RSS

Fleischklopfer: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen …

22 Jun

Restaurant-Tafel mit Angeboten 'to go'.

Foto: pantoufle

… es sei denn, er heißt Jan Fleischhauer und schreibt auf Spiegel Online. Ja, hier stand lange nichts mehr von diesem verwirrten Geisterbeschwörer der Reaktion.

Warum nicht?

Das hat – vom Mangel an Zeit abgesehen – viel mit einem Leserbrief von Derek Jefferson, der bei der Opalkatze auftauchte, zu tun. Nicht, daß mich der Mut verließ: Es war eher die Einsicht, daß es eine Klientel gibt, die man spielend leicht am laufenden Bande widerlegen kann (oder die die Realität einholt, während sie noch an ihren Schmierereien sitzt, wie bei Fleischhauer so oft) und die sich einen Teufel darum scheren, dass sie gerade wieder Abseits gepfiffen wurden. Falsche Zahlen? Aus dem Zusammenhang gerissene Argumente? Oder einfach nur unbegabt gelogen? Was schert mich mein Geschwätz von gestern!

Da wirft er der „Linken“ gerade noch die angebliche Instrumentalisierung der Opfer Fukushimas vor, während er kurz darauf Leichenfledderei im Zusammenhang mit den Toten der Ehec-Infektion betreibt. Eben noch einen der geistigen Väter des Euthanasieprogramms der Nazis als Begründung für ein verschärftes Jugendstrafrechts ins Rennen gebracht und kurz darauf der Versuch, den Begriff des Rechtspopulisten zu verharmlosen. Das alles kann man hundert Mal widerlegen, seine Widersprüche aufzeigen oder ihm die vollkommene Abwesenheit von Moral vorwerfen; umsonst!

Er gleicht einem Trinker am Stammtisch nachts um 2 Uhr – der Wirt will schon seit Stunden den Laden dichtmachen, aber da sitzt noch einer, der seine ebenso besoffenen Kumpels um sich geschart hat und erzählt. Immer dieselbe Geschichte! Und immer noch einen drauf! Das hässliche Lachen der anderen spornt ihn noch mehr an: Noch eine lüttche Lage! Los, Herr Wirt: Bier und Schnaps! Jetzt gehts auf die Linken. Und die Grünen. Und alle alle, die der benebelte Kopf sich ausdenkt, angespornt vom sinnlosen Gegröle seiner Zuhörer.
Ja, da ist einer, der endlich mal sagt, wie das ist! Heute kann man es ja wieder sagen! Angst? Die Kneipe ist schon zu, die abgeschlossene Türe wird nur geöffnet, wenn einer weg will, sich draußen am nächsten Baum erbricht – besser dort, als auf dem Klo, was irgend jemand reinigen muß. Kein erleuchtetes Schild „Erwins Bierquelle“ mehr, und auch die Lichter an den Tischen gedimmt. Wir haben keine Angst … nur vielleicht davor, dass die Sonne aufgeht und der Wirt uns endgültig rausschmeißt. Diesem Moment, wo der Strom von Alkohol versiegt und man torkelnd nach einem Taxi schreit. „Was habe ich da gerade gesagt?“ Egal … nächste Woche gibts wieder Stammtisch. Da sind dann wieder die, die einem zuhören und nicht nachfragen. Da sitzt er dann wieder, da, wo es so heimelig ungewaschen riecht, die Zigaretten, der Dunst von billigem Fusel und verschüttetem Bier. „Habt ihr schon gehört? Die neue Ministerin ist Türke!!“

Na, dann kommt man alle zusammen! Jan erzählt eine neue Geschichte – immer feste druff! Gebt ihm man noch einen Kurzen und dann legt er los! Der muß es wissen: Der Kerl hat sogar schon mal ein Buch geschrieben!

