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Digitale Gesellschaft: Überlegungen *Update*

16 Apr

+++ 18.4.: Aufmerksamkeit! hat das hier heute Nacht gefunden: http://digitalegesellschaft.de/faq/ +++

Daß ich dem Verein grundsätzlich positiv gegenüberstehe, ist klar geworden. Ich bin kein Gründungsmitglied der @digiges, habe dort keine Funktion und keinen wie immer gearteten Einfluss. Gerne möchte ich dennoch einmal pauschal auf etliche eMails und Bemerkungen in Postings antworten, damit ich nicht alle mails einzeln abarbeiten und Blogs damit zunageln muss.

Wie gesagt – ich habe ebenso wenig nähere Kenntnisse wie die meisten anderen auch, darum beschreibe ich meine Gedanken und Vermutungen. Beginnen wir mit Planung und Veröffentlichung.

Zeitplan

Der Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Charlottenburg wurde nach meiner Kenntnis vor etwa einem halben Jahr beantragt. Vermutlich war von Anfang an beabsichtigt, die Gründung auf der re:publica bekanntzugeben, denn eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist die halbe Miete, und diese Gelegenheit zu verpassen, wäre einfach, nun ja – sträflich dumm gewesen.

Dass eine Angelegenheit ein halbes Jahr bei einem Gericht liegt, ist leider nicht ungewöhnlich; andererseits handelt es sich um einen relativ einfachen und ebenso ins Werk zu setzenden Verwaltungsakt. Abteilung: Dumm gelaufen. Aber deshalb den Termin für die Bekanntgabe verschieben? Hätte ich mir – wie bereits woanders erwähnt – auch zweimal überlegt.
Dieser Verzögerung ist es zuzuschreiben, daß weder Satzung noch weitere Einzelheiten auf der Seite zu lesen sind. Die einzig mögliche diesbezügliche ‚Transparenz‘ besteht zur Zeit darin, Verein in Gründung zu schreiben. Das Vereinsrecht ist ein deutsches Recht und wohl auch daher gründlich. Verein muss man nicht gut finden, die Rechtsform hat aber Vorteile. Deutschland ist so.

Mitglieder

Ich bin keines. Die Entscheidung der Gründer allerdings, das so und nicht anders zu handhaben, findet mein Verständnis. Um zunächst Strukturen aufzubauen und den (de facto noch nicht bestehenden) Verein erst mal auf sichere Füße zu stellen, ist ein kleiner Kreis, der zudem die Gelegenheit hat, sich persönlich zu treffen, eine gute Voraussetzung. Darin Verschwörertum zu sehen, finde ich weit hergeholt. Es geht um Glaubwürdigkeit nach allen Seiten: Gegenüber der Netzgemeinde (die in dieser Form nicht existiert, sondern ein heterogener Haufen ist), aber auch gegenüber dem politischen Gegner. Wie soll der eine Vereinigung von 1000 Menschen, die 1200 Meinungen haben, ernst nehmen?

Was gar nicht geht: Angriffe gegen die Person Markus Beckedahl (habe ich hier schon geschrieben). Er macht, während andere nur reden. Aus meiner Arbeit u.a. beim AK Zensur weiss ich, daß es weder einfach ist, viele Meinungen unter einen Hut zu kriegen, noch, daß viele Mitglieder auch viele Aktionen bedeuten: Die wirkliche Arbeit machen immer ein paar Leute, während andere – wie ich – nur sporadisch mithelfen. Die AK-Mitglieder sind deutlich viel mehr.
Unser Frontmann ist Alvar Freude, daneben etwa fünf Menschen, die tatkräftig und mit viel Zeit- und auch Geldaufwand für die AK-Ziele arbeiten. Es ist sehr einfach, per Klick für oder gegen etwas zu sein. Jahrelange Arbeit hingegen bedeutet, Freizeit zu opfern, Familienleben hintenan zu stellen, am Wochenende nicht zu Hause zu sein, und so weiter. Eigentlich sollte jeder, der das für die Allgemeinheit macht, gelobt werden. Persönliche Angriffe sind jedenfalls unangebracht, es sei denn, sie kämen von jemandem, der aus eigener Anschauung weiss, was diese Art Arbeit bedeutet. Allerdings würde so jemand vermutlich immer in der Sache argumentieren.

