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Digitale Gesellschaft bei Wolfgang Michal: Eine Antwort

07 Mai

Wolfgang Michal hat „Die Digitale Gesellschaft: Getrennt marschieren, vereint …“ geschrieben. Einige der Kommentare veranlassen mich zu einer Antwort.

Gezz ma Butter bei die Fische: Innerhalb der verschiedenen Interessengemeinschaften, die sich in irgendeiner Form mit Netzthemen beschäftigen, gibt es eine ganze Reihe an Überschneidungen. Menschen, die für die DigiGes arbeiten, sind vielleicht auch in einem der AKe aktiv (http://ak-zensur.de/, http://www.vorratsdatenspeicherung.de/static/portal_de.html). Vielleicht sind sie auch gleichzeitig Mitglieder der Grünen, der SPD oder der Linken (nein, der CDU oder CSU wohl eher nicht), oder sie sind parteilos. Sie sind Germanisten, Anwälte, IT- oder PR-Leute, Taxifahrer, Lehrer oder arbeitslos. Sie engagieren sich außerdem an ihrer Uni, bei Bürgerinitiativen, gegen den Zensus, in ihrer Gemeinde, oder sie wollen einfach nur die Atomkraft weg haben. Womöglich züchtet auch jemand Dachsbracken; keine Ahnung. Ihre Interessen oder Beweggründe sind dauerhafter oder sporadischer Natur. Ihr Einsatz für politische Ziele ist interessen- oder zeitbedingt. Wupps – einmal quer durch den Garten. Und nun?

Natürlich ist es einfach, gegen einen klar definierten Gegner loszulegen. Aber vielleicht sollte man auch sehen, daß nicht alles so einfach ist, wie es zunächst aussieht.

 
14 Kommentare

Verfasst von - 7. Mai 2011 in Blogs, Europa, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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14 Antworten zu “Digitale Gesellschaft bei Wolfgang Michal: Eine Antwort

  1. C.K.

    7. Mai 2011 at 20:55

    Vielleicht aber auch nicht?
    Vielleicht sind mehr als die Haelfte der Gruender Gruene, welche Menschen aus der SPD nicht gefragt haben, obwohl es in Kernpunkten der Netzpolitik Einigkeit gab und die Beteiligten auch voneinander wissen?

     
  2. opalkatze

    7. Mai 2011 at 22:25

    Mag sein, dann kann ich aber nur wieder sagen: Trommeln, meckern, sagen: ich will auch. Jegliches Beleidigtsein oder sich übergangen fühlen ist kontraproduktiv und hilft niemandem weiter. Die Frage, ob die bestehenden Verhältnisse bzw. das Anliegen, sie zu ändern, oder persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund stehen, kann sich jeder selbst beantworten.

     
  3. C.K.

    8. Mai 2011 at 12:29

    Der Sachverhalt ist aber nicht so herum. Sondern so, dass zur Gründung bestimmte Leute angesprochen wurden, andere nicht. Und nun, nach dem Meckern, sagen die Leute, sie wollen keine neuen Mitglieder „erstmal“, sinngemäß.
    Wenn ein Kind zu Mama Bunse kommt und sagt: „Sie wollen nicht mit mir spielen, ich habs denen gesagt“, dann sagt Mama Bunse „Sag denen, ich will auch, Du bist kontraproduktiv“. Hä?

     
  4. opalkatze

    8. Mai 2011 at 13:02

    Nee, Mama Bunse sagt: „Sag denen, die sollen dich mitspielen lassen, sonst kipp ich denen Sand ins Zimmer!“

    Ernsthaft: Nix gegen die Piraten oder sonstige basisdemokratische Modelle, doch bis alles durchdiskutiert ist, vergeht viel zu viel Zeit. In einer Lobbyorganisation ist häufig schnelles Handeln erforderlich, was flache Strukturen (= kurze Wege) erfordert – brauche ich dir ja nicht zu erzählen. Von daher habe ich für die Organisationsform volles Verständnis.

     
  5. VonFernSeher

    10. Mai 2011 at 05:15

    Das Internet hat keine Lobby. Lass es mich mit der Bauchbinde „Stromkunde“ im Verbrauchermagazin vergleichen.

    [ Ich würde gerne noch ganz viel dazu schreiben, aber in <17 h ist Abgabetermin für einen Forschungsantrag und ich habe die letzten vier Tage damit verplempert auf einen Internetanschluss zu hoffen. Bald.]

