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Diese dummen Journalisten! Kleiner Rant

25 Okt

Heute Morgen hab ich es das eine Mal zu oft gelesen.

Ein Interviewer, der ihm das durchgehen läßt, ist schlecht.
Oder:
Man versteht die Journalisten manchmal nicht, daß sie so eine Steilvorlage nicht erkennen.

Die Reaktion ist verständlich, das Urteil falsch.

Zunächst mal ist ein Journalist ein Mensch, mit allen Vorzügen und Macken, die Nichtjournalisten auch haben. Er hat, wie diese, eine Meinung, eine Einstellung, eine Haltung (es soll Ausnahmen geben). Das Wort vom objektiven Journalismus ist eine Mär; hätte man gern, ist aber nicht so. Natürlich wird ein Berichterstatter bemüht sein, seine Gefühle und persönlichen Ansichten auszublenden, aber seine Sicht wird immer Einfluss auf das Sujet haben. Übrigens würde auch niemand, außer in den Kurznachrichten, völlig distanzierte Darstellungen lesen wollen – deswegen werden Heribert Prantl und Jan Fleischhauer ja geliebt oder gehasst.

Dann zählt die Linie des Blatts, für das der Journalist schreibt. Die wird schnell klar, wenn man beispielsweise einen Beitrag über dasselbe Thema jeweils bei SpOn, ZEITonline, in der NZZ, dem Guardian oder der Times liest. Der Grundton von Redaktion und Schreiber müssen zusammen passen; kein Mensch kann sich dauerhaft verbiegen. Die Linie entscheidet über Schärfe oder Zurückhaltung, darüber, wie weit die persönliche Note des Journalisten einfliessen kann. Kommentare und Glossen sind immer meinungsbetont und häufig scharf im Ton. Die „Handschrift“ gilt auch auch für das Interview, und damit kommen wir zum casus knaxus.

Bevor ein Interview geführt wird, recherchiert der Journalist über seinen Gesprächspartner. Zum Termin muss er umfassend über Person und Thema informiert erscheinen, damit er sich dem Verlauf blitzschnell anpassen kann. Das ist ein bisschen wie Auto fahren, man muss mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten und jederzeit reagieren können. Mit zunehmender Erfahrung denkt man über Schaltung, Füße, Gaspedal und Bremse nicht mehr nach, aber die Reaktionsgeschwindigkeit muss immer hoch bleiben.

Interviewpartner sind Fachleute für ein bestimmtes Thema, Menschen wie du und ich, am häufigsten aber bekannte Persönlichkeiten und Politiker. Jetzt kommt die wichtige Frage: Wie soll der Befragte dargestellt werden? Will das Blatt eine Person porträtieren, einen Hintergrundbericht, das Statement nach einem Gipfel, oder einen Skandal aufdecken? Entsprechend wird der Journalist schließlich fragen. Er kann zwar den Gesprächsverlauf nur grob im Voraus planen, sicher wird aber ein Bunte-Interview mit Prinzessin Caroline ein ganz anderes Kolorit haben als die Handelsblatt-Befragung des Finanzministers in der Eurokrise.

Kommentare wie die eingangs erwähnten finden sich immer, wenn eine umstrittene Person befragt wurde. Der gut informierte Leser fühlt sich ein wenig überlegen und wünscht, der Interviewer möge diesem Blödian mal so richtig zeigen, wo der Barthel den Most holt. Hans-Peter Uhl, der sich äußerst ungeschickt präsentiert, noch dazu gegenüber der sogenannten Netzgemeinde als weltfremder Hardliner gilt, ist ein gutes Beispiel.

Der Journalist hat mehrere Möglichkeiten: Er macht in Hofberichterstattung, was sich zum Beispiel für den Bayernkurier und die Parteizeitung anböte. Oder er zieht den Politiker aus, blamiert ihn bis auf die Knochen. Dann wird er nicht nur in den nächsten fünf Jahren von dessen Partei keine Gelegenheit mehr zu irgend einem Gespräch bekommen, er darf auch mindestens beim Chefredakteur antanzen.
Politiker und Berichterstatter sind nämlich auf einander angewiesen. Zielführendes Nachhaken funktioniert bei den rhetorisch geschulten Amtsträgern kaum noch. Scharfe Fragen werden ebenso akzeptiert wie die dritte ausweichende Antwort, weil jeder vom anderen weiß, dass der auch nur seinen Job macht. Man ärgert sich über einander, aber nach einer Weile spricht man sich wieder.