Namensgebung

Verständlich, aber unglücklich. Nicht jeder, so viel er im Netz unterwegs sein mag, hat Verständnis für die unwillentliche Einbeziehung seiner Person in diese Gesellschaft. Auch regelmäßige netzpolitik.org-Leser fühlen sich auf den Schlips getreten, auf diese Art ein- bzw. ausgeschlossen zu werden. Der Vereinsname ist zudem gleichzeitig ein feststehender Begriff – auch in der Politik, weshalb ‚Netzpolitik‘ genau so dämlich wäre – und wird zu Verwirrung führen. Künftig wird man spezifizieren müssen, daß man entweder den Allgemeinbegriff oder eben den Verein meint. Mehr begriffliche Klarheit wäre besser.

Parteilichkeit

Jedem, der dieses Blog liest, wird irgendwann aufgehen, daß ich eine Altlinke bin. Dennoch wird das Blog gelesen, geschätzt und zitiert. Niemand käme deshalb auf die Idee, meine Beiträge als ‚besser‘ oder ’schlechter‘ zu bewerten; möglicherweise wird er mich anderen, ‚rechteren‘ Blogs gegenüberstellen, aber das war’s dann auch. Wir haben alle unsere Geschichte und unsere Meinung, damit müssen unsere Umwelt, Freunde und Feinde, leben.

Markus hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß er bei den Grünen ist. Inwiefern das nun als Einordnung der Digitalen Gesellschaft dienen soll, erschliesst sich mir nicht. Er hat eine politische Richtung gewählt und bekennt sich zu ihr. Unheimlich wäre mir, wenn ich das nicht wüsste und gar keinen Hinweis auf die politische Ausrichtung einer Person fände.

Schluss

Politische Betätigung halte ich für wichtig und richtig. Die Beschäftigung mit Programmen und Aussagen, erst recht mit Gesetzesvorhaben, sollte eine persönliche Verpflichtung jedes Bürgers sein. Am Stammtisch meckern kann jeder; die sachliche Auseinandersetzung scheuen die meisten. Jeder, der Name und Gesicht für politische Aktion gibt, ist zu begrüßen.

Die anstehenden netzpolitischen Auseinandersetzungen werden über wichtige Entscheidungen den Weg in die Zukunft weisen. Ich möchte, daß das eine Zukunft mit allen denkbaren Möglichkeiten wird, so wenig reglementiert und eingeschränkt wie nötig. Ich möchte auf gar keinen Fall der sogenannten Sicherheit meine persönlichen Grund– und Freiheitsrechte opfern. Risiko gehört zum Leben, die gefahrlose Umwelt ist nicht zu haben.

Bitte packt euch an die eigene Nase: Wofür würdet ihr Name und Gesicht geben? Würdet ihr Freizeit und womöglich Geld für etwas eintauschen, das mühsam und nervig ist? Wahrscheinlich eher nicht. Dann nörgelt aber bitte nicht über die, die es tun. Bringt statt dessen eure – vermutlich berechtigte – sachliche Kritik dort ein, wo sie etwas bewirkt. Und behandelt vielleicht diejenigen, die sich offen für etwas einsetzen, ein bißchen besser.

 
37 Kommentare

Verfasst von - 16. April 2011 in Leben

 

37 Antworten zu “Digitale Gesellschaft: Überlegungen *Update*

  1. Jens Best

    16. April 2011 at 15:51

    Full ACK

     
  2. sanczny

    16. April 2011 at 16:05

    Es kann aber nicht einer Verzögerung beim Gericht zugeschrieben werden oder „dem deutschen Recht“, wenn ein Verein (auch in Gründung) seine Satzung nicht veröffentlicht. Ein Verein braucht eine Satzung um überhaupt zum Vereinsregister angemeldet werden zu können. Wenn die Vereinsregisteranmeldung veranlasst wurde, existiert auch eine Satzung.

