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Diätenerhöhung, die 235.

28 Jun

Soso. Hartz IV-Bezüge werden mit dem gaaanz spitzen Rotstift berechnet, damit auf gar keinen Fall eine Summe dabei herauskommt, von der man etwa menschenwürdig leben könnte. Aber nun ja, es geht schließlich auch um eine Bevölkerungsgruppe – ja, tatsächlich! Die gehören zu uns, zu Deutschland. – die unproduktiv, bildungsfern und eigentlich faul ist. Alles in allem also Leute, die es wirklich nicht verdienen. Hätten ja zusehen können, daß sie ihre Arbeit behalten. Jetzt sollen sie mal sehen, wo sie bleiben. Und dieses ganze Mitleidsgesülze von wegen „sich nicht mal mehr den Zahnarzt leisten können“ und so, das ist doch degoutant. Und wozu, bitte schön, will ein Hartzer sich ordentlich anziehen oder gar zum Friseur gehen? Kommen doch eh nicht von ihren Sofas runter, die trägen Luschen. Womöglich sollen wir denen auch noch leckere Steaks und Bier zum Grillen bezahlen. Tränendrüsen bedienen, aber sonst in der sozialen Hängematte liegen, so weit kommt’s noch!

Das sieht bei unseren Volksvertretern doch gleich ganz anders aus: Fleissige, tüchtige und strebsame Menschen, die den ganzen Tag und oft bis spät in die Nacht unter Einsatz aller Kräfte für uns arbeiten. Da weiß man, was man an ihnen hat. Natürlich müssen sie ihre Diäten erhöhen! Sie kriegen ja noch weniger als die Bundesrichter, obwohl, das ist ganz fair, denn die müssen ja häufig – egal. Und die Erhöhung ist nun wirklich äußerst moderat: 584 Euro in zwei Tranchen, nicht mal 4 pisselige Prozent, ich bitte euch! Jedenfalls sollen sich die geplagten Abgeordneten ruhig mal wieder was gönnen, die letzte Diätenerhöhung ist immerhin schon zwei lange Jahre her. Mal ehrlich: Wie soll man denn auch bitte mit 7.668 Euro im Monat anständig über die Runden kommen?!

  • Sabine hat auch noch ein paar nette Beispiele.
  • mo jour weiß, wie sich Hartz IV anfühlt: wohnen bleiben II
  • Michael Spreng hat es für die Sachlicheren unter uns beschrieben: Nicht verdient

 
38 Kommentare

Verfasst von - 28. Juni 2011 in Kaffeesatz, Kultur, Politik

 

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38 Antworten zu “Diätenerhöhung, die 235.

  1. ostfrieseinfran

    28. Juni 2011 at 15:49

    Stimmt absolut und die Pauschalen, die unsere Abgeordneten noch zusätzlich bekommen sind der reinste Witz. Die reichen doch hinten und vorne nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken

     
  2. VonFernSeher

    28. Juni 2011 at 16:29

    So unreflektiert kenne ich dich ja gar nicht. Aber vielleicht musste das mal raus. Richtig ist es deswegen aber noch nicht.

     
  3. Sabine Engelhardt

    28. Juni 2011 at 17:57

    @VornFernSeher Hast Du die unsichtbaren Ironie-Tags übersehen? ;-)

     
  4. opalkatze

    28. Juni 2011 at 18:00

    Wenn ich sachlich sein wollte – was ich in diesem Fall absolut nicht will -, würde ich über Angemessenheit schreiben. Ich bin aber schlicht sauer über die Nichtoffenlegung von Nebeneinkünften, die Nebenverdienstmöglichkeiten an sich und vor allem das Hinterzimmergedöns, während bei jeder Hartz IV-Debatte ein Faß aufgemacht wird. Wir können nach dem Motto ‚gleiches Recht für alle‘ gern diskutieren, aber nicht unter diesen klammheimlichen Vorausetzungen. Punktum.