Die vierte Möglichkeit: Man bereitet seine Fragen vor und sieht, wie das Gespräch läuft. Sagt das Gegenüber etwas Entlarvendes, kann der Interviewer darauf hinweisen; versuchen, es zu vertiefen – oder er lässt es so stehen. Das kommt auf den Standpunkt des Fragenden und seines Blatts an. Im fertigen Text erkennt dann der gewitzte Leser: Oh, die Bemerkung war jetzt aber nicht so geschickt. Vielleicht hat sich der Betreffende damit sogar um Kopf und Kragen geredet. Hätte der Journalist den Punkt vertieft, wäre es zu einer Korrektur gekommen.

Vielleicht sind Journalisten doch nicht so dumm. Auch Marietta Slomka beherrscht das mit links.

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42 Kommentare

Verfasst von - 25. Oktober 2011 in Journalismus, Medien

 

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42 Antworten zu “Diese dummen Journalisten! Kleiner Rant

  1. VonFernSeher

    25. Oktober 2011 at 18:39

    Und wann kommt jetzt der Rant? Ich sehe nur einen verständigen Text, mal vom letzten Satz abgesehen. Und jetzt schickst du das bitte allen deinen Journalistenfreunden und wartest darauf dass dich alle lobhudeln und es dann trotzdem anders machen.

    Kommt dann der Rant? Ich warte noch bis sechs, dann wird eins weiter gerückt.

     
  2. Angela

    25. Oktober 2011 at 19:31

    Prantl und Fleischhauer in einen Topf zu werfen, ist nicht so nett (für Prantl). ;) Manchmal habe ich den Eindruck, Journalisten schweben über den Dingen – löbliche Ausnahme: Vera B. Fachlich liegen sie oft neben der Kappe, manche wirken nicht unabhaenigig…

     
  3. Frank Benedikt

    26. Oktober 2011 at 02:51

    Rant? Wo? Wem gegenüber? Deinem Publikum gegenüber, das Dich doch bitte gleichermaßen als Journalistin wie „Mensch“ verstehen soll? Warum sonst der Exkurs in das Berufsbild eines Journalisten. Sorry, aber Du verrennst Dich mehr und mehr und merkst es gar nicht mehr.
    Der „Fernseher“ hat leider nicht unrecht …

     
  4. altautonomer

    26. Oktober 2011 at 08:39

    Leider hast Du Gülle Günter, das Glanzlicht am neu konfigurierten Sternenhimmel des investigativen Journalismus der ARD, vergessen zu erwähnen. Er passt m. E. weder in die Kategorie Prantl, noch in die eines Fleischklopfers sondern mehr so in die der distanzlosen Kärtchenleser zur Erhöhung der Einschlafquoten.

     
  5. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 10:07

    Damit fällst du in die beschriebene Kategorie, sorry. Was macht einen Rant aus? Viele schlimme Worte? Ich ziehe es vor, was zu erklären, weil nur aufregen nicht weiterhilft.

     
  6. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 10:14

    Nö. Ich hab ja von Journalisten gesprochen.

     
  7. Numbercruncher

    26. Oktober 2011 at 11:42

    Ich denke das was Du geschrieben hast ist im Wesentlichen bekannt. Natürlich gibt es immer Gründe für Verhalten X, manche sind besser nachvollziehbar, manche schlechter.
    Allerdings verliert ein (politischer) Journalist klar an Legitimation wenn er auf Schmusekurs geht bzw. sich von solchen Zwängen so stark einschränken lässt wie wir es erleben. Der Journalismus versteht sich doch als Beschützer und Verteidiger der Demokratie (teilweise sogar als deren Sturmgeschütz), und wenn diese Aufgabe nicht erfüllt wird, wozu dann noch Journalismus? Dann kann man auch gleich den Regierungssprecher in die Tagesschau setzen und fertig.

