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6-jährige bei facebook? Wer schützt unsere Kinder?

09 Mrz

Das, ihr Lieben, ist keine Satire. Es kommt vom Landesbeauftragten für den Datenschutz in Rheinland-Pfalz (die hatten sich ja schon einmal beim #JMStV hervorgetan) und ist – na? – eine

Pressemitteilung vom 24. Februar 2011

Foto: Department of Children and Families, State of Connecticut

Foto: Department of Children and Families, State of Connecticut *

Laut der gestern veröffentlichten KIM-Studie 2010 nutzen insgesamt 57 % der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren das Internet und hier vor allem die sozialen Netzwerke; sie stellen dabei vermehrt persönliche Daten, wie Fotos und Videos – auch von der Familie – ein.

„Die Netzbetreiber geben zwar ein bestimmtes Mindestalter vor – 12 Jahre bei schülerVZ und 13 Jahre bei facebook -, eine Alterskontrolle findet aber nicht statt“. Darauf weist der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Edgar Wagner, hin. „So schließen bereits 6-Jährige Verträge mit den Netzbetreibern ab, in denen sie ihre persönlichen Daten verkaufen. Diese Verträge sind nach Zivilrecht allesamt unwirksam. Auch die Einwilligung als mögliche Grundlage für die Datenverarbeitung kommt nicht in Betracht, denn Kinder können die Bedeutung und Tragweite ihrer Erklärungen in den AGB der Netzbetreiber nicht überblicken. Netzwerkbetreibern – so Wagner – ist der wirtschaftliche Vorteil eindeutig wichtiger als das Wohl der Kinder.“

Die KIM-Studie belege, wie wichtig es ist, Kinder so früh wie möglich über die Risiken und Gefahren der Internetnutzung aufzuklären; hier müsse spätestens im Grundschulbereich angesetzt werden. Der sorgsame Umgang mit den eigenen Daten und den Daten anderer müsse nachhaltig in der Erziehung und Bildung der Kinder verankert werden. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

  • Die Netzbetreiber haben daher durch den Einsatz von Altersverifikationssystemen sicherzustellen, dass das Mindestalter beachtet wird. Hierauf haben die Aufsichtsbehörden auf Anregung des rheinland-pfälzischen LfD bereits im vergangenen Jahr hingewiesen.
  • In der Schule und im Elternhaus muss den Kindern verdeutlicht werden, dass Netzwerke wie facebook, WKW und schülerVZ für Kinder nicht geeignet sind.
  • Der Staat muss nicht-kommerzielle Alternativen speziell für Kinder entweder selbst zur Verfügung stellen oder solche Angebote besonders unterstützen und fördern.

„Die sozialen Netzwerke gelten für viele immer noch als der ‚wilde Westen des 21. Jahrhunderts‘. Wenn wir uns schon gegen Google Street View zur Wehr setzen, müssen wir erst recht dafür sorgen, dass unsere Kinder in den sozialen Netzwerken nicht als Wirtschaftsobjekte ausgenutzt werden“, fasste der rheinland-pfälzische LfD seine Haltung zur steigenden Zahl von Kindern in Netzwerken zusammen.

* Natürlich kann das Foto gar nicht in Deutschland entstanden sein. Eine solche Computer-Ausstattung hat kaum eine deutsche Schule für die Altersgruppe ab 12-14 Jahren. In Schulen, die bei uns technisch so ausgerüstet sind, sitzen die Kinder wegen der ökologischen Unbedenklichkeit auf ergonomisch günstigen Holzstühlen. (Anm. d. Red.)

  • Tobias Lenartz Digitale Kindheit (Audio, 2:08 Min.)
  • Joachim hat mich auf eine weitere, noch schönere Schote der Rheinland-Pfälzer aufmerksam gemacht, bitte anschauen (danke Joachim :). Ob die vielleicht jemand für ihre Öffentlichkeitsarbeit brauchen?
 

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30 Antworten zu “6-jährige bei facebook? Wer schützt unsere Kinder?

  1. VonFernSeher

    9. März 2011 at 03:00

    Ja, als ich mit einer vierten Klasse (das ist so wie 2./3. in D) in den Rechnerraum ging und denen Twitter für Unterrichtszwecke zeigen wollte, hatten schon zwei von zwanzig ein Konto; und das ging dann bis zur 7. steil bis zu 30% nach oben und fiel langsam bis zur zehnten wieder ab.

    Facebook finde ich für den Unterricht nicht besonders nützlich, deshalb weiß ich das nicht genau, aber ich bin mir sicher, dass es ungleich mehr waren/sind. Die halbe Nation ist ja hier blackberrisiert, also haben die auch alle ein Facebook- oder h5-Konto – oder beides.

    (Nein, ich bin ohne kein Aussätziger.)

     
  2. opalkatze

    9. März 2011 at 03:12

    Ah, genau – an der Quelle saß der Knabe. Wie ist das denn überhaupt in Panama? Ist das als Unterrichtsfach festgeschrieben, und falls ja, was etwa für welche Altersstufen? Gibt es dort irgendwelche Jugendmedienschutz-Gesetze und werden sie eingehalten? Gibt es irgendeine Form der Zensur, wie sieht die aus?

    Nach Kinderschutz-Hysterie und dem alleinigen Begreifen des Netzes als Gefahr frage ich gar nicht erst, das dürfte sehr typisch für Deutschland sein.