     
  5. mo jour

    28. Juni 2011 at 18:12

    liebe frau opalkatze,

    vielen dank für diesen verständnisvollen beitrag!

    als volk haben wir doch auch eine gewisse verantwortung für die gesundheit unserer vertreterInnen.

    deswegen finde ich es völlig i.O., dass eine politikerdiät (nach der erhöhung) ziemlich genau zwei jahre hartzIV beträgt, abzüglich 3 wochen unbezahlten urlaub pro jahr (also 24 – 2×0,75 = 22,5), die uns erwerbslosen ja sowieso nicht zustehen.

    die armen politikerInnen, immer diese große verantwortung, die vielen schlaflosen nächte, und dann ist das volk auch noch so knickerig und neidisch ….

    könnte man nicht die diäten an einen politikerquotienten (PQ) koppeln, der sich zusammensetzt aus steigerung der staatsverschuldung (reziprok proportional) und persönlichen body mass index (BMI) multipliziert mit dem erst noch festzulegenden schummelfaktor bei doktorarbeiten u.a. öffentlichen äußerungen? nur so, wegen der leichteren durchschaubarkeit.

    (wer in meinen zeilen nach logik sucht, wird sie dort genau so wenig finden wie in den lohntüten der regierenden kaste.)

    herzliche grüße
    aus dem Büro für besondere Maßnahmen
    ;-)

     
  6. VonFernSeher

    28. Juni 2011 at 18:43

    Das hat aber doch nichts mit der Erhöhung der Diäten zu tun. Bei den Diäten geht es um die Bezahlung der Tätigkeit als Abgeordneter. Und ich denke, dass diese relativ nicht zu gut bezahlt werden. Denn sie arbeiten größtenteils wirklich hart und lange.

    Man sollte den Bruttopreis eines Abgeordneten nicht daran festmachen, ob einem die Politik gefällt. Sonst müsste man ja fordern, dass die mit der „falschen“ Politik an die mit der „richtigen“ etwas abgeben.

    Den unausgesprochenen Unterton (das wir die ja alle mit unserem Geld bezahlen) finde ich auch nicht angebracht. Es geht im Vergleich zu Hartz-IV-Empfängern um Promille, d.h. jeder Euro, der bei Hartz IV dem Einzelnen mehr oder weniger gegeben wird, wirkt sich – will man denn so rechnen – tausendmal stärker auf die Haushalte aus. Es macht also rein finanzpolitisch durchaus Sinn, jeden Cent zu diskutieren, wenn er siebenmillionenmal ausgegeben wird. Dass das nicht die Art ist, wie ich Hartz IV diskutieren möchte, ist eine andere Sache.

    Die Nebeneinkünfte von Politikern schließlich sind ein heikles Thema. Ich kann den Wunsch nach mehr Transparenz verstehen, aber genauso, dass es hier um wenige Menschen geht, die auch ein Recht auf eine gewisse Privatsphäre haben. Abgeordnete geben schon einen sehr tiefen Einblick in ihre persönlichen Finanzen, den ich aus freien Stücken nicht geben würde. Eine numerische Veröffentlichung aller meiner Einkünfte empfände ich als sehr schweren Eingriff in meine persönliche Freiheit*. Was ich aber für mich beanspruche, muss ich auch für andere gelten lassen. Die Nebeneinkünfte in Stufen anzugeben, halte ich für einen guten Kompromiss. Über die Stufen an sich können wir reden, besonders darüber, ob man die letzte („mehr als“) so niedrig wählen sollte.

    Von allen diesen und noch ein paar mehr Punkten her finde ich deinen Beitrag recht platt. Ich bin von dir wesentlich mehr Substanz gewöhnt, deshalb sage ich: So kenne ich dich nicht.

    *Über die Einkünfte aller panamaischen öffentlich Angestellten kann man sich im Internet informieren. Ich finde das beängstigend. Das nennt sich auch hier eine Transparenzmaßnahme, hilft aber kein Stück gegen Lobbyismus und Korruption (man schaue auf die entsprechenden Platzierungen Panamas). Bestechungsgelder und „Beraterverträge“ für den Cousin stehen nämlich nicht in diesen Listen.

     
  7. VonFernSeher

    28. Juni 2011 at 18:43

    Nein.

     
  8. opalkatze

    28. Juni 2011 at 18:45

    Der PQ ist eine besonders hübsche Idee, das sollten wir unbedingt anregen. @Sabine? @Alien? Was meint ihr?

     
  9. opalkatze

    28. Juni 2011 at 18:47

    Sorry, ich bin da gerade nicht besonders diskussionswillig. Ich bin sauer.

