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Splitter 3.6.2011

03 Jun

Taktvoll
Da berichtet das ZDF heute-Journal am Abend, daß die Bundeswehr ein Fahrzeug nicht bestellt hat, von dem aus Minen und Sprengsätze ‚kalt‘ gesucht werden können. Aus verschiedenen Erwägungen. Aha. Die Amis haben die Dinger; unsere gehen da zu Fuß und fliegen halt in die Luft, Pech gehabt. Bestimmt am Tag der Trauerfeier für drei junge Soldaten eine echte Hilfe für deren Familien und Freunde, so ein Bericht. (Ist noch nicht online.)

Thomas Wiegold von Augen geradeaus! war so nett, in den Kommentaren die Einzelheiten zur Ausrüstung zu verlinken; herzlichen Dank! Einzelheiten zum geplanten deutschen System und Die Erläuterungen des Verteidigungsministeriums am Freitag. Hier ist noch ein Frischer: MineWolf ab Oktober im Afghanistan-Einsatz.

Bootsflüchtlinge
Die bauen Europa mit Milliarden zur Festung aus. Da ist natürlich kein Geld mehr übrig, um mit moderner Technik nach so ’n paar Hundert pisseligen Bootsflüchtlingen zu suchen. Laß sie doch absaufen.

Atomausstieg, ne?
Wie bescheuert ist das denn?! Monatelange Diskussionen von beinahe 0 auf 100, bloß, um wieder bei Zugeständnissen an die Energieunternehmen zu landen? Ist ja so schön ruhig geworden um Fukushima. Wie praktisch.
Wat machen gezz eintlich diese Grünen? (Grafik: Google)

EHEC
Die Bauern sind ausnahmsweise echt arme Socken, die spanischen noch mehr als die deutschen. Ich schlage jedenfalls schon mal vor, daß die Bildzeitung einen Teil von deren Ausfallkosten übernimmt. Das war zwar insofern journalistisch korrekt, als sie eine Agenturmeldung weitergegeben haben, die sich später als nicht zutreffend erwies. Unnötig waren die Panikmache und die gewohnte Zielfernrohr-Berichterstattung. Ist schließlich egal, Griechenland, Spanien, wat soll’s – Hauptsache, plakativ.
Vom Fernsehen wünsch ich mir deutlich mehr Aufklärung, was z.B. die Oma ohne Internet konkret tun kann. Hübsche Hintergrundbilder reichen da nicht.

„Griechenland darf auf neue Milliarden hoffen“
Wie gnädig. Zwar werden die Griechen davon rein gar nix haben, denen geht’s nur noch schlechter – wenn das noch möglich ist. Die nächste Runde um noch mehr Geld läuft in den Hinterzimmern schon an. Ich wüsste zu gern, ob die Ratingagenturen untereinander ausknobeln, wer die nächste Rückstufung machen darf? Am meisten widert mich der Ton an, der an den Stammtischen so gut ankommt. Wenn die Kanzlerin Sprüche über faule Griechen klopft, heißt das aber wohl, daß Presse und Fernsehen das unkritisch übernehmen dürfen. (Die Sprüche sind längst widerlegt. Macht nix.)
Michalis Pantelouris hat außer dem oben verlinkten weitere treffende Kommentare dazu. Und bei Klaus Jarchow gibt’s auch was. Sachtma, war nich‘ dieses „Demmokrattih“ mal ’ne griechische Erfindung? Ach- Nich‘ so wichtich.

Kirchentag
Ich hab’s ja nicht so mit den Kirchen, aber da geht richtig was ab, tolle Veranstaltungen und Themen. Wenn davon bitte ein paar die Entscheidungsträger erreichen könnten? Daß die dann vor lauter Sachzwängen und Koalitionsentscheidungen etwas Sinnvolles damit tun könnten, glaube ich allerdings nicht. Auch nicht während des Kirchentags.

