RSS

Google+ vergrault Multiplikatoren

04 Okt

Es mag ja ein geheimer Plan dahinterstecken. Allerdings will sich mir nicht offenbaren, warum Google+ ohne weiteres Federlesen jetzt nach „die Ennomane“ auch Kixka rauswirft. Ganz gleich, wie bekannt jemand unter seinem Pseudonym ist, welche Reputation er genießt, welchen Wert er als Multiplikator hat – weg damit, wenn er sich nicht an die fragwürdige Politik Googles hält.

Enno macht ein Kunstprojekt daraus, indem er nun unter seinem tatsächlichen Namen ein Profil mit erdachten Merkmalen führt. Kixka will zurückkommen, sobald Firmenprofile erlaubt sind. Beiden gehen die Follower verloren, die sie nach Sascha Lobos Aktion „German Essentials“ hinzugewonnen haben. Wenn man publiziert, tut das weh, zumal, wenn man damit Geld verdient.

Vermutlich ist das Googles Kalkül: Man braucht ja nicht bei Google zu sein, wie Eric Schmidt bereits geäußert hat. In bestimmten Berufen kann man sich aber genau das nicht leisten.

Es bleibt die Wahl zwischen Beelzebub und dem Teufel – Facebook hat nur andere Nachteile. Wir bekommen gerade einen Vorgeschmack auf die schnell zunehmende Macht der Social Media-Konzerne. Es wird Zeit für Gegenentwürfe.

  • Krystian Woznicki von der Berliner Gazette hat gefragt, ob ich das für die Berliner Gazette noch etwas ausführen will. Ich wollte.
 
27 Kommentare

Verfasst von - 4. Oktober 2011 in Datenschutz, Kultur, Netzpolitik, Web 2.0

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

27 Antworten zu “Google+ vergrault Multiplikatoren

  1. moppelkotzer

    4. Oktober 2011 at 20:34

    nicht weiter meckern – DIASPORA* und/oder Ableger nutzen!

     
  2. barbara

    4. Oktober 2011 at 20:38

    Diaspora anschieben…

     
  3. Johannes A. (@Sprechsucht)

    4. Oktober 2011 at 20:41

    Die Follower gehen nicht verloren, solange die einen nicht selbst aus ihren Zirkeln löschen.
    Meinen G+-Account hab ich gelöscht und vom selben G-Account aus neu erstellt und die, die mich in ihren Zirkeln hatten, haben mich jetzt mit neuem Namen automatisch wiederbekommen.
    Sicherheitshalber sollte man vorher natürlich die Daten über Takeout vor dem Vergessen retten.

     
  4. Sabine Engelhardt

    4. Oktober 2011 at 20:46

    Wieso sollte sich Google+ für den „Wert als Multiplikator“ interessieren? Die Riesen wie Facebook und Google+ interessieren sich für unsere Daten, sie wollen Geld verdienen. Ob es andere mit ihnen tun oder wieviel ein Account für den Betreiber oder Dritte wert ist, kann ihnen völlig egal sein.

    „Don’t be evil“ ist endgültig vorbei.

     
  5. (,,,)---=^.^=---(,,,)

    4. Oktober 2011 at 20:56

    Anatol Stefanowitsch hat in der Diskussion Ach, Google. Warum arbeitest du gegen deine Nutzer, und nicht mit ihnen? den Standpunkt vertreten:

    […] ich denke, es müsste eher eine Art Google-Nutzerverband her, analog zu den Fahrgastverbänden der Bahn. So ein Verband könnte, wenn er groß genug wäre, möglicherweise eine regelmäßige Kommunikation zu Google aufbauen und der Firma gegenüber alle möglichen Anliegen und Probleme vertreten, die auftauchen.

    Ich selbst habe in GooglePlus auch schon viel dazu kommentiert und will mich jetzt nicht wiederholen.

     
  6. Angela

    4. Oktober 2011 at 21:26

    Der Mensch ist für Google & Co. Konsumgut.

    Lächerlich: http://www.google.de/intl/de/about/corporate/company/tenthings.html .

     
  7. Angela

    4. Oktober 2011 at 21:32

    (Konsumgüter sind Güter, die für den privaten Ge- oder Verbrauch hergestellt und gehandelt werden. Der Konsument als Konsumgut, schon merkwürdig.)

     
  8. wiegold

    4. Oktober 2011 at 21:52

    Gibt doch schon Gegenentwürfe. Auf meinem Blog bin ich Kapitän… oder so.

     
  9. opalkatze

    4. Oktober 2011 at 23:21

    Mehr Leute, mehr Daten.

     
  10. opalkatze

    4. Oktober 2011 at 23:22

    „3. Schnell ist besser als langsam.“ Na dann. Undifferenziertes kann so schön sein …

     
  11. opalkatze

    4. Oktober 2011 at 23:23

    Und die Ballmers und Schmidts und Zuckerbergs machen lassen? Nö. Wenigstens einen Versuch machen.

     
  12. opalkatze

    4. Oktober 2011 at 23:26

    @moppel, @barbara
    Ja, aber siehe oben: Trommeln, Kontakte pflegen, Kunden/Aufträge vorstellen, … Genau das ist der casus knaxus.