     
  10. Pantoufle

    29. Juni 2011 at 10:54

    Es geht gar nicht so sehr um einen abstrakten Betrag. Die Frage, ob die Steuerzahler dafür eine adäquate Gegenleistung geboten bekommen, wird jeder Einzelne je nach politischem Standpunkt unterschiedlich bewerten – wobei sich langsam, aber sicher eine Mehrheit findet, die das bezweifelt.
    Was mich stört, ist eher das Selbstverständnis, was dort durchschimmert. Wenn eine Kristina Schröder nach Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft herumposaunt, sie und ihr Mann würden vor den “[…] den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind”, dann klingt das bei einem geschätzten Monatseinkommen von mehr als 20.000€ der beiden mehr als grotesk.
    Einen Bundestags-FDP, die Monate mit einem unwürdigen Postengeschacher verbringt, statt sinnvolle Arbeit zu leisten, ist nicht einmal die Briefmarke eines Beschwerdebriefes wert – geschweige denn 7600€ + Bestechungsgelder diverser Lobbyisten.
    Abgeordnete können sich unter anderem eine sogenannte „Funktionszulage“ zwischen 1000€ – 9000€ vorbei am Finanzamt einstecken, ohne darüber Rechenschaft abzulegen. Das wurde vom Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 2000 moniert und zur Neuregelung ausgeschrieben. Das ist bis heute nicht passiert.
    Die Altersversorgung der Abgeordneten folgt Regeln, von denen normale Arbeitnehmer nicht einmal träumen können. Das Renteneintrittsalter beträgt übrigends 62Jahre, nicht 67.
    Die Auskunftspflicht zu Nebeneinkünften wird konsequent verweigert oder durch neue Regelungen untransparenter gemacht.
    Das Argument, das diese Auskunft die Privatsphäre der Abgeordneten in unverhältnismäßiger Weise belastet, verfängt nicht. Wer für die Öffentlichkeit zu arbeiten und von ihr bezahlt wird, muß sich diese Fragen stellen lassen. Jeder Polizist, auf dessen Konto bei einer Überprüfung unerklärte 30.000€ auftauchen, hat ein echtes Problem. Ein Problem, das Politiker offensichtlich nicht haben und das auch gar nicht als Problem ansehen.
    Die Diäten sind nicht zu hoch – die gesamten Bezüge sind hoffnungslos untransparent und die Politik wird dafür sorgen, daß das so bleibt. Deshalb ist die Erhöhung abzulehnen.

     
  11. VonFernSeher

    29. Juni 2011 at 15:47

    Die Frage, ob die Steuerzahler dafür eine adäquate Gegenleistung geboten bekommen, wird jeder Einzelne je nach politischem Standpunkt unterschiedlich bewerten – wobei sich langsam, aber sicher eine Mehrheit findet, die das bezweifelt.

    Ach, kommen Sie, die Stammtischmehrheit, die findet, dass „die da in Berlin“ sowieso nur rumsitzen und nix wirklich für ihr Geld tun, war schon immer da. Das ist aber normalerweise nicht ganz das Niveau hier. Und dass das Krienhorn Schröder nicht gerade als PR-Profi geboren wurde, ist ja auch keine Neuigkeit.

    Sie können doch nicht auf der einen Seite zugeben, dass man die adäquate Leistung eines Politikers nicht nach absoluten Kriterien messen kann und dann andererseits aussagen, die Diäten seien für die Leistung zu hoch. Die Leistung der MdB muss man vielmehr mit Personen mit vergleichbarer Arbeitsbelastung, Personal- und Gesamtverantwortung ins Verhältnis setzen; und dann verdienen MdB nicht zu viel. Sie würden es ja (nehme ich an) auch nicht gut finden, wenn der Bauunternehmer seinen Maurer wegen schlechter Leistung das Gehalt kürzt. Wenn jemand seinen Job nicht macht, schmeißt man ihn raus. Ich bin davon überzeugt, dass viele Parlamentarier in Deutschland ihren Job tatsächlich nicht machen. Dann muss man aber nicht über die Bezahlung diskutieren. Man muss sie rausschmeißen. (Dafür fehlt dann aber interessanterweise an der Wahlurne oft die vorher meckernde Mehrheit.)

    Die Altersversorgung der Abgeordneten folgt Regeln, von denen normale Arbeitnehmer nicht einmal träumen können. Das Renteneintrittsalter beträgt übrigends 62Jahre, nicht 67.

