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Franziska Heine und Anti-Atom-Inis starten ePetition: Abschalten!

17 Mrz

Mitsamt der schönen Einleitung bei Anne Roth abgeschrieben:

ePetition Franziska Heine und die Anti-AtomInis: Abschalten!Wenn sich Menschen Mühe geben, schöne Presseerklärungen zu verfassen, können wir das ruhig wertschätzen und sie lassen, wie sie sind, statt ein bisschen dran rumzuschreiben und so zu tun, als hätten wir das alles selbst herausgefunden. Here we go:

Anti-Atom-Initiativen starten gemeinsam mit Franziska Heine ePetition zur Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke

Am Montagabend haben über 100.000 Menschen bundesweit in über 400 Städten an Anti-Atom-Mahnwachen teilgenommen. Dieses deutliche Signal der Bevölkerung wollen die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen gemeinsam mit Franziska Heine in die parlamentarische Debatte tragen. Zu diesem Zweck wurde eine ePetition mit der Forderung nach sofortiger Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke beim Deutschen Bundestag eingereicht. Daran angeschlossen ist die Forderung nach einem internationalen Umstieg auf dezentrale, regenerative Energieversorgung.

Franziska Heine: „Wir haben es satt, zuzusehen, wie die Bundesregierung immer wieder die Interessen der Atomindustrie vertritt und die große Mehrheit der Bevölkerung ignoriert. Heute geht es mir nicht um den Schutz unserer demokratischen Rechte im Netz, sondern um die Sicherung unserer Lebensgrundlagen. Nicht virtuell, sondern ganz real.“

Aber auch die Äußerungen der Oppositionsparteien SPD & Grünen sind zynisch. Benni Bärmann führt dazu aus: „Jetzt behaupten sie, die deutschen Atommeiler seien nicht sicher, aber als sie in ihrer Regierungszeit die Gelegenheit hatten, sie abzuschalten, haben sie sich stattdessen auf einen Kompromiss eingelassen, der jahrzehntelange Laufzeiten garantiert und dennoch nicht mal einen Regierungswechsel überstanden hat.“

Die nukleare Katastrophe, die in Japan im Gange ist, hat gezeigt, dass kein noch so hochtechnisiertes Land absolute Garantien für das Funktionieren von Technik leisten kann.
Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen wollen und können es nicht darauf beruhen lassen, dass nun ein dreimonatiges „Aussetzen“ der Laufzeitverlängerung verkündet wird und die Bevölkerung mit „Sicherheitsüberprüfungen“ beruhigt werden soll.

Holger Hildebrand von den südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen erklärt dazu:
„Ein  Restrisiko, das den massenhaften Tod von Menschen, die Verstrahlung und Vertreibung von Hunderttausenden bedeuten kann – ein solches Restrisiko ist nicht tragbar. Wie in Japan zu sehen ist, kann der von den Konstrukteuren eines AKW angenommene ‚größte anzunehmender Unfall‘ übertroffen werden von Ereignissen, die eben nicht angenommen wurden. Nur dieser ‚GAU‘ wurde aber als kalkulierbares Risiko betrachtet.“

Für das Bündnis „Sofort Abschalten!“ kann es daher nur einen Weg geben – die sofortige und konsequente Abschaltung der in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke. Die längst überfällige Abschaltung der 7 schrottreifen Reaktoren kann in ihrer zeitlichen Begrenzung nur als wahlkampftaktische Augenwischerei verstanden werden. So billig wird die Bundesregierung diesmal jedoch nicht davon kommen.

Pressekontakt:
Mail: presse@sofort-abschalten.de
ab heute 18:00Uhr:        0175 / 28 88 422
ab dem 21.03.2011:        0700-ABSCHALTEN

Über das Bündnis „Sofort Abschalten!“:
Ist ein Zusammenschluss verschiedener Anti-Atom-Initiativen und Privatpersonen. Das Bündnis arbeitet überparteilich und kämpft für den sofortigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie sowie einen weltweiten Umstieg auf regenerative Energien.
http://sofort-abschalten.de

Über die SüdWestdeutschen Anti-Atomkraft-Initiativen:
Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen sind ein seit über 15 Jahren bestehender Zusammenschluss parteiunabhängiger Gruppen der Anti-Atom-Bewegung aus Südwestdeutschland: http://atomausstieg-sofort.de

Über Franziska Heine:
Franziska Heine hat im Jahr 2009 eine der bisher erfolgreichsten Petitionen an den Deutschen Bundestag initiiert. Mehr als 134.000 Menschen haben die Petition „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ mitgezeichnet. Die Initiative war so erfolgreich, dass die Umsetzung des Zugangserschwerungsgesetzes von der neugewählten Bundesregierung ausgesetzt wurde.