    Die Politik ist sich ihrer Sache doch so dermaßen sicher, dass sie uns jeden noch so bescheuerten Brocken hinlegt und dabei weiß, dass die Medien ihnen das durchgehen lassen. Mit schärferer Kritik seitens der Journalisten wären sie vielleicht mal gezwungen eine vernünftige Argumentation aufzubauen (und damit müsste optimistisch gesagt auch der Inhalt hinter der Aussage „besser“ sein, was letztlich uns allen zugutekäme). Und damit die Journalisten zu einer härteren Linie kommen, müssen sie selber erstmal den Druck von unten spüren.
    Denn es reicht nicht, dass der „gewitzte Leser“ hier und da mal eine Antwort findet bei der er sich ins Fäustchen lachen kann mit „hihi das war jetzt aber ungeschickt“. Manchmal braucht es auch die Brechstange unterschiedlicher Größe. Manchmal muss man den Politiker auch direkt mit dem Widerspruch zwischen seiner Aussage und der Realität konfrontieren (bei der Staatstrojaner-Affäre gab es z.B. ziemlich viele solcher Gelegenheiten, aber meistens wurde das nur von Bloggern oder anderen Netzbewohnern so hart gegenübergestellt).
    Den hier seh ich immer als positives Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=II5QVhHy8TI

     
  8. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 12:02

    Dein Beispiel ist doch der schlagende Beweis für „einfach mal so stehen lassen“.

    Ja, die unheilige Allianz gibt es leider. Da lassen sich Journalisten zu Kamingesprächen einladen und pflegen die Nähe zu sehr. Mittlerweile gilt es als bemerkenswert, wenn mal wer nachhakt. Wäre eigentlich mal einen Post wert, zu sehen, wer das tut. Und wer nicht.

     
  9. Numbercruncher

    26. Oktober 2011 at 12:38

    „Dein Beispiel ist doch der schlagende Beweis für „einfach mal so stehen lassen“.“

    Naja, zum einen war es schon wichtig nochmal nachzuhaken, was er ja zweimal gemacht hat. „Einfach mal so stehen lassen“ würde ich eher so verstehen, dass man halt mal fragt und sich mit der erstbesten Antwort zufriedengibt.
    Zum anderen ist es schon etwas peinlich, dass wir einen Journalisten aus dem Ausland brauchen um so eine fundamentale Frage wie der charakterlichen Eignung eines Finanzministers überhaupt zu stellen. Die Parteispenden-Sache war damals zwar schon 10 Jahre her, aber da sie nie aufgeklärt wurde und auch kaum juristische Folgen hatte, empfinde ich es als Pflicht eines Journalisten, da stetig draufzuklopfen.

    Die Journalisten-Bash-Zitate am Anfang Deines Beitrags sind also in der Sache zu knapp und undifferenziert, aber Du lieferst ja den Gesamtkontext in dem man sie sehen muss: Nicht unbedingt die Journalisten sind schlecht, sondern der ganze politisch-mediale Komplex braucht eine Generalüberholung.

     
  10. VonFernSeher

    26. Oktober 2011 at 14:07

    Ich verstehe es nicht, ehrlich nicht. Wie falle ich in welche Kategorie? Und was macht den Text zum Rant?

    rant (plural rants)

    A criticism done by ranting.
    A wild, incoherent, emotional articulation.

     
  11. VonFernSeher

    26. Oktober 2011 at 14:09

    Na, das hat ja mal wieder mit der Formatierung gar nicht geklappt. Das Original gibt es im Wiktionary.

     
  12. altautonomer

    26. Oktober 2011 at 14:18

    Zwei Anmerkungen:
    1. Es heißt immer, Angela Merkel sei die mächtigste Frau Deutschlands. Falsch. Die heißen Friede Springer und Liz Mohn.