    Aussätzig: Die Frage ist, ob man es nicht benutzt, weil man es nicht will, oder weil man es nicht kann bzw. es als ‚irgendwie unheimlich‘ einstuft.

     
  3. VonFernSeher

    9. März 2011 at 04:32

    Dieser Mann benutzt es nicht, weil er 1. kein Blackberry will und 2. keinen Mehrwert für sich erkennen kann. Ich habe auch eine von diesen Stationery Wireless Direct Dial-In Realtime Response VoiceChat Box mit Soundeffekt bei neuer Nachricht und ich kann da am Ringtone direkt checken, ob meine Contacts gerade busy sind oder nicht, wenn Sie verstehen, was ich meine.

    Nein, Twittern ist hier kein Unterrichtsfach, an den Schulen selbst dürfte es auch relativ unbekannt sein (Lehrer sind hier ja mind. so uncool wie sonst überall auch), aber ich habe festgestellt, dass man damit sehr gut und spontan HA aufgeben und ergänzen kann und die Eltern noch nicht mal sagen können, sie hätten nix gewusst ;) Das hilft gegen diese Erziehen? Was wollen Sie denn, wir machen schließlich schon das Frühstück.-Abladementalität und schützt mich vor der Rache der Lehrertischkalender.

    Jugendschutzgesetze gibt es hier auch, aber die sind sicher noch kruder als sonstwo. Ich hatte noch keine Motivation mir die ganz durchzulesen und panamaische Gesetzestexte sind meistens so mies, dass – Anwälte mit internationalem Examen und Geldnot/-gier ab hier bitte nicht mehr weiter lesen – sie nur so von ausquetschbaren Lücken strotzen. Das macht einfach keinen Spaß.

    Das Internet oder sonst irgendwelche Dinge, die zum womöglich zum selbstständigen Arbeiten verführen könnten, spielen natürlich in 90% der panamaischen Klassenräume keinerlei Rolle, hier wird noch schön brav von der Tafel kopiert, was die (fast immer weibliche) Lehrkraft so aus dem Buch an die Tafel kopiert.
    [So, da kannst du dir jetzt mal einen drauf backen, hier ist nämlich noch 1,5 Stunden Frauentag, he! Die weibliche Phalanx der Frontalunterrichterinnen blockiert massiv eine bessere Bildung von Millionen von kleinen Latinos. Bitteschön ;) ]

     
  4. opalkatze

    9. März 2011 at 05:42

    Danke für die Mühe, finde ich interessant. Hört sich leider ziemlich ähnlich an wie bei uns, bloß (s.o.) nicht so hysterisch. Ich wüsste aber gerne mehr über einen allgemeinen Unterricht an/mit Laptop/PC, wird den Kindern da beigebracht, was möglicherweise in diesem bösen Netz auf sie lauert? Wird es im Unterricht – zum Lernen – für Hausaufgaben genutzt, oder ist das ausschließlich Privatvergnügen?

    Über die frontalen Damen sach ich gezz ma nix, du scheinst ja gerade etwas aufmüpfig zu sein :D

    Überdies würde ich mich unter gar keinen wie auch immer gearteten Umständen etwa so weit versteigen wollen, dir auch nur annähernd zu unterstellen, es ermangele dir womöglich der notwendigen Bereitschaft oder gar Fertigkeit – i bewahre -, eine dieser neumodischen Gerätschaften hinreichend zu bedienen in der Lage zu sein.

    Ich meinte bloß unsere Böverschten, die da wohl – hm, Berührungsängste haben. Wozu hat man Referenten.

     
  5. »Paula«

    9. März 2011 at 06:28

    Obwohl ich grundsätzlich sehr für einen Unterricht in Medienkompetenz in den Schulen wäre (vorher aber bitte für die Lehrer_innen!), scheint hier doch ein „Elternführerschein“ (inklusive Medienkompetenz-Anteil) eher angebracht, oder?

     
  6. opalkatze

    9. März 2011 at 07:08

    Medienkompetenz, soso. Früher würden Kinder mal erzogen, so von lebendigen Leuten, die man Familie nannte. Wär doch vielleicht eine ganz nette Idee, überhaupt mal wieder über Erziehung zu sprechen, hm? So altmodische Dinge wie Chancen, die Kinder von zu Hause mitkriegen? Vorlesen? Zusammen spielen? Musik hören und/oder machen? In der Natur unterwegs sein? Radtour machen, schwimmen gehen, zusammen kochen und backen? So ’n bißchen weg von der abgeben-und-aufbewahren-lassen-Mentalität? Wenn man dafür neuerdings schon einen Führerschein braucht –

    Irgendwann werden wir uns dann auch selbstzufrieden darauf beschränken, zwar Spaß beim Sex, aber keine Probleme mit den Folgen zu haben und die bequemerweise Reproduktionslaboren zu überlassen. Aber gut. Verantwortung ist sowieso irgendwie doof.

     
  7. Marc

    9. März 2011 at 07:49

    Moin,

    es ist zum Haareraufen. In dieser unserer Gesellschaft scheint die (Werbe-)Botschaft „Individuelle Selbstverwirklichung ist das höchste Gut“, kombiniert mit „Du bist was Du hast, konsumierst, zeigst“ auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Und alles andere ordne sich dem bitte unter,

    Selbst – oder gerade – bei uns draußen in der Pampa schaffen es die Neubausiedlungseltern nicht, auch nur für eine Stunde Laternelaufen mal ganz bei den Kindern zu sein. Bier, Glühwein, „Hoch die Tassen“, es reicht nicht einmal mehr, dem Zwerg die Kerze wieder anzuzünden. Zusätzlich: Hier draußen wird Erziehung noch wesentlich stärker als Sache der Frau angesehen, als vielleicht in den Städten.

