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SEO-Spammer: Neuer Trick

02 Mrz

Ob die Damen und Herren Spammer von zu Guttenberg inspiriert wurden, sei dahingestellt. Sie haben jedenfalls einen sehr unschönen neuen Trick: Irgendwo wird ein Textabsatz über ein aktuelles Thema kopiert und unter Blogbeiträgen mit entsprechenden tags wieder eingefügt. Das sieht aus wie ein ganz normaler Kommentar. Wer sehen will, wer da geschrieben hat, klickt auf den Autorenlink – und schon hat der Spammer sein Ziel erreicht.

Das klitzekleine Problem dabei ist nur, daß in eurem Blog jetzt auch Text eines dritten Urhebers stehen könnte. Mit etwas merkantiler Begabung lassen sich daraus interessante Geschäftsmodelle entwickeln. Die für Ottilie Normalblogger undurchsichtige Rechtsprechung bezüglich der Haftung für Inhalte Dritter trägt auch nicht eben zur Beruhigung bei.

Im Augenblick ist die einzige Methode – wo es möglich ist – die Kommentare Unbekannter zu prüfen. Dazu kann man beispielsweise einen Textblock mit Google suchen lassen. Bei mir sah das eben so aus:

Jetzt ist der Guttenberg zurückgetreten, Respekt vor diesem Schritt, allerdings frage ich mich, wie geht es jetzt weiter, einmal für die CDU, dann für die Bundeswehr und für die Glaubwürdigkeit der Politik überhaupt. Diese Affäre hat gezeigt, dass die Politiker transparenter werden müssen, meines Erachtens gehört für dieses Amt die totale Offenheit, also sie sollten mal anfangen und alle Einkünfte veröffentlichen und alle Doktorarbeiten ins Netz stellen.

Das ist der zu meinem Beitrag passende Kommentartext. Hier und hier findet er sich wortgleich ebenfalls, beide mit demselben Absender.

Spamfilter gewähren keinen Schutz, weil derartige Kommentare gar nicht erst dorthin gelangen. Die Kommentareinstellung muss also so gewählt werden, daß bereits der erste dieser Spamposts in die Warteschlange verschoben wird. Der Rest ist lästige Kontrolle. Blogs mit sehr vielen Kommentaren können das gar nicht leisten.

Wenn das Schule macht, haben wir eine unterhaltsame neue Beschäftigung mit großem Missbrauchspotential. SEO ist ja ganz nützlich – aber nicht so. Liebe Entwickler … ?

 
11 Kommentare

Verfasst von - 2. März 2011 in Blogs, Kaffeesatz, Marketing, Web 2.0

 

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11 Antworten zu “SEO-Spammer: Neuer Trick

  1. der_emil

    2. März 2011 at 07:06

    Hm, und neuerdings ist adfly ständig zu Gast bei mir und eine englische Versicherungsverkaufsseite …

    Aus übrigens genau dem von Dir genannten Grund hab ich schon lange JEDEN Kommentar zu genehmigen.

     
  2. Nic

    2. März 2011 at 07:54

    Und was kann man dagegen tun?
    Oder gegen so etwas, wie das Pingback, das hier auf den Artikel verlinkt? (ich hab diesen Dreck händisch in die Black-List eingetragen)

     
  3. opalkatze

    2. März 2011 at 08:38

    Ausgezeichnete Idee, hab ich direkt gemacht. Ist aber nur auf Blogs mit überschaubarer Kommentarzahl zu machen.

     
  4. opalkatze

    2. März 2011 at 08:39

    Nee, dann würde ich die Kommentare eher ganz abschalten; da machst du ja nix anderes mehr.

     
  5. Sabine Engelhardt

    2. März 2011 at 14:00

    Ich habe gestern 2x einen Kommentar zu einem kürzlich veröffentlichten Blogartikel bekommen, bei dem aus einem Forum ein Beitrag von 2006 reinkopiert worden war (bei beiden derselbe Forenbeitrag). Bei der „Webseite“ stand dann der Link zum Spam-Content.