Upps.
Sacht der Welke gerade in der heute-Show, was ich eben schreiben wollte: Völlig überraschend ist Sepp Blatter

 
42 Kommentare

Verfasst von - 3. Juni 2011 in Energie, Menschen, Politik, Splitter

 

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42 Antworten zu “Splitter 3.6.2011

  1. rauskucker

    4. Juni 2011 at 00:05

    Hey, wat kannste schreiben, wennde Wut hast! *

     
  2. rauskucker

    4. Juni 2011 at 00:25

    Hat man schon was von Zwischenrufern bei Olle Merkel gehört? (Dresden)
    Ich hab sie ja neulich „Lobby-Hure“ genannt, sie hat nicht geantwortet. Sie hats gehört, aber vllt. nicht verstanden. Aber @regsprecher hats ihr erklärt.

     
  3. opalkatze

    4. Juni 2011 at 00:27

    Sonst nicht?

     
  4. rauskucker

    4. Juni 2011 at 00:28

    Tuste aber so selten so.

     
  5. alien59

    4. Juni 2011 at 08:44

    Bootsflüchtlinge – eh schlimm genug, aber dann noch zu hören, dass Gaddafi die Leute zwangsweise in die Boote packen ließ in den letzten Wochen, um zu demonstrieren, wie viele kämen, wenn man ihn nicht zur Abschreckung hat, war nur noch übel.

     
  6. Thomas Wiegold

    4. Juni 2011 at 08:52

    Zum ersten Punkt – etwas detaillierter, wer’s genauer wissen will:

    Einzelheiten zum geplanten deutschen System

    und

    Die Erläuterungen des Verteidigungsministeriums am Freitag

     
  7. opalkatze

    4. Juni 2011 at 11:20

    Hab es dankbar oben ergänzt :)

     
  8. opalkatze

    4. Juni 2011 at 11:23

    Wieso? Sind doch bloß Menschen. Was schert das groß, gibt doch genug davon.

    Die EU hat sich die inhumane Denkweise von ‚wir‘ und ‚die‘ zu eigen gemacht, da ist ein solches Verhalten programmiert. Wen da mehr Schuld trifft, will ich lieber nicht entscheiden.

     
  9. opalkatze

    4. Juni 2011 at 11:27

    Um so mehr freut ihr euch, wenn ich mal giftig bin. Sieh es mal so ,)

     
  10. lila luder

    7. Juni 2011 at 08:39

    Bin ich hier in einen systemkonformen bellizistischen Blog geraten, in dem sich die Kommentatoren und „Experten“ über ihre Sorgen um die ach so bemitleidenswerten Pundeswehrsoldaten austauschen? Dann nix wie weg. Linke und Kriegsgegner finde ich anscheinend woanders.
    Der in diesem Blog verlinkte. Marine-Reservist Jens Berger schwelgt ja auch schon mal gerne von „alten Zeiten beim Bund“. Da lob ich mir doch mehr die Zivis, die auf der Urologie jeden Morgen die „Schiffe“ rausbringen müssen.

     
  11. opalkatze

    7. Juni 2011 at 10:35

    Wenn es bellizistisch ist, Form und zeitliche Ansetzung eines heute-Berichts zu monieren, ja. Wenn es bellizistisch ist, zu verlangen, wenn sie schon die Leute nach Afghanistan schicken, sollen sie sie gefälligst auch angemessen ausrüsten, ebenfalls.

    Ich habe übrigens genügend ‚Schiffe‘ und Bettpfannen nicht nur rausgebracht. Du auch?

     
  12. lila luder

    7. Juni 2011 at 11:07

    „wenn sie schon die Leute nach Afghanistan schicken, sollen sie sie gefälligst auch angemessen ausrüsten, “

    Du meinst, wenn schon Vergewaltigung, dann aber bitte mit Kondom!

     
  13. derek jefferson

    7. Juni 2011 at 11:44

    Liebe Opalkatze
    Sollen wir sie zu Poden chleudern?

     
  14. lila luder

    7. Juni 2011 at 12:09

    derek: Die Opalkatze kann sich selber wehren.

     
  15. opalkatze

    7. Juni 2011 at 12:48

    Erscheint mir ein wenig drastisch ,)

     
  16. opalkatze

    7. Juni 2011 at 12:52

    Die hat bloß keine Zeit, das ausführlich zu tun …

    Ich versuche, bei den Dingen möglichst viele Aspekte zu betrachten. Das kann ich nur, wenn ich bestehende Tatsachen nicht ausblende – die Welt ist, wie sie ist, nicht, wie ich sie gern hätte. (Daß ich sie dennoch gerne verbessern würde, ist eine andere Geschichte.)

