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Neuer Innenminister, neues Feindbild?

02 Mrz

Info: Bei Netzpolitik wird gerade eine Stoffsammlung zu Friedrich angelegt. Ich tippe derweil hier weiter.


Der 54-jährige Jurist Dr. Hans-Peter Friedrich, CSU, soll ein ruhiger Mann sein, hat einen guten Ruf als Verwaltungsfachmann und es heisst, er sei gut vernetzt.

Nach dem, was man bei Abgeordnetenwatch über sein Abstimmverhalten erfährt, ist Friedrich allerdings nicht der Mann der Wahl für Netzaktivisten – um es vorsichtig auszudrücken. Zumindest einer mit klaren Ansagen. Oder wie Markus etwas zurückhaltender vermutet:

Ach ja – neuer Verteidigungsminister wird Thomas de Maizière. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine gute Wahl.

Foto: Henning Schacht CC BY-SA
 
33 Kommentare

Verfasst von - 2. März 2011 in Datenschutz, Menschen, Politik, Web 2.0

 

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33 Antworten zu “Neuer Innenminister, neues Feindbild?

  1. danebod

    2. März 2011 at 12:52

    Nein, kein neues Feindbild, weiterhin Version 0.8.15. Für einen Upgrade auf 1.0 sind die in Kompetenz, Argumentation und Auftreten weiterhin zu untermaßig.

     
  2. Melebert

    2. März 2011 at 13:38

    Hans Peter Friedrich versus Joachim Herrman. Opalkatze, deine Links gehen alle zu dem ersteren, die von Peter zum zweiten. Was hat der erste mit dem zweiten zu tun, außer dass die beide CSU sind?

     
  3. Melebert

    2. März 2011 at 13:39

    Und weg sind die Referenzen und Links zum zweiten.^^

     
  4. opalkatze

    2. März 2011 at 13:50

    Peter ist immer eine gute Quelle, er hatte aber auf die Schnelle die Links von der WELT erwischt. Ich hatte mich auch auf Herrmann eingeschossen. Hab das jetzt gelöscht und die aktuellen Links unten ergänzt.

     
  5. Melebert

    2. März 2011 at 14:10

    Ein Parteisoldat (Er hat außer im Studium bisher ausschließlich für die Partei gearbeitet oder war in Ministerien angestellt) soll ein Gestalter werden, ein Verwaltunsgfachmann wird Innenminister. Meine Befürchtung: Argumente werden wohl noch weniger fruchten, weil sie vom Empfänger nicht verstanden werden bzw die Parteidisziplin viel wichtiger ist.

     
  6. opalkatze

    2. März 2011 at 15:57

    Tschä. Unterschätze nie den Anderen, wenn er am längeren Hebel sitzt. Die oft und gern gebrauchte Metapher, daß ‚die‘ ja eh keine Ahnung haben (die ich ihnen auch gar nicht attestieren will), ist wirkungslos. Denn ‚die‘ haben die äusserst lästige Möglichkeit, Gesetze zu verabschieden. Dumm gelaufen.

    Gegenseitiges Bewerfen mit Totschlagargumenten hilft keinem. Ich wünsche mir auf beiden Seiten Köpfe, die offen sind (und zwar unter Weglassen der saudämlichen Formel ‚ergebnisoffen‘). Das ist aber vermutlich eine ebenso leicht verrutschte Hoffnung wie deine Meinung.

     
  7. VonFernSeher

    2. März 2011 at 16:34

    Hat außer mir den schon mal jemand hier reden hören? Eine Taube ist das jedenfalls nicht.

    Ich empfehle dazu das Parlamentsfernsehen. Leider kann man die Suchergebnisse nicht verlinken, aber einfach unter Videoarchiv Kategorie Plenarsitzungen, Fraktion CDU/CSU und Nachname Friedrichs wählen.

