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Postbank: Ein Argument ist ein Argument

12 Aug

Seit Ende der 80er-Jahre habe ich ein Konto bei der Postbank. Das waren damals die Ersten, die Online-Banking per Btx anboten, und das wollte ich natürlich unbedingt haben.

Früher bekam man regelmäßig vor Ablauf der alten eine Liste mit neuen TANs zur Identifizierung bei der Online-Abwicklung von Bankgeschäften. Im Lauf des letzten Jahres haben sie auf mTAN umgestellt. Die sinnige Begründung: Das mit dem Papier ist zu unsicher, da könnte ja was passieren, heute gibt es ja Händis und Smartphones und all so was, und überhaupt ist das alles viel moderner und besser.

Ja nee, is‘ klar, daß die elektronische Übermittlung einer TAN viel besser ist. Außer, du hast kein Netz, es gibt einen Netz-, Strom- oder Serverausfall, du hast dein Ladegerät vergessen, das Händi verloren oder es wurde geklaut. Aber sonst ist das natürlich schon sicherer. Weil: Papier könnte man ja einfach mit sich rumtragen und nachgucken, wenn man so eine TAN braucht, und wenn man das dann verliert … nicht auszudenken! Die nette Dame bei Postens hat aber gesagt, ich müsse den mTAN-Empfang einfach bloß für mehrere Händis aktivieren, dann könne ja nichts mehr passieren. Das hat mich natürlich ganz massiv beruhigt, denn eines meiner 23 Händis hat schließlich immer ein Netz, und wenn denen im Rechenzentrum dann mal ein Server ausfällt, ist das ja dann auch nicht weiter schlimm. Und kein Netz oder Netzausfälle? Ach, Unfug, das ist doch mittlerweile alles flächendeckend. Die Kanzlerin hat ja immer gesagt, bis 2010 hat jeder Haushalt Internetanbindung, und jetzt ist schon 2011. Auf Reisen muß man dann eben Abstriche machen; Gott, ja, aber wer macht schon unterwegs Überweisungen oder fragt den Kontostand ab? Und EC- und Kreditkarten können bekanntlich auch geklaut werden. Na, da hab ich aber erst mal aufgeatmet!

Ich also auf meinem Laptop ins Postbank-Online-Programm, die 23 Händis installieren. Ging auch wirklich prima, die senden dann einen Identifizierungscode auf’s Händi (also, auf eins nach dem anderen natürlich), und dann kannst du auch schon loslegen. Allerdings gibt es da noch eine winzige Wartezeit: „Der Aktivierungscode wird Ihnen innerhalb der nächsten zwei Tage per Post zugeschickt.“

 

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36 Antworten zu “Postbank: Ein Argument ist ein Argument

  1. Piratenweib

    12. August 2011 at 14:32

    Haha, das gleiche Spielchen macht die Post auch bei der tollen „Internetmarke“. Wenn du da ein Konto anmeldest, weil du das wunderbare Word-Plugin zur Frankierung nutzen möchtest – ganz dringend natürlich, weil du ja _jetzt_ einen Brief verschicken musst, passiert genau das gleiche.
    „Der Aktivierungscode wird Ihnen per Post zugeschickt.“ Super!

     
  2. matthiasr

    12. August 2011 at 14:38

    1. iTAN != smsTAN (letzteres gibt es unter mehreren Namen) – iTAN (indexed TAN) war das Verfahren mit den nummerierten TAN-Listen („Geben Sie TAN 73 ein“)

    2. Wenn großflächig der Strom ausfällt geht Onlinebanking nicht mehr! Wir werden alle störben!!1!

     
  3. matthiasr

    12. August 2011 at 14:40

    (Noch schlimmer war das mit dem Zuschicken bei Otto: ich wollte meine im System gespeicherte Adresse ändern, musste dafür aber erst deren Onlinedings aktivieren, wozu ein Brief _an meine alte Adresse_ geschickt wurde. Hrmpf.)

     
  4. theomix

    12. August 2011 at 15:33

    Wir sind schon länger weg von der Post, und das kam so:
    Vor etwa 25 Jahren konnte man wählen zwischen Karte mit Magnetstreifen oder ohne.
    Wir noch Technikskeptiker, nahmen die ohne. Wozu Magnetstreifen? Zwei kleine Filialen, die versorgten uns mit Bargeld, die eine rechts herum, die andere links herum, beide keine 1.000 m.

