eine ganz brauchbare Formel. Fehlt aber noch das Ideal, denn ohne das geht keiner auf die Straße, weil der eigene Leidensdruck sich erst einmal erhöhen könnte.

     
  18. Melebert

    16. Februar 2011 at 14:14

    Selbst aalglatte Aristoktraten, die als Minister wirken wie Teflon gepanzerte Macher, scheinen über Dinge fallen zu können, an die sie schon lange nicht mehr gedacht haben:
    http://www.heise.de/tp/blogs/6/149280

    Wie schon gesagt: In ihrem Herrschaftsgebiet derlei Leute gefasst zu bekommen, lohnt oft genug nicht. Da lohnt es sich auf Gebieten zu suchen, auf die sie sich mal verirrt haben oder verirren. Aber ich vermute mal, dass es bei von und zu Gutenberg nur einen Kratzer auf dem Hochglanzlack hinterlassen wird. Jugendsünden verstecken echte Machtmenschen zeitig genug (siehe Kohl und seine in einem Safe versenkte Doktorarbeit).

     
  19. theomix

    16. Februar 2011 at 14:14

    Wie bei gutem kaffee: Die mischung macht’s.

     
  20. opalkatze

    16. Februar 2011 at 18:29

    Versuche gerade, mir klar zu werden, ob ihr jetzt nett seid oder eine blutrünstige Meute, die auf böse Fehler von fiesen Leuten wartet … ,)

     
  21. 2010sdafrika

    19. Februar 2011 at 16:39

    Als in Tunesien das Volk den demokratischen Wendepunkt mit der Vertreibung des Präsidenten Ben Ali einleiten konnte, wußten die Despoten anderer arabischer Staaten, dass der Zerfall ihrer Macht mit der Jasminrevolte übertragbar ist. In Ägypten ist dies nun zu sehen gewesen, während in Lybien und Bahrain diese Transformation kurz bevor steht. Ich möchte folgenden Beitrag zur Bedeutung der Jasminrevolte empfehlen: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/16/burgerkrieg-droht-in-tunesien-lybiens-blogger-mobilisieren-volk/.

     
  22. theomix

    19. Februar 2011 at 16:44

    Heißest du etwa Guttenberg?

     
  23. opalkatze

    19. Februar 2011 at 16:47

    Ich bezweifle, daß der Umsturz in Libyen kurz bevorsteht. Die Diktatoren haben ‘gelernt’.

     
  24. 2010sdafrika

    19. Februar 2011 at 16:47

    Na, wundere dich bloß nicht … der Wille des Volkes ist riesig!

     
  25. opalkatze

    19. Februar 2011 at 17:08

    I bewahre!

     
  26. opalkatze

    19. Februar 2011 at 17:09

    Ich würde mich sehr gerne wundern. Aber es ist seit Ägypten schwieriger geworden. Und viel Geld kann vieles bewirken.

     
  27. alien59

    19. Februar 2011 at 19:06

    Die nachrichten aus Libyen sind grausam – Gaddafi scheint es nichts auszumachen, ein Massaker anzurichten.

     
  28. opalkatze

    19. Februar 2011 at 19:31

     
 
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