Über Benni Bärmann:
Benni Bärmann ist Systemadministrator und Netzaktivist. Er schreibt für das Blog http://keimform.de u. a. über die Bereiche Gemeingüter, Soziale Netzwerke, freie Software und Gender-Themen. http://bennibaermann.de

Über Holger Hildebrand:
Holger Hildebrand ist seit 20 Jahren immer wieder in der Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv und wurde im März 2005 im Team für die Tschernobyldokumentationsklangcollage (http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=6691) mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.

(15. März 2011)

Update: Ihr könnt euch ab sofort Unterschriftenlisten herunterladen und die Petition mitzeichnen! Druckt die Vorlage aus und helft uns, die 50.000 benötigten Unterschriften zu sammeln, noch bevor der Petitionsausschuss die Petition online freigeschaltet hat!

 
18 Kommentare

Verfasst von - 17. März 2011 in Energie, Politik, Web 2.0

 

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18 Antworten zu “Franziska Heine und Anti-Atom-Inis starten ePetition: Abschalten!

  1. danebod

    17. März 2011 at 01:21

    Gleich mal ein paar Listen damit vollspammen…Spätestens Freitag geht’s hier in Dortmund mit dem Sammeln los, versprochen, dann ist Kundgebung und Menschenkette. Heute abend treffen sich die BUND-Aktiven…

     
  2. opalkatze

    17. März 2011 at 01:38

    Sehr gut. Weitermachen. :)

     
  3. VonFernSeher

    17. März 2011 at 02:14

    Richtige Richtung, aber als Petition mit dem Zweck der sofortigen Abschalten aller deutschen Atomkraftwerke kann ich das leider nicht unterschreiben. Ein sofortiges Abschalten aller AKW wäre ein sehr gefährliches Unterfangen. Atomkraft ist keine Brückentechnologie – nie gewesen – aber die deutschen Netze und die anderen Grundlasterbringer sind darauf überhaupt nicht vorbereitet. Auch wenn in Deutschland viel mehr Strom produziert wird als abgenommen (auch zu Spitzenzeiten), müsste man bei dem AKW-Verzicht jetzt auf gleich absichernde Regelleistung für die Grundlast umwidmen. Da wir aber leider so schnell nicht ausreichend Gaskraftwerke und Pumpspeicherwerke bauen können, hieße das weniger Sicherheit und auch mehr Braunkohleverstromung. Auf diesem Bild kann man erkennen, dass grob 60-70% der Spitzenlast als Leistung immer anliegen müssen. Wenn das bei den erneuerbaren Energieträgern nicht mehr durch Grundlastkraftwerke erreicht werden kann (Sonne und Wind sind schlecht für Grundlast, Wasserkraft in D nicht gut ausgebaut), muss also mehr Regelleistung bereit stehen.

    Die alten Schrottmeiler könnte man aber schon locker vom Netz nehmen (das passt in den Überschuss zwischen Spitzenlast und Gesamtleistung), weswegen eine Petition „Alle Schrottmeiler sofort abschalten und den Rest bis 2020“ sinnvoller wäre. Mal abgsehen davon, dass sich der Bund sonst wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre dumm und dämlich an die AKW-Betreiber zahlen würde, nur, damit die bloß nicht arbeiten.

    Ich fand den alten Plan zum Atomausstieg sehr brauchbar, es geht auch bestimmt noch etwas schneller, aber von sofort halte ich wenig.

     
  4. AnoMiD

    17. März 2011 at 09:16

    Ich finde auch, dass KKW problematisch sind (Abfall und Störfälle), aber was ist mit den vielen Verkehrsopfern. Sollen wir auch eine Petition für das Verschrotten von Fahrräder, Autos und Flugzeuge initiieren? Da sterben doch am Tag in der Welt Hunderten im Verkehr! Sollen wir Solarstrom bei Gadahfi kaufen? Wer möchte >1 Windmühle/km2 Boden? Was ist mit dem Stromnetz? Also, denke an eure Großeltern: Renne nicht irgend eine doofe Idee hinterher.

     
  5. Melebert

    17. März 2011 at 10:27

    Ich sehe so eine Petition aus dem Gesichtspunkt, dass der Druck auf die Entscheidungsträge rerhöht wird endlich mit den verbalen Beruhigungspillen aufzuhören und die Bedenken und Leben der Betroffenen ernst zu nehmen.