     
  8. Melebert

    2. März 2011 at 17:34

    Nein, aber lies mal das Hübsche, was Opalkatze ausgegraben hat. Das Interview spricht für sich und bestätigt mich in meiner Meinung, dass wir es mit einem ausgeprägten Parteisoldaten zu tun haben. Warten wir mal ab, was die Kommunikationsschulung des Kartellverbandes alles bei ihm so an Wortreihen hervor bringt.

    @danebod: Ich halte den Kerl keinesfalls für dumm oder Inkompetent. Er wird hoch intelligent sein und eine gute Ausbildung auch in der Kommunikation haben. Das Problem werden seine Ansichten sein, die er vertritt und für die er als Parteisoldat bisher eingestanden hat. Das Interview lässt auch da Rückschlüsse zu.

     
  9. Melebert

    2. März 2011 at 17:46

    @Opalkatze: Wiedereinmal Danke für deine Arbeit beim ausfindig machen und Zusammenstellen der Links.

    Randnotiz: Kommt es mir nur so vor oder schreiben die ‚großen‘ Printmedien, wie Handelsblatt, Zeit und Spiegel von einander ab oder benutzen gar die selben Textpassagen? Irgendwie kommt mir da gerade dieser Kommentar von Thomas Knüwer in den Sinn.

     
  10. rauskucker

    2. März 2011 at 19:21

    Hören? Kein Problem, er war gestern im DLF. Aber ziemlich dröge.

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1401106/

     
  11. rauskucker

    2. März 2011 at 19:21

    oder heute. das verwechsel ich ja immer.

     
  12. VonFernSeher

    2. März 2011 at 20:49

    @Melebert
    Also „das Hübsche“ hat mich nicht wirklich schlauer gemacht. Und dass der Shockenhoff und der Friedrich gut zusammenpassen, schockiert mich auch nicht gerade.

     
  13. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    3. März 2011 at 01:06

    Ich zitiere einen Kommentar von Netzpolitik.org, der mir aus der Seele spricht (Sören, Nr 72).

    Wenn ich mir hier die Kommentare so durchlese, so scheint mir der neue Innenminister Merkels Rache an der Netzgemeinschaft zu sein.

    Die ZEIT hat eine recht genau Analyse dessen, was da wohl auf uns zukommen wird:

    Schäuble zwo Der CSU-Mann Hans-Peter Friedrich hat das Zeug, ein würdiger Nachfolger von Schily und Schäuble zu werden. Er setzt die Garde der Hardliner im Innenamt fort.

    Tja, Leute, die Ruhe ist vorbei. Jetzt geht wohl der alte Sch*** wieder von vorne los. Dann werde ich mal meine Krallen wetzen…

     
  14. altautonomer

    3. März 2011 at 08:20

    Da ihn keiner kennt, könnte es doch auch Günter Wallraff alias Herbert Prantl sein.

     
  15. opalkatze

    3. März 2011 at 10:56

    Kchchchch – die Ähnlichkeit mit Prantl gibt allerdings zu denken –

     
  16. opalkatze

    3. März 2011 at 10:58

    Ich wetze mit. Man soll ja nicht vorschnell urteilen, aber das sieht tatsächlich nicht gut aus.

     
  17. opalkatze

    3. März 2011 at 11:02

    Ich wollte keineswegs schockieren. Ich fand die Info nur ganz interessant, und aus alten Zeiten habe ich so meine gepflegten Probleme mit Verbindungen.

     
  18. opalkatze

    3. März 2011 at 11:54

    Das meckere ich mal an –
    Wir brauchen keine Popstars, sondern Menschen, diegute Politik machen.