     
  3. opalkatze

    16. April 2011 at 16:34

    Im Gegensatz zu *gewissen* anderen Leuten bin ich kein Rechtsversteher, das wäre also ein Grund, nachzufragen. Wie auch sowieso: Warum steht die geplante Satzung nicht auf der Seite? Danke für den Hinweis :)

     
  4. sleepless

    16. April 2011 at 17:01

    @sanczny das wäre höchstens ein entwurf. manchmal macht man 10 satzungsentwürfe, bis das gericht grünes licht gibt. boah. ne. mich interessiert, was der verein tun wird. nicht, wie seine provisorische i.G. Satzung gepinselt ist.

     
  5. bee

    16. April 2011 at 19:50

    So Leid es mir tut, das geht nicht. Das kann nicht gehen. Eine geschlossene Gesellschaft, die top-down entscheidet, alle Aspekte des Digitalen zu… ja, was eigentlich? zu thematisieren?

    Klare Ziele sind anders; der Verein überlädt sich, als würde man nur auf möglichst breiter Front einen Kampf aufnehmen wollen. Wie soll allein der extrem vielschichtige und strukturell nur über höchste Instanzen (EU, Global Player der Medienindustrie) verhandelbare Punkt digitaler Urheberrechte angesprochen werden? Wie oft haben wir nicht schon Open Data diskutiert, was soll hier mehr kommen als eine Wiederholung der bereits bekannten Argumentationslinien? Es gibt ja durchaus Kompetenzzentren für diverse Einzelaspekte, den AK Zensur für Websperren, FoeBuD für Datenschutz usw. Wird das eine Koordinationsstelle? eine Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft, NGOs und Medien? Ich sehe ja nicht einmal, ob in diesem Sack überhaupt eine Katze steckt.

    Eine geschlossene Gesellschaft aufzubauen, sprich: die üblichen Verdächtigen, deren Namen jeder kennt, die ständig in Öffentlichkeit und Medien präsent sind und ohnehin genug Pensum zu erledigen haben – eine nach Eigenbezeichnung Lobbyistengruppe ins Leben zu rufen, die die Strukturen abbildet, die sie bei anderen ablehnt, das ist bemerkenswert. Kurzfristig wird man erhöhte Aufmerksamkeit bekommen, aber mittelfristig werden die Beteiligten ihre Reputation beschädigen. Langfristig wird sie keiner mehr ernst nehmen, weil diese Struktur nur mit der Konfrontationshaltung funktionieren kann, die schon auf der anderen Seite Konflikte schürt.

    Mit etwas Ironie könnte man meinen, hier würde versucht, diese ominöse „Netzgemeinde“, von der Journalisten und Politik schwadronieren, als sei das Internet eine Geheimveranstaltung von Trickbetrügern, Kinderschändern und Raubvölkermordkopierern, zu einem Popanz aufzublasen. Früher wurde das Private als das Politische erkannt, jetzt erkennen wir, wenn wir denn nachdenken, das Digitale als das Normale. Ich habe vor dem Kontaktformular gesessen und mich gefragt: willst Du das? trägst Du Dich da ein, stellst Du Deine Arbeit zur Verfügung (was übrigens kein Argument für oder gegen Kritik ist, man kann sich auch in seiner Freizeit und unter finanziellen Opfern für undemokratische Ziele einsetzen), nennst Du hier Deinen Namen? Nein. Ich brauche weder einen digitalen Partyservice noch eine Herde Vorturner, die wichtig sind, weil sie wichtig sind.

     
  6. Aufmerksamkeit!

    16. April 2011 at 19:54

    Ich habe mich kurz gefragt, ob ich jetzt unter *gewisse* andere Leute falle und damit hier wohl nicht kommentieren darf/sollte.
    Ich traue mich trotzdem :-)

    Generell: bin ich überrascht, dass du da gleich mittun wolltest (keine Kritik) und anscheinend keine Fragen hattest. Das ging mir anders.