Nein, für heute Nacht ist Schluß! Erwin hat die Faxen dicke! Die Bettelei hat ein Ende. Kein Bier mehr! „Ja, ich schreibe es dir auf den Deckel, Jan. Bezahl nächste Woche – ich weiß ja, daß Du und deinesgleichen immer wieder kommen!“ Ekelhaft, aber gut fürs Geschäft. Das hat der Wirt Erwin schon genau kalkuliert: Jan zahlt nie, aber seine Freunde saufen Erwins Existenz zusammen.

Die Tür ist nun endgültig geschlossen, die Lichter gelöscht. Während einer von denen schwankend in ein gepflegtes Beet pisst, schaltet ein Taxifahrer mit „Migrationshintergrund“ im Vorbeifahren das gelbe Licht auf seinem Auto aus und fährt schnell weiter. Besser, auf ein wenig Geld zu verzichten, als das Gestammel der Betrunkenen und die Kotze auf der Fußmatte.

Das Original findet sich mit anderen lesenswerten Texten auf der Schrottpresse.

 
19 Kommentare

Verfasst von - 22. Juni 2011 in Journalismus, Kolumne

 

Schlagwörter: , , ,

19 Antworten zu “Fleischklopfer: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen …

  1. VonFernSeher

    23. Juni 2011 at 04:17

    @pantoufle
    Lieber Fleischklopfer, ich hätte da noch eine Leiche im Keller, die zu einer Kurzgeschichte ausgebaut werden möchte. Das Gleichnis steht, allein: ich bekomme alleine die Kurve nicht. Haben Sie Lust auf Matthias Matussek (oder eben nicht)?

     
  2. pantoufle

    23. Juni 2011 at 08:03

    Moin, VFS
    Hmm… grundsätzlich ja! Ich müsste mich nur etwas in den Herren und seine Botschaft hineinlesen, wenn ich auch grundsätzlich Probleme mit Marxisten habe, die von den uneinnehmbaren Mauern einer katholischen Raubritterburg predigen. Wie gesagt… ich müsste mich da mal näher mit beschäftigen. Haben Sie da schon was, das man mal lesen sollte?

