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Glanzlichter 79: Ramadan, Lockenwickler und die Babylonier

19 Aug

Die Börsenkurse befinden sich im freien Fall, auf der Insel wird das Recht geknetet, Mehdorn wird Flugchef, der Papst kostet richtig und der Herr Friedrich findet Schützenvereine ganz toll.

Konservative denken laut nach

Weil die Texte großartig sind und eigentlich die „Falschen“ hier nachdenken, noch mal die Links zu den Artikeln: David Brooks, The Road Not Taken (18.7.); Charles Moore, I’m starting to think that the Left might actually be right (22.7.); Erwin Teufel, „Ich schweige nicht länger“ (2.8.); Constantin Seibt, Analyse: Der rechte Abschied von der Politik (8.8.; hier die unredigierte Fassung); Peter Oborne The moral decay of our society is as bad at the top as the bottom (11.8.); Heiner Flassbeck, Finanzkrise: Warum die Ökonomen die Welt nicht verstehen (12.8.); Klaus Segbers, Debattenbeitrag: Das Ende der Politik (13.8);Frank Schirrmacher kommentiert Moore und Teufel, „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“ (14.8.); Warren Buffett, Stop Coddling the Super-Rich (14.8.); Albrecht Müller, Wer das Volk finanziell bluten lässt, wird es auch real bluten lassen (15.8.); Wolfgang Michal, Sechs Anmerkungen zu Schirrmachers neuen linken Freunden (16.8.); Ingo Zamperoni interviewt Jean Ziegler (17.8.); Uwe Jean Heuser, Anständig zahlen (18.8.).

Sehr sonderbare Aktion der Tafeln: „… sollen sie doch Kuchen essen!“

Offener Brief des Jenaer Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Schröter an den sächsischen Ministerpräsidenten Herrn Stanislaw Tillich. Bemerkenswert.

Matthias Sandmann wirft einen Blick in Zeiglers wunderbare Welt des Wohnzimmers.

Ferdinand von Schirach hat sich Bilder von Leo Rosenthal angesehen.

Workplace Kissing: A Big Problem in Germany, Apparently

Brilliantly smart-ass responses to completely well-meaning signs.

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Die Glanzlichter erscheinen auch bei den Ruhrbaronen.

 
16 Kommentare

Verfasst von - 19. August 2011 in Glanzlichter

 

Schlagwörter:

16 Antworten zu “Glanzlichter 79: Ramadan, Lockenwickler und die Babylonier

  1. Angela

    19. August 2011 at 21:48

    Danke für die Lesetipps.

    Albrecht Müller (der momentan besonders lesenswert ist) hat am 15.08.2011 geschrieben, siehe Link: 
    »Offenbar setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Finanzwirtschaft die Politik bestimmt und auf diese Weise weltweit uns Steuerzahler für ihre Abenteuer bezahlen lässt.«

    Diese „Erkenntnis“ konnte schon im September 2008 gewonnen werden, als das Finanzmarkstabilisierungsgesetz im Entwurf vorlag ( http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarktstabilisierungsgesetz ). Damit hat sich kein Journalist richtig befasst! Das war unfassbar. Das war vor knapp zwei Jahren. Lehman war noch früher, davor der Murks um die IKB. Aber „offenbar setzt sich die Erkenntnis durch“. Na bravo.

    Gesetzesentwürfe sind von Journalisten mit Hilfe von Juristen zu durchleuchten, damit wir Bürger über Zusammenhänge, mögliche Konsequenzen informiert werden! Damit verhindert werden kann, dass wieder ein verfassungswidriges Gesetz verabschiedet wird. Das führt zwar nicht zu einer guten Auflage, Quote, der Wert für die Gesellschaft ist unbezahlbar.

    Jetzt befinden sich konservative Journalisten in der Sinnkrise, wenn es um die Einordnung von Werten und politischen Strömungen geht? Wie einfach, die „Schuldigen“ in Politik und Finanzwirtschaft zu suchen.

    Lesenswert auch der aktuelle Appell von Müller zur Boersenberichterstattung. Schirrmacher & Co., einfach lesen, verstehen!, im Print was Vernünftiges draus machen… Sich auch mal mit dem Steuerrecht befassen, mit Gesetzen, die in der Mache sind, (sonst) durchrutschen. 

     
  2. Aufmerksamkeit!

    20. August 2011 at 10:01

    Zu „Konservative denken laut nach“ würde ich gerne noch Wolfgang Michal vom 16.8. ergänzen:
    http://www.wolfgangmichal.de/?p=730

     
  3. Angela

    20. August 2011 at 10:46

    Konservatismus, links, rechts, liberal, Mitte? Als pragmatischer Mensch sind mir politisch-ideologische Diskussionen dennoch zu ineffektiv. Sie sind ein gefundenes Fressen für Populisten, egal aus welcher Ecke.

    Wahlen sollten keine Stimmungswahlen (mehr) sein. Dafür ist viel zu viel wieder ins Lot zu bringen. 

    Mir graut davor, wenn künftig politische Strömungen und Identitäten mehr thematisiert werden als sich sachlich und parteiuebergreifend! mit Themen wie der Finanzmarktregulierung, Bildung etc. zu befassen.