     
  19. opalkatze

    3. März 2011 at 11:54

    Ein Blick ans Artikelende hilft ,) Wenn keiner was in der Kiste hat, gehen erst mal Agenturmeldungen raus, denn es geht ja um Schnelligkeit. In den zwei Tagen ‚danach‘ kommt dann Hintergrund. Machen wir auf den Blogs ja nicht anders: erst schnelle Info, Hinweis auf ‚kommt‘, dann Recherche. Crowdsourcing auf den viel gelesenen Blogs ist sehr hilfreich, weil dort meist tiefergehende Infos stehen, von da aus weiter. Das machen auch Journalisten mittlerweile so, denn Blogs sind da deutlich im Vorteil. Leider verlinken sie nicht bzw. legen die Quellen – in den meisten Fällen – nicht offen. Thomas Knüwer ist übrigens immer lesenswert.

     
  20. danebod

    3. März 2011 at 12:54

    Was Machtmittel und Skrupellosigkeit angeht, darf man die tatsächlich nicht unterschätzen. Das hat aber nichts mit Kompetenz zu tun.

     
  21. Melebert

    3. März 2011 at 14:50

    Mir wird gerade wiedermal schummrig. Ich bin einerseits dem Pingback „Zieht euch warm an“ gefolgt und habe etwas bezüglich unseres neuen Innenministers gestöbert und dann war ich nochmal hier . Nein ich meine jetzt nicht, dass die Medien unfähig sind offensichtliche Widersprüche innerhalb der dargestellten Fakten auf der einen Seite und der Politikerreden auf der anderen Seite klar zu machen.

    Ich meine die Schuldenentwicklung, die auf den Nachdenkseiten so schön als Beispiel aufgeführt werden.

    Weiß eigentlich jemand genau, wie die Schuldenentwicklung von Nazideutschland vor dem zweiten Weltkrieg war? Ich glaube mich erinnern zu können, dass die üble Finanz- und Haushaltstricks angewendet haben und es zwangsläufig auf einen Krieg hinaus lief. Flucht nach vorn sozusagen, um das Geld von woanders einzutreiben.

    Wie würde sowas denn heute laufen? Die fiskalische Situation eines Staates bestimmt dessen Spielraum. Wenn der Spielraum nicht mehr da ist, ist der Staat erpressbar und dann ist es egal, was die Bevölkerung sagt oder macht oder wie auch immer. Ist sehr schön in Griechenland zu verfolgen. Hat da eigentlich jemand neue Infos, was aus deren Generalstreiks geworden ist und was diese bewirkt haben? Nö, nicht? Ich habe keine Nachrichten in den letzten Wochen dazu gelesen bzw gaaaanz wenige.

    Jetzt wurde gerade den Mächtigen in Deutschland vorgeführt, was Crowdsourcing und Blogs so an Meinungsbildung und an Zusammentragen von Fakten bewirken kann. Wundert es jemanden, dass die Machtvertreter in Deutschland das Medium, welches so viel Kraft entwickeln kann, reglementieren wollen? So fasse ich zumindest die Worte unseres neuen Innenministers auf. Es geht um die Medien- und Meinungshoheit im Lande und in Europa, weil wir sehr unruhigen Zeiten entgegen gehen.

    Es bedarf gezielter Meinungsbeeinflussung, um dem breiten Volke die Notwendigkeit der Aussendung von Soldaten in andere Länder klar zu machen. Da braucht man sowas. Jetzt wird auch klar, warum man in der Bundeswehr keine Abiturienten mehr möchte. Die denken zu viel und tragen das Gift des Verstandes in sich insbesondere wenn sie eigentlich gar nicht zum Bund wollen. Anfangs hat man ja die Reform der Bundeswehr und das Aussetzen der Wehrpflicht noch mit Ersparnissen begründet, was sich aber als unhaltbar herausgestellt hat. Also kann das Ziel nur etwas anderes sein, oder? Blöd sind ‚die‘ nämlich nicht.

    de Maizière und Friedrich werden es schon schaffen die Mittelchen zurecht zu legen, dass die Finanzen Europas auch von Deutschland mit bereinigt werden können.

    Mir ist schummrig im Bauch, ehrlich.