     
  17. derek jefferson

    7. Juni 2011 at 13:34

    derek: Die Opalkatze kann sich selber wehren.

    Zweifellos
    Ich sollte mich einmal in aller Form entschuldigen. Da ich nicht nicht gelernter blogger bin, habe ich in meinem ganzen Enthusiasmus glatt vergessen, dass ich eigentlich im Wohnzimmer der Leute sitze. Nun bin ich jedoch in diesem Blog hängengeblieben, weil ich ihn gerade nicht für Systemkonform halte.
    Ich bin auch nur an den Pundeswehrsoldaten hängengeblieben und da spritzte auch schon die Tinte da ich erklärter Phytons Fan bin. Gewissermaßen ohne den Umweg über das Denken zu nehmen. Eigentlich bin ich nicht so temperiert. Also- nochmals- bitte in um Entschuldigung.
    Im Übrigen denke ich; dass man sich durchaus Gedanken machen sollte, wo und wie die Söhne- und ja auch heute die Töchter, egal welcher europäischen Nation, wohl so zurechtkommen. Jetzt aber noch eine Frage: Es ist mir nicht bekannt, dass in unseren Streitkräften Kondome explizit zur Vergewaltigung verteilt werden. Wie auch immer, ich kann mich einmal erkundigen. Ein Weitereswäre: Wie sähe denn die Vergewaltigungsausrüstung für die weiblichen Mitglieder der Streitkräfte aus? Und wo muss ich da nachfragen?

     
  18. Robson Bottle

    7. Juni 2011 at 15:17

    Na hier:

    http://www.army.mod.uk/rolefinder/role/144/music-librarian

    Jetzt tun sie doch nicht so, als ob sie’s nicht wüssten! Sie haben mich doch selbst dorthin geschickt.

    (dass unsere lila Extrem-Feministin eine Vergewaltigungs-Metapher benutzt, ist doch klar – es sei ihr verziehen, weil sie ausnahmsweise recht hat! Dass sie, derek, aber so penetrant (!hihi – penetrant) darauf einsteigen müssen und den Ahnungslosen spielen, ist einfach nur peinlich platt. Wahrscheinlich der – allgemein übrigens völlig überbewertete – sprichwörtliche britische Humor. Ach ja, welches „Instrument“ spielen sie doch gleich bei der British Army? Flöte oder Susaphon?)

     
  19. Robson Bottle

    7. Juni 2011 at 15:27

    Ach ja und „erklärter Pythons-Fan“ sind sie! Sagen sie mal: Wo gibt man eigentlich diese Erklärung ab, dass man Pythons-Fan ist. Könnte mir tatsächlich gut vorstellen, dass es sowas gibt, auf der Insel. Man gibt bei einer Behörde die Erklärung ab und dann darf man bei Pythons lachen, aber naturgemäß nur dann.

     
  20. lila luder

    7. Juni 2011 at 16:32

    Na gut, die einen möchten Sand im Getriebe sein, die anderen (z. B. ich) finden das ganze Getriebe Schei….e.
    „Es gbt kein richtiges Leben im falschen. „(Adorno in „Minima Moralia“) Ja ja, jetzt kommt erfahrungsgemäß als Antwort von irgendeiner, dass auch Adorno Schei..e ist. Geschenkt!

     
  21. opalkatze

    7. Juni 2011 at 20:09

    Es ist ziemlich ermüdend, gegen Windmühlenflügel anzureiten. Ich nehm mir lieber kleinere Sachen vor, bei denen Aussicht auf Erfolg besteht. Die großen Dinge überlasse ich gerne Jüngeren, die haben noch mehr Elan ,)

     
  22. VonFernSeher

    7. Juni 2011 at 21:59

    @opalkatze
    Ich hoffe, die Aussage ist nur themenbezogen ;) brauche ich demnächst doch ganz viele fleißige Kritiker.

     
  23. opalkatze

    8. Juni 2011 at 01:33

    Ende des Jahres wieder, weißt ja, warum. Aber dann … !

