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Hallo „Internet of Choices“!

19 Jul

Am 13.7. trafen sich in Brüssel zum zweiten Mal die Chefs der Telekom-Branche und  Manager großer Internetfirmen, um die Ziele der Digitalen Agenda Europas zu diskutieren. Bis 2020 sollen alle EU-Bürger über eine Internetverbindung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s und mindestens die Hälfte von ihnen bis dahin über Verbindungen von 100 Mbit/s verfügen.

Bereits im letzten März fand das erste Treffen der Arbeitsgruppe im Auftrag der EU-Kommissarin Neelie Kroes statt, an dem unter anderem auch Steve Jobs (Apple),  Philipp Schindler (Google), Oliver Werner (ARD), Hartmut Ostrowski (Bertelsmann) und Richard Nash (eBay) teilnahmen.

Am vergangenen Mittwoch wurde weiter über mögliche Einnahmequellen für die Finanzierung des Internet-Ausbaus in Europa diskutiert.  Die drei Leiter der Arbeitsgruppe, René Obermann der Deutschen Telekom, Vivendi-Chef Jean-Bernard Lévy und Ben Verwaayen von Alcatel-Lucent, haben der EU-Kommission nun als Ergebnis der Sitzung 11 Vorschläge unterbreitet. Da die Ziele der EU-Kommissarin zwar weitgesteckt seien, sie aber – trotz „knapper Ressourcen“ – alles daran setzen möchten, sie zu unterstützen, heißt es: Netzneutralität Adieu! Und in Neusprech: Hallo „Internet of Choices“!

Aus dem Papier:

5-Europe should promote traffic management differentiation to foster innovation and new services and meet demand for different levels of quality. Sound business models combining those services with best effort ones would allow a wide range of innovative offers.

6-Business models could be two-sided, based on commercial agreements, respecting the principles of openness and non anti-competitive discrimination. Exploiting the potential of two-sided markets will bring more innovation, efficiency and quicker roll-out of state of-the-art networks to the benefit of consumers and creative industries.

Achso, die Interessen der Verbraucher werden natürlich gewahrt, denn auf lange Sicht stimmt das ja miteinander überein:

7-Europe should foster innovation and investment, as much as consumer interest. Long term consumer interests coincide with the promotion of innovation and investment.

Vivendi Press release:  How to Achieve the 2020 European Digital Targets (pdf)

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Das Original stammt von vasistas?

 
 

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Eine Antwort zu “Hallo „Internet of Choices“!

  1. VonFernSeher

    20. Juli 2011 at 10:04

    ad 5: Ich wüsste ja mal echt gerne, worin diese Anforderungen bestehen sollen. Wenn alle Bits gleich behandelt werden, bekommt der vom Kunden meistbeanspruchte Kanal automatisch relativ das größte Stück. Sollte ein Kunde z.B. unwahrscheinlicherweise einmal so viel textbasierte Daten laden wollen, dass die binärbasierten Daten eines Videostreams tatsächlich relativ in der Minderheit sind, steht zu erwarten, dass das auch seine momentane Priorität ist. Der Grund liegt woanders: Manche Zugangsanbieter würden nur allzu gerne auf beiden Seiten kassieren. Da man als Seitenbetreiber ja schon beim Hosting für das Verkehrsaufkommen bezahlt, gibt es für so etwas nur eine Bezeichnung: Wegelagerei.

    ad 6/7: Na, dann freuen wir uns uns mal auf die ‚competitive discrimination‘, denn wenn wir eins von den Banken gelernt haben, dann ja wohl, dass der Markt das schon regelt. Da laufen ja auch die Kundeninteressen ganz eindeutig in Einklang mit dem Erfindungsreichtum und den Investitionen der Anbieter. Ähm.

     
 
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