     
  22. rauskucker

    3. März 2011 at 15:48

    Nicht der Mann. Maiziere ist auch dröge und das ist gut so. Das Interview war leider nicht so fetzig wie die mit diversen CDUlern zum Guttbuy am Tag davor im DLF. (oder am nächsten Tag? Bring mich doch nicht durcheinander!)

     
  23. rauskucker

    3. März 2011 at 15:49

    Und außerdem paßt ins Kommentarfeld jetzt kaum noch ein zusammenhängender Satz.

     
  24. VonFernSeher

    3. März 2011 at 18:04

    @opalkatze
    Du pflegst also deine schlechten Erfahrungen mit den Verbindungen so wie die ihre Seilschaften. Das klingt hochgradig ungesund ;)

    Aber eben weil ich auch ein wenig Erfahrungen mit den Purschen habe (wie wohl jeder, der sich an einer etwas größeren und älteren Hochschule engagiert), war es kein Aufreger. Dass sich in bestimmten Gruppierungen, die bestimmte Meinungen voran tragen, besonders viele von denen herumtreiben, ist ja kein Geheimnis.

    Vom Erkenntnisgewinn war das Interview aber eher ärmlich, halt das übliche Geschwalle, davon aber gleich zwei Seiten. Betriebsblätter halt.

     
  25. VonFernSeher

    3. März 2011 at 18:13

    Wie würde sowas denn heute laufen? Die fiskalische Situation eines Staates bestimmt dessen Spielraum.

    Das schon, nur hängt der Spielraum eben nicht von der absoluten Höhe der Schulden ab, sondern von der Möglichkeit die Kredite zu bedienen. Und da kommt es dann auf Produktivität, Geldwert, stabile Politik u.v.m. an. Die Bundespolitiker, die einem soziale Einschnitte als Massnahme für die Zukunft verkaufen wollen, lügen, weil sie nach Legitimisierung für ihren Raubbau suchen. Derweil werden die Kommunen, die tatsächlich kaum mehr Spielraum haben, hängengelassen, denn all die tolle Standortpolitik geht zum großen Teil zu Lasten derer.

    Soviel dazu, zurück nach Hamburg zum eigentlichen Thema.

     
  26. opalkatze

    3. März 2011 at 18:25

    Bisschen viel Verschwörungstheorie, aber gut geschrieben. https://posterous.com/ ?

     
  27. Melebert

    8. März 2011 at 15:41

    Man kann vieles als Verschwörungstheorie ansehen, doch ich kann nicht umhin, all das, was ich erfahre, in Relation zu einander zu stellen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Für viele mag es wie eine Verschwörungstheorie klingen, doch um ein System zu erkennen, bedarf es einfach eines Blickes, der vieles einbezieht.

    Nein, ich sehe keine Geheimorganisation, die da im versteckten wirkt, sondern ich sehe immer wieder die selben Mechanismen. Eine Regierungsform braucht zum Beispiel Kaderschmieden, um genügend Nachwuchs zu erhalten, der im gleichen Sinne weiter regiert. Die Motivation bei den einzelnen Personen mag bis zu einem gewissen Grad ehrlich sein, doch sie sind Ziehkinder der Kaderschmieden. Ihr Denken und ihre Handeln ist durch diese Lehrzeit geprägt und sie werden nicht davon frei kommen, sondern immer in diesen Systemstrukturen verfangen bleiben.

    Mal sind es Ideologien, mal ist es das schnöde Geld, was zu Ideologien und dem Machtbewusstsein hinzu kommt. Die Leute können hoch intelligent sein, die da als Politiker arbeiten, doch sofern sie an dem System teilhaben wollen, werden sie sich im Sinne der aktuellen Machtstrukturen korrumpieren (korrumpieren in vielerlei Hinsicht) müssen oder sie werden nicht nach „oben“ kommen (Ich sehe da immer den Filmausschnitt mit Mario Adorf vor mir: „Ich scheiß dich mit Geld zu.“).