    Die Altersversorgung der MdB folgt ähnlichen Regeln wie bei den meisten Arbeitnehmern. MdB erhalten für jedes Jahr der Tätigkeit einen anteiligen Rentenanspruch (2,5%, maximal 67,5%) und gehen genauso gestaffelt später in Rente (am Ende mit 67) wie alle anderen. Um also als heute etwas jüngerer Abgeordneter die volle Rente zu kassieren, muss man 27 Jahre lang MdB sein und bis 67 arbeiten, siehe hier. 27 sind nicht 35/40 Jahre wie in der gesetzlichen Rente, aber Politiker kommen ja auch selten als Berufseinsteiger in den Bundestag.

    Das Argument, das diese Auskunft die Privatsphäre der Abgeordneten in unverhältnismäßiger Weise belastet, verfängt nicht. Wer für die Öffentlichkeit zu arbeiten und von ihr bezahlt wird, muß sich diese Fragen stellen lassen.

    Warum muss er das? Ein Lehrer oder Polizist muss in Deutschland (glücklicherweise) nicht sein Gehalt und seine Nebeneinkünfte offenlegen. Dass sein Personalverantwortlicher weiß, was er verdient, ist doch völlig ausreichend. Einfach mal so dessen Konten überprüfen darf der aber auch nicht. Bei Politikern in Parlamenten, die relative Personen des Zeitgeschehens und gewählte Vertreter sind, darf man strengere Maßstäbe anlegen, aber eben auch, was deren Privatsphäre angeht.

    Anderer Vorschlag: Warum muss sich ein Abgeordneter seine Nebentätigkeit nicht wie jeder Beamte genehmigen lassen? Warum gibt es keine sinnvolleren Einstufungen (logarithmisch, ab 10.000 in 5.000er Schritten, o.o.) bei den Nebeneinkünften, die wirklich etwas aussagen? Warum gibt es (nicht nur für Politiker) keine Beschränkungen bei der Anzahl und Art der Aufsichtsratsplätze? etc.pp.

    Das sind doch die entscheidenden Dinge, bei denen sich vielleicht tatsächlich etwas an der Parlamentskultur ändern würde, aber doch nicht bei der Prozentzahl der Diätenerhöhung. Das taugt nur für ein bisschen Wirhieruntendiedaobenstimmung und zwei Tage Empörung im Boulevard.

     
  12. Pantoufle

    29. Juni 2011 at 16:43

    Na ja… an meinem Stammtisch sind sie eh alle meiner Meinung

    Die Rente mit 67 gilt auch für Abgeordnete. Allerdings gibt es eine Ausnahmeregelung für Parlamentarier mit langjähriger Mitgliedschaft im Bundestag. Diese können früher in Ruhestand gehen – bei 18 Jahren Zugehörigkeit zum Parlament bereits ab 57. Lebensjahr.

    Warum ein Politiker das muss? Weil es sinnvoll und zumutbar ist.
    ….

    „Sie können doch nicht auf der einen Seite zugeben, dass man die adäquate Leistung eines Politikers nicht nach absoluten Kriterien messen kann und dann andererseits aussagen, die Diäten seien für die Leistung zu hoch“

    > Die Diäten sind nicht zu hoch – die gesamten Bezüge sind
    > hoffnungslos untransparent und die Politik wird dafür sorgen,
    > daß das so bleibt. Deshalb ist die Erhöhung abzulehnen.

    Herr VonFernSeher: Ihre Einwände sind allesamt vorraussehbar , Sie ertragen es nicht, nicht das letzte Wort zu haben, Sie sind – und das erbittert besonders – vollkommen humorlos und nebenbei Sie hören niemandem zu – ausser sich selber.
    Ihre mathematischen Kenntnisse lassen wir bei dieser Gelegenheit besser ganz außen vor, weil Sie sonst erklären müssten, wie man eine nachvollziehbare „logarithmische“ Steigerung ab 10.000€ in 5.000 tausender Schritten macht. Von der moralischen Qualität einer Nebeneinnahme von mehr als 10.000€ (vermutlich im Monat) einmal ganz zu schweigen.
    schönen Abend noch

     
  13. VonFernSeher

    29. Juni 2011 at 21:04

    Warum so schroff und abweisend? Sie müssen meinen Humor ja nicht mögen, aber Sie können doch trotzdem mit mir argumentativ diskutieren.

