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Siegfried Kauder hat Recht

22 Okt

Ja, ernsthaft. All jene, die weiterhin, von keinerlei Sachkenntnis geprägt, dieses Internetz verteufeln, sollen doch ihren eigenen Spielplatz aufmachen. Aus der dringend notwendigen Debatte über ein neues, zeitgemäßes Urheberrecht sollen sie sich raushalten. Willkürliche Verbote und Sanktionen sind Regierungsmittel aus der Kaiserzeit.

Der Spin, den Kauder seiner eigenen Urheberrechtsverletzung zu geben versucht, ist entlarvend und bösartig:

sueddeutsche.de: Sie selbst sind ja auch in Konflikt mit dem Urheberrecht gekommen. Auf Ihrer Website standen Fotos ohne Quellenangabe. Wie konnte das passieren?
Kauder: An meinen Fall sieht man doch, dass das Warnmodell funktioniert. Ich habe die Bilder nicht selbst auf meine Homepage gestellt und inzwischen wurden die beanstandeten Bilder von meiner Website entfernt. Aber die ganze Geschichte sehe ich auch als Ablenkungsmanöver, denn die Bilder wurden nicht mit Vorsatz falsch eingestellt.

Gerade nach einem solchen Lapsus hätte ein intelligenter Mensch in der Lage sein sollen, zu differenzieren. Er hätte begreifen können, dass jeder sehr schnell unbeabsichtigt in diese Falle tappen kann. Statt dessen schiebt er erst auf ganz billige Weise alle Schuld von sich weg, um dann kaltschnäuzig zu unterstellen, dass alle außer ihm bei einer Urheberrechtsverletzung vorsätzlich handeln. Das ist unverschämt – und lächerlich.

Lieber Herr Kauder, wir möchten Ihnen unsere Gesellschaft ersparen. Dieses gruselige Internet ist nichts für so zart besaitetete Seelen wie Sie und die Herren Friedrich, Uhl, Ziercke, Schünemann und Kameraden. Hier geht es um Realität und Augenmaß, von Sachkenntnis und Dialogbereitschaft ganz zu schweigen.

Mein Vorschlag: Wir richten Ihnen und den Kollegen einen Freiraum ein, in dem Sie den ganzen Tag mit Karteikarten und Kugelkopfschreibmaschinen, Durchschlagpapier und Telex spielen können. Auch für die Blasmusik wollen wir gerne sorgen. Es dürfte in Ihrem Sinn sein, dass Sie dann nicht mehr über dunkle Ecken und wilde Piraten nachdenken müssen. Auch über Albernheiten wie Grundrechte brauchen Sie sich keinen Kopf mehr machen. Wir überlegen unterdessen mit Herrn Altmaier und Herrn Tauber, wie man die Kuh vom Eis kriegt. Deal?

  • Der Herr Herrmann darf auch mitspielen.

    [Merkur:] Laut dem Landshuter Landgericht war die Ermittlung rechtswidrig. Die Polizei hatte mit dem Virus 60 000 Fotos von dem Bildschirm eines Verdächtigen geschossen.
    [Herrmann:] Laut Justizministerium ist das Erstellen von Applicationshots rechtlich gedeckt. Das Landgericht Landshut hat anders entschieden. Unterschiedliche Instanzen können unterschiedlich entscheiden. Das ist Sache der Justiz, nicht Sache der Polizei. Die Aufgabe der Polizei ist es, das Programm ordnungsgemäß einzusetzen.

  • *GASP*

 
25 Kommentare

Verfasst von - 22. Oktober 2011 in Kaffeesatz, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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25 Antworten zu “Siegfried Kauder hat Recht

  1. pantoufle

    22. Oktober 2011 at 19:51

    Genau: Jedem das Netz, welches er verdient! Gibt es da nicht noch Relikte vom BTX? Inklusive Telecom-Zwang (Uppps: Deutsche Bundespost!) und Rechnern mit originaler Zuse-Technologie. Wo die Relais fröhlich rattern, da lass dich ruhig nieder. Usenet für Politiker über 30. Mit 10.000 ach, was sage ich: 100.000 täglich ausgefeilteren Ganovenprogrammen jeden Tag! Original Gucci-Anzüge für nur 39,75€! Der Erlös dieser Spendenaktion geht an den CCC.
    Ja doch… je länger ich darüber nachdenke, umso mehr gefällt mir die Idee!
    Gruß
    Pantoufle

     
  2. tschill

    22. Oktober 2011 at 20:04

    Danke. Genau der Punkt mit der Unterstellung, alle außer ihm würden vorsätzlich handeln, ist mir ebenso aufgefallen. Man versteht die Journalisten manchmal nicht, daß sie so eine Steilvorlage nicht erkennen.