    Zeitplan: Kann ich nachvollziehen, aber dann sollte man die Satzung und die Mitglieder, die nach Eintrag ins Vereinsregister sowieso jeder nachschauen kann, doch nennen. Das weckt nicht geade Vertrauen. Nicht bei einer Gründung, die sich selbst Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat.

    Mitglieder: wie erwähnt sollten die Gründungsmitglieder bekannt sein.

    Namensgebung: hat was Anmaßendes, zumindest, wenn man keine Beteiligung der digitalen Gesellschaft will. Das kann man so entscheiden, keine Frage, aber dann sollte man im Namen auch nicht einen falschen Eindruck erwecken.

    Parteilichkeit: es wirft niemand Markus Beckedahl vor, dass er Mitglied bei Bündnis90/Die Grünen ist, zumindest tue ich das nicht. Das Impressum weist ein weiters Grünenmitglied aus und einen wichtigen Mitarbeier der Böll Stiftung. Die Frage muss also erlaubt sein, ich hatte sie in deinem Beitrag bei Carta schon gestellt, ob die „Digitale Gesellschaft e.V. i.Gr. ein Verein der „Grünen“ ist oder nicht. Ist eine einfache Frage, die man mit ja oder nein beantworten kann. Und natürlich ist politisches Engagement gut.

    Von persönlichen Anfeindungen gegen Markus Beckedahl halte ich auch gar nix!

     
  7. sanczny

    16. April 2011 at 20:12

    Deine Argumentation hört sich an, als würde das Gericht einen Entwurf erst zur Satzung „befördern“. So ist es aber nicht. Wer sich zum Vereinsregister anmeldet hat eine Satzung vorzulegen, keinen Entwurf. Wenn diese nicht den Anforderungen entspricht, muss der Verein eben nachbessern.

     
  8. Stefan

    16. April 2011 at 20:13

    Wenn man die Diskussion über Digitale
    Gesellschaft im Netz verfolgt ahnt man, warum Markus den Weg gewählt hat, den er jetzt geht: Es hätte Monate gebraucht, auch nur den ersten Schritt zu machen.
    Wenn sich DG an Greenpeace orientiert wird Campaigning eine der wichtigsten Aufgaben sein. DG ist dann auch nicht eine Organisation wie eine Partei oder ein Verband – und das ist glaube ich vielen nicht klar – sondern eher mit einer Agentur zu vergleichen. Und die muss schnell, gut und schlagkräftig sein. Dass können Markus und DG gut schaffen.

     
  9. opalkatze

    16. April 2011 at 20:16

    Ach bee, mach einen besseren Vorschlag. Nur Lobbyismus kann auf Lobbyismus erwidern; dazu gehören Leute, Zeit und Geld. Nicht auszudenken, was zum Beispiel der AK Zensur bewirken könnte, wenn er Geld hätte, um hauptamtliche Mitarbeiter zu bezahlen – mindestens einen in Berlin und einen bei der EU … Das alles wird dennoch geleistet, ehrenamtlich, mit privatem Einsatz von Leuten, Zeit und Geld. Die wirklichen Lobbyisten haben ganz andere Möglichkeiten; um so erstaunlicher sind die Erfolge, die der AKZ erreicht hat.

    Das mit dem ‚wichtig‘ hatte ich hier schon gesagt. Dieser Teil der Diskussion ist mir einfach zu unsachlich.

     
  10. opalkatze

    16. April 2011 at 20:32

    Wie ich sehe, hast du die Anspielung verstanden ;D Und du darfst immer herzlich gerne kommentieren (wie übrigens alle, die sich an die Netiquette halten).

    Manche Entscheidungen kann ich schnell treffen, weil ich den entsprechenden Gedanken irgendwann vorher schon mal zu Ende gedacht habe. Wie gesagt: Ich meckere lieber drinnen als von ausserhalb.