    Wer in Japan sieht, was es bedeutet, dass Atommeiler außer Kontrolle geraten und das mal auf Zentraleuropa überträgt, der weiß wie viel Menschen betroffen wären, welche Kosten es verursachen würde und wie viele Existenzen dabei auf dem Spiel stehen würden. Wenn man bedenkt mit wie wenig Schadenssumem diese Meiler versichert sind, wie wenig die Sicherungskräfte auf eine solche Katastrophe vorbereitet sind und wie naiv radioaktive Strahlung noch betrachtet wird, kann man eigentlich nur eine Schluß ziehen: Jetzt die Reißleine ziehen, auch wenn es wirtschaftlich weh tut. Der wirtschaftliche Schaden eines GAUs oder Super-GAUs wäre aber deutlich höher, denn ich vage zu bezweifeln, das das kurzfristige Abschalten aller Meiler eine Schaden von ca. 5 Billionen Euro verursacht. Versichert ist ein Schaden von ca 2 Milliarden, das aber nur durch die Atommeiler-Betreiber untereinander.

    Da kann man eigentlich Angesichts dieser Zahlen nicht mehr zögern,nicht mal aus wirtschaftlichen Erwägungen.

    Merke: Was eine Allianz nicht versichert, kann nicht sicher sein ;) Die verstehen was von Risikoabschätzungen, weil es deren Kernkompetenz ist und die Qualität dieser Abschätzung ihren Gewinn maximiert.^^

     
  6. opalkatze

    17. März 2011 at 12:12

    Ich hab in den letzten Tagen eine Menge darüber gelesen und fand, vor allem die Widerlegung der behaupteten Notwendigkeit der zwangsläufigen Strompreiserhöhung spricht Bände. Nun ist Atomkraft nicht mein Thema, das können andere viel besser als ich; an Lesestoff dazu mangelt es jedenfalls nicht. ‚tschuldigung, Hauptsache, weg damit.

    Daß das nicht von jetzt auf gleich geht, ist eigentlich klar. Ich denke, die Bürger sollten der ReGIERung gerade jetzt ihren Protest vermitteln und in der Folge auf die Finger (sc)hauen, daß der Preis für den Ausstieg nicht zu hoch wird. Die Atomindustrie wird ihn sich nämlich garantiert vergolden lassen.

    Das mit der Allianz macht mir weniger Sorgen, vielleicht schaut mal jemand nach, ob Lloyds die auch nicht versichert? Das wäre deutlich aussagekräftiger.

     
  7. opalkatze

    17. März 2011 at 12:14

    Ja. Ich vergleiche auch gern Reihenhäuser mit Erdbeertorte, das ist unbedingt zielführend.

     
  8. Melebert

    17. März 2011 at 13:28

    @AnoMid: Ich würde sagen, dass diese nicht vergessen werden. Wie bei allem ist es eine Risikoabwägung nach dem Motto: Diese Technologie hat Gewinne aber auch Schattenseiten. Wiegen die Gewinne die Schattenseiten auf?

    Bei AKWs sage ich ganz klar: Allein aus technoligischer Sicht wiegen die Vorteile der Atomkraftwerke, also die massenhafte und zentrale Stromgewinnung, die Nachteile nicht auf. Welche Nachteile haben wir?

    – Atomstrom zu erzeugen geht nur effektiv, wenn man große Kraftwerke baut mit riesigen Kapazitäten. Das bedeutet, dass ein Ausfall diese zentralen Kraftwerke zu Problemen in der Stromversorgung führen kann. Eine Ausgleich schafft man nur durch Überkapazitäten und zwar großen. Dies Fördert die Macht von Monopolen, die auf der finanziellen Seite zu hohen Preisen führt.

    – Entsorgung verstrahlter Baugruppen und Entsorgung radioaktiv strahlender Brennelemente und anderer Abfälle. Endlagerung gibt es noch nicht.Mindestlagerzeit ca 40000 menschliche Generationen, bevor diese ausgebrannten Brennelemente keine Gefahr mehr für die menschliche Physis darstellt.

    – GAU bzw. Super-GAU führt dazu, das ganze Regionen unbewohnbar werden und das auf Generationen hin. Des weiteren sind massiv Menschenleben in Gefahr während des Unfalls. Schäden durch radioaktive Strahlung sind nicht nur auf die Jetztzeit beschränkt sondern werden durch Vererbung über Generationen weiter getragen (DNA-Schäden, Erbkrankheiten). Es lohnt sich Studien über die Erbkrankheiten der Opfer von Hiroschima und Nagasaki anzuschauen.