     
  6. opalkatze

    10. Mai 2011 at 14:29

    Für beides viel Erfolg :) Dem Rest sehe ich geduldig entgegen … *Leidensmiene aufsetz*

     
  7. VonFernSeher

    12. Mai 2011 at 01:46

    Na, wenn es dir eine Leidensmiene verpasst, dann behalte ich die Antwort für mich…

     
  8. opalkatze

    12. Mai 2011 at 12:06

    Feigling.

     
  9. VonFernSeher

    12. Mai 2011 at 18:31

    Wieso? Ich bin nur tierlieb.

     
  10. opalkatze

    12. Mai 2011 at 19:53

    Du weisst schon, daß mich so viel Rücksichtnahme von dir mißtrauisch macht, ne?

     
  11. VonFernSeher

    14. Mai 2011 at 15:37

    Ich versuche immer rücksichtsvoll zu sein, was ja nicht heißt, dass ich nicht anstrengend bin. Und Anstrengung ist für mich etwas Positives. Aber ich wollte mir ja nicht nachsagen lassen, ich würde Katzen (dazu noch aus seltener Art) quälen. Die kriegen mich bestimmt auch hier ;)

    Zur Sache, Kätzchen*:
    Mein Vergleich mit der Bauchbinde „Stromkunde“ war ganz ernst gemeint. Denn es sind ja tatsächlich nicht alle Menschen auf der Welt Stromkunden, die meistens davon wohl unfreiwillig, weil sie einfach keinen Zugang haben. Die Durchsetzung ist zugegebermaßen deutlich höher als beim Internetanschluss, aber Wechselstrom kennen wir ja auch schon etwas länger.

    Die meisten Menschen, die nicht zur digitalen Gesellschaft gehören (wobei ich damit die Definition verwende, aber nicht akzeptiere), haben sich dazu auch nicht selbst entschlossen. Sie sind ausgeschlossen (worden) duch technische Hindernisse: informationstechnisch, bildungstechnisch, infrastrukturell,…

    In Deutschland sind das (außerhalb der Präsidien der Volksparteien) relativ wenige, in den meisten Ländern ist das glatt die Mehrheit. Noch. Denn so wie das mit den Vorzügen des Stroms ging, wird auch der Anschluss ans Internet mit den Jüngeren als Standard kommen.

    Und dann kommt da eine kleine Gruppe von uns Mittelalten und gründet eine Lobbyorganisation für die angebliche Minderheit, die schon bald die Mehrheit sein wird. Sie schottet sich organisatorisch erstmal ab, um dann aber gleichzeitig den Anspruch zu stellen (in Wort und Wortmarke), für alle Mitglieder der digitalen Gesellschaft zu sprechen und sie sogar legislativ beratend zu vertreten. Und denjenigen, die vorsichtig nachfragen, woher man denn das Mandat nehme, wird vorgeworfen, sie seien destruktiv und kleingeistig.

    Ich bin völlig davon überzeugt, dass man sich in Sachen Netzpolitik vernetzen muss und mehr Sachverstand in die Volksvertretung tragen, aber dann bitte auf Basis von Kompetenz und nicht von persönlichen Bindung oder örtlicher Anbindung. Und bitte nicht „Wir gegen die“, sondern „Wir mit denen für alle“. Wie beim Strom: Es sollte halt nicht nur eine Partei geben, die sich damit auskennt.

    *jaja, zwei Schokotaler in die Schlechteswortspielkasse

     
  12. opalkatze

    14. Mai 2011 at 15:46

    LINDT! Lindt-Schoggi, bitte!

    Ich akzeptiere deine Einwände, habe aber bereits alles dazu gesagt, von dem ich meinte, es sagen zu müssen. Da werden wir uns einfach nicht einig.

    Ich bin und bleibe der Meinung, daß es Dinge gibt, bei denen sich einer die rote Mütze aufsetzen muß; über Form und Hintergründe kann man in diesem Fall sicherlich streiten.

    Das mit dem „mittelalt“ habe ich geflissentlich überhört, du ahnst, weshalb.

     
  13. VonFernSeher

    16. Mai 2011 at 18:00

    Da werden wir uns einfach nicht einig.

    Eben. Ich verbuche das mal als Punkt über Bande auf meiner Argumentationsseite ;)

    Das mit den Markenwünschen wird indes schwierig hier, aber sollte ich dereinst wieder in Aachen weilen, darfst du dich auf diesen Wechsel berufen und ein Ein-Kilo-Bruchpaket einfordern.

     
  14. opalkatze

    16. Mai 2011 at 18:38

    Boah ey. DAS versüsst deine kleine Nickeligkeit natürlich – glaub mir, daß ich darauf zurückkomme :]

     
 
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