    2. John Swinton, Chefredakteur der New York Times,sagte im Jahre 1880 anlässlich der Feier zu seiner Verabschiedung :

    “Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

     
  13. Schneefreundin

    26. Oktober 2011 at 16:07

    Wenn nur alle Journalisten mal vorher ein bisschen über die Interviewpartner recherchieren würden. Was ich da schon an Katastrophen mitbekommen habe (und das nicht von irgendwelchen Hückelhovener Lokalnachrichten, sondern von ZEIT und Konsorten), geht echt auf keine Kuhhaut.

     
  14. opalkatze

    26. Oktober 2011 at 19:06

    Berichte doch mal kurz, finde so was ganz interessant. Und ja, Lokalnachrichten können richtig gut sein. Oft haben sie durch den Lokalcharakter eh schon Einiges an Informationen oder kennen die Leute – was auch wieder gefährlich ist und Integrität verlangt. Viel darüber kann man bei Hardy Prothmann lesen, der mehrere Lokalblogs betreibt (das hier war das erste).

     
  15. etg

    27. Oktober 2011 at 12:28

    Hmm. Der Tenor ist also: wer nachfragt, bekommt Ärger. Entweder bekommt er keine Interviews mehr oder Ärger mit dem Chefredakteur.

    Nun ist es aber so, dass Journalisten per Grundgesetz eine Rolle haben: Überwachung und Aufdeckung von Missständen. Dafür bekommen sie sogar grundgesetzliche Hilfe.

    Also kann man als Leser und Nichtjournalist ja wohl erwarten, dass ein Journalist seine Arbeit tut. Und nachfragt. Sonst bräuchten wir so unsinnige Sachen wie Pressefreiheit gar nicht. Die übrigens in D freiwillig nicht ausgenutzt wird, warum auch immer, Beispiel Interviewautorisierung.

    Abgesehen davon: Politiker sind auf die Medien angewiesen. Wenn alle Journalisten mal Arsch in der Hose hätten, könnten sich Politiker nicht herauswieseln. Oder sie würden sich beim Wieseln tüchtig blamieren. Zu diesem Thema kann ich den Oktober-Pelzig empfehlen. Das war mehr Information über Brüderle als in vielen Nachrichtensendungen zuvor. Und Pelzig wird weiterhin Politiker bekommen.

    Insgesamt finde ich Deinen Text sehr schwach. Er erklärt, warum die Welt so ist wie sie ist, ohne mal darüber zu reflektieren, ob das nicht falsch ist, so wie es ist.

     
  16. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 12:46

    Kritik muss nicht immer poltern. Allerdings geht es hier vornehmlich um Rezeption, nicht um Medienkritik. Sehr viel darüber kannst du u.a. bei Stefan Niggemeier nachlesen, der immer wieder über diese Missverhältnisse berichtet, und beim BildBlog, das diesen Text verlinkt hat.

     
  17. Sir Richfield

    27. Oktober 2011 at 12:57

    „Oder er zieht den Politiker aus, blamiert ihn bis auf die Knochen. Dann wird er nicht nur in den nächsten fünf Jahren von dessen Partei keine Gelegenheit mehr zu irgend einem Gespräch bekommen, er darf auch mindestens beim Chefredakteur antanzen.“
    Und genau DA liegt das Problem, das immer mehr Menschen mit dem Journalismus haben.

    Die Aussage „Wir machen doch auch nur unseren Job und zwar so, dass wir ihn auch behalten.“ hat folgenden Fehler: Ihr macht Euren Job eben nicht, wenn der letzte Teil des Satzes immer im Hinterkopf herumschwirrt. Ihr könnt ihn gar nicht machen.

    Der zweite „Fehler“ des Gedankenganges, aber den machen Journalisten nicht alleine, ist, dass man glaubt, Politiker und Chefredakteur seien der Jobsicherer.
    Der KUNDE ist die letzte Instanz, wenn auch indirekt.

    Und eben dieses Indirekte führt in letzter Zeit zu einem gefühlten Verfall des Anspruchs.

    Du hast das sehr schön in Deinem rant beschrieben. Wenn die persönliche Sorge um den Job wichtiger ist als das eigentliche Interview, dann läuft was falsch.