    Mit der Zeitplanung scheint einiges schief gelaufen zu sein, wenn ich die hau-schnau-Änderungen an der Seite während der re:publica richtig gedeutet habe. Ja, der Name ist unglücklich. Die Frage wegen der Grünen, wie du sie stellst, ist verständlich und legitim; andere haben da allerdings deutlich verschwörungstheoretische Vorstellungen geäussert.

     
  11. Aufmerksamkeit!

    16. April 2011 at 20:36

    Wie ich sehe, hast du die Anspielung verstanden ;D

    Ja, aber warum hast du mir auf Carta auf die Fragen dann nicht geantwortet?

     
  12. opalkatze

    16. April 2011 at 20:43

    Sehe ich genau so. Man kann ihnen wohl kaum vorwerfen, von Campaigning keine Ahnung zu haben, um so mehr erstaunt ja die Kommunikation während der Bekanntgabe. Die Vorgehensweise an sich finde ich absolut einleuchtend und richtig. Ein paar Dinge gehen einfach besser, wenn es eine Galionsfigur gibt, die sich die rote Mütze aufsetzt; dafür allen Respekt. Ich habe eine kleine Vorstellung davon, worauf die sich da einlassen.

     
  13. opalkatze

    16. April 2011 at 20:46

    Entschuldige – hab die letzten Tage fast nur gelernt, war kaum auf Twitter oder Facebook und hab auch alles andere ziemlich vernachlässigt. Ich gelobe Besserung.

     
  14. Aufmerksamkeit!

    16. April 2011 at 20:54

    Na, dann entschuldige ich mich. Sollte jetzt nicht so insistiv rüberkommen :-)

    Hoffe, dein Studium läuft gut? Alles Gute weiterhin!

     
  15. bee

    16. April 2011 at 22:26

    Ich bitte um Entschuldigung, aber der bessere Vorschlag steht bereits da. Wenn ich sage, dass der Vereinszweck mit Transparenz und Open Data und Verbraucherschutz unübersichtlich bis unrealistisch wird, heißt das: konzentrieren auf die Ziele, die real zu verwirklichen sind, ohne sich am Ende in Symbolpolitik zu verlieren. Wenn ich diese, vorsichtig ausgedrückt, unprofessionelle Media-Strategie moniere, heißt das: planmäßig vorgehen, denn keiner wird eine Organisation ernst nehmen, die am Anfang erstmal ohne nennenswerte Aussage in die Öffentlichkeit tritt. Und so weiter.

    Jeder, der andere zur Aktivität auffordert, sollte „Bitte“ und „Danke“ sagen können. Man kann in meiner Freizeit Wale retten, Kinder, den Regenwald oder den Dativ. Warum also die Welt?

     
  16. chw

    16. April 2011 at 22:52

    Von allen Kommentaren, die ich bisher zur DG gelesen habe (und das waren etliche), kommt deiner meinen eigenen Gedanken am nächsten. Es ist in den letzten Jahren einfach ein paar Mal zu oft vorgekommen, dass die Weltrevolution ;) in Sachen Manpower an die Grenzen gestoßen ist, derweil die jeweilige Gegenseite mit Fulltime-Lobbyisten gut arbeiten konnte.

    Dennoch wird sich die DG auch kritisch hinterfragen lassen müssen, denn grade unter Transparenz-Aspekten lief da, soweit es sich bislang darstellt, einiges unrund. Und spätestens wenn ich das Gefühl bekomme, dass da bloß nützliche Idioten gesucht werden, ist der Sympathie- und Vertrauensvorschuss, den ich dem Verein derzeit gern einräume, schnell aufgebraucht …

     
  17. opalkatze

    17. April 2011 at 00:05

    Nee, hatte ich schon richtig verstanden :) Ja, es ist in Schwung gekommen und läuft jetzt gut; musste mich erst wieder an die Routine gewöhnen. Dankeschön!