    Dann musste der Streifen sein. Wir PIN ungelesen vernichtet.
    Es gab ja zwei kleine Filialen.

    Dann schloss die eine Filiale.
    Dann würgte man die Öffnungszeiten der anderen so lange, bis sie schloss und eine Agentur in der Nähe gefunden wurde.
    Geldübergabe zwischen Wurst und Käse?

    Wie zufällig gab es neue PINS.
    Wir seitdem zur Hauptpost.
    Natürlich waren jetzt längere Schlangen da.
    Auch vor den Automaten musste man ein bisschen warten.

    War es danach oder kurz davor: Die bis dahin so günstigen Preise zogen an.
    Das kostenlose Konto gab es noch nicht.
    Als es kam, waren wir bei einer anderen Bank.

    – Kommt auch als Beitrag demnächst bei mir. –

     
  5. VonFernSeher

    12. August 2011 at 16:41

    Was genau ist jetzt der Kritikpunkt in diesem Artikel an mTAN? Tut mir leid, aber ich lese hier kein einziges Argument.

    Wirkliche Sicherheit bieten bisher nur Kartenleser, die nicht mit dem Computer verbunden sind. Ich habe so einen, nutze ihn regelmäßig außerhalb der Reichweite irgendwelcher deutschen Telekomnetze und es funktioniert herrlich unaufwendig.

     
  6. opalkatze

    12. August 2011 at 16:49

    a. Es ist eine Glosse.
    b. Das mit dem Papier ist der Witz.

     
  7. opalkatze

    12. August 2011 at 16:53

    Was ist „Technikskeptiker“? :]

     
  8. opalkatze

    12. August 2011 at 16:57

    @Piratenweib, @matthiasr
    Früher ™ hieß es mal „Frauen und Technik“. Heute und stark zunehmend heisst es „Deutschland und Technik“.
    (Schreib ich demnächst was zu, sammle gerade).

     
  9. theomix

    12. August 2011 at 17:01

    So einer, der keine Magnetstreifen und PINs mag…

     
  10. opalkatze

    12. August 2011 at 17:06

    Das war bei mir häufig dadurch bedingt, daß es keine was-auch-immer-Filialen gab: Dorf, weit weg von allem. Aber mit Technik hatte ich nie Probleme, und Sicherheitsaspekte haben immer auch eine sportliche Note … ,)

     
  11. VonFernSeher

    12. August 2011 at 18:30

    Meinen Kartenleser hat mir die Sparkasse auch per Post zugestellt, mit nettem Brief und Bedienungsanleitung – auf Papier. Ich finde es irgendwie immer noch nicht lustig. Aber vielleicht muss ich mich einfach noch mehr anstrengen den Widerspruch zwischen „digital“ und „Papier“ in meinem Kopf zu konstruieren.

     
  12. VonFernSeher

    12. August 2011 at 18:47

    Das wiederum ist ein stark US-eurozentrischer Blickwinkel. Deutschland ist in der Welt weiterhin hoch angesehen für seine Technik. IT ⊊ T

     
  13. opalkatze

    12. August 2011 at 19:59

    Ja, Maschinenbau und so. Aber was Internet und neue Medien angeht – noch nicht mal Rohrkrepierer. Ich erinnere mal an CD-Spieler …

     
  14. Lakritze

    13. August 2011 at 18:52

    Naja, die Postbank. Ich bekam kürzlich an der (kostenpflichtigen) Hotline die Auskunft, man habe gewisse Girokarten eben »vorzeitig« aus dem Verkehr gezogen, ein knappes halbes Jahr früher als angekündigt. Gründe? Keine, die die Hotlinedame gewußt hätte. Ähäms. Naja, ich wollte mich ohnehin hier umschauen …

     
  15. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    16. August 2011 at 12:27

    @vera
    iTAN steht für indizierte TAN-Liste, was Du meinst ist mTAN gleich mobile TAN

    Fefe hat sich auch schon ausgekotzt über die Postbank:

    Seit die Postbank mit der Deutschen Bank im Bett ist, geht es da echt nur noch abwärts. (Quelle)

     
  16. opalkatze

    16. August 2011 at 13:50

    Korinthenkacker. Hast ja Recht.