    Selbst wenn meine Einwände allesamt vorhersehbar wären, verböte das Ihnen ja nicht, sie sachlisch zu widerlegen. Vielleicht ja dann vorhersehenderweise vorher, dann brauche ich ja kein letztes Wort mehr ;)
    (Zudem beeindruckt mich das mit dem letzten Wort genau so wie alle weiteren Totschlagargumente: gar nicht.)

    Ich hätte gerne zugehört (bzw. gelesen), was sie von meinen Vorschlägen halten, aber stattdessen ziehen Sie lieber über meine angenommenen schlechten mathematischen Fähigkeiten her. (Es handelte sich um eine Aufzählung von Möglichkeiten, einmal ein Modell, wo z.B. eine Stufe n(20)=6.000 und eine Stufe n(30)=12.000 ist und einmal ein anderes Modell, wo es unter 10.000 kleinere Abstufungen ud darüber 5.000er Stufen gibt. Das ganze bezog sich natürlich auf Jahreseinkommen, wobei es auch MdB mit Jahreseinkommen von 120.000 und mehr gibt.)

    Ich würde mich freuen, wenn wir wieder zu einem produktiven, weil argumentativen Umgang zurückfinden könnten.

     
  14. Pantoufle

    29. Juni 2011 at 22:45

     
  15. altautonomer

    30. Juni 2011 at 08:45

    Die von einer soliden Systemapologetik geprägten Argumente eines VonFernSeher reizen mich dermassen zum Widerspruch, dass mir die Worte fehlen. Deshalb nur ein Zitat von Karl Kraus: Parlamentarismus ist die Kasernierung der politischen Prostitution.

     
  16. udo haupert

    30. Juni 2011 at 11:27

    
    VonFernSeher
    28. Juni 2011 at 18:43 :
    „Das hat aber doch nichts mit der Erhöhung der Diäten zu tun. Bei den Diäten geht es um die Bezahlung der Tätigkeit als Abgeordneter. Und ich denke, dass diese relativ nicht zu gut bezahlt werden. Denn sie arbeiten größtenteils wirklich hart und lange.“

    Wäre hart und lange zu arbeiten ein Kriterium für gute Bezahlung, was müssten dann wohl Feuerwehrmänner, Krankenschwestern, Altenpfleger, ehrenamtliche Betreuer und alleinerziehende Mütter, die von H4 leben müssen, verdienen?

    „Die Nebeneinkünfte von Politikern schließlich sind ein heikles Thema.“

    In der Tat. Z.B. dass es sie überhaupt gibt. Sonst nennt mensch das Bestechung und ist strafbar.

    N.B.: Es wird immer dann schwierig, wenn man Sarkasmus nicht erkennt und ernst nimmt.

    @Opalkatze: Danke, für diesen Beitrag. Ist mir aus der Seele gekotzt.

     
  17. Robson Bottle

    30. Juni 2011 at 12:08

    @VonFernSeher @Pantoufle
    Die Frage, ob Abgeordneten-Bezüge – egal woher sie beim Einen oder Anderen in ihrer Gesamtsumme kommen – gerecht oder angemessen sind, erübrigt sich doch von vorne herein! Wenn man hier vermeintlich gerechte Kriterien (Lohn- Leistungsverhältnis??haha) entwickeln will, dann muss man dies auch für andere Bereiche der Gesellschaft tun (Managergehälter, Unternehmer-„Gewinne“, Aktionärs-Dividenten, Bankmanager-Bonuspraktiken, Profi-Sportler-Einkünfte, etc.) Nicht umsonst werden Diätenerhöhungen immer wieder auch mit dem finanziellen Anreiz erklärt, den man bieten müsse, damit diese Leute nicht lieber doch Karriere in der „freien“ Wirtschaft anstreben. Sie vergessen wohl immer wieder allzu gern, dass wir uns in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem befinden! Angebot und Nachfrage! Freies Spiel (bzw. freier Kampf) der Mächte! Wer die MACHT hat bestimmt was geMACHT wird. (Deshalb ist auch die Griechenland- bzw. EU-Problematik nicht gerecht lösbar!) Und dass die Mächtigen, (bzw. die parlamentarischen Marionetten der eigentlich Mächtigen) nicht auf einem Hartz IV-Satz versauern wollen (das wäre nämlich hier aus Sicht eines Hartzers „gerecht“!) ist doch eh klar.