    Beim Durchblättern fiel mir dann noch ein gleichartiger Spamkommentar bei einem älteren Artikel auf, hier allerdings mit einem Textblock aus einer anderen Quelle; klar, war ja auch ein anderes Thema.

    Die Gemeinsamkeit bei allen dreien: Die IP-Adresse. Vergleich mal, ob diese Kommentare auch bei Dir von 200.124.14.101 kamen. Die kann man dann schonmal blocken, zumindest, sofern man kann. :-)

    @Nic: Ich habe bei drei Einträgen das gleichlautende Stichwort monex gefunden und dieses in die Blacklist von WordPress eingetragen. Das ist eine Alternative zum Blocken der IP, ich weiß ja nicht, ob das bei wordpress.com möglich ist. Damit werden diese Kommentare zumindest nicht mehr veröffentlicht.

    Gruß, Frosch

     
  6. opalkatze

    2. März 2011 at 14:40

    *duck* *wegrenn* Ähem örrömm, also, wie soll ich sagen –
    Ich Schafsnase hab es gelöscht, weil ich das immer so mache. m(

    Wenn in einem Kommentar im Inhalt, Namen, URL, E-Mail-Adresse oder IP eines der unten aufgeführten Wörter oder Werte vorkommt, dann wird er als Spam markiert. Ein Wort oder IP-Adresse pro Zeile. Wortteile werden auch berücksichtigt, also wird durch “press” auch “WordPress” gefiltert.

    Das geht in einem weiteren Feld ebenso, um Beiträge in die Warteschlange zu schieben.

     
  7. Sabine Engelhardt

    2. März 2011 at 14:51

    Ich lösch sie ja auch, aber ich notiere mir die IP-Adressen[1]. Taucht eine bzw. ein IP-Bereich häufiger auf, wird halt auf höherer Ebene ganz gesperrt [2].

    Zweiteres kannst Du bei wordpress.com aber vermutlich nicht machen, aber Du könntest sie in die Blacklist eintragen. Oder eben das genannte Stichwort. Oder beides. :-)

    [1] http://www.atari-frosch.de/internet/commentspam.html
    [2] http://www.atari-frosch.de/internet/htaccess-blog.html

    Und ähm, hallo, ja ich kenne die Einstellmöglichkeiten im WordPress, ich hab ja selbst eins. Nur eben auf dem eigenen Server und nicht bei wordpress.com :-)

     
  8. opalkatze

    2. März 2011 at 15:38

    Nee, da gibt es zum Teil Riesenunterschiede. WP.com hat z.B. auch Möglichkeiten (wegen der einfachen Handhabung), die WP.org nicht kann. Vice versa natürlich sowieso.

    Sachma, ich denke oft, ich hab alles, was man mir mal beigebogen hat, verschlurt. Ich glaub, ich bin einfach nur furchtbar müde. Spam löschen, ohne auf die IP zu gucken – peinlich.

     
  9. Nic

    2. März 2011 at 19:57

    @Sabine: ich habe kein wordpress.com-Blog :-)
    @Opalkatze: meine Kommentarzahl ist (leider) sehr übersichtlich. Daher kann ich noch alle per Hand freigeben…
    Wobei: ich habe, um es mir einfacher zu machen, ein Plugin installiert, das die schmerzlich vermisste Whitelist ermöglicht. Insofern: ich gebe nur die händisch frei, die ich nicht kenne. Freunde resp. seriöse Kommentatoren können per Whitelist ohne Freigabe kommentieren.
    Ich denke, das ist der bestmögliche Kompromiss.
    Hier mein Artikel zum PlugIn: http://nicsbloghaus.org/2011/02/24/kommentare-nun-mit-whitelist/

     
  10. opalkatze

    3. März 2011 at 11:04

    Schade, daß das bei WP.com nicht geht, eine Whitelist wäre wirklich klasse. Ich werd’s bei WP mal anregen.

     
 
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