    (Zwischenbemerkung: Frau Merkel ist das beste Beispiel, dass intelligente und machtbewusste Leute in jedem System nach oben kommen, denn die Kaderschmieden lehren vor allem eines: Angepasstheit an das System ist der Weg, der nach oben führt. Frau Merkel ist in diesem Sinne intelligent, weil sie die Strukturen erkannt hat und für ihr Machtstreben zielgerichtet ausgenutzt hat. Ihr Meisterstück ist der Sturz Kohls und das abservieren eines CDU-Granden nach dem anderen.)

    Was ich damit sagen will: Es gibt Systemimmanente Mechanismen, die sicherstellen, dass ausreichend gute Machtdiener vorhanden sind. Machtdiener sind einfach Leute, die sich dem System angepasst haben, diesem dienen und davon profitieren. Sie werden je nach ihrer Güte damit belohnt, dass sie ein immer größeres Stück Macht verwalten dürfen. Das werden sie aber im Sinne dessen machen, was sie vorher erlernt haben (als Parteisoldaten, Studentenbünder oder andere Bünder etc.)

    Viele der aktuellen/vergangenen Politiker saßen/sitzen in Vorständen der unterschiedlichsten Firmen und fassen dort Geld ab, erhalten von alten Freunden Unsummen für eine Biographie, für Vorträge oder andere Pseudoleistungen. Dies ist auch Bestandteil der Belohnungsstruktur für die Machtdiener. Jeder, der ausreichend Geld hat, kann sich also diese Diener erkaufen. Klingt wieder wie eine Verschwörung, ist aber mein Blick, der sich immer wieder bestätigt sieht. Aktuell: Meischberger hat Schröder doch glatt eine ordentliche Summe nur für die Biographie gezahlt. Ach so, Schröder, wo sitzt der doch gleich? Wie war das doch gleich mit der Hotelsteuer?

    Gehen wir den nächsten Schritt, um das Ende zu verstehen: Es sind in Europa soziale Unruhen zu erwarten, weil abzusehen ist, dass die ökonomischen Entwicklung nicht auf- sondern abwärts geht –  auch für Deutschland. Die nächsten Finanzprobleme warten schon (China will nur noch in der eigenen Währung handeln), die Finanzlage der Staaten wird immer prekärer und es werden immer mehr Arme „entstehen“. Griechenland ist de facto ein Vorreiter, ein Testfeld. Ich schätze die Politiker nicht für dumm ein und sie wissen, was da auf dem Weg ist, auch wenn es noch dauern kann. Insbesondere die Thinktanks, wie die Bertelsmannstiftung, werden da auch ein offenes Auge darauf haben.

    So ist es klar, dass die aktuelle Anzahl von Polizisten solche Unruhen wie in Griechenland nicht bewältigen können und ein Wehrpflichtiger sich schwerer drillen lässt. Weiterhin gibt es keine Konsequenzen für den Tornadoeinsatz bei dem G8-Gipfel, obwohl der hoch offiziell als nicht Grundgesetzkonform bezeichnet werden darf und es werden weiterhin immer mehr Dienstaushilfsanträge gestellt (http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/esel-fuers-vaterland/). Wenn man dann noch hinzu nimmt, dass Flüchtlingsströme nach Europa unterwegs sind, die nun nicht mehr in Nordafrika abgefangen werden und in Nordafrika die Unruhen noch lange nicht beendet sind, somit wichtige Handels und Politikpartner entfallen, kann man sich bei vielen Äußerungen der Politiker und abstrusen Gesetzesinitiativen die Frage, „Wem nützt es?“, besser beantworten.

    Ich kann nicht anders als hinter all diesen Puzzlesteinen eine Entwicklungsrichtung zu sehen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass der neue Innen- und der neue Verteidigungsminister in diese Richtung weiter gehen werden. Beide haben es schon mit entsprechenden Äußerungen angedeutet. Sei sind auch nur Parteisoldaten und Machtdiener und sie werden ebenso wenig die Hände beißen, die sie nähren, wie die Minister vor ihnen.