     
  18. studerpr99

    30. Juni 2011 at 12:27

    @robson botttle

    Endlich einmal ein wahres Wort!

    Ich solidarisiere mich vollinhaltlich und rufe:

    Weg mit den Einkommen- Weg mit den Gewinnen- Weg mit der Macht und weg mit den Berufen!

    Für eine Entkapitalisierung der Währung und freien Sicht aufs Mittelmeer!!

    Gelb -Front!

     
  19. altautonomer

    30. Juni 2011 at 12:42

    Ja, diese von der Last ihrer Verantwortung und dem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der Unterprivilegierten gebeutelten Abgeordneten sind auf das Verständnis VonFernseher und anderen dringend angewiesen. Wer den Abgeordnetenstatus und die damit verbundenen Privilegien umdefiniert in eine altruistische Tätigkeit und ihm die Weihen eines sich für die Interessen der Allgemeinheit schindenden und aufopfernden Leistungsträgers verleiht, der hat noch nie einen Parteitag verfolgt, auf dem die Listenplätze zu vergeben sind.

    Ich kenne das nur aus früheren Zeiten bei den Grünen und weiss daher, wie versessen die potenziellen Kandidaten auf ein aussichtsreiches Mandat sind, wie gierig sie auf ihren Bewerbungsreden danach streben, sich dem Stress im „Raumschiff Berlin “ auszusetzen und all diese Nachteile wie Unterbezahlung, Statusverlust, Hinterbänklerdasein etc. in Kauf zu nehmen.

    Sehr interessante Grafiken zum Thema gibt es hier: http://www.elegantwife.net/

     
  20. Robson Bottle

    30. Juni 2011 at 13:05

    Na, offensichtlich bist du an deinem Stammtisch gut eingebunden und schön versorgt …

    (Übrigens wegen der „freien Sicht aufs Mittelmeer“: Da ist doch die Firma Herrenknecht, die auch die Tunnel für Stuttgart21 bohren will, schon längst dabei! Dauert nur ein bißchen, bis die ganzen Tunnel durch die Alpen eingestürzt sind.)

    Nochmal:

     
  21. Pantoufle

    30. Juni 2011 at 22:33

    Also: Um die Debatte jetzt erst mal wieder etwas zu versachlichen, sei zu all diesen Kommentaren angemerkt:
    3 große Zwiebeln
    2 Schalotten
    2 Knoblauchzehen
    Estragon, schwarzen gehackten Pfeffer, Cayennepfeffer
    2 Hände voll King Prawns… so, wie sie sind und frisch
    In ordentlichem Olivenöl Zwiebeln und Zwiebelartige glasieren. Zwei Gläser mit gutem Cognac füllen. Temperatur hoch und die toten Krabben in die Pfanne werfen. Das erste Glas dient zum probieren – das zweite zum SOFORTIGEN Ablöschen der Tiere. Würzen! Mehr Cayennepfeffer ist besser als zu wenig! Jetzt nicht mehr quasseln, sondern nach 3 Minuten das ganze rausnehmen und mit Weißbrot auf den Tisch.
    Dazu passt ein durchsetzungsfähiger Riesling, ersatzweise ein Chardonay. VonFernSeher darf auch ein stilles Mineralwasser nehmen.
    Guten Appetit!

     
  22. altautonomer

    1. Juli 2011 at 09:00

    Robson Bottle: Bin auch Adorno-Leser. Gutes Video.

    Pantoufle: Ich bevorzuge ostfriesisches Kartoffelfondue = Pellkartoffeln in Kartoffelpüree eingestippt mit einem Glas 92er Rüdesheimer Nierentritt.

     
  23. studerpr99

    1. Juli 2011 at 11:14

    Nierentritt ?- 92.?

    Passt gut zu Adorno!

    Wohlsein !

     
  24. Robson Bottle

    1. Juli 2011 at 12:00

    Leider zuviel Zwiebelartiges bei den armen King Prawns. Trotzdem, wohl bekomm’s!

     
  25. Pantoufle

    1. Juli 2011 at 18:32

    @robson
    kleine Hände?