    Ich würde gerne sagen, der Mensch Journalismus kann da nicht viel für, das System ist einfach so.
    Aber er, oder sie, ist Teil des Systems und damit auch Teil des angesprochenen Problems.

    Wir können aber gerne über Terminologie reden.
    Sagen wir doch in Zukunft nicht: „Der Journalist ist schlecht!“, sondern „Das Blatt, für das er arbeitet, läßt ihn seinen Job nicht machen, deckt ihm den Rücken nicht.“.
    Und vor allem: Handeln wir nach dieser Aussage.

     
  18. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 13:04

    Damit meckerst du genau so wie die Angesprochenen.

    Es gibt eine Reihe Anderer, die ebenfalls auf diese Art ranten (Anne Roth zum Beispiel), ohne dass sich darüber jemand aufregt. Du weißt, dass wild, incoherent, emotional articulation nicht mein Ding ist. Nur in den Splittern werde ich schon mal etwas schärfer.

     
  19. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 13:08

    Nein, es heisst nicht, dass man dann nicht mehr nachhakt. Aber wenn dann immer noch nichts Befriedigendes kommt, lässt man es eben stehen. Allerdings ist auch die Situation vor laufenden Kameras eine andere, sie lässt sich Print-Interviews nur teilweise vergleichen.

     
  20. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 13:15

    Ja. Aber das ist ein anderes Thema. Wenn Verleger mal eben ganze Redaktionen entlassen, Online schlechter bezahlen und im Nachgang lamentieren, sie bräucten ein Leistungsschutzrecht, läuft eine Menge falsch. Kannst du hier und hier nachlesen, auch bei den in der Seitenleiste verlinkten Journalisten findet sich Manches..

     
  21. EinFreundderdirhelfenwill

    27. Oktober 2011 at 13:24

    Was soll das mit dem Wort „Rant“? Kannst du auch mal deutsch schreiben und nicht so ein möchtegern-cooles Deutsch-Englisch? Und woher weisst du dass „Rant“ nicht weiblich ist? Du kannst anscheinend nichts richtig.

     
  22. altautonomer

    27. Oktober 2011 at 14:45

    Der Jounalismus als grundgesetzlich garantierte sogenannte 4. Gewalt. Ich beömmel mich. Es ist doch ein Irrglaube und realitätsfern, wenn jemand z. B. glaubt, ein kritischer Journalist käme auch nur in die Peripherie des Dunstkreises eines Helmut Schmidt.

     
  23. Bei mir gibts Tee

    27. Oktober 2011 at 15:11

    Die Bundespressekonferenz lädt ein. Sie ist der Gastgeber. Da gabs einen Fall wo ein Politiker bei der Bundespressekonferenz irgendwas gemacht hat und dann darauf hingewiesen wurde, das es nicht seine persönliche Privatveranstaltung wäre.
    Wenn ich also die Pressekonferenz wäre, würden da nicht 100 bezahlte Reporter auf meine Kosten sitzen, sondern der Gast bekäme ein Ipad in die Hand und dort sieht er die Reporter und deren Fragen und Reporter könnten auch ihre Stimmen (1-2 Stück) auf andere Fragen verteilen. Wer schneller die Frage stellt, kriegt den Ruhm und Ehre weil es dann ja heisst „Hans Wurst von den Pusemuckeler Nachrichten fragt, ob ich zurücktrete, wenn …“. Das wird Hans Wurst nicht. Aber wenn man seine Fragen anonym einbuchen kann oder auch Bürgerfragen voten kann, sieht das Spiel gleich besser aus.
    Leider interessiert sich keiner dafür :-(
    Als Privatperson wird man abgemahnt oder muss bis zum Verfassungsgericht klagen.
    Auch Aktionärs-Verbände müssten sowas sofort als Förderung oder Alternative zur Analysten-Telefonkonferenz einführen wollen.
    Auch bei Delegiertenversammlungen (Gabriele Pauli, Erwin Teufel) wäre sowas hilfreich.
    Programmiert wäre es schnell. Abgemahnt noch viel schneller… .