     
  3. opalkatze

    22. Oktober 2011 at 21:18

    Keine Folter. Genfer Konvention. ,)

     
  4. opalkatze

    22. Oktober 2011 at 21:24

    Das ist im Interview nicht so einfach wie beim Lesen des fertigen Artikels. Ist ein bisschen wie Autofahren: Mehrere Dinge gleichzeitig tun, an alles denken. Außerdem musst du auch immer über die Intention des Interviewers nachdenken. Manchmal macht sich so eine Aussage doch im gedruckten Text sehr gut, da weist man während des Gesprächs dann vielleicht nicht noch eigens darauf hin. ,)

     
  5. pantoufle

    22. Oktober 2011 at 22:45

    Warte mal…. wühl, tippelditip, google: Die Wikipedia, die einfachste der dummen Wahrheiten. Siegfried Kauder: Kauder findet, daß Lobbyisten und Politiker nahtlos zusammengeören – deren fließende Gelder ein Teil dieser Demokratie wären. Kauder ist auch bemüht, die Pressefreiheit im Rahmen seiner schwachen Kräfte zu bescneiden. Als Krokodil vom Dienst hat ihn ein Spaßvogel 2006 zum Vorsitzenden des BND-Untersuchungsausschusses gemacht -mit den zu erwartenden Folgen. Kauder hat gegen die Offenlegung seiner Nebeneinkünfte als Abgeordneter geklagt – und ist eigenartigerweise damit gescheitert. Kauder ist bekanntermaßen ein überführter Raukopierverbrecher, dem der erste Strike bereits um die Ohren geflogen ist. Ferner ist er Präsident eines Musikverbandes, dessen Musik gegen Raubverbrecherkopien weitgehend imun ist.
    Im Nebenberuf ist Siegfried Kauda Mitglied es Deutschen Bundestages. Da darf der eine oder andere kleine Verstoß gegen die Genfer Konvention schon sein.
    Ähh ja: Das wolle ich noch sagen!
    Pantoufle

     
  6. VonFernSeher

    23. Oktober 2011 at 01:43

    Verbote und Sanktionen sind Regierungsmittel aus der Kaiserzeit.

    Ach ja? Und was sind dann die Regierungmittel von heute?

     
  7. opalkatze

    23. Oktober 2011 at 02:06

    Hm. So gesehen …

     
  8. opalkatze

    23. Oktober 2011 at 02:11

    Ha. Demnächst werde ich grauslich genaue ellenlange Sätze bauen, in die alles reingeht, damit du nicht immer meckerst. Willkürliche Verbote und Sanktionen … besser?

     
  9. VonFernSeher

    23. Oktober 2011 at 04:25

    „Willkürlich“ ist grauslich genau und ellenlang? Klingt eher nach dem Wort, das den Unterschied macht – zum Rechtsstaat.

    Du solltest aber aufpassen. Wenn meine Lethargie einmal mitkriegt, dass Meckern doch hilft, … ;)

     
  10. opalkatze

    23. Oktober 2011 at 13:13

    Siehst du mich angstschlotternd in der Ecke unter dem Tisch sitzen? Dort überlege ich meine für demnächst angekündigten Satzungeheuer, deshalb habe ich mir für den Anfang Thomas Mann dorthin mitgenommen.

     
  11. VonFernSeher

    23. Oktober 2011 at 19:40

    Ich versuche mir das gerade auszumalen. Aber dann kommen da immer ein Kater und eine Teemischung ins herbstliche Bild gelaufen und die Tischecke will einfach nicht bedrohlich wirken.