     
  4. TeraEuro (@TeraEuro)

    20. August 2011 at 14:08

    Vorschläge zur Ergänzung:
    Ein Text zur „Eurokrise“, der dunke Erinnerungen weckt und den politischen Flurschaden thematisiert,
    der gerade so fabriziert wird:
    http://kantooseconomics.com/2011/08/16/ryan-avent-und-das-gespenst-der-1930er-jahre-ryan-avent-and-the-ghost-of-the-1930s/

    ebenfalls lesenswert (english): Vielleicht wären wir besser dran mit einem Nord- und Süd-Euro?
    http://www.creditwritedowns.com/2011/08/is-going-dutch-the-solution-to-the-euro-debt-crisis.html

    und quasi tagesaktuell, die bisher scharfsinnigste und sauberste Analyse der Euro-Entwicklung von einem jungen Blogger aus Zypern (ebenfalls english), aber sehr lesenswert
    http://protes-stavrou.blogspot.com/

     
  5. opalkatze

    20. August 2011 at 14:38

    Erledigt. Danke! (Zu wenig Zeit zum Lesen …)

     
  6. opalkatze

    20. August 2011 at 14:39

    Beisse mich da heute Abend mal durch, danke!

     
  7. opalkatze

    20. August 2011 at 14:41

    Das ist aber genau das, was passieren wird. Um das Wohl der Bundesrepublik oder um das der Bürger geht es schon längst nicht mehr. Plutokratie …

     
  8. Angela

    20. August 2011 at 16:16

    @Vera, „Plutokratie …“? Wir haben postdemokratische Strukturen. Schlimm genug.

    Plutokratie würde dem Fass den Boden aushauen. Die Politiker haben auf die falschen Berater gesetzt und wohl ein paar faule Eier in ihren Reihen (Asmussen?).

    Die meisten Reichen – vermute ich – sind nicht gierig, im Gegenteil, sie engagieren sich häufig, spenden, wollen einen echten Rechtsstaat. In Teilen der Finanzwirtschaft gibt es den Schnöseltyp, dem egal ist, was ringsherum passiert, der ohne Ende giert. Lesenswert: http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/7629-casino-kapitalismus . Bitte nicht die Reichen in einen Topf werfen. Die meisten Reichen werden ganz vernünftig sein, die schwarzen Schafe sind die ungehemmten Zocker, legal und illegal agierende ‚Steuerumgeher‘, Wirtschaftskriminelle oder Politiker, die die Politik als Sprungbrett benutzen: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7943466 .

    Die meisten Reichen würden mehr Steuern zahlen, da bin ich mir sicher.

    Postdemokratische Strukturen müssen aufbrechen!

    Das Wort Plutokratie spaltet die Gesellschaft noch mehr, ist falsch und ungeeignet, um die Probleme zu lösen. Mit „Plutokratie“ wird die Wut, ggf. Gewalt gegen Reiche pauschal geschürt. Das hilft niemandem.

    Sorry, jetzt ist es wieder zu lang geworden.

     
  9. Angela

    20. August 2011 at 16:25

    „Plutokratie“, je mehr das Wort verwendet wird, desto mehr freuen sich die Rechtsradikalen (Buch: http://bit.ly/qLKtVv ) Die Plakate in MVP gehen in die Richtung … :(

     
  10. TeraEuro (@TeraEuro)

    20. August 2011 at 17:19

    jetzt hat mich das gutes Beispiel der Gastgeberin doch glatt wieder dazu gebracht,
    selber wieder mit Bloggen anzufangen

    erster Versuch (noch nicht alles perfekt)
    Wirtschaftsregierung/Eurobonds und alles ist in Butter? oder eher too little too late…?
    http://tera-euro.blogspot.com/2011/08/wirtschaftsregierungeurobonds-und-alles.html

    alles auf Deutsch und wer Lust hat, kann ja mal vorbeischauen…

     
  11. rauskucker

    20. August 2011 at 20:31

    Danke für den Hinweis auf den großartigen Text von Posener. Auch die Kommentare lesenswert!

     
  12. opalkatze

    21. August 2011 at 23:44

    Gut, gelegentlich sollte ich über der Lust zum Holzen nicht vergessen, zweimal nachzudenken. Bist du einverstanden, wenn ich mich diesem hier anschließe? http://www.zeit.de/politik/2011-08/finanzkrise-politik-eliten/komplettansicht

     
  13. Angela

    22. August 2011 at 01:40

    Ja, Vera, ein wirklich treffender Beitrag.

     
  14. opalkatze

    22. August 2011 at 01:55

    Gleich noch einer, allerdings etwas mainstreamig in der Auswahl möglicher Lösungen: http://www.faz.net/artikel/C30351/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-30488040.html

     
  15. Angela

    24. August 2011 at 23:24

    Ist die „große Zeit des Bundesverfassungsgerichts“ demnächst vorbei? Lesenswert: http://verfassungsblog.de/schwieriger-geburtstag-karlsruhe/

    Falls nein, dann nutzt Wulff die Zeit bis zum 07.09. geschickt mit seiner gelungenen Rede.

     
  16. opalkatze

    26. August 2011 at 03:13

    Max Steinbeis ist immer lesenswert. :) Wenn ich mir das neue Personal da so ansehe …

     
 
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