    Schön hier mal eine Diskussion zu sehen, die ich in anderen Foren leider nicht gesehen habe.
    Ergänzung von mir: Die 5te Macht (Blogger, Internet oder halt 6te wenn die 5te die Konzerne sind) gibts ja nur, weil die 4te ihre Kontrollaufgabe als weißes Blutkörperchen nicht macht. Die Kontrolle braucht man ja nur, wenn Politiker faul sind oder falsche Ziele verfolgen. Usw.
    Wenn ich DJV wäre, würde ich die Gehälter von Journalisten veröffentlichen und dafür sorgen, das 1-2 Jahre keine neuen Journalisten ausgebildet werden bis die Löhne stimmen. Die Profs können stattdessen „alte“ Journalisten an Digital anlernen wegen Newsstand usw. Das könnte man auch schnell runterprogrammieren. Aber noch schneller wäre es abgemahnt. Daher gibts Gewerkschaften: Um das Individuum zu schützen und die Interessen der Mitglieder/Arbeiter zu fördern. Tja. Internet ist dort wohl nicht gefragt :-(
    Man ärgert sich nur noch.

     
  24. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 16:16

    YESSS.

     
  25. opalkatze

    27. Oktober 2011 at 16:59

    Da bräuchte man gar nicht groß programmieren, die entsprechenden Werkzeuge gibt es längst. Man müsste sie nur benutzen. Dazu bitte bei Christian Jakubetz weiterlesen. Die BPK ist übrigens ein Verein und damit tatsächlich der Gastgeber.

     
  26. VonFernSeher

    27. Oktober 2011 at 22:59

    Du willst wissen, warum ich bei dir meckere und bei Anne Roth nicht? Ganz einfach: Dich lese ich auch, wenn ich wenig Zeit habe – so wie in den letzten Monaten und wohl noch in den kommenden.

    Und wenn das wilde, emotionale Artikulieren nicht so deins ist (das kann man glauben,…), dann weiß ich nicht, warum es Rant heißen muss.
    [Und, auch wenn es nervt: Ich will jetzt meine Kategorie wissen. Oder muss ich erst wild emotional werden? ;) ]

     
  27. VonFernSeher

    27. Oktober 2011 at 23:04

    Ich glaube ja, die Peripherie von Helmut Schmidt besteht nur noch aus Kissinger, der Pflegerin und Journalisten, die ihn überall dort rauchen lassen, wo Nichtrauchen nicht „feuerpolizeilich geboten“ ist.

    Und was bitte ist denn dann die Peripherie eines Dunstkreises? Ein Haufen unappetitlicher Pfützen?

     
  28. Thorsten

    28. Oktober 2011 at 03:26

    Lässt sich der ganze Beitrag auf einen Satz reduzieren? Der Journalist wagt nicht objektiv über Hartz IV zu berichten, weil er Angst hat, dann selbst darunter zu fallen (inklusive Sperre bzw. Sanktion wegen einer verhaltensbedingter Kündigung)

     
  29. Frank Benedikt

    28. Oktober 2011 at 03:31

    Sorry, wenn ich das mal so deutlich artikuliere,aber „von Fernseher“ gibt imho dem Anspruch/“Gedöns“ der Autorin gut kontra, Niemand(!) benötigt hier eine Grundschulung darin, was Journalismus ist oder leisten kann/soll. Und zumindet ich weiß, wovon ich schreibe :-P

    „Wir“ haben Probleme. Mittlerweile etwa sieben Miliarden …Könnten „wir“ vielleicht mal anfangen, uns darüber vorurteilsfrei Gedanken zu machen.

     
  30. opalkatze

    28. Oktober 2011 at 10:38

    War von Hartz IV die Rede?

     
  31. Er Em

    28. Oktober 2011 at 23:34

    „Scharfe Fragen werden ebenso akzeptiert wie die dritte ausweichende Antwort“

    Ach, wie wäre es schön wenigstens mal eine scharfe Frage zu hören. Aber nix is! Solange ihe alle euch nicht einig werdet, dass ihr alles (und mit euch: WIR) an einem Strang zieht, wird sich nichts ändern.