     
  17. Frank Benedikt

    17. August 2011 at 15:15

    OT: Und seit Felix von Leitner, allseits besser als „fefe“ bekannt, auch mit der ‚Gegenseite‘ im Bett ist, geht es noch viel ‚abwärtser‘! Belege? Nö, aber „Hörensagen“ und „Insiderwissen“.

     
  18. anon

    25. August 2011 at 14:14

    Welche Gegenseite meinst du @Frank Benedikt.

     
  19. opalkatze

    26. August 2011 at 03:12

    Keine flamewars wegen Fefe. Der steht unter meinem persönlichen Schutz. :) (Hatter bestimmt nötig.)

     
  20. Frank Benedikt

    26. August 2011 at 09:10

    M.W. arbeitet er auch schon mal für staatliche Behörden.

     
  21. anon

    26. August 2011 at 12:08

    @opalkatze
    Nein sicher nicht – halte ich grundsätzlich nichts von ^^

    @Frank
    Interessant.
    Wobei ich das nicht grundsätzlich problematisch finde. Kommt viel darauf an, für welche und was.

    Hast du dazu „offizielle“ Quellen oder nur besagtes “ „Hörensagen“ und „Insiderwissen“ „? Falls nicht schaffe doch eine und schreib was dazu oder (hihi) schick was an die [LEAKINGPLATTFORM DEINES VERTRAUENS] ;)

     
  22. Frank Benedikt

    26. August 2011 at 14:54

    @ anon:

    „Offizielle Quellen“ wären für mich Dokumente von Behörden, der Polizei oder fefe, in denen gerichtsfest geschrieben steht, daß er diesen oder jenen Job für diese oder jene Behörde gemacht hat. Über derlei verfüge ich nicht, denn sonst würde ich wohl einen Artikel schreiben.

    Ich beziehe mich allein auf das, was ich „aus zuverlässiger Quelle“ weiß, und es genügt mir, um Abstand zu halten.

     
  23. anon

    26. August 2011 at 15:02

    Schade.
    Vielen dank für die Erwähnung und die Antwort jedenfalls :).

    Dennoch gilt wohl „better safe than sorry“ – mal wieder…

    und btw ein schönes Wochenende ;)

     
  24. opalkatze

    26. August 2011 at 15:09

    Wat haste denn gegen den ollen Fefe? Daß jemand mit seinen Kenntnissen, wie es auch andere CCC-Mitglieder tun, gelegentlich wen berät, ist doch nun wirklich kein Geheimnis. Ebenso aber auch nicht, daß er bestimmte Sachen schlicht nicht macht. Wir müssen das hier nicht episch ausbreiten, aber das ist allen bekannt, die regelmäßig sein Blog lesen. Was ich schon wegen des sehr hohen Popcornfaktors unbedingt empfehlen kann.

     
  25. opalkatze

    26. August 2011 at 15:10

    Ebenso, danke. Bin ja noch mit Schlecken beschäftigt …

     
  26. Frank Benedikt

    26. August 2011 at 15:34

    @ Anon:

    Das klingt ja richtig bedauernd? Ich finde es eher bedauerlich, Leute „abschreiben“ zu müssen, weil sie keinen sauberen Standpunkt haben. Dir ebenfalls ein schönes Wochenende :-)

    @opalkatze:

    Schon mal das Wort „Kollaboration“ gehört? Eben.

     
  27. opalkatze

    26. August 2011 at 16:48

    Ist mir zu viel VT. Denkt eh jeder, was er will.

     
  28. Frank Benedikt

    26. August 2011 at 17:39

    @ opalkatze:

    „VT“? Du bist Dir aber schon der landläufigen Bedeutung dieses Begriffes bewußt? Ich frag ja nur mal …

     
  29. anon

    26. August 2011 at 18:35

    @Frank
    VT = Virtualization technology ? xD wohl nicht :D Das fiel mir jedenfalls ein und dann musste ich lachen.

    Du musst weniger mit „“ arbeiten :D „abschreiben“ habe ich zuerst in falscher Bedeutung gelesen xD

    Wieso schreibt man denn jemanden ab, nur weil er keinen sauberen Standpunkt hat? (Zum Thema Standpunkt fällt mir das Einstein Zitat ein: Der Horizont der meisten Leute ist ein Kreis mit dem Radius 0. Das nennen sie ihren Standpunkt)
    Ist ja nicht so, dass die Einzelaussagen der Person dadurch richtig oder falsch werden. Höchstens das Gesamtbild in dem man die Einzelaussagen sieht ändert sich.