     
  24. Robson Bottle

    8. Juni 2011 at 10:16

    Hier ein schönes kurzes Tondokument von Adorno zum Thema:

     
  25. Derek Jefferson

    8. Juni 2011 at 17:40

    Lila Luder/ Robson Bottle
    Der Hinweis auf Adorno war gut, hören Sie sich den ruhig auch noch einmal beide an und Sie werden finden, dass es vor allem kein Grund zur Hysterie gibt. Er kann aber nicht gegen den Blog verwendet werden. Wegen seines doch sehr umfangreichen Kompendiums an Themen und deren zurückhaltender Kommentierung. Ach – und gegen mich schon einmal gar nicht, denn Herr Adorno verbreitet sich da in Allgemeinplätzen.
    Es geht nicht um die Anbetung der Utopie- diese an sich halte ich für ausgesprochen trostlos, Herr Adorno vermutlich auch, sondern um eine Vision, das Sozialwesen zunächst mit sozialem Handeln auszustatten. Also eine Utopie etwa mit menschlichen Begriffen zu beleben, die im Gemeinwesen der Menschen auch verankert sind. Vernunftsprinzipien seien darin ein Teilaspekt. Wenn man das tut, handelt man zunächst wirklichkeitsgemäß- unterlässt man es aber und verziert man sie nur mit abstrakten Begriffen, so handelt man wohl ideologisch. Statten Sie einmal eine Utopie mit Ideologien aus und versuchen Sie dann wirklichkeitsgemäße Lebensinteressen darin gelten zu lassen- da werden Sie zum Zauberlehrling. Wenn der Besen dann wieder in der Ecke steht, haben Sie Gelegenheit, wenn Sie diese noch haben, sich darüber Auskunft zu holen, worin der Unterschied zwischen Utopie und Lebensgestaltung im Sozialen liegt.
    Die Ausrüstung derjenigen, die schließlich von uns allen in absurde Abenteuer verschickt werden, ist so gut unsere Aufgabe, wie es unsere Aufgabe sein sollte, jeden, aber auch wirklich jeden Chauvinismus in unserem Denken auszuschließen. Das Frau Lila gegen Kriegseinsätze ist, sei zunächst einmal ihre Privatangelegenheit, allerdings scheint es mir dringlicher zu sein, gesellschaftliche Fragen tätig anzugehen. Und das, so will es mir vorkommen, tut dieser Block.
    Hochachtungsvoll

     
  26. Robson Bottle

    8. Juni 2011 at 18:52

    1) „Es geht nicht um die Anbetung der Utopie- diese an sich halte ich für ausgesprochen trostlos.“
    Welche Utopie meinen sie denn? Oder meinen sie grundsätzlich jede, denn Adorno spricht ja hier grundsätzlich
    von „Utopie“ an sich, (bzw. von der Utopie des Individuums frei zu sein und ohne Angst – das finden sie trostlos?)
    2) Dieser Blog geht gesellschaftliche Fragen nicht „tätig“ an. Er redet nur drüber, bzw. über alles Mögliche und Unmögliche und erzeugt höchstens für die Blogbetreiberin und einige Kommentatoren das schöne aber trügerische Gefühl etwas zu tun, bzw. getan zu haben, obwohl nichts getan ist.
    Man schreibt und „kümmert“ sich, bequem vom Kaffeekränzchentisch aus z.B. um Nordafrika, Arabien, Libyen etc., fühlt sich dabei unheimlich engagiert und beruhigt so das schlechte Gewissen. Wenn die Blogger in Tunesien, Ägypten, Syrien und Libyen nicht auf die Straße gegangen wären, sondern hinter ihren Rechnern geblieben wären, wäre nichts passiert, was die Regime erschüttern hätte können.
    3) Die Ausrüstung der Soldaten kann nicht Aufgabe derjenigen sein, die immer gegen solche Einsätze waren und gewesen sind. Wer Soldat wird, muss wissen auf was er sich einlässt und darf sich nicht wundern, wenn er in eine Situation kommt, wo scharf geschossen wird. Die Bemühungen der westlichen Militärapparate das Soldatentum als unverfängliche, ethisch einwandfreie Berufsmöglichkeiten darzustellen, wie alle anderen Berufe auch, werden in dem Moment grotesk und entlarvt, wenn tatsächlich geschossen und gemordet wird. Es bleibt dabei: Soldaten sind potenzielle Mörder, das ist der Job.