    Kinderliebe oder Familiensinn wird demonstriert, indem der Garten mit Trampolin, Schaukel-Rutschenkombination, 6000 ltr.-Pool, Kletterwand und anderem Gedöhns so dermaßen vollgestopft wird, dass die geliebten Kleinen nicht mal 3 m geradeaus laufen können, ohne irgendwo gegen zu rennen.

    Grundschule zweite Klasse, dort sind die ersten Zwerge mit Handy unterwegs, in den Kinderzimmern stehen Fernseher, Konsolen, Computer…. ich mein, mal im Ernst, was ist das nur für ein Mist? Bloß keine Auseinandersetzungen, keine Zeit investieren, Kinder durch Unterhaltungselektronik ruhig halten … Kinder machen, ach klar, man hat Kind, genau wie „Mein Haus, Mein Boot, Mein Auto“. Weiha, das Thema macht mich stinkig.

    Unsortierte Grüße
    Marc (Vater von 5 Kindern, 8 – 21 Jahre alt)

     
  8. Marc

    9. März 2011 at 07:52

    Hm, sorry, ja eigentlich wollte ich nur schreiben, dass Kinder unbedingt auch Computer nutzen sollten, es allerdings Aufgabe der Eltern istm, dieses verantwortungsbewusst zu begleiten.

     
  9. opalkatze

    9. März 2011 at 08:23

    Wusste gar nicht, daß du in meinem Dorf wohnst ,)

    Nee, hier geht es noch, ich kenne viele Eltern, die sich kümmern. Allerdings: Die anderen, die nicht so auf dieses Modell stehen, ziehen in die Stadt.

    Ich bin froh, daß ich das Problem quitt bin. Ich hab regelmäßig kleine Gäste, die ich abends zurückgeben darf. Ich weiss nicht, wie ich mit Problemen wie ‚aber die Sina/der Tommy hat das auch‘ umgehen würde. Ich fürchte, verdammt autoritär, aber vielleicht liegt das bei mir auch am (Grossmutter-)Alter.

     
  10. Marc

    9. März 2011 at 08:58

    Ich weiss nicht, wie ich mit Problemen wie ‘aber die Sina/der Tommy hat das auch’ umgehen würde. Ich fürchte, verdammt autoritär, aber vielleicht liegt das bei mir auch am (Grossmutter-)Alter.

    Das funktioniert hier (meist) noch mit erklären. OK, kostet ein wenig Zeit und manchmal muss tatsächlich die autoritäre Reißleine gezogen werden. Aber irgendwie hat das Kind nur äußerst selten soviel Langeweile, dass entsprechende Fragen aufkommen.

     
  11. Melebert

    9. März 2011 at 08:58

    Boa, was sind denn das für Töne, die hier angeschlagen werden.

    1) Mama oder Papa zu werden ist einfach und das Kind gibt einem gerade in der ersten Zeit viel Spielraum langsam in diese Rolle zu wachsen.

    2) Wer als Bub oder Mädel nie gelernt hat neugierig zu sein, der wird sehr wahrscheinlich auch nicht neugierig auf die Welt eines Kindes sein und sich auch weniger auf diese Welt einlassen. Das ist aber die erste Notwendigkeit, um all das zusammen mit einem Kind und zusammen mit der Familie zu machen, was du Opalkatze, angesprochen hast.

    3) Wer arbeitstätig ist und am eigenen Leib erlebt wie viel Mehrzeit man für Arbeit investieren muss (Überstunde, Anfahrtzeit, Dienstreisen und ähnliches), weiß wie schwer es ist da noch ausreichend Zeit und Kraft für die eigenen Familie aufzubringen. Dies muss man auch erst lernen und da gibt es in Deutschland aufgrund der mangelnden gesellschaftichen Akzeptanz von Kindern (Ich sage nur „Lärmbelästigung“ von Kindern und Schilder wie: „Auf diesem Rasen darf weder Fußball gespielt noch Roller gefahren werden.“) verdammt viele Hürden zu überwinden.

    4) Abgabementalität? Um selbst zu arbeiten und auch meinem Partner dazu die Möglichkeit zu geben, bin ich gezwungen meine Kinder „abzugeben“. Es ist bei Arbeitstätigen sogar so, dass Kinder in der Woche mehr Zeit mit Erzieher_innen verbringen als mit den eigenen Eltern. Das ist also keine Mentalität sondern eine Notwendigkeit, weil von irgendwoher das Geld kommen muss, damit die Familie ernährt wird. Die Abgabementalität existiert weniger bei den Eltern denn bei den Kommunen, die Kindergärten und Schulhort als Kinderaufbewahrungsstellen auffassen und einrichten. Erziehung, Bildung spielen da kaum ein Rolle, weil sie aus fiskalischen Aspekten fast unmöglich gemacht werden.

