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Fleischklopfer: Das „Leistungsschutzrecht“ und Jan Fleischhauer

13 Apr

Es lohnt sich diese Woche leider nicht, die Schrottpresse anzuwerfen und sich mit dem Artikel Jan Fleischhauers „Komm, wir schottern die Verfassung!“  inhaltlich zu beschäftigen. Zu inhaltslos, zu schlecht recherchiert und ohne rechten Bezug zur Wirklichkeit. Gut, mag der eine oder andere sagen: So kennen wir ihn – was hast Du erwartet? Erhofft hatte ich natürlich einen typischen „Jan“, der leicht besoffen um sich haut, nach links zielt und sein eigenes Kinn trifft – wie man ihn eben kennt! Seinen neuen Artikel braucht man bis auf einen Absatz gar nicht zu lesen. Bevor man für einen solchen gefrorenen Mist in Zukunft noch etwas bezahlen muß – hier isser:

Partizipation durch Bürgerprotest ist eine ziemlich undemokratische Veranstaltung, wenn man länger darüber nachdenkt. Wer sich in einer Bürgerinitiative engagiert, braucht eine kostbare Ressource im Überfluss, und zwar Zeit. Leute, die morgens um sieben Uhr aufstehen und nach Dienstschluss noch Haushalt und Kinder zu versorgen haben, können es sich schlicht nicht leisten, ständig auf irgendwelchen Vorbereitungstreffen herumzuturnen oder bei Menschenketten gegen eine Baumumsiedlung Händchen zu halten.

Also, Herr Fleischhauer: 7:00 ist zu spät! Da kommen die Kleinen nicht mehr rechtzeitig in die Schule. Aber das lernen Sie sicherlich auch noch, wenn Sie irgendwann einmal mit der Realität kollidieren. Sie können sich jetzt umdrehen und weiterschlafen.

Auf dieses Fazit kann man den Artikel reduzieren – mehr ist da nicht! Herr Fleischhauer weiß nicht, wann man Schulkinder wecken muß und wer sich in Bürgerinitiativen engagiert. Ja, ja, Herr Fleischhauer: Das sind lange Tage; die können nicht alle so lange schlafen wie Sie!

Viele Verlage in Deutschland drängen darauf, ein sogenanntes Leistungsschutzrecht zu etablieren. Das ist Geld, das sie dafür haben wollen, wenn sie ihre Erzeugnisse freiwillig ins Netz stellen, weil es für sie die einzige Möglichkeit ist, daß es überhaupt noch gelesen wird – auf Papier gedruckt wollen es nämlich immer weniger Menschen haben. Schön: Das war jetzt etwas polemisch ausgedrückt; das stimmt so natürlich nicht! Da gibt es natürlich noch das Wartezimmer beim Zahnarzt, langweilige Bahnfahrten und der hochnotpeinliche Moment, wo man merkt, daß das Klopapier alle ist, man aber gerade den Spiegel in der Hand hat. Wer da mit dem Laptop sitzt, hat klar verloren: Also auch kein Punkt für das Leistungsschutzrecht!

Artikel wie dieser taugen weder für den Arzt noch als Reiselektüre. Wenn die Verlage schon überlegen, wofür sie bezahlt werden wollen, sollten sie mal nachlesen, was ihre „Qualitätsjournalisten“ während der Arbeitszeit so treiben.

Das Original und weitere lesenswerte Beiträge finden sich auf der Schrottpresse.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 13. April 2011 in Kolumne, Politik

 

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Eine Antwort zu “Fleischklopfer: Das „Leistungsschutzrecht“ und Jan Fleischhauer

  1. VonFernSeher

    14. April 2011 at 15:16

    Auch wenn weder der Fleischhauer noch der Fleischklopfer das Problem erkannt haben, so gibt es das tatsächlich: Viele Organisationen und Initiativen leiden wirklich unter einer einseitigen Aktivistenstruktur, wo wenige viel leisten und viele wenig. Gesellschaftlich repräsentativ ist das selten.

    Ein guter Grund übrigens, gegen eine Verlängerung der Wochen- und der Lebensarbeitszeit zu sein. Ein schlechter Grund deswegen die Aktiven anzugreifen.

     
 
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