     
  13. VonFernSeher

    5. Oktober 2011 at 07:23

    Wieso denn „machen lassen“? Wenn man sich verzweifelt an jeden Strohhalm hängt, wie man es doch noch vor sich rechtfertigen kann, dann ist das doch noch viel mehr „machen lassen“ als gar nicht dabei sein.

    Sein Geschäftsmodell auf Infrastrukturen Dritter aufzubauen, auf die man keinen Einfluss hat, ist zumindest gewagt; das wusste schon Helga. Und so braucht niemand Google+ oder Facebook für seine wirtschaftliche Existenz – außer Google und Facebook. Es gab davor Vertriebswege und wird danach welche geben. Und wie wichtig die waren, entscheiden hernach die Vertriebenen, muahaha.

     
  14. Aufmerksamkeit!

    5. Oktober 2011 at 10:36

    Nur hier schauen:
    http://www.techfacts.net/news/technik/nato-fordert-internet-signaturen-und-mehr
    an die Kontakte von Google und der CIA denken (die haben sogar gemeinsm eine Firma gegeründet) und daran, dass Putin eine eurasische Union plant: http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/russland-putin-eurasische-union-3
    Der kalte Krieg wird bald zurück sein. Einzig die Position Chinas ist noch nicht ganz klar. Derzeit stehen sie eher auf russischer Seite (siehe Resolution gegen Syrien).

    Raus aus Facebook und Google+

     
  15. Angela

    5. Oktober 2011 at 13:40

    „Wollte Google wirklich echte Namen und Identitäten, müssten sie eigentlich das Postident-Verfahren für alle Mitglieder zwingend machen. Tun sie aber nicht.“ sagte Park hier:
    http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-10/ennomane-google-klarnamen/seite-2

    Noch tun sie es nicht! Wenn ich lese, was die Nato vorhat, dann könnte Postident zum Zuge kommen. Für die Deutsche Post AG ein Klacks. Was hier Bürger im Internet schreiben, sich anschauen, bestellen, wie sie real miteinander verflochten sind, geht irgendwelche Internetunternehmen nichts an, den Staat o.ä. ebenso wenig.

    Ich kann erstens nicht nachvollziehen, dass analoge Freiheitsrechte der Nutzer im Digitalen eingeschränkt werden sollen. Und zweitens, dass der Staat die Internetunternehmen nicht reguliert, damit sie die Freiheitsrechte der Nutzer zwingend beachten. Dazu gehört die persönliche, auch anonyme Identität. Dann gäbe es eben ein Google+-Deutschland oder ein Facebook-Deutschland etc.

     
  16. opalkatze

    5. Oktober 2011 at 15:44

    Das mit der NATO ist erstmal reines Wunschdenken – heftiges, aber noch ist nicht mal das Wollen spruchreif. Problem: Nicht alle Nutzer sehen das, ich schätze, weit über 80, 85 Prozent finden das gut, weil sie gar nicht oder halb informiert sind. Die Lautsprecher haben gute Arbeit geleistet. Von den Diskussionen im Netz kriegen sie nichts mit.

     
  17. opalkatze

    5. Oktober 2011 at 15:46

    Ist aber nicht meine Art, das Feld anderen kampflos zu überlassen. Blockbildung auf allen Ebenen, wohin man sieht.

     
  18. opalkatze

    5. Oktober 2011 at 15:48

    Huhu? Ich versuche lieber, etwas von innen zu bewirken – ist ja nicht strafbar. Wenn du publizierst (das betrifft mich vorerst nur wenig, aber das ändert sich ja), hast du ohne diese Plattformen ein Problem. Isso. Problem der kritischen Masse.

     
  19. Angela

    5. Oktober 2011 at 16:11

    Die Musik bestimmen überwiegend die Halbinformierten, vor allem in der Politik.
    opalkatze.wordpress.com lesen noch nicht genug, @Vera.

     
  20. Aufmerksamkeit!

    5. Oktober 2011 at 16:17

    Das würde abervoraussetzen, dass man gegen Google oder Facebook auch nur die geringste Chance hätte. Sorry, meine Imaginationskraft ist da sehr beschränkt.

     
  21. Angela

    5. Oktober 2011 at 16:52

    Zum Facebook-Verzicht: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,790053,00.html Vernünftig. Die Öffentlich-rechtlichen haben bei Facebook auch nichts verloren..

     
  22. opalkatze

    5. Oktober 2011 at 17:52

    Ich werde demnächst (absehbar!) daran arbeiten :]

     
  23. opalkatze

    5. Oktober 2011 at 17:57

    Och, da kommen schon ein paar ganz brauchbare Ideen. Gut Ding will Weile haben. *sehr schäbig grins*

     
  24. VonFernSeher

    5. Oktober 2011 at 21:39

    Aber das Lustige ist doch gerade das, wie es wiegold so schön schreibt. Blogs und eigene Seiten als „Gegenentwürfe“. Das sind keine Gegenentwürfe, das gab es lange vorher und wird es noch nach Facebook geben.

    Ich war noch nie auf Facebook und gehe nicht auf Google+ und ich lebe immer noch! Und ich esse und trinke und habe Freunde. Ich bin halt kein Millionär (nicht in Euros und nicht in Freunden), aber ich zeige auch keinerlei Mangelerscheinungen.

     
 
%d Bloggern gefällt das: