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Nicht vergessen

15 Mrz

Über der japanischen Katastrophe, bei der alle Schrecken dieser Welt gleichzeitig stattzufinden scheinen, vergisst man beinahe, daß auch woanders Aussergewöhnliches geschieht, Menschen kämpfen und leiden.

Daß Regierungen brutal gegen ihr Volk vorgehen, scheint eine Art Mode zu sein, wenn auch eine sehr hässliche. Im Yemen benutzt man dazu neuerdings auch Nervengas, das zu diesem Zweck bereits im Iran eingeführt wurde. Dort, da alle Welt nach Japan blickt, hat man die Schlagzahl bei den Hinrichtungen deutlich erhöht.

In Libyen macht beinahe unbemerkt die Familie Gaddafi tabula rasa. Immerhin hält Großbritanniens Cameron eine Flugverbotszone für machbar, und sogar die Árabische Liga ist ein Mal einig. Mit jedem Tag aber gewinnt Gaddafi mehr die Oberhand, während weiter Hunderte Unschuldiger sterben.

In Bahrain marschieren derweil Truppen aus den Nachbarstaaten am Golf und saudisches Militär ein; die verbliebene Regierung unter König Salman bin Hamad al-Khalifa hat faktisch carte blanche. Die oppositionellen Regierungsmitglieder haben aus Protest gegen die Gewalt das Parlament verlassen. Jetzt soll aufgeräumt werden.

Israel schließlich baut mal wieder eine Siedlung, nachdem eine Siedlerfamilie ermordet wurde. Die ewige nahöstliche Frage, was Ursache sei und was Wirkung, geht in die nächste Runde.

Es gäbe viele Chancen, aber alle haben Angst. Vor einander. Nur die Japaner haben ganz andere Feinde.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 15. März 2011 in Politik, Welt

 

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3 Antworten zu “Nicht vergessen

  1. VonFernSeher

    15. März 2011 at 22:28

    Der Zusammenhang zwischen der Katastrophe in Japan und der Hinrichtungrate ist konstruiert. Die Hinrichtungsrate ist ja nicht erst seit ein paar Tagen gestiegen, sondern dauerhaft seit den letzten Wahlen.

    Und von den meisten Hinrichtungen und Verstümmelungen sowie den Foltermorden bekommen wir – Japan hin oder her – sowieso nichts mit.

     
  2. opalkatze

    17. März 2011 at 02:36

    Demnächst auf diesem Blog: Arabien & Iran-Links, da gibt’s was, daß man was mitkriegen könnte, wenn man wollte.

     
 
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