     
  3. Derek Jefferson

    23. Juni 2011 at 10:55

    Deutsche Merkwürdigkeit – Kritisierende Theaterregie?
    Zu spät!
    Heute Morgen hätte ich noch Gelegenheit gehabt, den Versuch dieser „ Keilung“ des Pantoufles zu kommentieren. Schade- zu spät!
    Herr von Fernseher: Bevor ich mich hier endgültig verabschiede, möchte ich Sie doch sehr herzlich zu Ihrer jugendlichen Fallenstellerei beglückwünschen!
    „Lieber Fleischklopfer, ich hätte da noch eine Leiche im Keller, die zu einer Kurzgeschichte ausgebaut werden möchte.“
    Gestern waren Sie noch Rechtexperte- dann Wirtschaftsexperte und überdies kundig in griechischem Drama. Nun finden Sie eine Leiche im Keller, die Sie gerne von Dritten pathologisch betrachtet haben wollen? Und eben, das würde moralische Impulse geben nicht wahr? Sie haben genau das Richtige gemacht: Sie haben an die Eitelkeit appelliert- nicht wahr?
    Das was das hier Pantoufle schildert ; ist sein moralischer Impuls auf etwas, was jedoch auf etwas Unmoralisches nicht zu wirken imstande ist. Er muss das aber tun, weil sein Herz links schlägt. Es ist eine Reaktion auf die an der Oberfläche schwimmenden Lüge selbst. Bis hier vermag das auch gerechtfertigt zu sein. Sie möchten nun aber etwas ganz anderes: Sie möchten gerne, dass man Ihre Leichen aus dem Keller räumt. Aber was bitte nützt es denn, wenn jemand einen Kommentar schreibt unter seinem Psychonym- er aber gar nicht der Verfasser ist, zum Beispiel deshalb: Weil er an seinen Eitelkeiten gepackt wurde? Soweit entfernt Herr von Ferseher, sitzen Sie übrigens gar nicht von Herrn Matussek ! (Wenn Sie bitte bedenken wollen, das in der Geometrie eine Gerade durchaus zu Kreis geraten kann, dann könnten sie auch durchaus nebeneinander sitzen) Herr Pantoufle will aus der Welt einen besseren Ort machen und darin solle man ihn fördern, aber nicht vereinnahmen.
    „Die Schrottpresse glaubt daran, dass es Linke gibt, die nicht in der Tradition der RAF stehen, Antisemiten oder Stasioffizier sind! Wir glauben daran, daß es Linke gibt, die aus dieser Welt einen besser Ort machen wollen!“ Sie übrigens, werden nicht dadurch interessanter, indem sie Kommentare abmurksen, wie Sie es so schön bewiesen haben in Ihrem Umgang mit Herrn Studerpr99 und sich noch bei der Blogbetreiberin dafür entschuldigen, da diese ja nun auch alles noch mitlesen müsse! (Wie so ein Parvenü kalt gemacht wird) Ihre Philisterhaftigkeit ist wirklich bemerkenswert.
    Herr Pantoufle
    Ohne ein klares Urteilen über die Verhältnisse des Lebens, windet sich die eigene Initiative nicht aus den Untergründen der Seele heraus. Man sollte sich doch klar darüber sein (es soll nur als ein Beispiel gelten) dass der Materialismus überwunden werden muss- und nicht der Kapitalismus. Nichts anderem ja dienen die Fleischhauers. Der Kapitalist, im Gegensatz zum Komunisten, weiß das natürlich und darum steht er eben einmal mehr auf, als er hinfällt. Er weiß: Der Materialismus hat recht, weil er eine physische Lebensrealität ist und solange die Menschen nicht mehr wollen, als den Kapitalismus abschaffen, ist er so sicher wie in Abrahams Schoss. Wir kommen nicht damit zurecht, dem Materialismus die Existenz streitig zu machen. Es wäre also eben ein Irrtum ihm seine Existenz abzusprechen. Hier holen uns, eben wie die Fleischhauers, die Realitäten ein. Darum lassen Sie sich nicht zum Dreinschlagen animieren, denn dies endet in der Charakterlosigkeit und es ist eben diese Charakterlosigkeit, welche von Ihnen, zu Recht, in die Kneipe und an den Stammtisch verlegt wurde.
    Noch einen Gruß
    Sollten Sie die Gelegenheit haben, besuchen Sie meine Heimat dort wo England am schönsten ist- in Cornwall- natürlich etwas nördlich von Lands‘ End.

     
  4. Robson Bottle

    23. Juni 2011 at 13:01

    Beruhigen sie sich, Mr Jefferson! Ganz abgesehen davon, dass Pantoufle oder VonFernSeher „die Welt“ nicht verbessern können (die sind doch völlig zufrieden damit, dass sie sich auf ihren Tastaturen austoben können), hat auch sonst NIEMAND DIE ABSICHT die Welt zu einem besseren Ort zu machen, schon gar nicht diejenige Welt, jenseits des Ärmelkanals, wo doch seit jeher alles in Ordnung ist, solange die City of London tun und lassen kann, was ihr beliebt und solange sie für die Folgen dieses Tuns nicht geradestehen muss. Gute Reise! Ich bleibe (trotz Matussek und Fleischhauer) mit Freuden auf dem (isolierten) Kontinent zurück.

     
  5. pantoufle

    23. Juni 2011 at 13:32

    Immer mit der Ruhe – Leise in die Ecke stellen, nichts tun: Souverenität ausstrahlen! Wer hier mit was völlig zufrieden ist, kann hier und jetzt und vor allem nicht von Robson beantwortet werden.
    Wodurch Blogs sich auszeichnen, ist allerdings die Tatsache, daß man sich an der Tastatur austobt – das ist sozusagen der tiefere Sinn der Sache (abgesehen davon, sich gelegentlich mit der intelektuellen Schwerelosigkeit einiger Leserbriefe auseinanderzusetzen).
    Wenn Sie also lieber bleiben, wo Sie sind, ist das zu begrüßen. Es scheint eine kleine, perfekte Welt zu sein, in der Sie sich bewegen – warum also in die Ferne schweifen, wenn das so beängstigt. Wenn man schon vor England verweigert, können sich noch ganz andere Länder dazu beglückwünschen, von diesem „bei uns ist alles besser“ Despotismus verschont zu bleiben.
    Kopfschüttelnd
    Pantoufle

