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Berlin, Alex: Opfer

27 Aug

Wer sich wie Opfer benimmt, muß sich nicht wundern, wenn er so behandelt wird.

Ich habe es sattsattsatt, immer wieder tolle Aktionen verpuffen zu sehen, weil sie unprofessionell vorbereitet wurden. Alle mir bekannten Proteste der letzten Zeit wurden von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen oder endeten in einem Fiasko.

Toll, daß überhaupt jemand was unternimmt. Dann, bitte, plant aber demnächst so, daß ihr nicht nur von denen, die sowieso eurer Meinung sind, Unterstützung kriegt. Macht Aktionen, schreibt Blogs und Artikel, macht Fotos und Grafiken, die außerhalb eurer kleinen Blase Aufsehen erregen. Es gibt genug Journalisten, Grafiker, Fotografen, Organisationen und Bündnisse, die euch unterstützen können und würden. Ihr habt viele Sympathisanten. Es gibt Orgs, die für eure Ziele Lobbyarbeit machen. Die auch genügend Geld haben, sinnvolle Kampagnen und Initiativen zu unterstützen. Wie man so was auf die Beine stellt, macht Greenpeace seit Jahren vor. Hört auf, euch wie Opfer zu benehmen. Fordert euer Recht endlich publikumswirksam ein.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 27. August 2011 in Kultur, Leben, Politik

 

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8 Antworten zu “Berlin, Alex: Opfer

  1. Sabine Engelhardt

    27. August 2011 at 14:38

    Na, dann schauen wir mal, wie die doch einigermaßen professionell vorbereitete FsA dieses Mal in den Medien wahrgenommen werden wird. Die Teilnehmerzahlen wurden in den letzten Jahren ja systematisch heruntergelogen, sofern überhaupt darüber berichtet wurde; und wenn berichtet wurde, dann bevorzugt über einen Schwarzen Block und Rangeleien (nicht jedoch über die Übergriffe der Polizei auf Teilnehmer und illegales Filmen durch die Polizei).

    Die Presse will nur noch berichten, wenn es Schlägereien gibt; damit werden Demonstrationen in den Dreck gezogen und Leute davon abgehalten, selbst mitzumischen. Sonst könnten demokratische Forderungen ja politische Aufmerksamkeit bekommen, das will man doch gar nicht …

     
  2. opalkatze

    27. August 2011 at 14:54

    Eben. Genau darum finde ich es richtichwichtich, z.B. mit Spaßaktionen wie UKuncut eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Motto: DIE haben Profis. WIR auch.

     
  3. VonFernSeher

    27. August 2011 at 18:53

    Als jemand, der schon ein, zwei Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen angemeldet hat, kann ich da nicht wirklich etwas Aufregendes dran finden. Ich musste schon für weniger Brandschutzpläne einreichen, Rettungsgassen ausweisen und Stadtreferenten beknien.
    – Dass man mich nicht falsch versteht: Ich möchte keineswegs die unangemessene behördliche Gewalt rechtfertigen. –
    Wer aber doch mit Anlauf bis drei zählen kann, muss sich doch denken, dass man das genau so nicht macht. Berlin ist nicht Dresden oder Hamburg und wenn man richtig auftritt kann man bestimmt ein paar Zelte (und auch deutlich mehr) dahinstellen. Es gibt, gerade in Berlin, unzählige Studivertreter, Sozialvereine, Asylbetreuer etc. pp. die alle genau wissen sollten wie so etwas funktioniert. Es müsste sich in den letzten paar Jahren schon massive Ahnungslosigkeit breitgemacht haben, wenn man da keinen einzigen findet, der das auch nur 5% professioneller abziehen kann. Da muss man noch nicht einmal Greenpeace fragen.
    Die Wahrheit ist doch (schlagt mich ruhig, es sind Erfahrungswerte): Es gibt überall genug Leute, die wissen, wie’s läuft; und es gibt überall noch mehr, die nicht darauf hören wollen, weil das ja alles böse Kollaborateure und angepasste Spießer sind. Die zereden ja immer alles nur und schaden der revolutionären Sache. ¡Viva la Spontanparty siempre! Schnitzelkinder.