     
  18. opalkatze

    17. April 2011 at 00:17

    Ich glaube, daß die Richtung eher Campaigning als Verfolgung gleich bleibender Vereinsziele ist (wie Stefan auch oben sagte). Von daher ist es wohl schwierig, für ein konkretes Anliegen zu werben; Campact oder Greenpeace könnten das auch nicht. Das hört sich, wenn man den Vereinsgedanken in den Vordergrund stellt, schon nach Welt-retten-wollen an, geht aber so aus den oben verlinkten Erläuterungen nicht hervor. Ich denke, daß wir einfach ‚Verein‘ irgendwie immer mit ‚Ziel‘ konnotieren.

     
  19. opalkatze

    17. April 2011 at 00:51

    Ja, Vorwurf und Kritik muss sie sich gefallen lassen, die Darstellung war zum Teil recht unglücklich. Vor allem, daß die Mitglieder und eine Satzung nicht auf der Seite stehen, hat viele gestört.

    Ausgehend vom Kampagnengedanken weiss ich allerdings nicht, wie man den Aufruf zum Mitmachen ‚richtig‘ hätte darstellen sollen. Siehe oben: Da spukt zu viel ‚Verein‘ in den Köpfen herum, eine Vorstellung, die ja auch deutlich eher zu greifen ist.

     
  20. Lena

    17. April 2011 at 12:58

    Mal noch kurz hallo hier und dank dir für den Kommentar,

    ich bin auch gespannt, was in nächster Zeit passiert – wenn die Stammtischparolen mal langsam leiser werden und, wie du schreibst, die nächsten Entscheidungen anstehen. Bin im Moment auch etwas ratlos, was das alles angeht.

     
  21. opalkatze

    17. April 2011 at 13:11

    Hai, nett, dich hier zu treffen :)

    Die DG geht auf jeden Fall in die richtige Richtung – ohne Geld bewegt sich da gar nix (und ich weiß ziemlich genau, wovon ich spreche). Kampagnen zu machen, erfordert einigen Aufwand, ist aber vermutlich das einzige zielführende Instrument. Auch Ausdauer bewirkt eine Menge, ist aber ebenfalls mit Geld deutlich einfacher.

    Ansonsten: AK Zensur und AK Vorrat freuen sich über engagierte Mitglieder ,)

     
  22. Lena

    17. April 2011 at 13:18

    Ja, Geld, das große Problem. Aber amit die DG da rankommen kann (und um sich nicht mit anderen Lobbyorganisationen, insbesondere der Content-Lobby, gleichzustellen), braucht sie mehr Transparenz, und, sich hoffentlich daraus ergebend, mehr Akzeptanz.

    Ich sollte da ernsthaft drüber nachdenken … mir brennt da so einiges unter den Fingernägeln :)

     
  23. opalkatze

    17. April 2011 at 13:46

    Gute Idee. Mach mal, vielleicht laut (= schriftlich) zum Mitdenken?

     
  24. Lena

    17. April 2011 at 14:01

    Mach ich. Du wirst von mir hören :)

    Gegenanfrage: Magst du mal über das „lebende Beispiel“ laut reden? Ich hätte da ein paar Fragen …

     
  25. opalkatze

    17. April 2011 at 14:09

    Gerne per mail opalkatze [ätt] googlemail [dott] com.

     
  26. VonFernSeher

    17. April 2011 at 22:14

    Bitte packt euch an die eigene Nase: Wofür würdet ihr Name und Gesicht geben? Würdet ihr Freizeit und womöglich Geld für etwas eintauschen, das mühsam und nervig ist? Wahrscheinlich eher nicht. Dann nörgelt aber bitte nicht über die, die es tun.

    Ich hoffe, dass es dann bei mir zumindest zum Nörgeln reicht. (Gibt es da eine Tabelle, wo ich nachschauen kann?) Und ich finde tatsächlich, dass es auf die Taten ankommt. Nur gibt es die noch nicht. Markus Beckedahl macht viel, aber davon ist nunmal auch viel Reden – für die Außendarstellung. Daraufhin darf man auch seine Person angreifen (das ist ein Unterschied zu „persönlich werden“).

    Ach bee, mach einen besseren Vorschlag. Nur Lobbyismus kann auf Lobbyismus erwidern; dazu gehören Leute, Zeit und Geld.