    5) Nach meine Erfahrungen sind (gute) Eltern interessierte Laien Sie wollen das Beste für ihr Kind und sind dabei bereit sich und ihre eigenen Einstellungen zu hinterfragen und aufzugeben, wenn sie merken, dass sie auf dem Irrweg sind. Das Problem ist, dass dies oft genug geradezu hysterisch werden kann und eine Überforderung der Eltern statt findet, weil man halt wirklich nur das beste (nicht immer nur aus Aspekten des Geldes) möchte. Da erwachsen ganz viele Probleme, weil dieser Druck einerseits aus dem Konkurrenzkampf der Individuen um ihre jeweilige Zukunft heraus resultiert und sich von den Eltern schon zeitig auf die Kinder überträgt. (Das führt dann zu derlei Ansätzen, wie sie diese chinesischstämmige „Tigermutter“ proklamiert)

    6) Solange Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhängt und ein Schulsystem existiert, das hoch offiziell entsprechend der Einkommensschichten aus siebt, soll mir niemand damit kommen, dass wir eine Elternfüherschein benötigen. Das hat in meine Augen ein starkes Geschmäckle von Ausgrenzung. Der nächste Schritt wäre dann wohl Erwachsenen das bekommen von Kindern zu untersagen, wenn sie keine Elternführerschein haben, oder?

    Eltern brauchen keine Führerscheine, sondern einfach mehr Informationsmöglichkeiten und Kinder brauchen mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Alle Eltern, die ich bisher kennen gelernt habe, waren hochgradig an ihren Kindern interessiert und wollen etwas mit ihren Kindern gemeinsam machen. So lange man als Vater schief von der Firma angeschaut wird, weil man in den Erziehungsurlaub gehen möchte, solange das Spielen der Kinder als Lärmbelästigung aufgefasst wird und solange Kindergärten und Schulen nur von Staatlicher Seite als Aufbewahrungs- und Bucheintrichterorte angesehen werden, solange sollten wir erst gar nicht über Elternführerscheine nachdenken.

     
  12. opalkatze

    9. März 2011 at 09:00

    Hab hier noch einen älteren Text gefunden: https://opalkatze.wordpress.com/2009/10/02/killerspiele/; das Modell scheint sich zunehmender Beliebtheit zu erfreuen.

     
  13. Melebert

    9. März 2011 at 09:12

    Ich sollte zu meinem obigen Beitrag sagen, dass ich selbst kein Bauer bin und am Rande einer größeren Stadt lebe, die im Vergleich zu anderen Orten – gerade denen weiter westlich – noch Kinderfreundlich zu sein scheint.

    @Opalkatze: Schlage dir ganz schnell das Alters-Argument aus dem Kopf. Erziehungsstile habe nur bedingt was mit Alter zu tun. Was dir vorgelebt wurde ist da viel entscheidender.

     
  14. opalkatze

    9. März 2011 at 09:40

    1. Jou. Sollen schon zwei, drei Leute geschafft haben. Vielleicht hatten die aber irgendeine ominöse Genehmigung, die nur anders hiess.

    2. Für die Neugier bin ich heute noch dankbar, sie ist durch nichts zu ersetzen.

    3. Durch die ganzen wunderschönen Konsum-, Kompetenz-, Konkurrenz- und Karrieredebatten haben wir verlernt, z.B. eine Nachbarschaft zu pflegen oder ganz privatim, in Eigeninitiative, Netzwerke aufzubauen, die auch noch was anderes leisten können als möglichst viel Spaß oder die nächste Beförderung.

    4.Nee nee, ich hätte auch gern Horte und Ganztagsschulen. Ich meine die Mentalität der Sorte ‚ach, ist mir zu lästig (keine Zeit, keine Lust auf Verantwortung, …)‘. Du kannst einem Kind zum grössten Teil erklären, daß und warum du wenig Zeit hast, aber nicht, daß es dich nicht interessiert oder alles andere wichtiger ist.

    5. Siehe 3.

    6. Ach, die Karte dafür gibt’s schon: sie heisst Kreditkarte, und alles regelt sich wie von selbst.

    Hört sich irgendwie nach einer dieser tollen Zensursula-Ideen an, die hat’s doch mit ‚hierfür ein Gesetz‘ und ‚dafür eine Karte‘ als Problemlösung für alles. Ich schlage aber dringend vor, diese Karte nur oberhalb eines bestimmten Mindesteinkommens auszugeben. Moderne Gentechnik: „Bestellen Sie schon morgen Ihr Designerbaby. Nur mit Elternführerschein!“ Frau von der Leyen, sind Sie’s … ?

    Ich glaube, daß (vor allem junge) Eltern einfach ein Netzwerk brauchen, auf das sie sich verlassen können. Früher hat das die Großfamilie geleistet, heute kann man das auch anders lösen. Hier auf dem Dorf klappt das sehr gut, ich weiß aber, daß es auch in der Stadt geht. Ich bin Teil von so einem Netzwerk quer durch alle Altersstufen – eine/r hat immer Zeit, für ein paar Stunden, über Nacht, über ein Wochenende; es findet sich immer eine Lösung. Und Ansprechpartner für Probleme gibt es auch rund um die Uhr, für Kinder wie für Eltern.

     
  15. opalkatze

    9. März 2011 at 09:49

    Bedingt, denn die Menschen, die mich erzogen haben, hatten eine völlig andere Weltsicht, einige stammten noch aus dem Kaiserreich. Von daher hat es schon ein bißchen mit dem Alter zu tun. Es ist auch ein Unterschied, ob du vor oder nach Einführung des Internets geboren wurdest, etc.

