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Uhl und Krings im Glashaus

06 Sep

Gestern haben einige Menschen einen offenen Brief an Google geschrieben; Johnny hat dazu sehr sachlich auf Spreeblick kommentiert. Heute nun melden sich Statler & Waldorf die Herren Krings und Uhl in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort und hängen sich damit clever an den offenen Brief. Die Leadzeile der PM lautet „Öffentlicher Diskurs mit der eigenen, offenbarten Identität“, was sich irgendwie interessant anhört. Vermutlich ist es das, was sie unter „Dialog mit der Netzgemeinde“ verstehen.

Ein wenig irritiert mich das Fehlen des Herrn Friedrich als Mitautor der Pressemitteilung; Triumvirat hört sich immer so nett an. Aber womöglich ist das ein Trick, und er schiebt die beiden Kollegen vor, weil er sich schon genügend mit der feigen Bagage im Netz abgegeben hat.

Wie schade, daß diese sogenannte Debatte auf so verschiedenen Ebenen abläuft. Ich rege an, einmal – selbstverständlich mit weit geöffneten Visieren – mit den Herren von der Union über Offenheit, Klarheit und Wahrheit zu sprechen, gern auch auf einem öffentlichen Podium. Bestimmt würden sich einige Internetnutzer finden, um einen kleinen Crashkurs in Social Media zu geben. Im Gegenzug könnten die unterschiedlichen Arten und Sorten von Offenlegung besprochen werden, die beispielsweise für schwarze Kassen, Geldkoffer, Lobbyabsprachen und klammheimliche Diätenerhöhungen gelten. Sicher würden viele diese Parallelwahrheiten gerne einmal erklärt bekommen, um sie künftig besser einordnen zu können. Es geht doch nichts über gegenseitiges Verständnis.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen.

[Dank an Falk Lüke für den Hinweis.]

 
4 Kommentare

Verfasst von - 6. September 2011 in Europa, Kaffeesatz, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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4 Antworten zu “Uhl und Krings im Glashaus

  1. Angela

    6. September 2011 at 20:14

    „Wir brauchen eine solche Kultur der Offenheit und keine Foren oder Netzwerke, in denen man sich feige in die Anonymität flüchten kann.“ Feige!?

    Wenn die Herren Bundestagsabgeordneten wenigstens selbst eine Kultur der Offenheit beherzigen würden, dann wüssten sie, wie dämlich ihr zweiter Halbsatz ist. Das „Glashaus“ trifft’s.

     
  2. VonFernSeher

    7. September 2011 at 00:41

    Ey, nix gegen Statler und Waldorf bitte!!

     
  3. opalkatze

    7. September 2011 at 12:22

    Na gut, sie haben auch immer gemeckert, allerdings auf hohem Niveau – da hast du schon recht …

     
  4. VonFernSeher

    7. September 2011 at 21:05

    Der Unterschied ist: Ich war schon immer der Meinung, dass sie Recht haben ;)

     
 
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