    Das Problem ist nicht die Politik, die Hinterzimmer, der Lobbyismus (?), das Problem an dem ganzen kranken System seid IHR. Denn ihr schafft es nicht die Fragen zu stellen, die zu stellen sind. Und wenn der 1. von der Kanzlerin abgekanzelt wird (siehe Video), dann muss der nächste einspringen, und dann der Nächste, und der Nächste, und….

    Also, so pathetisch das klingt, nicht lamentieren sondern solidarisieren!!!

     
  32. rauskucker

    29. Oktober 2011 at 17:16

    – Journalisten im Twitter-
    Gewitter – Wie wirksam ist
    Medienkritik in sozialen
    Netzwerken? Interview mit
    Prof. Dr. Susanne Fengler,
    wissenschaftliche Leiterin
    des Erich-Brost-Instituts für
    Internationalen Journalismus

    [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/29/dlf_20111029_1706_4e9f3c15.mp3" /]

    Ich vermute, das paßt dazu? Kam gerade im DLF.

     
  33. opalkatze

    29. Oktober 2011 at 17:38

    Ah, danke. Höre gerade noch das hier.

     
  34. Thorsten

    13. November 2011 at 11:20

    Von Hartz IV ist implizit dann die Rede, wenn es darum geht, welche persönlichen ökonomischen Opfer jemand zu bringen bereit ist, um seinen Beruf verantwortungsvoll auszufüllen. Der Millionär und Journalist dürfte eine zu seltene Kategorie sein, um sie ausdrücklich berücksichtigen zu müssen.

     
  35. opalkatze

    13. November 2011 at 18:20

    Ah, ok. Dazu hat Katja Kullmann was gesagt (und geschrieben). Festanstellungen oder Mitarbeit als fester Freier (das heißt so) sind äußerst dünn gesät. Eine lange Diskussion zur Einordnung gibt es hier, wenn auch unter anderen Gesichtspunkten.

     
  36. Irene

    14. Januar 2012 at 02:14

    …. für den Bayernkurier und die Parteizeitung? Der Bayerkurier IST eine Parteizeitung!

    Immer wieder unfassbar, dass Linke aus nördlicheren Breiten fast mehr auf eine Gleichsetzung Bayerns und der CSU bestehen als die CSU selbst. Man könnte auch sagen, die CSU ist eine Organisation, die ihre hegemoniale Markenbildung erfolgreich an ihre Gegner outgesourct hat.

    Grüße aus dem wilden Süden!

     
  37. ThorstenV

    19. Januar 2012 at 23:51

    Das andere Leute allerhand über Hartz VI für Journalisten geschrieben haben, beantwortet aber meine Frege nicht. Um es zuzuspitzen: Was will uns die Authorin etswa damit sage: „Dann wird er nicht nur in den nächsten fünf Jahren von dessen Partei keine Gelegenheit mehr zu irgend einem Gespräch bekommen, er darf auch mindestens beim Chefredakteur antanzen.“

    Das ist ein Zustandsbeschreibung, der Existenz eines Problems. Und was hat das jetzt mit dummen oder klugen Journalismus zu tun. Was ist jetzt angesichts des Problems kluges, was ethisches Handeln? Klugheit wie Ethik richten sich auf Ziele? Was wäre das? Sind die vereinbar? Ist das Ziel ethisch zu handeln und bedarf es dazu der Klugheit?

    Das Fazit scheint jedenfalls zu sein, das die Journalisten nicht dumm sind. Sondern was anderes. Etwa willige Systemdiener. Ein Geschlecht mietbarer Schreiberlingszwerge.

     
  38. opalkatze

    20. Januar 2012 at 07:55

    Ja, etwas schräg formuliert. Aber damit ist nichts über die CSU gesagt, sondern über die Hofberichterstattung.