     
  16. Melebert

    9. März 2011 at 10:26

    Jupp, Netzwerke bilden. Aber auch das muss man lernen und es erfordert ein Mindestmaß an sozialem Umgang und Neugier.

    Ich schreibe es mal noch etwas anders, um klarer zu machen, was ich meine: Man muss sich auf die Welt der Kinder einlassen wollen, damit sich da neue Türen auftuen, um die dahinter liegenden Welten entdecken zu können. Wer in seinem alten Trott verharrt und denkt, dass Kinder so nebenbei mitgeschleift werden können, die das alles schon selbst machen und das eigene Ego auch so viel wichtiger ist, hat nicht verstanden, dass Mama/Papa zu sein nicht so nebenbei geht. Es erfordert, dass man sich ändert, bereit ist das Leben anders einzurichten, als wenn man alleine lebt und alle Zeit der Welt für sich alleine hatte. Man könnte (mit leicht pessimistischem Touch) sagen, dass mit dem/den Kind(ern) Pflichten einher gehen. Aufsichtspflicht ist nur ein Aspekt.

    Ich würde es aber gerne anders Formulieren: Kinder sind Türen zu neuen Welten. Wer diese nutzt, wird sein Leben anders leben (wollen). Der Neugierige wird zusammen mit den Kindern die Welt neu entdecken können. Ich habe es als Gewinn erfahren und erfahre es immer noch. Die Welten bzw. Türen, die ich hinter mich gelassen habe und im Moment nicht besuchen kann, werden sich mir wieder öffnen, wenn meine Kinder auf eigenen Füßen stehen. Bis dahin lasse ich mich von meinen Kindern führen, weil ich nur jetzt dazu die Chance habe.

    Oft genug habe ich aber auch Hilfe notwendig und wenn es nur Informationen darüber sind, was mit meinen Kindern passiert bzw. in ihnen vorgeht, wenn sie bestimmte Entwicklungsphasen durchleben. Da bin ich Laie, auch wenn ich hier und da mal was aufschnappe, finde oder erfrage. Ich habe mir schon manchmal gewünscht, dass mir mehr Informationen und Hilfe von Leuten, die die Entwicklungsphasen kennen, bereit stehen würde, denn wie du schon sagst Opalkatze: Die Großfamilie ist nicht mehr. Sie wurde und wird in alle Himmelsrichtungen zerpflückt. Aber es gibt kaum oder nur schwer Ersatz für diesen sozialen Verbund, der auch für eine Erfahrungsbasis gesorgt hat, auf die man nun kaum mehr zugriff hat.

    Aber es entbindet nicht die Eltern von ihren Aufgaben, die sie mit dem Kind an Land ziehen. Ich sehe es als Entdeckungsreise, wo ich viel über mich selbst erfahre. Pflichten sind es auch, aber ich empfinde sie oft nicht als solche sondern es sind Notwendigkeiten, um vernünftig mit meinen Kindern und meiner Umgebung zusammen leben zu können. Meine Kinder wollen an meinem Leben teilhaben und ich an ihrem. Ich will sie auf Aspekte des Lebens vorbereiten,die sie dann aber selbst meistern können sollen – mit meiner Hilfe, wenn sie wollen, unter meiner Aufsicht, solange ich dafür verantwortlich bin, mich für sie verantwortlich fühle.

     
  17. Melebert

    9. März 2011 at 10:52

    Irgendwie sind wenig Worte nicht dazu angetan, Gedanken umfassend zu erläutern. Also wieder ausschweifender.

    Ich meine nicht nur deine Eltern sondern auch deine Lehrer und andere Erwachsene und Gleichaltrige während deiner Kindheit. Das geht einher mit den eigenen kritischen und unkritischen Betrachtungen und Wertungen, die man als Kind vornimmt. Du bekommst Meme mit auf deinen Lebensweg, Verhaltensweisen und Gedankengut, welche sozial vererbt werden aber Veränderungen unterworfen sind. Ein Teil der Veränderungen ist der eigene aktive Teil, wenn man merkt, dass man sich auf bestimmte Art nicht verhalten möchte.

    Beispiel: Das Ausrasten eines Vaters mit einhergehender Gewallt wird dem Kind ein Verhalten einprägen, das es nicht gut finden muss. Es wird aber feststellen, das der Vater verdammt prägend war und es sich in ähnlichen Situationen ähnlich seinem Vater verhält.

    Vielleicht wird das Kind versuchen diese Verhaltensart nieder zu ringen, wen es merkt, dass es sich so verhält, dies aber nicht möchte, weil es sich gemerkt hat, was da kaputt gehen kann. Das „Merken“ geht nur bewusst und wenn das Kind aus dem sozialen Umfeld eine Verurteilung dieses gewaltbereitem Verhaltens erfährt.

     
  18. Christine

    9. März 2011 at 12:16

    Tjaja diese Entwicklung kann man wohl nicht mehr aufhalten und dabei helfen auch keine staatlichen Sperr- oder Löschaktionen. Man muss gezielt in der Schule ansetzen und Medienkompetenz fördern. Die Kinder müssen sensibilisiert werden über Gefahren im Internet, Privatsphäre und Datenschutz. Neben dem Einmaleins und der Verkehrserziehung sollte so etwas ganz natürlich auch zum Unterricht gehören.