     
  12. opalkatze

    23. Oktober 2011 at 21:44

    Oh, der Kater tröstet mich gar sehr. Und der Teppich ist schon ganz nass vom vielen beim Bibbern verschütteten Tee; unangenehm, kann ich dir sagen. Kalte Füsse hab ich auch, weil Kälte ja nach unten fällt. Und ich brauche langsam ein Tablet, weil der Laptop wirklich zu viel Platz beansprucht. Du solltest ein sehr, sehr schlechtes Gewissen haben, aber schon ein sehr schlechtes.

     
  13. VonFernSeher

    24. Oktober 2011 at 13:24

    Du musst einfach über den Tisch schauen, dann wird dir der Hutmacher verraten, wo es zu den Törtchen geht. Das kann doch echt nicht so schwer sein. Ich habe da jetzt aber bestimmt keine Zeit für.

     
  14. opalkatze

    24. Oktober 2011 at 13:58

    Die heutige Jugend hat kein Gewissen mehr. Traurig, traurig, traurig. Die singen gerade etwas von Nicht-Geburtstag, und ich komme mit meiner Frage nicht dazwischen. Einstweilen werde ich aus Frust meinen Bauch in Falten legen und darin verschwinden, um ein Schläfchen zu halten. Sehr traurig.

     
  15. VonFernSeher

    24. Oktober 2011 at 19:22

    Nein, nein, nein, so geht das nicht, bei meinen Pfoten! Du musst zuerst die Törtchen essen und dann den Pilz und dann musst du meinen Cousin besuchen und dann musst du mit der Königin spielen und dann darfst du erst schlafen. Sonst müssen wir alle sterben.

     
  16. opalkatze

    24. Oktober 2011 at 19:49

    Hm. An den Cousin kann ich mich gar nicht erinnern (obwohl ich aus anderem Zusammenhang weiß, dass er sehr, sehr nett ist. So verschiedene Charaktere gibt es bei Mendel, tsts.). Törtchen ist im Prinzip ok, aber die Beiden haben alles aufgegessen. Golf kann ich auch nicht (hab mich mal mit einem 5er-Eisen selbst k.o. gehauen. Wirklich passiert, abgerutscht.). Königinnen mag ich nicht besonders, und Flamingos beißen immer. Können wir das mal umschreiben? Oder in Band 2 weiter machen?

     
  17. VonFernSeher

    24. Oktober 2011 at 21:39

    Bei Mendel? Also ich lese bei Zimmermann und ob mein Cousin da nett wegkommt, weiß ich nicht. Aber er redet ein bisschen viel, findet ZImmermann. Wir sollten überdies lieber in Band 3 weitermachen, im zweiten gibt es ja sogar zwei Königinnen. Zweimal aufgehängt werden…

     
  18. opalkatze

    24. Oktober 2011 at 21:50

    Dem Botaniker oder dem Informatiker? *giggl* Es war übrigens Krocket, nicht Golf. Hm, gibt nur zwei Bände. Ich hab ein Problem.

     
  19. VonFernSeher

    24. Oktober 2011 at 22:56

    Deswegen ja. Vielleicht gibt es im dritten Band ja dann ein demokratischeres Spiel als Hintergrund, oder wenigstens Malefiz. Von Golf habe ich ja auch gar nichts erzählt, aber den Flamingos wird’s egal sein.

     
  20. opalkatze

    24. Oktober 2011 at 23:04

    Ich hatte mich vertan, weil ich die Golfschläger öfter als Flamingos bezeichnet habe, alter Familienwitz. Aber Schach kann ich auch nicht, zu ungeduldig. Das mit dem dritten Band wird an meiner – ebenfalls – mangelnden Mathemagiebegabung scheitern. Hm. Un‘ nu?

     
  21. VonFernSeher

    25. Oktober 2011 at 06:12

    Nu spielm’r Eifler ärger dich nicht mit zwei Würfeln. Wer eine Eins würfelt, darf raus. Du fängst an.

     
  22. opalkatze

    25. Oktober 2011 at 08:41

    DU PFUSCHST!

     
  23. Kick-Box.net

    26. Oktober 2011 at 20:41

    Der Herr schütze uns vor den Internetausdruckern, die uns regieren!

     
  24. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 20:56

    Das werden wir schon selbst tun müssen.

     
 
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