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Liebe Online-Presse. (2)

16 Feb

Jetzt zeigt ihr es diesen Internetfuzzis aber mal so richtig! Ganz großes Kino. Nachdem ihr ja leider immer noch auf das Leistungsschutzrecht warten müsst, gebt ihr denen schon mal so einen richtig scharfen Vorgeschmack, wie toll das dann alles wird. Geht ja auch wirklich nicht, daß da so ein paar Hanseln einfach hingehen und Leser auf eure Qualitätsseiten schicken; da könnte ja jeder kommen. Und die Leser sucht ihr euch schließlich immer noch selbst aus!

Heute mal wieder ein Tipp, was ihr unbedingt ebenso strikt vermeiden müsst wie diese Aggregatoren. Ich habe heute morgen das hier gefunden:

Also, das geht ja mal gar nicht. Stellt euch mal vor, unter euren mit hohem Aufwand erstellten Artikeln stünde die Mailadresse des Autors und auch gleich noch sein Twitteraccount. Und dann auch noch einfach so zum Anklicken! Dem könnte ja jeder Hinz und Kunz einen Kommentar oder seine Meinung schicken und womöglich sogar noch erfahren, wenn der wieder was schreibt. Eine Zeitung ist ja wohl nicht da, um Werbung für Journalisten zu machen; das wäre ja noch schöner.

Kommunikation mit dem Leser! Das hat es früher auch nicht gegeben, und ihr seid jahrhundertelang gut damit gefahren. Warum also jetzt plötzlich solche Faxen einreissen lassen? Seid klug: Wehrt euch und schützt euer Qualitätsprodukt! Der Leser wird es euch danken.

[Liebe Online-Presse (1)]

 
12 Kommentare

Verfasst von - 16. Februar 2011 in Journalismus, Medien, Wühltisch, Web 2.0

 

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12 Antworten zu “Liebe Online-Presse. (2)

  1. VonFernSeher

    16. Februar 2011 at 11:18

    Schöner Ansatz, aber der muss doch bitte auch zu Ende gedacht werden. Wenn hier schon unter den Zeitungsseiten Werbung für den Journalisten gemacht wird, sollte doch derjenige belohnt werden, der die Plattform bereitstellt.

    Da davon ausgegangen werden kann, dass die meisten Journalisten Artikel mit Gewinnerzielungsabsicht schreiben (wer wüsste das besser als die krisengeplagten Verlage), sollten Herr Elliott und mit ihm alle Kollegen die Zeitung auch finanziell für diese Textwerbung entlohnen.

    Wie für Unternehmen beim Leistungsschutzrecht, können natürlich auch hier pauschale Vergütungsregeln vereinbart werden, insbesondere immer dann, wenn ein Journalist ausschließlich oder überwiegend eine Plattform für Textwerbung nutzt (bspw. angestellte Redakteure). Ohne Plattformschutzrecht wird Qualitätszeitungsportalbetreiben in Deutschland auf Dauer keine Überlebenschancen haben.

     
  2. opalkatze

    16. Februar 2011 at 12:07

    Ich danke dir für die verständnissinnigen Worte und sehe, du hast den rechten Geist. Das sollte man dringend den Herren Keese und Burda unterbreiten. Bis dahin würde ich es gerne mal auf Facebook mitnehmen, darf ich?

    (Du bist aber früh wach.)

     
  3. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    16. Februar 2011 at 16:00

    Sach ma, im April letztes Jahr habe ich bei Dir noch nicht gelesen, odda?

    Liebe Online-Presse (1) kannte ich zumindest noch nicht. Gut geschrieben! Und die Online-Presse hat (leider) wohl auch das ein oder andere davon beherzigt.

    Zu Liebe Online-Presse (2) ist mir vor knapp einer halben Stunde ein Geistesblitz durch’n Kopf geschossen. Ich weiß jetzt nämlich, warum die den Commentarist nicht leiden können.

     
  4. opalkatze

    16. Februar 2011 at 18:38

    Nun lass dich nicht bitten, sag‘ schon :)

     
  5. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    16. Februar 2011 at 19:19

    @vera
    Siehst Du den Link nicht? So besser? Geistesblitz

     
  6. opalkatze

    16. Februar 2011 at 20:12

    Ah. Möglich. So quer kann ich gar nicht denken, und ich kann das schon ganz gut –

     
  7. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    16. Februar 2011 at 20:22

    Das gleiche nochmal in mehr als 140 Zeichen: Die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung möchten selbstverständlich gelesen werden. Zwar werden die auch durch Leser, welche von auswärts (z.B. Commentarist, Google) kommen gelesen, aber da verdienen die Verlage nichts. Und das ist natürlich ganz blöd. Weil kostenlos geht das ja nun mal gar nicht.