    Darüber hinaus bedarf es aber auch der Aufklärung der Eltern. Viele haben keine Ahnung, was ihre Kinder im Internet machen und schauen hilflos zu. Für jüngere Kinder kann eine Kindersicherung sicherlich hilfreich für Kinder und Eltern sein, Dolphin Secure ist gerade neu erschienen und vertritt einen interessanten Ansatz. Sicheres Surfen und sichere Kinder-Community.

     
  19. Joachim

    9. März 2011 at 13:46

    Nicht schlecht die Kommentare hier – wenn ich das mal sagen darf.

    Doch der Hintergrund der Pressemitteilung ist nicht falsch. So wie Gummibärchen nicht an die Kasse gehören darf sich ein soziales Netzwerk eben an Kindern bereichern – ohne besondere Verantwortung zu übernehmen. Untersucht man einmal, woher die Probleme im Umgang mit dem Internet kommen, so gibt es klar einen Zusammenhang mit der Kommerzialisierung. Selbst Spam wäre undenkbar, würden so Produkte nicht vermarktet werden können.

    Medienkompetenz und Aufsichtspflicht sind nur die Hälfte der Sache. Die Andere ist eine Verantwortung der Anbieter. Die sollte selbstverständlich sein. Doch mir scheint, die Firmen verkaufen demächst sogar Großmütter. Deshalb – also wegen Skrupellosigkeit der Anbieter – sollen Eltern einen Internetführerschein machen? Gut, dann bitte auch einen Zeitungsführerschein für den Kauf der Bildzeitung.

    Es ist so, wer hinreichend kompetent ist liest Bild nicht. Wer sich mit dem Netz auskennt, der kann gut entscheiden, wann er sich auf Kommerz einlassen will. Er kann auch seine Kinder entsprechend vorbereiten. Wer aber SchülerVZ nicht versteht, den Kindern nicht folgen kann, der steht heute im Regen. Deshalb sind u.A. die „nicht-kommerziellen Alternativen speziell für Kinder“ sinnvoll.

    Dass der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für Datenschutz über das Ziel hinaus schießt, etwa mit schülerVZ sei ungeeignet oder der Anspielung auf street-view, ist klar. Auch klar ist, dass ein Altersverifikationssystem je nach Ausprägung sehr schädlich sein kann. Man kann prima ganz andere Interessen damit befeuern, als Kinder von ungeeigneten Inhalten fernzuhalten. Doch ebenso ist klar, dass Verträge mit Kindern ungültig sind und an Ausbeutung grenzen. Bei entsprechender Interpretation stimme ich also der Pressemitteilung mit leichtem Grummeln zu.

     
  20. Grosses Kind

    9. März 2011 at 17:31

    Dass keine Alterskontrolle stattfindet, liegt mir bei sozialen Netzwerken am schwersten im Magen. Ich finde das wirklich sehr bedenklich.

     
  21. VonFernSeher

    9. März 2011 at 20:19

    Da geht man einmal schlafen und frühstücken und dann so was. Werde jetzt hier zusammenfassend antworten:

    @opalkatze, (,,,)—=^.^=—(,,,) und wer sonst noch will

    Stationery Wireless Direct Dial-In Realtime Response VoiceChat Box mit Soundeffekt bei neuer Nachricht und ich kann da am Ringtone direkt checken, ob meine Contacts gerade busy sind oder nicht

    Typische Handbewegung entfällt, immer noch 9 Fragen.
    OT: Toller Editierdienst der Gastgeberin, danke, ich wollte Jens Berger schon immer mal nach dem 15-min-Werkzeug fragen.

    @opalkatze
    Die frontalen Damen sind leider eine Tatsache hier. Jüngere Lehrerinnen und Lehrer gibt es viel zu wenige, die Bezahlung ist hier für Einsteiger nämlich noch viel bescheidener als in Deutschland. Die frontalen Damen mit Berufserfahrung haben dagegen schon einige Gehaltsrunden hinter sich und daher keinen Grund aufzuhören. Ein Teufelskreis, Talkfreunde.

    Auch allgemein wird hier recht wenig mit Computern oder im Netz gearbeitet, da die meisten öffentlichen und auch privaten Schulen nicht ausgestattet sind. Das geht so ziemlich an der Wirklichkeit in Panama vorbei und ist dann doch wieder genau die Wirklichkeit. Das Netz schafft in Panama eine schizophrene Gesamtlage: Während fast jeder mittlerweile mobil dauerhaft online ist (leider auch im Straßenverkehr, wo man öfters eine chattende SUV-Fahrerin* von der grünen Ampel weghupen muss), findet das Netz in der Warenwelt fast keinen Widerhall. Auf der panamaischen Burger-King-Seite findet man die Telefonnummer vom Bestelldienst und die meisten geschäftlichen E-Mail-Adresse enden tatsächlich auf ‚hotmail.com‘ und ‚cwpanama.net‘.

    Die (nicht journalistischen Standards genügenden) Medien versuchen verzweifelt Nutzer ins Netz zu ziehen, haben aber keinen großen Erfolg. Dabei sind die Webseiten der Zeitungen zum Beispiel qualitativ um Längen vor der Druckversion; es wird ja auch eine andere gebildetere, wenn auch viel kleinere Nutzergruppe angesprochen. Den armen Leistungsschutzbedürftigen würden die Augen übergehen, wenn sie sehen könnten, wie hier tagtäglich die Margen durch die Straßenverkäuferhände und über die Ladentheken gehen.