    Ich will mal ein Gleichnis heranziehen, was dem ganzen wirren Zeugs, was ich schreibe noch etwas mehr von einer Verschwörungstheorie nimmt. Schauen wir uns mal Erzählungen, Romane oder Solche Filme wie Herr der Ringe an. Wer Rollenspiel betreibt wird dort ähnliche Erfahrungen machen.

    Wenn man genauer liest, oder sich mit Rollenspiel beschäftigt fällt einem eine Sache vielleicht auf (sie ist mal mehr mal weniger deutlich): Jeder Charakter (das sind die Figuren, die man im Rollenspiel spielt oder einfach die handelnden Figuren in den Erzählungen) hat seine Motivation und die ist es, die alle Handlungen des Charakters bestimmt. Oft genug fügen sich Motivationen vieler verschiedener Charaktere zu einem großen Gesamtbild zusammen, die alles aussehen lassen, als ob sich mehrere handelnde Charaktere abgesprochen hätten. Letztendlich ist es nicht so, denn die Motivationen fügen sich auf den unterschiedlichen Ebenen der Handlungen nur nahtlos und fast natürlich zusammen. Die Personen/Charaktere gehen aufgrund ihrer Motivationen Allianzen ein, abgesprochen oder unabgesprochen und ’natürlich‘. Es sieht aus als ob ein Geheimbund die Fäden in der Hand hält, doch es sind nur die Motivationen, die diese Fäden ziehen.

    Beispiel aus dem realem Leben: Mehrwertsteigerung ist nach wie vor das Ziel des Fabrikbesitzers, der Banker will sein Geld mehren, der Machtmensch will Macht in der Hand halten etc. Der Rest ist ein natürliches ineinander greifen von Interessen und existierenden Strukturen, die das verwirklichen dieser Interessen ermöglichen. Der Politiker muss sich mehr oder weniger korrumpieren, um Macht zu erhalten, wird durch ein Belohnungssystem erzogen. Das Geld kommt von allen möglichen Seiten, ob nun Banker oder Firmenbesitzer, so dass da auch ein Wettbewerb der „Geldgeber“ entsteht, der durch eine Konkurrenz der Politiker verdeutlicht wird.

    Das soll reichen, um wirres Zeugs noch verwirrter werden zu lassen.

    @VonFernSeher: Abgesehen davon, dass ich deinen Worten beipflichten kann, hängt die Wirtschaft Deutschlands stark von den Handelspartnern ab (Exportland). Schau mal, was gerade mit den Märkten passiert: Europa in der Finanzkrise, USA ebenso, Nordafrika und Arabien in Aufruhr, China und Indien wachsen zwar, aber denen drohen auch die sozialen Gleichgewichte aus der Hand zu gleiten und das rasante Wachstum der Wirtschaft wird zunehmend auch als Bedrohung von vielen Bevölkerungsgruppen wahrgenommen, weil sie am Wachstum nicht teilhaben. Wie lange wird da das Wirtschaftswachstum Deutschlands aufgrund von Exporten noch eine Verschuldung von 2 Billionen Euro bezahlbar halten? Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Schulden die selben Folgen zeigen wie in Griechenland.

     
  28. opalkatze

    8. März 2011 at 16:32

    So wirr ist das gar nicht, entschuldige dich nicht dauernd ,) Mit den Entwicklungen hast du Recht, das ist für einigermaßen geradeaus denkende Menschen schon länger sichtbar. Letztlich bleibt aber – mal wieder – die simple Feststellung: Nur jeder Einzelne kann in seinem Umfeld was ausrichten. Und das dauert …

     
  29. Melebert

    8. März 2011 at 17:17

    Es dauert nicht nur, sondern ist eine ewige Aufgabe. Das schlimme ist ja, dass man argumentativ nur Leute erreicht, die auch zuhören und mitdenken wollen.