     
  6. Derek Jefferson

    23. Juni 2011 at 13:39

    @ Robson Bottle
    Warum habe ich bei Ihnen immer das Gefühl, daß die Sache zum Zirkus gerät?! Da ich langsam einen Verfolgungswahn erleide, verbleibt mir nur diesen Blog zu verlassen. Was veranlasst Sie eigentlich zu Ihren chauvinistischen Sprüchen und für welch ein Kamel halten Sie mich, oder andere hier (die sind doch völlig zufrieden damit, dass sie sich auf ihren Tastaturen austoben können)
    Aber kein Abschied ohne gebührende Höflichkeit- ich bedanke mich vielmals bei der Opalkatze für die erwiesene Gastfreundschaft.

     
  7. pantoufle

    23. Juni 2011 at 13:47

    Das sollte gut überlegt sein! Ich würde Sie vermissen – nach dem Mittagsschalf wollte ich noch eine gebührende Antwort auf ihren Brief schreiben. Bis dahin hatte ich nur einen vorläufigen auf meiner Seite… aber was zählt das. Das verlangte wenigstens eine Antwort. Nach dem Mittagsschlaf.
    Hochachtungsvoll
    Pantoufle

     
  8. opalkatze

    23. Juni 2011 at 17:23

    Dir rollen sich auf jeden Fall die Fußnägel auf. Deutlich substantiierter als JF, aber auf eine andere Art grauslich. (Empfehle dazu mal wieder „Die Biedermeier-Connection“, der auch mein Lieblingsmann Norbert Bolz zugerechnet wird.)

     
  9. opalkatze

    23. Juni 2011 at 17:30

    @Derek
    Och nö. Bleib mal lieber hier.

    @pantoufle
    Au ja. Bin zwar nur lesend hier, sehe dem aber gespannt entgegen.

     
  10. Derek Jefferson

    23. Juni 2011 at 18:35

    Its Britt`s Live- and live at the Britts – but: Pre-Coffee and enjoy the rest of England !

     
  11. VonFernSeher

    23. Juni 2011 at 19:18

    @pantoufle
    Lesen soll man es eben noch nicht, da es alles andere als fertig ist. Aber die Idee für ein Gleichnis hatte ich schon entwickelt. Ich kann Ihnen die Fragmente gerne schicken, verspreche aber keinen mitgelieferten Druchblick – Bescheid genügt.

     
  12. VonFernSeher

    23. Juni 2011 at 19:31

    Zur „jugendlichen Fallenstellerei“: Ich möchte Pantoufle nicht vereinnahmen, sondern habe ihm eine gemeinsame Textarbeit vorgeschlagen. In Ihrem Sinne liegt die Leiche auch nicht in meinem Keller. Ich sage aber auch nicht bescheid, wenn ich mir einst eine Harley kaufe oder das Resthaar färbe – versprochen.

    Gestern waren Sie noch Rechtexperte- dann Wirtschaftsexperte und überdies kundig in griechischem Drama. Nun finden Sie eine Leiche im Keller, die Sie gerne von Dritten pathologisch betrachtet haben wollen? Und eben, das würde moralische Impulse geben nicht wahr? Sie haben genau das Richtige gemacht: Sie haben an die Eitelkeit appelliert- nicht wahr?

    XYZ-Wald-und-Wiesen-Experte? An die Eitelkeit appelliert? Wie erfreulich, dass Sie von mir keineswegs zu eingenommen sind wie von sich selbst. Ich scheine ja immer noch viel zu interessant. (Nein, da sprach nicht meine Eitelkeit, sondern eine gewisse Ermüdung. Zugegeben: Das ist mein Problem. War.)