     
  27. opalkatze

    8. Juni 2011 at 21:15

    Ich bin doch froh, daß du den anderen meine Lebensumstände und Handlungen so gut erklären kannst. Immer gut, wenn jemand richtig Bescheid weiß.

     
  28. Derek Jefferson

    8. Juni 2011 at 21:24

    „Die Bemühungen der westlichen Militärapparate das Soldatentum als unverfängliche, ethisch einwandfreie Berufsmöglichkeiten darzustellen, wie alle anderen Berufe auch, werden in dem Moment grotesk und entlarvt, wenn tatsächlich geschossen und gemordet wird. Es bleibt dabei: Soldaten sind potenzielle Mörder, das ist der Job.“
    Sehen Sie, ich suche Ihnen einmal etwas wo wir tätig werden können. Wir können uns grundsätzlich damit beschäftigen wie, und unter welchen Umständen diese Militärapparate entstanden sind und wie sie politisch unterhalten werden. Den Hinweis auf Ägypten finde ich hier auch einmal sehr interessant. Doch zunächst zu den Tätigkeiten: Hier können Sie besonders deshalb in Deutschland tätig werden, weil Sie die Möglichkeit haben zu verhindern, das es in Deutschland zukünftig eine Berufsarmee geben wird. Denn- und hier gebe ich Ihnen recht, wird es tatsächlich grotesk. Von wo aus Sie das machen ist solange egal, wie Regierungen mitbekommen was die Stunde geschlagen hat. Meinethalben bequem vom Kaffeekränzchentisch aus. Als Wahlschaf können Sie das nicht. Im Internet scheint es mir möglich zu werden. Wie Sie ja hinreichend erklärten. Meines Dafürhaltens hat es in Ägypten deshalb keine großen, blutigen, Auseinandersetzungen gegeben, weil die Ägyptische Armee keine Berufsarmee ist. Es würde hier zu weit führen, das auseinanderzusetzen. Aber soviel: Die Integration einer Wehrpflichtarmee in das Gemeinwesen, wie Sie sie in Deutschland haben, ist eine völlig andere als die politische Unterhaltung, oder ideologische Motivierung einer Berufsarmee. Die Aufgabe einer Wehrpflichtarmee bedeutet den Verlust von Freiheit deshalb, weil die Motivationen zugunsten allein der Regierenden verschoben werden. Das Verhalten der verschiedenen Streitkräfte in Afghanistan macht das auch sehr deutlich. Über diesen möglichen Verlust wird in Deutschland viel zu wenig diskutiert da sie, wie ich Ihnen versichern darf, nicht nur allgemein- freiheitliche Einbußen darstellt, sondern rechtsverbindliche Konsequenz haben wird. Rechtssysteme, die die Neigung haben- sich einer Staatsrechtlichkeit zu entziehen. ( Hier allein ist schon einiger Nervenkitzel drin) Sie möchten die ganze Armee abschaffen nicht wahr mit einer Idee- Gut, aber versteifen Sie sich nicht darauf, sondern versuchen Sie zunächst das Quantum Freiheit zu erhalten, welches in einer Wehrpflichtarmee an individuellen Absicht und Volkswillen dasteht. Das ist einer der Gründe warum in Ägypten nicht geschossen wurde.Machen Sie sich klar, aus welchen Verpflichtungen und Traditionen heraus gerade die europäischen Streitkräfte nach dem zweiten- besonders nach dem ersten Weltkrieg entstanden sind. Eine „ethisch einwandfreie Berufsmöglichkeit“ allerdings, wie Sie sich so eloquent auszudrücken pflegen, ist weder darin ablesbar, noch zu finden und auch nicht übertragbar.
    „Es bleibt dabei: Soldaten sind potenzielle Mörder, das ist der Job?“
    Und wenn Sie mir jetzt noch einmal Ihr geneigtes Ohr schenken wollen, denn wieder muss ich die Migrantenkarte ziehen:
    Ich könnte nicht guten Gewissens behaupten, dass in 1944 mein Vater die Absicht gehabt hätte die Deutschen zu befreien. Ich glaube er hatte überhaupt keine besonderen Absichten, außer der Absicht vielleicht, schnell wieder nach Hause zu kommen. Ich kann Ihnen aber mitteilen, dass ein Aspekt dieser katastrophalen Veranstaltung derjenige wurde, dass Sie und ich hier die Klappe aufreißen können.
    Habe die Ehre

