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Polizei: Was du nicht willst, das man dir tu …

04 Sep

Foto: Thomas Trüten

Mir kommen ja immer die Tränen, wenn ich so was lesen muss. Um das gleich klarzustellen: Ich finde Gewalt grundsätzlich nicht gut, egal, von welcher Seite sie ausgeübt wird. Und ich verstehe solche Übertreibungen ganz und gar nicht. Weder ist das guter Journalismus, noch sind sie nötig. So werden Feindbilder aufgebaut.

Derartige Meldungen tragen ebenso zur tatsächlichen Eskalation bei wie das Auftreten martialisch ausgestatteter Polizisten. Ich hab mal ein bißchen auf Seiten rumgeblättert, die Körperschutzausstattung für Polizisten anbieten (das heißt so). Da gibt es ATLAS-Taktik, Polas Online, die Cop GmbH und wie sie alle heissen. Nicht nur Teile ihres Angebots, auch die Sprache, mit der dieses „Spielzeug“ angepriesen wird, finde ich erschreckend. Sie passt gut zu dem Ton, der von manchen Blogs oder Plattformen wie CopZone gepflegt wird.

Vor mehr als einem Jahr schrieb Udo Vetter schon über Die Legende von der schutzlosen Polizei. Wenn man die möglichen Ausrüstungsteile sieht, fragt man sich in der Tat, warum die Legende von den armen Prügelknaben, die kaum der Gegenwehr fähig sind, gepflegt wird. Ob solche Pressemitteilungen nötig sind. Warum die Polizei sich unbedingt zum Feindbild hochstilisieren muß. Das ist kein Krieg. Aber die Situation wird zeitweise so wahrgenommen.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 4. September 2011 in Kultur, Politik

 

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3 Antworten zu “Polizei: Was du nicht willst, das man dir tu …

  1. altautonomer

    5. September 2011 at 12:47

    Katze: „Ich finde Gewalt grundsätzlich nicht gut, egal, von welcher Seite sie ausgeübt wird.“

    Polemische Reaktion: Das sagen ausgerechnet immer diejenigen, die sich nicht gewaltfrei ernähren (Carnivoren),

    Persönliche Reaktion: Ich bin für Gegengewalt. Die Gewaltdiskussion wurde bereits in den 90er Jahren geführt und ist gründlich durchgenudelt. Heute wird in aller Geschichtsvergessenheit wieder so getan, als ob Gewalt so etwas wie ein gesellschaftlicher Ausnahmezustand sei. Abgesehen davon, dass es regelmäßig ungeahndete Missbräuche des staatlichen Gewaltmonopols gibt und mit Deiner zitierten Aussage die Definitionshoheit über den Gewaltbegriff („Gewaltfreier Widerstand ist Gewalt“) wieder dem Staat überlassen wird, ist Gewalt der Normale Betriebszustand in unserer Gesellschaft. Um dies mit einem ganz banalen Beispiel zu belegen, verweise ich auf die „normale alltägliche“ Gewalt durch Sprache in sogenannten Talkshows.

    „Alle empören sich über den wilden Fluss, aber niemand über die Ufer, die ihn einzwängen!“

     
  2. opalkatze

    5. September 2011 at 13:33

    Woher weißt du, ob ich nicht Veganer bin? (Ich bin keiner.)

    Ich habe die Aussage auf die spezielle Situation bezogen, d.h., prügelnde Polizisten versus prügelnde Demonstranten. Gestern hat mich schon jemand darauf aufmerksam gemacht, daß sie eine Entschuldigung darstellt, was ich ganz nützlich fand. Ich brauche mich für nichts zu entschuldigen, schon gar nicht für meine Meinung. Aber ich werde künftig darauf achten, wenn ich etwas schreibe.

    Verbale Gewalt kann man niemals ausschließen, Gewalt an sich nicht, da hast du Recht. Trotzdem kann man einem Text voranstellen, daß man sie nicht gut findet. Wer das liest, kann nicht wissen, ob ich vielleicht mit Vorliebe Mollis werfe oder regelmäßig Autos anzünde. Betrachte es als einfachen Disclaimer. Außerdem habe ich immer noch die Blümchenwiesenvorstellung, daß Diskurs besser ist als gewalttätige Konfrontation.

     
 
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