    Und da sind wir dann auch schon beim Kernproblem: Die Armen in der Stadtbevölkerung (das ist die Mehrheit) und die Landbevölkerung können sich keine Computer und teuren Kabelanschlüsse leisten, denn da geht es um eine monatliche Belastung von deutlich über 100 $, was bei einem Durchschnittseinkommen von 350$ nicht zu bewerkstelligen ist. Ein Smartphone oder PDA mit Flatrate ist aber schon ab 40$ drin. Von den ganzen Beschränkungen, denen man durch die Blackberries (und vermindert iPhones) und die Netzanbieter unterliegt, können diese Menschen gar nichts wissen, da sie überhaupt keine Erfahrungen mit den wirklichen Möglichkeiten im Internet haben. Viele glauben wohl tatsächlich Facebook und Wordreference wären das Wichtigste und Nützlichste am Internet.

    [Ich breche diese Einführung hier ab. Wenn wir einst die Zeit und die Sponsoren haben, werden ein panamaischer Freund von mir (Journalist) und ich einen (mind.) zweisprachigen Blog über die Verhältnisse hier auflegen, dann gehört das mit zu den ersten Themen.]

    @Paula, opalkatze, Melebert
    Der überwiegende Teil der deutschen Lehrer braucht wohl keinen Medienführerschein. Es fehlt nicht an den weichen Kompetenzen, sondern am technischen Wissen. Die weichen Kompetenzen sind bei vielen deutschen Lehrern bestimmt viel besser ausgebaut als bei den entsprechenden Schülern und Eltern.

    ad 3) Die Ausrede zieht wohl kaum. Auch wenn ich die zunehmende finanzielle und zeitliche Belastung junger Familien bestätigen kann, kann ich genauso gut den Zusammenhang mit der vernachlässigten Erziehung verneinen. Gerade die Familien, bei denen es mindestens ein Familienmitglied gibt, dass keiner geregelten Beschäftigung nachgeht, haben hier in Panama die höchsten Erwartungen an die Schulkindertagesstätte (deren Wahrnehmung). Und kümmern sich am wenigsten um die Ereignisse in der Schule. Wenn Eltern persönlich zu den Leistungen ihrer Kinder nachfragen oder genaueres zu den behandelten Themen wissen wollen, sind das eben oft die Doppelverdiener mit guter Bildung, mehr Geld und weniger Zeit. Die Zugezogenen aus Europa (fast alle gehören zur letzteren Gruppe) sind meistens entsetzt, womit sich Schulen hier aufhalten müssen, wenn sie eigentlich Wissen vermitteln sollten. Wer viele Überstunden und Dienstreisen zu schultern hat, kennt meist den Wert der Bildung genau und schlägt wohl eher ins andere Extrem, Lehrer und Kinder mit Extraquatsch wie Chinesischstunden in der Krabbelgruppe oder so zu nerven.

    ad 4) Die Zeit, die die Kinder mit den Erziehern im Kindergarten und den Lehrern in der Schule (es gibt einen Grund, warum die unterschiedlich heißen) verbringen, ist doch gar nicht das Problem. Die Vorstellung, was denn so die Aufgabe einer Schule sei, macht die Abgabementalität aus. Ich bin sogar davon überzeugt, dass es Kinder überhaupt nicht schadet schon früh in Kontakt mit anderen Kindern und anderen Umgebungen zu kommen. Das entlässt aber doch nicht die Eltern aus ihrer Erziehungsaufgabe.

    *Der statistischen Prüfung, ob das tatsächlich fast ausschließlich Frauen sind, sehe ich sehr gelassen entgegen. Es ist so.
    p.s. Das hätte ich bestimmt nicht in dem Kommentarfeld schreiben können. Sollte mal jemand bei WP vorstellig werden, kann man mich gerne mit „Wenn ich mich auf 140 Zeichen beschränken will, schreibe ich nicht bei WP“ zitieren. Einmal mit Profis arbeiten…

     
  22. opalkatze

    9. März 2011 at 21:29

    Erst mal danke, daß du dir die Zeit genommen hast; komme ich später drauf zurück.

    Im Editor schreiben hilft nicht nur gegen Textverlust ,) Und WP hab ich das längst geschrieben; leider funktioniert der amerikanische Support lange nicht so gut wie der deutsche (obwohl die sich bei bugs auch fix kümmern).

     
  23. opalkatze

    9. März 2011 at 21:35

    Joachim B.? Dann wirst du wissen, welche Interessen da eigentlich gemeint sind – um deren Vertretung bemüht sich RLP ja an vorderer Front. Julius Endert hatte bei Carta einen sehr guten Text dazu.

     
  24. Angelika

    9. März 2011 at 23:07

    boah. aeh. IMO echt „nen hammer“ dieses thema.
    das geht m.E. ja ganz und garnicht –
    kids unter 14J in sog. webz-netzen ist für mich wie autofahren ohne fahrerlaubnis.
    ich weiss, warum ich nicht bei FB u.a. bin.