     
  13. studerpr99

    23. Juni 2011 at 20:47

    @Von Fern Seher
    Mensch Fernseher- von Deiner Eitelkeit war doch überhaupt nicht die Rede! (Ich bin übrigens auch von Jefferson eingenommen) Musst Du Dich eigentlich immer aufführen wie ein Küken? Is ja kein Wunder, wenn der Jefferson hier einem Verfolgungswahn erliegt. Los nochmal lesen! (Oder soll ich es in Deinen Worten sagen: sechs- setzen?!)
    Meine Güte..“Bildungskamele, auf deren Höckern viele gute Einsichten und Kenntnisse sitzen, ohne zu hindern, dass das Ganze doch eben nur ein Kamel ist.“

     
  14. VonFernSeher

    23. Juni 2011 at 21:46

    Nein, es war davon die Rede, dass ich an die Eitelkeit der Fleischklopfers appellieren würde. Das klingt für mich nach niederen Motiven.

    Setzen, sechs.

    Berichtigen Sie mich, wenn ich es sonst noch irgendwo schrieb, aber ich erinnere mich nur noch an die Verwendung im Bild eines Zappelphilipps, demgegenüber ich es immer wieder anbringen würde. Wenn denn auf meinem Kükenhöcker ab und zu ein paar gute Einsichten und Kenntnisse sitzen und sie dann noch jemand findet, reicht das ja fürs erste, denn die sind ja für Durststrecken.

     
  15. studerpr99

    24. Juni 2011 at 10:28

    @Von Fern Seher
    „Das klingt für mich nach niederen Motiven.“

    Ne, niedere Motive waren nicht gemeint- ich glaube etwas Anderes ist gemeint.
    Du hast im Internet eine Spur hinterlassen, die so breit ist, wie das Bild der Verwüstung einer C130 die im Getreidefeld der Magdeburger Börde notgelandet ist. Abgesehen einmal davon, wo man hier überall Deinem Engagement anstandshalber Achtung zu zollen hat, fällt vor allem darin auf, dass Du immer das letzte Wort haben musst. Und in diesem letzten Wort verspielst Du das, was Du eigentlich zunächst so gut angelegt hast. Du hast recht, Du bist interessant! Welcher Teufel aber reitet Dich eigentlich, jegliches Wohlwollen zu ignorieren, nur weil es Dich drängt Meinung zu äußern?
    Die Katz`s hat`s gut gemeint: „Verdachtsberichterstattung, wahre Tatsachenbehauptung, nicht kommentiertes Zitat> Da geheimnist du ein bisschen viel hinein. In meinen eigenen Texten bin ich oft sehr viel deutlicher“
    Ich könnte es ja nicht besser sagen.

    Du möchtest gern das Pantoufle engagieren?
    Guter Mann- der hatte seine wilden Zeiten hinter sich, als Du, wie beschreibst Du es so schön auf Deiner Internetseite, „gerade einmal Lesen konntest“ aber dennoch schon „ Bewusstsein“ hattest?! Sage einmal; liest Du eigentlich Deine Texte auch einmal nach? Ich will Dir einmal etwas sagen: Das Pantoufle ist in seinem Leben so oft zu Kreuze gekrochen wie Du Anfänger nicht einmal ahnst und Du kommst hier mit gebügeltem Jung- Sozialisten- Gefasel?
    Pass einmal auf Kleiner: Das ist nicht Deine Liga.