     
  30. opalkatze

    26. August 2011 at 20:09

    Jou. Hat mir mal so ’n Typ aus München beigebracht, aber bei dem bairischen Gestammel kann ich ihn natürlich ganz fies falsch verstanden haben. Und jetzt gebt’s a Ruah, zefix noamoi! Bloß, weil man bei Fefe nicht kommentieren kann, hab ich keine Lust, hier irgendwas aufzumachen. Außerdem ist gleich mein Superhyperultrarösti mit viel ungesundem leckerem Fett fertig, also seid so gut und verhackelt das woanders.

     
  31. opalkatze

    26. August 2011 at 20:10

    Öhm – das gilt für dich auch. Demnächst gern wieder, aber hier will ich Ruhe haben. Basta.

     
  32. Frank Benedikt

    26. August 2011 at 20:38

    @ Anon:

    Danke für Deine (berechtigten) Fragen, aber Du überforderst mich heute damit. Mein Tag „war nicht sehr gut“, ich muß Essen kochen und dann auch noch in meinem eigenen Blögchen „randalieren“. Ist es okay, wenn ich Dir morgen oder Sonntag antworte? Ich will das ja nicht etwa nachlässig oder gar „trollig“ machen.

    Schönen Abend
    Frank

    P.s.: Was zur Nacht, wenn ich mir auch alles andere als klar darüber bin, daß Du Weckers LIed (und gerade in dieser Version) schätzt: http://www.youtube.com/watch?v=uxcLw4QK6lk

     
  33. anon

    28. August 2011 at 08:46

    @Frank
    Das Lied ist interessant – kannte ich nicht.

    Aber nachdem ich das gehört habe, war klar, was man in den Kommentaren findet. Abgesehn davon nice – kannte von ASP nur Krabat.

    Antwort am Sonntag oder sonst später ist ok. Ich bin offen gesagt immer positiv überrascht, wenn in solchen Situationen überhaupt geantwortet wird. Daher ist das schwer in Ordnung ;)

    @Opalkatze
    Du sagst bescheid, wenn wir dir hier die Kommentare zu sehr OT zukleistern, ja?

     
  34. Frank Benedikt

    29. August 2011 at 00:26

    @ Anon:

    Freut mich, daß Dir das Lied auch in dieser Fassung wohl nicht „zuwider“ ist. ASP finde ich auch durchaus interessant, wenn auch das Genre an sich nicht meines ist. „Krabat“? Den haben wir in den frühen Siebzigern im Hort vorgelesen bekommen und ich war sowohl fasziniert wie auch erschreckt. Jedenfalls gefesselt.

    Tja, „abschreiben“ … Also die Anführungszeichen sind m.E. aufgrund der Doppelbedeutung des Wortes notwendig, weshalb ich sie verwendete. Streite aber nie mit einem Lektor, wenn Du Dir nicht sicher sein kannst, auch zu gewinnen ;-)

    Grundsätzlich unterscheide ich zwischen „läßlichen Fehlern“ und „Todsünden“: Wenn ein Mensch dringend Geld zum Leben benötigt, kann er meinethalber auch für Ausbeuter und Lügner arbeiten. Richtig schlimm wird es erst, wenn er seine eigenen Prinzipien verrät und gegen die – weiter von ihm propagierten – arbeitet. Wenn er bestimmtes staatliches Fehlverhalten einerseits kritisiert, andererseits genau dem Vorschub leistet. Dafür habe ich (und nicht nur ich) kein Verständnis, denn es zeigt eine völlige Dissonanz zwischen Denken, Reden und Handeln.

    „EInzelaussagen“, da sie meist vom Geamtzusammenhang befreit sind, bieten dafür natürlich keinen Ansatz, aber in der Summe ergeben sie ein Bild. Ohne jetzt müde Beispiele aus der Geschichte namentlich heranziehen zu wollen – wem hätten wir denn nicht die eine oder andere Aussage begierig abgekauft? Es ist halt nun einmal das Gesamtbild, das zählt …

    Guten Wochenstart
    Frank

    P.s.: Sollte Dir meine Antwort zu mager sein – ich hab das Wochenende vorwiegend mit Freunden und Grillen verbracht, dazu ein wenig Wirtschaftskritik fürs Blögchen. Du kannst aber jederzeit nachfassen und mir „Arbeit“ abverlangen – ich werde sie leisten.

     
 
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