    (bei den auf dem foto gezeigten gerätschaften musste ich schon erschrocken grinsen)

     
  25. Melebert

    10. März 2011 at 09:33

    @VonFernSeher: Ich warte gespannt auf diesen Blog, den du angekündigt hast. :)

    Die Punkte, die ich weiter oben genannt habe sollen keinesfalls entschuldigen, dass Eltern ihre Kinder links liegen lassen oder ihre Aufsichtspflicht nicht wahrnehmen. Ich möchte nur verdeutlichen, dass es verdammt schwer ist das zu bewerkstelligen, wenn man im alltägliche Hamsterrad dem Wahnsinn frönt. Man muss es lernen und kann es lernen. Soziale Netze sind da ein Weg. Man könnte es auch mit als Selbsthilfegruppen beschreiben, die sich ganz natürlich durch Freundeskreise oder Nachbarschaften bilden.

    @Joachim: Nichtkommerzielle Angebote ist nicht das, was der Herr Datenschutzbeauftragte meint. Er meint Staatlich kontrollierte Angebote. Also Räume in denen der Staat Kontrolle ausübt. Diese Räume möchte ich nicht. Ich will mein Kind mit seinem kritischen Geist wach halten und nicht einschläfern.

    @Grosses Kind: Es gibt genügend Netzwerke, die sind geeignet um eine kontrollierten Anfang für Kinder und Jugendliche anzugehen. schueler.cc finde ich zum Beispiel sehr gut, weil dort die Klassenverbände abgebildet werden und mit der vertrauensvollen Aufsicht der Eltern kann man dort ganz gut die Kinder für die vielen Stolperfallen sensibilisieren ohne sie in eine Schlangengrube zu werfen, zu überfordern oder ihnen Medien vor zu enthalten.

    @Opalkatze: Der Link zu Charta … Wow. Einerseits bin ich beruhigt, dass ich es nicht alleine so sehe. Andererseits bestätigt es, dass Netzsperren und jegliche VDS nur Mittel für eine ganz anderen Zweck sind. Manchmal bin ich doch gewillt zu glauben, dass da irgendwo eine Geheimorganisation die Fäden zieht.^^

     
  26. VonFernSeher

    10. März 2011 at 13:47

    Ich warte gespannt auf diesen Blog, den du angekündigt hast. :)

    Ich auch. Es passt halt thematisch nicht in meinen Blog, der ja eher Fragen stellt und anprangert als Geschichten zu erzählen. Hoffentlich reichen unsere Mittel um das durchzuziehen.

    Zum Thema: Meine Kernaussage ist eben diese, dass es meist an der Einstellung der Eltern liegt und erst danach an den Umständen. Da gibt es natürlich Ausnahmen, die auch große Gruppen betreffen. Aufstocker z.B. müssen oft ewig Überstunden schieben, damit sich die Arbeit auf dem Konto bemerkbar macht und dann kommt man ihnen noch blöd, wenn sie Zuschüsse für ihre Kinder beantragen (Kursfahrt, Theaterabo, Musikunterricht, ÖPNV,…). Ich habe mich da oft gefragt, ob es bei der ARGE Boni für das möglichst strikte Verwalten von Ermessensleistungen gibt, für den „Ablehner des Monats“.

     
  27. Joachim

    10. März 2011 at 20:05

    @Melbert: „Nichtkommerzielle Angebote…“ Finde ich auch. Ergänzend: Wenn schon das Internet ein Medium – dieser Radioblödsinn – sein soll, dann sollte es unabhängig sein. Es ist weit mehr als ein Medium, es ist pure Kommunikation. Deshalb muss es um so mehr unabhängig bleiben.

    @Grosses Kind. Das dumme der Alterskontrolle ist, dass es unmöglich wird, anonym zu bleiben. Spätestens bei einem Datenleak des Anbieters wird das zum Problem. Oder bei Beschlagnahmung durch Dritte, etwa Sony, wenn das Kind auch noch eine PS3 mit Linux hat. Nun könnte man meinen, Kinder bräuchten keine Anonymität. Falsch. Ich wüßte nicht, das Grundrechte nicht für Kinder gelten. Wenn Risiken und Gefahren der Internetnutzung durch „Netzbetreiber“ verursacht werden, dann ist es sehr seltsam nur ältere Kinder den Gefahren auszusetzen. Es ist auch seltsam, die Nutzer – immerhin Kinder – dafür verantwortlich zu machen. Sorry, Jugendschutz – und der ist absolut notwendig! – stelle ich mir anders vor.

    @opalkatze: danke für den nochmaligen Link. Passt.

     
  28. Joachim

    11. März 2011 at 16:12

    Nachtrag
    @melebert: mir wird erst jetzt klar, dass ich nicht ausreichend geantwortet habe. zu „Räume in denen der Staat Kontrolle ausübt.“ Der Staat ist auch für Schulen verantwortlich, ohne dass Kinder übermäßig „verdorben“ werden – mal abgesehen von einer verfehlten Bildungspolitik. Es wäre zum Beispiel eine Art „unabhängige Filmföderung“ für Kinderseiten mögllch. Ein Staat muss nicht immer restriktiv sein. So passt das dann auch zu Deinen berechtigten Anforderungen und viel besser zur Demokratie.

    BTW. opalkatze, die Kommentarfunktion ist unglücklich. Klar bin ich zu doof, keine Frage ;-) Ich antworte schließlich hier auf Angelika – der hoffentlich jetzt klar ist, warum Internetverbot ohne „Fahrerlaubnis“ zwar verständlich, doch keine so tolle Idee ist. Gute Lehrer, Bildung, positive Verstärkung, kümmern und auch einige Kommentare hier, das sind tolle Ideen.

     
 
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