     
  29. VonFernSeher

    9. Juni 2011 at 03:31

    ad 2)
    Da muss ich mich als AMNESTY-Aktivist von dieser Schelte logischerweise auch getroffen fühlen, oder nicht? Denn dort, wo ich mich für Menschenrechte einsetze, sind die meist nicht in der Form bedroht, wie ich es anprangere. Es gibt sogar aus Gründen der Objektivität bei AMNESTY ein Verwertungsgebot, dass da sagt: Beschäftige dich mit den Problemen in anderen Ländern. Demnach wäre AMNESTY also völlig untätig und unsinnig.

    Vom Vormärz oder solch historischen Sachen fange ich lieber erst gar nicht an, die waren ja dann auch größtenteils untätig nach Ihrer Definition. Wahrscheinlich fliegen die Informationen frei herum und man muss nur noch handeln. Vielleicht haben Sie aber auch einfach Unrecht und das Informieren ist doch der erste unverzichtbare Schritt zur Veränderung. Na, hinter welcher Türe ist der Zonk?

     
  30. Robson Bottle

    9. Juni 2011 at 12:39

    Ja lieber Derek, das wäre nicht so ausführlich nötig gewesen. Sie rennen bei mir offene Türen ein im Zusammenhang mit der, auch aus meiner Sicht, höchst problematischen Abschaffung der Wehrpflicht zugunsten einer Söldner- und Berufsarmee. Ich habe dies vor einiger Zeit im Zusammenhang mit der zuGuttenberg-Affäre, der ja so sehr gelobt wurde für seinen ungestümen Anstoß der so genannten Bundeswehrreform, immer wieder versucht deutlich zu machen. Übrigens auch hier in diesem Forum. Aber in der unkritisch-euphorischen Freude über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht, haben selbst die antimilitärischen Linken dahin tendiert, die dahinter verborgene Problematik einer Söldnerarmee zu ignorieren. Was sie zu Ägypten geschrieben haben, hab‘ ich fast genauso ausgeführt. Niemand wollte das hören. Wenn man bedenkt, dass es nun sogar ernstzunehmende Pläne gibt, die Kompetenzen der Bundeswehr auch auf „Konfliktbewältigung“ innerhalb Deutschlands auszuweiten, muss einem das kalte (wahlweise heiße) Grausen kommen. (z.B. Durchsetzung der Erfüllung der Verträge von Stuttgart 21 mit Kräften der Bundeswehr, rekrutiert aus Söldnern aus aller Herren Länder ohne jedweden Bezug zur Bevölkerung – vielleicht in Afrika „ausgebildete“ ehemalige Kindersoldaten, weil sich sonst niemand meldet! Ist das nicht eine schöne Vision?)
    Aber trotz allem darf die „Utopie“, nämlich der Verzicht auf jedes Militär und also der Verzicht auf Konfliktbewältigung mit militärischer Gewalt nicht aus den Augen verloren werden.
    Ihren letzten Absatz wollen sie doch hoffentlich nicht so verstanden wissen, dass wir hier nur deshalb so die Klappe aufreißen können, WEIL es einen 2. Weltkrieg gegeben hat. Es ist doch eher so, dass ohne diesen Krieg, dies wahrscheinlich schon unsere Väter tun hätten können, was für die aber, wie man weiß, absolut „utopisch“ war.
    Hier was Interessantes aus dem amerikanischen Kongress, passt grundsätzlich eigentlich auch zum Thema:

     
  31. Robson Bottle

    9. Juni 2011 at 13:08

    @opalkatze und vonfernseher
    Jetzt seid nicht so beleidigt. Ich finde es hoch anerkennenswert und wichtig, was ihr macht. Das, was ich weiß (sehe und lese) und sogar das was ich nicht weiß! (Weil, das kann ja nicht etwa das Gegenteil sein, oder?)
    Also bei meinem Punkt 2) da oben ist mir ein bißchen der Gaul durchgegangen (wg.Derek). Vielleicht war das sogar etwas ganz Verwerfliches: nämlich Selbstkritik verkleidet als Kritik an anderen. Ich hoffe ihr könnt mir nochmal verzeihen. (Aber, nur nebenbei, auch ich mache noch andere Sachen, als mich in Blogs herumzutreiben, aber auf einem ganz anderen Gebiet, und manchmal bewirke ich sogar was!)

