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Stefan Fuchs: Gedicht zum 3. Oktober

03 Okt

Der Tag der deutschen Einheit

Der Tag der deutschen Einheit ist
bei Licht betrachtet großer Mist
die superteure Einheitsfeier
verschluckt ein paar Millionen Eier

Christian Wulff liest zwei Gedichte
und erzählt eine Geschichte
Helmut Kohl wird reingeschoben
Applaus im Saale, alle toben

Nichts von denen wird man hören
die unser Bild von Deutschland stören
nichts von denen wird man sehen
die nicht mehr zu den Wahlen gehen

Von der Stasi-Diktatur
findet man dort keine Spur
Angela blickt amüsiert
sie hat am meisten profitiert

Mit freundlicher Erlaubnis von Stefan Fuchs (unter CC BY-NC-ND). Disclaimer: Ich finde die Wiedervereinigung gut. Wie mit diesem Tag umgegangen wird, nicht.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 3. Oktober 2011 in Gastbeitrag, Kultur, Politik

 

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4 Antworten zu “Stefan Fuchs: Gedicht zum 3. Oktober

  1. Thomas

    3. Oktober 2011 at 11:26

    Am 3. Oktober 1950 wurden DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Innenland umgesiedelt, um Platz für den Selbstschussanlagenstreifen zu machen. Diese Umgesiedelten bekamen damals eine Aufwandsentschädigung.
    Nach der Wende durften diese Familien wieder auf ihr Land zurück, allerdings nur, wenn sie die damls erhaltene Entschädigung zurück gezahlt haben.
    An wen? frage ich mich. Der Staat DDR existierte nicht mehr. Warum verlangt ein Staat Gelder zurück, die ein anderer Staat als Entschädigung geleistet hat?
    Unser Staat ist ein neoliberales, turbokapitalistisches Räuchermänchen.
    Aussen viel Rauch, innen hohl.

     
  2. Ralf Wasselowski

    3. Oktober 2011 at 13:30

    Ein denkwürdiges Gedicht. Zeilen wie

    Nichts von denen wird man hören
    die unser Bild von Deutschland stören
    nichts von denen wird man sehen
    die nicht mehr zu den Wahlen gehen

    werd ich noch lange im Kopf behalten.

     
  3. Robson Bottle

    3. Oktober 2011 at 14:02

    Sie fragen: „Warum verlangt ein Staat Gelder zurück, die ein anderer Staat als Entschädigung geleistet hat?“
    Der Staat BRD hat ja alle Verpflichtungen und Verbindlichkeiten des ehemaligen Staates DDR übernommen, sonst bekämen bspw. ehemalige DDR-Bürger ja auch keine BRD-Rente, und dann dachten die BRD-Bürokraten wohl, dass sie nach dem Wegfall der Voraussetzung, die von ihnen erwähnte DDR-Umsiedlungs-Aufwandsentschädigung rückfordern können. Eigentlich logisch, oder?

     
 
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