     
  16. Pantoufle

    24. Juni 2011 at 10:39

    @Derek Jefferson
    Hätte ich ein klares Urteil über die Verhältnisse des Lebens, wäre ich vielleicht Katholik. Oder Buddhist – schlimmstenfalls bekennender Neokonversativer. Nein, nicht Marxist. Das wäre ich, hätte ich ein endgültiges Urteil über die ökonomischen Verhältnisse.
    Ob das endgültige Urteil darüber denn Voraussetzung für Initiative, dieses aus dem unbewussten, verborgenen Unwohlsein über die Verhältnisse, in denen man sich bewegt, sein muß, lasse ich dahingestellt. Aus der Welt meiner täglichen Arbeit heraus und dem erforderlichen Umgang mit den Mitmenschen kann ich sehr wohl einem moralischen Ariadnefaden folgen, den mancher als „sozialistisch“ oder „anarchistisch“ beurteilen würde, ohne das ich mir diesen Aufkleber ans Revers heften müsste. Wenn es etwas im täglichen Leben zu überwinden gilt, so ist es die Gleichgültigkeit, die Arroganz der Macht, das „nicht mehr hinterfragen“ und der Mangel an Entrüstung. Bezüglich des „ethischen Materialismus“, auf den Sie wohl ansprechen, überlasse ich dessen Beantwortung und gegebenenfalls dessen Überwindung bekannten Sachbuchautoren wie Karl Marx oder John Maynard Keynes.
    Man sollte sich nicht überschätzen: Fleischhauern wird seinen Unsinn weiter verbreiten, egal, wie oft man ihm ans Bein pinkelt, Matussek seinen Freizeitkatholizismus pflegen und empörende Artikel über totgegangene Päpste schreiben. Man darf und muß sich aber hinsetzen und auf den Mangel an Lebensweisheit, die Abwesenheit von Humor und Moralität hinweisen. Am Beispiel Matussek würde schon der Widerspruch reizen, zwischen dem uralten, massiven und beeindruckenden Denkgebäude des Katholizismus und der Naivität des Herz-Jesu Marxisten in Form dieses Spiegelredakteurs.
    In Punkto Ihrer Befürchtungen, ich würde dem Urtrieb der menschlichen Eitelkeit allzu blind folgen, kann ich Sie beruhigen. Mein Respekt vor Begriffen wie Konservativismus oder Glauben ist groß genug, um Matussek oder Fleischhauer für etwas anderes als Hampelmänner dieser Wertbegriffe zu halten. Deswegen wird bei mir Fleischhauer seine Weisheiten am Stammtisch verbreiten. Deswegen wird Matussek, in Bergnot geraten, seinen Gott um Rettung bitten, nur weil er vergessen hat, sein GPS einzuschalten.
    Ich verspreche Ihnen, meinen Drang der Eitelkeit im Auge zu behalten und die Wahrheit stets in der Trivialität der Ereignisse zu suchen.
    Welcher Pub würde sich denn für eine Rast etwas nördlich von Lands End empfehlen?
    Herzliche Grüße
    Pantoufle

     
  17. VonFernSeher

    24. Juni 2011 at 14:11

    Warum stellen Sie mir dauernd Fragen, wenn Sie das letzte Wort haben möchten? Und warum kritisieren Sie meine Texte nicht unter meinen Texten? (Sie müssen meinetwegen bestimmt nicht antworten. Aber dann: das letzte Wort…)

     
  18. Robson Bottle

    24. Juni 2011 at 17:11

    @Derek Jefferson
    Genau so konnte man sich das schon denken. Da wage ich es mal, die heilige Kuh des Turbo-Spekulations-Kapitalismus allergrößten Stils, die City of London, zu kritisieren (haha in einem „erklärter“ Maßen „linken“ Blog – so ist „Welt“ heute!) und schon wird mit der Chauvinismus-Keule gefuchtelt. (Wo wir uns doch in der Europäischen Union befinden!) Und was ihren beginnenden Verfolgungswahn betrifft: Schauen sie mal nach, was sie hier auf diversen threads in meine Richtung von sich gegeben haben! Dann müssen sie sich nicht mehr wundern, wenn sie mir als selbstverliebter Super-Schwurbler in Erinnerung geblieben sind. (Ihre Empfehlung, ich – Kriegsdienstverweigerer – solle mir bei der British Army einen Job suchen oder bspw. ihre schwurbeligen Schmähgedichte, schon vergessen?)

     
 
%d Bloggern gefällt das: