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Fleischklopfer: „Die Linke“ = Rote Armee Fraktion + NPD (Update)

31 Mai

Das Pantoufle hat ein bißchen Recherche betrieben und einen weiteren Text zum Thema geschrieben – bitte hier entlang »

Wohin es führt, wenn man außerstande ist, auch nur die gröbsten Differenzierungen wahrzunehmen oder man 60 Jahre Geschichte einfach nicht zur Kenntnis nimmt, ist diese Woche in Fleischhauers schwarzem Kanal wieder zu begutachten.
Es geht auch diese Woche – natürlich – wieder gegen die Linke; die linke Weltanschauung an sich, die Partei „Die Linke“, die Rote Armee Fraktion und vermutlich alle des liberalen Flügels der CSU Linksseitigen.
Diese Art der Weltsicht mag dem halbwegs informierten Leser zwar etwas radikal vorkommen, aber so ist nun mal die kleine, überschaubare Welt dieses Schreibers gestrickt. Aufhänger an diesem Montag: Antisemitismus von links!

Wie Fleischhauer zufällig richtig feststellt, spielt Antisemitismus außer bei faschistischen Parteien heutzutage keine Rolle mehr. Daß diese, wie er bemerkt, nicht im Bundestag sitzen, sondern nur in einigen Länderparlamenten, ist nicht sein Verdienst. Wer wie Fleischhauer den Begriff des Rechtspopulisten versucht hoffähig zu machen, arbeitet ja daran, das sich das bald ändert. Aber das begreift er natürlich nicht: Es ist „Die Linke“, bei der er Antisemitismus feststellt und die er im selben Atemzug mit der NPD nennt.

Fleischhauer stellt also dumpfe faschistische Ausrottungsphantasien der Ultrarechten mit der meist berechtigten Kritik an Israels Nahostpolitik gleich.
Das ist mutig!
Passt man sich dem Niveau dieser Argumentation kurz an, könnte man ebenso gut Barack Obama Antisemitismus unterstellen, wenn er Israel dazu aufruft, sich auf die Grenzen von 1967 zurückzuziehen. Das möchte ich sehen, welchen Rumpelstilzchentanz Fleischhauer aufgeführt hätte, wäre dieser Vorschlag von der Partei „Die Linke“ gekommen!

Die Beispiele in seinem Artikel bleiben bei dieser Ausgangslage zwangsläufig sowohl unter der Gürtellinie als auch fern der Realität. Es ist eben nicht Antisemitismus, wenn man den jahrzehntelangen Kriegszustand beendet sehen will, der zum großen Teil von Israel und dem Westen verschuldet ist, dessen völkerrechtswidriges Gebaren gebetsmühlenartig mit dem Existenzrecht Israels begründet wird und das im Laufe der letzten 30 Jahre nur zu einem geführt hat: Der Radikalisierung aller beteiligten Parteien. Das Verhältnis Israels zu seinen Nachbarn gleicht eher einer Wiederauflage der Apartheidspolitik Südafrikas – dagegen seinen Protest zu äußern, ist schwerlich als Antisemitismus zu bezeichnen.
Unter anderem dagegen hat „Die Linke“ in Bremen protestiert, als sie zum Boykott israelischer Waren aufrief. Der Waren nämlich, die in den besetzten Gebieten Israels angebaut werden und als „made in Israel“ verkauft werden – ein klarer Rechtsverstoß.

Wenn die Linke sitzenbleibt, wenn ein israelischer Politiker den deutschen Bundestag oder eine Feier in Deutschland besucht, ist das im äußersten Fall eine Ungehörigkeit; das aber auch nur, wenn man vergisst, welche Prunkempfänge jedem mörderischen Potentaten oder Diktator bereitet werden, wenn man sich auch nur ein mittelmäßiges Geschäft davon verspricht … Gaddafi und Mubarak mit ihrer „liberalen Haltung“ gegenüber Israel … schon vergessen?
Egal, der Feind steht „links“ oder dort, was Fleischhauer dafür hält, und so fabuliert er weiter, wie er sich linkes Gedankengut vorstellt:
„Man muss sagen, es war schon immer eine Spezialität der radikalen Linken, die Juden als Problem zu sehen, jedenfalls im Westen der Republik.“ … „An den Positionen, in denen sich die Kapitalismuskritik mit Warnungen vor einer finanzmächtigen Israellobby verbindet, hat sich allerdings nichts geändert.“
Von welchem NPD-Flugblatt hat er das denn bitte abgekupfert? Stand da im Original „Finanzjudentum“? Von „Der Linken“ hat er das jedenfalls nicht. Es ist ja auch egal – er schludert nicht nur mit Fakten, sondern auch mit der Sprache, sonst käme es nicht zu Formulierungen wie:
„[..] bevor sich die Freischärler des revolutionären Kampfs in Deutschland daran machten, Unternehmer, Politiker und Justizbedienstete umzulegen. [..]“
„Umlegen:“ So nennt man das wohl in seinen Kreisen – na ja …

Es ist ermüdend: Fleischhauers verkorkste Kindheit mit seinen angeblich „linken“ Eltern haben einen wutschnaufenden Verschwörungstheoretiker erschaffen, der jede mindestens Woche einmal am Halsband der Reaktion im Spiegel kläffen darf. Wie auch diese Woche sind die Themen, zu denen er sich ausk .. äußert, aber viel zu ernst, als daß man Menschen wie ihm das Wort lassen sollte – jedenfalls nicht in einem Nachrichtenmagazin, auch nicht einem ehemaligen!