    Macht bee doch. Kritik ist doch schon ein erster Schritt zur Teilnahme und dass alle laut „Feedback!“ schreien, bis es dann wirklich kommt, ein alter Hut.

    Dass man Lobbyismus nur mit Lobbyismus begegnen kann, halte ich für falsch und für eine „Altlinke“ klingt das auch sehr resigniert. Wie ich schon vorher schrieb, bringt Lobbyismus für die „digitale Gesellschaft“ m.M.n. nichts, weil es tatsächlich auf Lobbyismus für alle hinausläuft (wen wollte man bitte ausschließen wollen aus der digitalen Gesellschaft?). Und Lobbyismus für alle ist nunmal kein Lobbyismus. Ist ja auch nicht schlimm.

    Ich glaube, daß die Richtung eher Campaigning als Verfolgung gleich bleibender Vereinsziele ist (wie Stefan auch oben sagte). Von daher ist es wohl schwierig, für ein konkretes Anliegen zu werben; Campact oder Greenpeace könnten das auch nicht.

    Warum muss es dann ein solcher Verein sein? Warum muss er dann „Digitale Gesellschaft“ heißen? Wenn Markus Beckedahl mit ein paar Gleichgesinnten sich Unterstützung für seine Anliegen und seine Kampagnen suchen will, kann er doch einen „netzpolitik.org e. VdFuF“ gründen. Der hat dann auch ein astrein klares Vereinsziel: Die Förderung der Arbeit von netzpolitik.org. Fände ich eine Spitzenidee, vielleicht würde ich auch mal – zweckgebunden – spenden.

    Aber sich hinzustellen und von einem Lobbyverband für alle, die sich mal irgendwo im Internet bewegen, zu reden, Transparenz und Teilhabe zu versprechen und dann so herauszukommen, empfinde ich als dreist und als PR-Maschine.

    Es gibt so wenig eine sinnvolle politische Vertretung für alle Internetnutzer, wie die für alle, die mindestens ein Telefon besitzen oder ans Stromnetz angeschlossen sind. (sprich: Auch wer Netzsperren gut findet und auf sein Kuschelkissen ein Friedrich-Portrait aufgebügelt hat, ist Teil der digitalen Gesellschaft.)

     
  27. Aufmerksamkeit!

    18. April 2011 at 00:07

    Nun kennen wir ein weiteres Gründungsmitglied:
    http://www.falk-lueke.de/index.php/2011/04/17/digitale-gesellschaft/ und auch er ist bei Bündnis 90/Die Grünen (Berlin-Mitte, wie man der Seite der „Grünen“ entnehmen konnte)

     
  28. opalkatze

    18. April 2011 at 01:27

    *kicher* Neues Spiel: Ostereier suchen Mitglieder raten.

     
  29. Aufmerksamkeit!

    18. April 2011 at 01:57

    Jetzt bald nicht mehr :-)
    http://digitalegesellschaft.de/faq/

     
  30. VonFernSeher

    18. April 2011 at 05:34

    Das ist ja eine interessante Wortwahl. Die „digitale Gesellschaft“ zieht also wohl in den Krieg gegen das Böse und fühlt sich – wie einst die britische Luftwaffe – als gerechter David (an der Spitze einer „Bewegung“).

    Und Basisarbeit ist zu mühselig und verwässert nur. Aber Stellungnahmen für die Basis abgeben soll noch gerade so drin sein. Nein, das hat mich jetzt irgendwie immer noch nicht überzeugt.

     
  31. opalkatze

    18. April 2011 at 08:44

    @Aufmerksamkeit!
    Ah, danke. Ja, so hatte ich mir das in etwa gedacht.

    @VonFernSeher
    Abhängig von Zweck und Zielen bieten sich unterschiedliche Strukturen an. Ich bleibe bei meiner Ansicht, daß eine kleine ‚Führungsspitze‘ für effiziente Aktionen klar besser ist als eine Org, in der alles erst mal ein halbes Jahr diskutiert wird. Ich weiß, warum, und habe das im Text ja auch begründet.