    Wenn nun die SZ und FAZ sich gegen Links verwehren, wie kommen dann die Leser dorthin? Am besten natürlich mit Abonnements. Man baut eine Paywall, Links lassen den Leser nur innerhalb zirkulieren und gehen selbstverstänlich nicht nach draußen – fast(*) fertig ist die schöne neue Verlagswelt.

    Ich ahne voraus, daß die recht bald anfangen werden, im eigenen Saft zu schmoren. Schon bald werden die nach (Leser-)Zubringern schreien. Als Commentarist hätte ich da dann aber taube Ohren.

    (*) Das Leistungsschutzrecht fehlt zur Vollkommenheit.

     
  8. opalkatze

    16. Februar 2011 at 21:16

    Hattest du hier http://leistungsschutzrecht.info/ mal ausführlich nachgelesen? Dein Argument kommt da auch (vor geraumer Zeit schon) vor, wie überhaupt wahrscheinlich alle sinnvollen Argumente, die irgendwem dazu einfallen könnten. Aber – bssst – hier rein, da raus, Durchzug. Lies dir die Argumente mal durch, die sind so hirnrissig, daß dir wirklich nix mehr einfällt. Auch bei Carta, Netzpolitik, iRights.info, Spiegelfechter, telemedicus und, und, und, und, wirst du fündig. Wenn du dann noch magst, kannst du dir noch n Videos von Podiumsdiskussionen zum Thema ansehen. Und wenn dir dann immer noch nicht übel ist, such mal nach den Betriebsergebnissen der Verlage. Viel Vergnügen. :(

     
  9. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    16. Februar 2011 at 23:47

    Liebe vera,

    Du hast bei dem Thema einen ganz wichtigen Link vergessen ;-)

     
  10. opalkatze

    16. Februar 2011 at 23:49

    Das möchte ich aber überhört haben. B]

     
  11. haiwen

    19. Februar 2011 at 14:50

    Mmmmh… Nur dass man von den Journalist_innen dann oft genug auch nichts hört, wenn man denen schreibt, bzw. offenkundliche Fehler im Text nach Hinweis nicht berichtigt werden. Einmal hat sich eine gemeldet, die auch noch als Social-Media-Beraterin arbeitet. Wollte ein von ihr gemachtes Foto einer Anzeige nehmen und darüber im Blog schreiben – das ich das Foto verwende wollte sie nicht (gab dann auch keinen Artikel).

    Mit Blogger_innen zu arbeiten ist da echt einfacher. Obwohl, altmuslimah.com hat auch geantwortet, aber das ist auch nicht deutsche Presse ;)

     
  12. opalkatze

    19. Februar 2011 at 16:37

    Ich verstehe die Fotografin, denn wenn sie das Bild für eine Anzeige verkauft hat, hat sie möglicherweise für einen bestimmten Zeitraum nur eingeschränkte Rechte daran – das könnte man dann allerdings auch so sagen.

    Das Problem ist die sehr unterschiedliche Wahrnehmung der ’neuen‘ Medien. Während viele die Holzpresse immer noch für das Maß aller Dinge halten, werden sich andere langsam der Möglichkeiten des Netzes bewusst. Durch Ereignisse wie den ägyptischen Aufstand oder die derzeitige kollektive Beschäftigung (Crowdsourcing) mit zu Guttenbergs Dissertation wird das unterstützt und gefördert. In vielen Nachrichtensendungen gibt es mittlerweile Erklärbären, die der netzferneren Bevölkerung aus dem Internet, von Facebook und Twitter berichten, auch dadurch wird die Wichtigkeit immer stärker wahrgenommen. Dennoch hängt es von der Verlagspolitik sowie von der Einstellung einzelner Journalisten ab, welche Bedeutung sie Kommentaren, Anfragen oder Anregungen aus dem Netz zubilligen.

    Blogger sehen das naturgemäß anders, und langsam, aber sicher setzt sich der Gedanke durch, daß nicht alles, was aus dem Internet kommt, schlecht, aber auch nicht alles, was die alten Medien verzapfen, gut ist. Wenn man bedenkt, daß die meisten gerade mal 10, 15 Jahre im WWW unterwegs sind, ist das eine ziemlich rasante Entwicklung.

     
 
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