Seinen Schlußsatz darf man leicht umformuliert aber stehen lassen:
Wie wäre es, Sie hielten einfach mal für eine gewisse Zeit zu dem Thema die Klappe? Damit würden Sie dem Land, aber vor allem sich selbst einen echten Dienst erweisen.

Das Original und mehr Lesenswertes gibt es hier.

 
66 Kommentare

Verfasst von - 31. Mai 2011 in Kolumne, Politik, Welt

 

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66 Antworten zu “Fleischklopfer: „Die Linke“ = Rote Armee Fraktion + NPD (Update)

  1. Robson Bottle

    6. Juni 2011 at 20:52

    Militarist!

     
  2. opalkatze

    6. Juni 2011 at 21:03

    Ich bitte aber sehr um Rock ’n‘ Roll!

     
  3. opalkatze

    6. Juni 2011 at 21:04

    Man könnte sich auf Existentialismus rausreden. Oder auf Positivismus, das passt immer.

     
  4. derek jefferson

    6. Juni 2011 at 21:33

    Robson Bottle
    There’s a(-) job waiting for you right now.
    Great Prospects, Great Training
    *With over 220 (-) roles, we’re here to help you chose the right one.
    *Explaining what you face in your first round of tests and interviews.

    Wollte man Sie nicht ?

     
  5. Pantoufle

    7. Juni 2011 at 02:29

    schreibe gerade an „Futter“… ist aber eine ganz sentimentale Geschichte… eigentlich nur für mich. Wie alle meine Lieblingsgeschichten.
    Liebe Grüße
    Pantoufle

     
  6. Robson Bottle

    7. Juni 2011 at 08:44

    Es gab Sprachprobleme. Die haben keine Lust deutsch zu kommunizieren und schießen auch sofort, bei jeder falschen Bewegung. Für einen Kriegsdienstverweigerer problematisch … und Indien ist ja schon unabhängig, da gibt’s nichts mehr zu tun.

     
  7. Robson Bottle

    7. Juni 2011 at 10:00

    Nein, nein, weit gefehlt! Derek ist eindeutig ein Militarist mit dem Auftrag deutsche Kriegsdienstverweigerer zum britischen Kriegsdienst zu überreden. Siehe auch:
    http://www.army.mod.uk/rolefinder/role/144/music-librarian

     
  8. derek jefferson

    7. Juni 2011 at 10:53

    It’s a great way to stay in touch with what’s going on in music outside the Army.

     
  9. Robson Bottle

    7. Juni 2011 at 14:04

    Wohl wahr! Die Britische Armee hat damals in Indien auch immer sehr schöne Musik gemacht, nachdem sie die aufständischen Inder abgeknallt hatten.

     
  10. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    14. Juni 2011 at 00:14

    @Robson Bottle
    @derek jefferson
    @vera

    Zu den Worten, die es nicht gibt fällt mir spontan Dodo Hug ein.

    Berühmt ist die vielbegabte Künstlerin vor allem wegen ihrer musikalischen Vielfalt und ihrer Sprachbegabung. Dodo Hug spricht akzentfrei Bern- und Zürichdeutsch. In ihren Liedern wechselt sie zudem pausenlos zwischen Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Türkisch oder kreiert neue Wörter. aus Wikipedia

     
  11. Robson Bottle

    14. Juni 2011 at 07:20

    Schno dasel di mos ma kuregdi lak!

     
  12. studerpr99

    14. Juni 2011 at 11:01

    @(,,,)—=^.^=—(,,,)

    Yoo-is sie auch, schöner Tip-sei hier mal mit Dank berieselt!

    Offenbarungen feiner Menschlichkeit und Miniaturen al la Kuhlöhhr !
    Könnte sogar reichen um bei Pastor Schmidt Epiphanien auszulösen.

     
  13. Robson Bottle

    14. Juni 2011 at 12:38

    Finnisch vielleicht?
    Toivon vain, että kun hän puhuu Bern tai Zürich saksa, ei ole täysin vapaa Berner ja / tai Zurich korostus!

     
  14. Robson Bottle

    14. Juni 2011 at 13:09

    Hier eine schöne Stelle aus Samuel Becketts „Watt“:
    „…
    Bis Watt begann, nicht mehr die Reihenfolge der Wörter im Satz gleichzeitig mit der der Sätze in der Periode umzukehren, sondern die der Buchstaben im Wort gleichzeitig mit der der Sätze in der Periode.
    Das Folgende ist ein Beispiel von diesem Stil:
    Gat must sib, os retiew. Tchin tonk, tchin taw. Tchin reprök, tchin tsieg. Tchin dnebel, tchin tot. Tchin gärt, tchin chaw. Tchin orf, tchin giruart. Tbeleg os, tiest egnal.

    Das sagte mir nichts.

    Ettib mu gnugidluschtne, gnugidluschtne, sagte Watt, ettib mu gnugidluschtne.
    …“

     
 
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