     
  32. Volker

    18. April 2011 at 10:37

    Irgendwie verstehe ich diese ganze Diskussion gerade so gar nicht.

    Da gründet sich ein Verein, um Lobby für Bürgerrechte etc. zu machen und was macht der deutsche Michel? Erst mal rummaulen, er wäre nicht gefragt worden.
    Rumnölen, dass es noch keine Aktionen gegeben hätte.
    Quaken, dass noch keine Transparenz besteht (was soll das eigentlich sein, hm?).

    Sorry, wenn ich das so böse schreibe, aber spätestens seit Zensursula und VDS kann man sich netzpolitisch engagieren. Ich frage mich, ob die ganzen Kritiker das auch tun. Wenn ja, OK. Wenn nein, Bitte macht.

    Randbemerkung: Der CCC ist auch ein Verein, ebenso der Bitkom, Greenpeace oder Lobbycontrol. Kann es sein, dass so mancher Kritiker gegenüber Vereinen irgendwie ein Vorurteil hat (Böse, Mauschelei, Vereinsmeier, etc.)?

    Ich werde erst einmal abwarten und in ein paar Monaten mir ein Urteil dazu erlauben. Sonst kann ich auch über ungelegte Eier reden.

     
  33. VonFernSeher

    18. April 2011 at 14:29

    Ich habe nie etwas gegen eine kleine Führungsspitze gesagt. Die Frage ist doch aber, wie diese Führungsspitze zusammenkommt und wofür man sie benutzt. Wer einen gemeinnützigen Verein mit solch umfassenden Zielen gründet und dann gleichzeitig den Menschen mitteilt, sie dürften ja gerne die Führungsspitze (und die Angestellten) finanzieren, aber keinesfalls mit über die Führungsspitze (und damit die Angestellten) entscheiden, muss sich Nachfragen gefallen lassen. Und wer sich für das Sprachrohr einer Gesellschaft hält, aber keinen mitsprechen lässt in seinen Strukturen, auch.

     
  34. VonFernSeher

    18. April 2011 at 14:49

    Ich weiß nicht, was all die anderen Kritiker so machen, aber ich kenne mich ein wenig mit Vereinen, Initiativen und öffentlichen Einrichtungen zur Mitbestimmung aus. Ich finde aber gerade nicht, dass das eine Grundvoraussetzung sein muss, um das Vorgehen anderer zu kritisieren. Ich finde, zum Begriff des deutschen Michels* passt viel eher diese inzestuöse Denkweise: „Zeig erst mal selbst etwas vor und dann kannst du mich vielleicht kritisieren.“ Wenn jemand meint für jemand zweiten sprechen zu können, dann sollte er auch gewillt sein, ihm erst mal zuzuhören.

    Außerdem kann ich von Gemaule dort, wo ich bisher darüber lese, wenig erkennen. Die Allermeisten tragen ernsthafte Bedenken vor. Sie haben sich Gedanken zu der Idee gemacht und kritisieren jetzt konstruktiv. So etwas sollte man, wann immer man es bekommen kann, dankbar annehmen und produktiv einsetzen.

    Ich werde erst einmal abwarten und in ein paar Monaten mir ein Urteil dazu erlauben. Sonst kann ich auch über ungelegte Eier reden.

    Tja, blöd nur, dass gelegte Eier halt schon draußen sind. Schale, Größe, Inhalt – alles schon fertig. Man kann denen dann leider meistens nur noch einen anderen Anstrich verpassen, aber dafür kritisieren die meisten ja nicht. Und ab nächster Woche sollte der Anstrich wieder in den Hintergrund treten.

    Ich glaube ja auch, dass – auch wenn sie es nirgends schreiben – einige der Verlautbarungen jetzt so nicht geplant waren und schon auf die Kritik zurückzuführen sind. Dann hätte das Nörgeln ja doch noch was gebracht.


    *Dies ist ein Genitiv.

     
 
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