     
  39. opalkatze

    20. Januar 2012 at 08:59

    Wie wägst du denn gegenüber deinen Freunden, deinen Kollegen, deinem Chef ab? Du wirst dich vermutlich, wie die meisten Menschen, für ein kooperatives Miteinander entscheiden, und nicht für Kontroverse um jeden Preis. Wenn es nötig ist, ja. Das ist hier nicht anders. Weil du versuchst, kommunikative Probleme verbindlich zu lösen, bist du noch kein Systemdiener. Generell von vornherein krawallig aufzuterten, ist überall kontraproduktiv.

    Es steht fest, dass zwischen Journalisten und Politikern gegenseitige Abhängigkeiten bestehen, die beiden Seiten jederzeit bewusst sind. Da entscheidet der professionelle Umgang miteinander, auch darüber, welche Stopschilder man akzeptiert und welche nicht. Von der Professionalität hängt auch ab, wie sachlich man mit kontroversen Themen umgeht und ab wann man sich beleidigt füht. Das muss man immer wieder austarieren, weil Menschen unterschiedlich sind. Wie im richtigen Leben.

    Alle Journalisten über den Kamm „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ zu scheren, ist ungerecht. Es gibt, wie überall sonst, so ’ne und solche. Wie er das handhabt, muss jeder für sich entscheiden. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass der Journalist versucht, seinem Auftrag gerecht zu werden und so viel wie möglich über etwas/jemanden herauszufinden und zur Klärung beizutragen, ohne unnötig Porzellen zu zerschlagen. Ist das dennoch notwendig, hängt es vom Chefredakteur ab, wie weit der Befrager gehen kann (über Persönlichkeitsrechte darf er sich ohnehin nicht hinwegsetzen). Und natürlich gibt es Unterschiede, ob die Anfrage zu einem Interview von einer mächtigen Zeitung oder Sendeanstalt kommt oder von Hänschen Meier aus Kleinkleckersdorf.

    Jeder wird auch versuchen, sich an den Pressekodex zu halten, die einen mehr, die anderen weniger – Beispiele gibt es wohl genug. Wer sich nicht an die berufsethischen Vorgaben hält, bekommt über kurz oder lang Probleme, ebenso, wenn er permanent seinen ethischen Ansprüchen an sich selbst zuwider handeln muss. (Die genannte Katja Kullmann hat übrigens, so viel ich weiß, ihren schönen neuen Job bereits wieder verlassen, weil sie für sich selbst genau diese Probeme hatte.)

    Du kannst natürlich den Standpunkt vertreten, das seien eh alles Moralschweine. Das ist genauso, als würdest du sagen, jeder Priester missbraucht Kinder. Wenn du diese Meinung hast, wird dich niemand davon abbringen können.

     
  40. VonFernSeher

    20. Januar 2012 at 09:39

    Du wirst dich vermutlich, wie die meisten Menschen, für ein kooperatives Miteinander entscheiden…Es steht fest, dass zwischen Journalisten und Politikern gegenseitige Abhängigkeiten bestehen, die beiden Seiten jederzeit bewusst sind.…Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass der Journalist versucht, seinem Auftrag gerecht zu werden und so viel wie möglich über etwas/jemanden herauszufinden und zur Klärung beizutragen, ohne unnötig Porzellen zu zerschlagen.…Jeder wird auch versuchen, sich an den Pressekodex zu halten, die einen mehr, die anderen weniger – Beispiele gibt es wohl genug. Wer sich nicht an die berufsethischen Vorgaben hält, bekommt über kurz oder lang Probleme ebenso, wenn er permanent seinen ethischen Ansprüchen an sich selbst zuwider handeln muss.

    Du solltest vor dem zu Bett gehen nicht mehr so schwer essen. Sowas kommt von sowas.

     
  41. opalkatze

    20. Januar 2012 at 10:12

    Gesteh mir doch bitte meine Meinung zu. Was ist daran falsch?

     
  42. VonFernSeher

    20. Januar 2012 at 10:51

    Was sollte daran falsch sein? Und der deutsche Diplombürger weiß ja:
    Träume nicht dein Leben, sondern trimme deine Bäume.
    Oder so ähnlich ;)

     
 
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