     
  26. Robson Bottle

    1. Juli 2011 at 19:56

    Nein, ganz bestimmt keine kleinen Hände! Aber selbst, wenn sie größere Hände haben sollten als ich, was ich schon aus Wahrscheinlichkeitsüberlegungen wegen meiner 2-Meter-Statur bezweifle, darf die Frage erlaubt sein, wieso sie die milden (2)! Schalotten mit 3 großen Zwiebeln erschlagen.
    (Nichts für ungut! Nur wegen der von ihnen angeregten „Versachlichung“ der Debatte!)

     
  27. Pantoufle

    1. Juli 2011 at 20:35

    @bottle
    Herkules: Die Schalotten haben eine chemische Funktion, keine geschmackliche. Aber das hat etwas mit kochen zu tun und nicht mit rumproleten.

     
  28. studerpr99

    1. Juli 2011 at 21:07

    @Pantoufle
    Lass ihn laufen…..
    Der bekommt es fertig und macht uns glatt kalt ohne mit dem Wimpel zu zuckern.. Man traut sich ja kaum noch auf die Straße.

     
  29. Pantoufle

    1. Juli 2011 at 21:17

    oder – noch schlimmer – er dickt die entstehende Flüssigkeit mit Mehlschwitze an… muskulöse Männer neigen ja zu so etwas. Oder war das „Rei aus der Tube“?

     
  30. Robson Bottle

    2. Juli 2011 at 16:47

    Na dann erklären sie mir mal die chemischen Unterschiede zwischen Zwiebeln und Schalotten und vor allem was die Chemie der 2 Schalotten derjenigen der 3 großen Zwiebeln hinzufügt, sie Sternekoch!

     
  31. Robson Bottle

    2. Juli 2011 at 16:59

    Sehen sie den Unterschied? Sie stellen nur niveaulose Mutmaßungen an, ich dagegen halte mich an die Tatsachen, die sie hier von sich gegeben haben.

     
  32. Robson Bottle

    2. Juli 2011 at 17:17

    Aber entschuldigen sie, dass ich es gewagt habe die Kochkünste eines völlig ressentimentfreien, offensichtlichen Angehörigen der Oberschicht „rumproleten“terweise zu kritisieren. (Wieviel Flaschen von dem Riesling haben sie eigentlich diesmal gebraucht, um dieses Zwiebel-Gericht runterzukriegen?)

     
  33. Sabine Engelhardt

    3. Juli 2011 at 00:45

    Ja, das hat was. ;-) Mo, ich kenne Deine Situation mehr als gut, und das einzige, was meiner Meinung nach hilft, ist, eine gewisse Wut aufzubauen. Keine unkontrollierte, gewalttätige, sondern eine kontrollierte, aber durchaus auch mal bösartige. Wer mit Worten umgehen kann, kann zurückschlagen, ohne Körperverletzung zu begehen.

    Daher habe ich mir angewöhnt, Behörden und Einrichtungen dieser Art mit neuen Namen zu belegen, die ihre Vorgehensweise klarer beschreiben als ihre offiziellen Namen. Die offiziellen Namen sind orwell’sches Neusprech, sie verbergen und beschönigen die Wahrheit. So wurde das „Sozialamt” zum faschistischen Repressionsamt, das ARGE zum Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Erniedrigung (für JobCenter denk ich mir vielleicht noch was aus, aber eigentlich bleibt das für mich ARGE). Das SGB nenne ich asoziales Zwangsarbeits- und Zwangsverarmungsgesetz, und die „Rentenversicherung” Rentenentsicherung. Die Angestellten dürfen sich auch durchaus mal Berufslügner nennen lassen, das beziehe ich jedoch auf Individuen, denen ich bereits Lügen nachgewiesen habe.

    Ich hätte übrigens gern bei Dir direkt kommentiert, aber blogspot und der Opera-Browser mögen sich nicht, da bekomme ich die Felder für die Kommentator-Identität nicht angezeigt, auch mit eingeschaltetem JavaScript nicht.

    Dein Blog packe ich mir gleich mal in die Blogroll, kannst ja gern auch mal bei mir vorbeischauen. :-)

    Gruß, Frosch

     
  34. altautonomer

    4. Juli 2011 at 08:01

    „Tote Krabben“ iiiieeeeeh! Tierleichen in Weisswein „ablöschen“. Würg. xwtu

     
 
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