     
  32. studerpr99

    9. Juni 2011 at 13:54

    Robson Bottle

    Was die Alten pfeifen,
    Das wird ein Kind ergreifen,
    Was die Väter sungen,
    Das zwitschern muntere Jungen.
    O möchten sie zum Schönen
    Sich früh und früh gewöhnen,

    Und wären sie geboren
    Den ziegenfüßigen Ohren

    Das war ja eine zirkusreife Nummer jetzt!

     
  33. Derrek Jefferson

    9. Juni 2011 at 14:57

    Robson Bottle

    Da hätte ich auch etwas.

    Während der Riesenwelle

    Seht ihr mich? Und spürt ihr nicht den Wind,

    Den ich mache? Ja, das ist gefährlich!

    Aber mir, dem alten Seemann, sind

    Riesenwellen eben unentbehrlich.

    Käme mir jetzt einer in die Speichen

    (War es auch ein Riese aus Granit),

    Würde er doch damit nur erreichen,

    Daß ich ihn in dünne Scheiben schnitt.

    Aber nicht die Herstellung von Scheiben

    Denk ich mir als Lebenszweck.

    O nein! Eine Sägemühle möcht‘ ich treiben,

    Möcht‘ ein Schwungrad für Dynamo sein.

    Wenn ich plötzlich jetzt die Hände strecke

    (Und ich habe Ähnliches im Sinn),

    Ja dann — splittert augenblicks die Decke,

    Und der Wellenriese — ist dahin.

     
  34. opalkatze

    9. Juni 2011 at 15:09

    Ah, Ringelnatz! Sehr schön.

     
  35. opalkatze

    9. Juni 2011 at 15:10

    Joethen ist ja auch nicht ohne … ,)

     
  36. Robson Bottle

    9. Juni 2011 at 16:12

    Sind wir nicht alle ein bißchen im Zirkus?

     
  37. Robson Bottle

    9. Juni 2011 at 16:20

    Na ja, wenn Sie meinen.

     
  38. VonFernSeher

    9. Juni 2011 at 17:07

    Ich bin nicht beleidigt, sondern habe einfach nur einmal ein Beispiel aus der eigenen Wirklichkeit gebracht. Und es geht doch nicht um „ein bißchen der Gaul durchgegangen“, sondern darum, dass die Aussage aus 2) einfach schlicht falsch ist. Das wissen Sie aber selbst, sonst würden Sie ja nicht antworten (Zirkelschluss) ;)

     
  39. studerpr99

    9. Juni 2011 at 19:24

    Robson Bottle
    Is nich so schlimm- Hauptsache Sie haben sich bei Ihrer Rolle rückwärts nicht verletzt.

     
  40. Robson Bottle

    10. Juni 2011 at 13:57

    Es gibt Leute, die können das wegen diverser Mängel gar nicht! Die drehen ihr Laufrad brav immer in die selbe Richtung.

     
  41. Derek

    10. Juni 2011 at 15:00

    Robson Bottle
    Schroffer Abbruch

    Laß mich doch allein,

    Bitte, bitte!

    Meine Schritte

    Sind deinen zu klein.

    Merkst du denn nicht,

    Was höfliche Worte sind?

    Deine Blicke stellen sich blind.

    Was aus dir spricht,

    Ist nur Angst und die Sucht,

    Fremdes zu gewinnen.

    Jemand, vor sich selbst auf der Flucht,

    Findet nicht Ruhe,

    Sich zu besinnen,

    Vergißt die Tat vor Getue.

    ………………………………

    Blicke ein Jahr lang nur in die Höh

    Und höre nur Stillem zu.

    Mehr kann ich dir nicht sagen.

    Adieu!

     
  42. Robson Bottle

    10. Juni 2011 at 16:31

    Ja wenn das so ist, dann noch’n Gedicht:

    Uns
    trennen
    Welten
    tut mir leid
    ich wär‘ gern dumm
    du wärst gern gescheit.

    Ebenfalls Adieu!

     
 
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