     
  4. BoleB

    27. August 2011 at 18:55

    Prinzipiell ein ganz grosses d’accord – aber ganz ehrlich, der erste Satz, leicht abgewandelt, kann böse ins Auge gehen und erreicht dann (und zwar vollkommen zu Recht) eine Gegenreaktion namens slutwalk….
    Ich weiss, sprachklauberisches Korinthenkacker und so :-)

    Apropros Profis: Wo steckt eigentlich die Clownsarmee und die hedonistische Internationale?

     
  5. Anne Roth

    27. August 2011 at 21:11

    Ich gebe zu, dass mir nicht so richtig klar ist, worüber du dich eigentlich so aufregst? Grundsätzlich ist das wahrscheinlich alles richtig, auch wenn ich bei „Wer sich wie Opfer benimmt, muß sich nicht wundern..“ ein bisschen Gänsehaut kriege. Und nicht jeden Zweck einer professionellen NGO anvertrauen wollte, bzw. sich nicht für jede gleich die richtige findet.

    Aber was war hier der Aufhänger?

     
  6. Roger Burk

    28. August 2011 at 16:13

    Kann Vera nur zustimmen. Hatte im Gesichtsbuch schon heftige Diskussionen darüber, dass Aktionen die nach dem Motto „Operative Hektikt erstetzt geistige Windstille“ organisiert werden und dann auch so ablaufen, nichts aber auch gar nichts bringen. Eher das Gegenteil bewirken von dem was erreicht werden soll.
    Das Ergebnis dieser Diskussionen war immer dasselbe: „wer nicht dafür ist, ist gegen uns.“
    Was völliger Blödsinn ist.
    Bei allem guten Willen und berechtigter Empörung – so geht das nicht. Gute Überlegungen, gute Vernetzung mit schlagkräftigen Organisationen, gute Konzepte und vor allem auch gangbare Alternativen müssen ausgearbeitet und angeboten werden. Nur dagegen sein und mit plakativen Forderungen um sich werfen ist Zeit/Energieverschwendung – und schadet der Sache nur.
    Dass dann mit mässiger Gewaltanwendung ein paar Leute vom Plaz getragen werden, ist die logische Folge. Dies dann hochzustilisieren, als wären Zustände wie in Stuttgart gewesen macht nur unglaubwürdig.

     
  7. opalkatze

    28. August 2011 at 17:01

    Das schon lange in mir grummelnde Gefühl, daß über Sozialabbau beinahe ausschließlich in larmoyantem Ton geschrieben wird. Larmoyanz führt aber nur dazu, daß es irgendwann keiner mehr hören kann/lesen will, und ändert nichts. Es müssen die angesprochen werden, die (noch) nicht betroffen sind; Katja Kullmann beispielsweise hat das ziemlich knautschfrei geschafft. Auch die UKuncut-Aktionen finde ich gut, weil sie teilweise mit einem Augenzwinkern auf Mißstände aufmerksam machen.

     
  8. Nic

    13. September 2011 at 17:35

    Viel zu spät, aber ich sag doch noch was dazu: Was mich maßlos geärgert hat waren die Kommentare im Blog und bei FB. Ich habe berichtet, ich habe Fotos gemacht und ich habe Artikel von Dritten veröffentlicht.
    Ich denke, Roger hat die Diskussionen mitbekommen.
    Da gibt es einige Wenige, die – egal wie – etwas neues versuchen. Und es gibt Viele, die permanent nur meckern und mosern. Aber nie machen. Mich kotzt das an.

    Und leider muss ich Vera Recht geben: auch die Veranstalter sehen sich gern in der Opferrolle – dieses „die pöse Polizei“-Gerede bringt mich auf die Palme.
    Ich stehe hinter der Bewegung; aber ich stehe nicht hinter dem Gejammer.

     
 
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