    Selbst die Leute, die sich breit informieren wollen und Zeitungen lesen, ehrlichen Herzens und unvoreingenommen, werden durch den Kleister der Qualitätsjounalie verklebt. Ehe man den weg hat, so das die wieder klar gucken können, ist man schon längst in einer Schublade ganz weit links gelandet und wird freundlich belächelt.

     
  30. VonFernSeher

    8. März 2011 at 19:50

    Die nächsten Finanzprobleme warten schon (China will nur noch in der eigenen Währung handeln), die Finanzlage der Staaten wird immer prekärer und es werden immer mehr Arme „entstehen“. Griechenland ist de facto ein Vorreiter, ein Testfeld.

    Das stimmt nicht: China würde am liebsten überhaupt nicht in eigener Währung handeln, solange der Dollar noch so alleine da steht wie jetzt. Durch die Auf- und Abwertung Renminbi-USD schiffen die sich nämlich schön um jede Abhängigkeit herum. Aber den chinesischen Privatunternehmern gefällt das gar nicht, deswegen dürfen die jetzt erstmals in Yuan fakturieren, was heißt, dass sie etwas flexibler in ihrer Rechnungslegung werden.

    Griechenland wird aus taktischen Gründen heruntergeredet, in der Wirklichkeit der Finanzmärkte verdienen sich die Anleger mit Griechenland gerade eine goldene Nase, da es entgegen der Ratings und Gerüchte seine Kredite nämlich sehr wohl bedient. Wenn ich mir also für 75-90% Nennwert ein Papier kaufen kann und es dann (weil Griechenland eben nicht wackelt) mit 100% + x ausgezahlt bekomme, ist das doch ein Spitzeninvestment.

    Das stimmt: Die Ausdünnung (oder das schon anfängliche Fehlen) der Mittelschicht ist ein Phänomen des Neokapitalismus (auch in China), das ziemlich klar vom Werteverhältnis Arbeit-Geldwertschöpfung abhängt. Überall dort, wo sich Arbeitseinsatz gegenüber Kapitaleinsatz immer weniger lohnt, steigen einige wenige in den Kapitalzirkus auf und sehr viele in die Arbeiterschicht ab.

    …hängt die Wirtschaft Deutschlands stark von den Handelspartnern ab (Exportland). […] Wie lange wird da das Wirtschaftswachstum Deutschlands aufgrund von Exporten noch eine Verschuldung von 2 Billionen Euro bezahlbar halten?

    Na ja, also wenn man sich mal ganz ehrlich die Exporte der KMU aus Deutschland anguckt, dann geht da nicht so viel insgesamt aus der EU raus. Und das wir Wirtschaftswachstum brauchen, um unsere Schuldenbezahlen zu können, ist unter Wirtschaftswissenschaftlern alles andere als unumstritten. Es gibt ja auch noch Geldwert, Eigenkapitalquoten für Banken*, Inflation, Produktivität,…

    Jetzt ist aber genug Wiwikram, nachher wächst mir noch ein Stehkragen. Und es gingt ja auch mal um Innere Sicherheit, oder?

    *Das meiste Geld, mit dem die zocken, ist ja nicht deren.

     
  31. Angelika

    8. März 2011 at 20:29

    also, ich fragte mich auch „kennt den wer“.

    und als ich dann das von wg. „islam und historie“ hörte … war ich „not amused“.

    und fand dann das hier im webz. auch die kommentare lese ich da immer mal wieder.

    „Dieb geht. Unbekannter kommt.“

    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1786218/#comments

     
  32. opalkatze

    8. März 2011 at 22:09

    Ja, den les ich auch an seinen verschiedenen ‚Einsatzorten‘ ganz gern. Das hier war mal wieder gut beobachtet. Leider.

     
 
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