    Kommen wir zu Windkraftwerken: Es ist eine Mär, dass man diese in solcher Dichte aufstellen müsste, zumindest, wenn man diese bei der Baugröße belässt,wie wir sie zuhauf in der Landschaft sehen. Diese Windparks sind für die Insektenwelt eine große Gefahr, weil ihnen der Wind für dei Fortbewegung abhanden kommt. Das ist Großindustrielles Zentralistisches Denken, wie wir es von den KKW kennen. Genau davon muss man weg Dezentralität ist der Schlüssel für die Stromversorgung und eine gute Vernetzung, so wie es schon mit der Information im Web vorgelebt wird.

    Hier mal nur ein Beispiel von einer Anlage,die man an einem Haus anbringen kann. Gepaart mit den Solaranlagen pro Dach und Pumpspeicherwerken und ähnlich verteilten Wasserkraftanlagen wie bei Windkraft und Solarenergie, wäre ganz viel zu stemmen. Aber das sind ja noch nicht mal alle Möglichkeiten, um Strom zu erzeugen. Ein Beispiel: Biogas aus Abfällen (bitte keine extra Felder für den Anbau von „Energiepflanzen“ verwenden).

    Es fehlt der politische Wille, weil ein derart neues Stromnetz Investitionen erfordert, die die aktuelle Infrastruktur und Machtverhältnisse auf dem Strommarkt infrage stellt. Man kann die Probleme durchaus damit vergleichen, die zur Zeit die Verlage und Zeitungherausgeber haben. Sie sehen, dass ihre Zeit abgelaufen ist, haben keine neuen Konzepte und verharren in der Position, dass sie ihre Macht aufgrund ihre Monopole erhalten wollen. Sie verteidigen die Monopole, die großen Energiefirmen, weil eine Dezentralisierung genau an dieser massiv knabbern würde. Das ist auch der Grund für die Rücknahme des Atomaustieges durch die CDU/CSU-FDP: Es geht um den Machterhalt und den Gewinn der KKW-Betreiber. Alles andere sind Argumente auf Nebenkriegsschauplätzen, die schon vielfach widerlegt wurden.

     
  9. Melebert

    17. März 2011 at 13:50

    @AnoMid: Hier noch was zum Lesen und Nachdenklich machen.

    Aber ja, es gibt auch Parallelen zum Autoverkehr, der mit Todesopfern durch Unfälle, massiven Mengen von Abgasen und Zerstörung von Natur aufgrund von Autobahnbau und Straßenbau einhergeht. Insbesondere, wen man bedenkt, dass die ehemals vorhandenen Lagerhallen durch eine LKW-Kolonne ersetzt wurde, die an Wochentagen permanent die rechte Spur der Autobahn verstopft. Mehrwertsteigerung um jeden Preis, koste es was es wolle, wenn es nicht die eigene Bilanz belastet. (@VonFernseher: Polemik, ich weiß)

     
  10. daMax

    18. März 2011 at 11:30

    Äh… d.h. wir haben jetzt schon mindestens 2 Petitionen am Laufen?
    http://sofort-abschalten.de/epetition/mitzeichnen

    oder wie?

     
  11. opalkatze

    18. März 2011 at 14:12

    Mindestens. Ich mein, ich hätte bis jetzt vier gezählt. Schad’t nix.

     
  12. Benni

    19. März 2011 at 18:20

    @daMax: das ist die selbe.

     
  13. opalkatze

    19. März 2011 at 18:55

    Hai Benni – verlaufen? ,) Es gibt noch die von Campact und eine beim Bundestag, so viel ich weiss.

     
  14. Benni

    19. März 2011 at 19:03

    Ich bezog mich auf den Kommentar von daMax und seinen Link darin.

    Es gibt alle möglichen Unterschriftensammlungen (z.B. von Merkel) zur Zeit. Es gibt sicher auch außer uns noch andere, die ein offizielles Petitionsverfahren angestrengt haben.

    Wir (also http://sofort-abschalten.de/) sind aber die einzigen, die daraus eine Kampagne machen und schon jetzt sammeln.t.

     
  15. opalkatze

    20. März 2011 at 00:09

    Ja ja, hatte ich schon verstanden. Ich traf dich zuletzt woanders, daher wollte ich dich aufziehen, ob du dich auf mein Blögchen verirrt hast. Sei nicht so streng ,)

     
  16. Benni

    20. März 2011 at 00:12

    Sorry, meine Ironiedetektoren sind heute defekt. Schon der zweite Fall. Wo denn? Meine Erinnerung scheint auch defekt zu sein. Zeit fürs Bett.

     
  17. opalkatze

    20. März 2011 at 00:16

    Bei formspring? ;)

     
 
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